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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2021

Überraschend vielschichtiger Roman

Stay away from Gretchen
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„Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ der Autorin Susanne Abel hat mich auf mehrfache Weise positiv überrascht. Der Roman beginnt mit der Diagnose Demenz, dies wirft nicht nur die 84-jährigen ...

„Stay away from Gretchen – Eine unmögliche Liebe“ der Autorin Susanne Abel hat mich auf mehrfache Weise positiv überrascht. Der Roman beginnt mit der Diagnose Demenz, dies wirft nicht nur die 84-jährigen Greta sondern auch ihren Sohn Tom ganz schön aus der Bahn. Anders als in anderen Romanen, dominiert die Krankheit aber nicht die Geschichte. Sehr gelungen schafft es die Autorin vielmehr Gretas Lebensgeschichte von Kindheit an zu erzählen und ihre Erlebnisse mit der erwachsenen Frau der Gegenwart zu verknüpfen. In Ostpreußen aufgewachsen, muss die junge Greta mit ihrer Familie, mitten im zweiten Weltkrieg, nach Westdeutschland fliehen. Schonungslos erzählt Susanne Abel dabei die Geschichte einer Flucht, voller Entbehrungen und auch zahlreicher sexueller Übergriffe und zieht, mit Hilfe des Erzählstrangs der Gegenwart, immer wieder Parallelen zur Flüchtlingskrise 2015. Auch weitere große Themen wie Diskriminierung und Rassismus in der Nachkriegszeit oder Transgenerationale Weitergabe, werden immer wieder aufgegriffen und von mehreren Seiten beleuchtet.

Auch wenn die Protagonisten fiktiv sind, mutet die Geschichte überaus real an, was auch an der großartigen Rechercheleistung der Autorin liegt. Diese lässt immer wieder echte Reden, Interviews, Zeitungsberichte, Radiosendungen und Fernsehbeiträge der damaligen Zeit, wortwörtlich in den Text einfließen. Darüber hinaus wirken auch die beschriebenen Auswirkungen der Demenz so unglaublich nah, hier konnte die Autorin eigene Erfahrungen einbringen, da sie selbst ihre Mutter an die Krankheit verloren hat. Trotz der schwierigen Themen liest sich die Geschichte nicht nur äußerst berührend sondern konnte auch immer wieder mit ihrem einmaligem Humor bei mir punkten. Für mich ist „Stay away from Gretchen“ eine wunderbare Entdeckung und zählt jetzt schon zu meinen Lesehighlights in diesem Jahr. Gerne gebe ich dem Roman deshalb 5 von 5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Der Klang der Zukunft

Fürchtet uns, wir sind die Zukunft
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„Fürchtet uns, wir sind die Zukunft“ der Autorin Lea-Lina Oppermann begeisterte mich durch seine dynamische Geschichte, geschrieben in einem ungewöhnlichen Stil. Das Buch liest sich durch die packende ...

„Fürchtet uns, wir sind die Zukunft“ der Autorin Lea-Lina Oppermann begeisterte mich durch seine dynamische Geschichte, geschrieben in einem ungewöhnlichen Stil. Das Buch liest sich durch die packende Erzählung super schnell von der Hand, die Kapitel sind eher kurz und eignen sich damit hervorragend für Jugendliche. Auch das Thema war interessant, denn man bekommt einen guten Einblick in die Abläufe einer Musikakademie. Beeindruckend mit welcher Leidenschaft viele Musiker ihren Traum verfolgen. Doch im Buch geht es noch um viel mehr, es geht um alles, um DIE ZUKUNFT. Jung, frech und mitreißend, zeichnet die Autorin ein Bild von jugendlicher Revolution und Veränderung. Doch trotz manch krasser Aktion der Protagonisten, bleibt sie dabei dennoch realistisch und zeigt gelungen die Entwicklung von Gruppendynamiken auf. Gerne hätte das Buch noch ein paar Seiten länger sein dürfen, auch wenn die Geschichte natürlich in sich stimmig ist. Eine Autorin, welche man sich merken sollte. Von mir gibt es deshalb eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Thriller mit modernem Konzept

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden
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Wie viele Andere auch faszinieren mich Crime-Podcasts und so fand ich die Idee hinter dem Thriller "Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden" gleich interessant. Die Autorin Amy Suiter Clarke schreibt ...

Wie viele Andere auch faszinieren mich Crime-Podcasts und so fand ich die Idee hinter dem Thriller "Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden" gleich interessant. Die Autorin Amy Suiter Clarke schreibt fesselnd und versteht es den Leser neugierig zu machen. Die Handlung wechselt sich zwischen einem normalen Erzähler (wobei die Perspektive hier gelegentlich wechselt) und dem Transkript des Podcasts ab, was für mich ein gelungenes Alleinstellungsmerkmal war. Positiv fallen außerdem die vielschichtigen Haupt- und Nebenfiguren auf. Sehr gerne mochte ich zum Beispiel Martin, Elles Ehemann. Durch alltägliche Szenen, wie das gemeinsame Kochen, wirkt die Handlung viel authentischer und lebensnaher als in so manch anderem Thriller.
Eine weitere Besonderheit war der direkte Bezug zu realen Podcast und Crime Serien und die damit verbundene moralische Fragestellung, wie viel Aufmerksamkeit man einem Mörder widmen sollte. Stellenweise war mir die Handlung allerdings zu vorhersehbar. Während in den ersten Zweidritteln die Spannung für mich noch groß war, konnte man im letzten Drittel doch viel erahnen. Die dort platzierten Einblicke in das Leben des Täters wirkten fast schon gewöhnlich, richtig gut erklärt wurde sein Werdegang dadurch für mich eher nicht, so dass es besser gewesen wäre den Leser sich sein eigenes Bild machen zu lassen. Lediglich am Ende gab es aber dann doch noch kleinere Überraschungen.
Mein Fazit: „Der Countdown-Killer“ ist für mich ein gelungener Thriller, auch wenn mir stellenweise die ein oder andere atemberaubende Wendung gefehlt hat, so habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt und kann das Buch allen Crimefans ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Gelungener Kriminalfall

Abels Auferstehung
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„Abels Auferstehung“ ist bereits der zweite spannende Fall für Kriminalinspektor Paul Stainer, in welchem dieser zusammen mit seinen Kollegen im Jahr 1920 in Leipzig ermittelt. In seinem Krimi hat Autor ...

„Abels Auferstehung“ ist bereits der zweite spannende Fall für Kriminalinspektor Paul Stainer, in welchem dieser zusammen mit seinen Kollegen im Jahr 1920 in Leipzig ermittelt. In seinem Krimi hat Autor Thomas Ziebula ausgezeichnet den damaligen Zeitgeist eingefangen. Sowohl Sprache, als auch Geschehen sind an die damalige Zeit angepasst und wirken authentisch. Erstklassig zeichnet der Autor ein Bild der damaligen Nachkriegsstimmung, welche ein politisch zerrissenes Land, einerseits fortschrittlich, anderseits doch gefangen in alten Rollenbildern, zeigt. Der Schreibstil liest sich dennoch leicht und konnte mich überzeugen. Die Protagonisten sind darüber hinaus vielschichtig und haben alle ihre Ecken und Kanten, einschließlich so manchem Kriegstraumata. Besonders fesselnd wird die Handlung auch durch mehrmalige Perspektivwechsel, so wird nicht nur aus Sicht des Inspektors und seiner Kollegen, sonder auch aus Täter- bzw. Opfersicht, berichtet. Der Fall ist vielschichtig angelegt, wobei alle Erzählstränge am Ende doch zusammenfinden. Ab etwa der Hälfte des Buchs, hatte ich eine Ahnung, worauf die Geschichte hinausläuft, konnte aber bis zum Ende noch wunderbar mit rätseln. Der Kriminalroman bietet nicht nur Lesern die gerne Historisches Lesen Unterhaltung, sondern empfiehlt sich auch für Krimifans. Für diesen stimmigen Fall und das schöne Leseerlebnis, bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.02.2021

Magische Geschichte mit modernem Konzept und wunderbarem schottischen Humor

Tinte & Siegel
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„Tinte & Siegel - Die Chronik des Siegelmagiers 1“ ist eine Fantasygeschichte auf hohem Niveau und vor allem mit sehr viel Witz. Der Autor Kevin Hearne entwirft eine ganz eigene magische Welt und überzeugte ...

„Tinte & Siegel - Die Chronik des Siegelmagiers 1“ ist eine Fantasygeschichte auf hohem Niveau und vor allem mit sehr viel Witz. Der Autor Kevin Hearne entwirft eine ganz eigene magische Welt und überzeugte mich durch Ideenreichtum und einen mitreißenden Schreibstil. Der Hauptcharakter Al MacBharrais ist ein Siegelmagier und soll dafür sorgen das die Geschöpfe aus dem Feenreich in der normalen Menschenwelt kein Aufsehen erregen. Gar keine einfache Aufgabe in Zeiten von Smart Phones und ständiger Kameraüberwachung. Gelungen verknüpft der Autor unsere moderne Welt mit Jahrhundertealten Sagen und klassischen Wesen aus der Fantasyliteratur. Feen und Kobolde sind dabei noch die „gewöhnlichsten“ Kreaturen und überzeugen durch ihre jeweiligen Eigenarten. Innovativ war für mich auch die Idee, Magie mit der praktischen und anschaulichen Anwendung in Form von Siegeln zu verbinden. Viele unerwartete Wendungen machten die Geschichte für mich zu einem echten Lesevergnügen.
Auch wenn die Aufmachung anderes vermuten lässt, ist „Tinte & Siegel“ in meinen Augen kein Jugendbuch. Gewaltvolle Auseinandersetzungen werden dafür zu detailliert geschildert und auch die Verherrlichung von Alkoholkonsum (egal ob Whiskey, Gin oder Bier, irgendwas wird ständig getrunken und in den höchsten Tönen gelobt) nimmt eine zentrale Rolle ein. Um die Handlung gut einordnen zu können, würde ich das Buch erst ab 16 Jahren empfehlen. Für erwachsene Fantasyfans ist es eine tolle kurzweilige Lektüre, welche mir gut gefallen hat. Die Handlung von Band 1 ist in sich abgeschlossen, lässt aber dennoch Spielraum für eine Fortsetzung, auf welche ich mich schon jetzt freue.

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