Gefühlvolles Debüt
Restsommer Wenn ich Restsommer von Kea von Garnier mit nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es wohl ein leises, aus tiefstem Inneren kommendes „Hach“.
Im Mittelpunkt des Coming of Age Romans steht der ...
Wenn ich Restsommer von Kea von Garnier mit nur einem Wort beschreiben müsste, wäre es wohl ein leises, aus tiefstem Inneren kommendes „Hach“.
Im Mittelpunkt des Coming of Age Romans steht der 16-jährige Dominik, den wir durch einen Sommer begleiten, der mehr verändert, als er selbst zunächst ahnt. Während das Ende der Schulzeit näher rückt, steht für ihn eigentlich schon fest, wie sein Leben aussehen soll: Er soll später einmal das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen. Doch mit jedem Tag wächst die Frage, ob dieser Weg wirklich seiner ist. Dominik spürt immer deutlicher, dass er, bevor er sich ein Leben lang mit dem Tod anderer beschäftigt, erst einmal selbst richtig leben möchte. Als Biff neu in seine Klasse kommt, nimmt seine Leben plötzlich eine ganz neue Wendung an.
Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig Kea von Garnier die Figuren in ihrem Debütroman zeichnet, nahbar und authentisch. Besonders die Unsicherheiten, Zweifel und vorsichtigen Hoffnungen von Dominik beschreibt sie sehr real. Ich konnte mit ihm in seine Gefühlswelt eintauchen und war berührt von der Liebesgeschichte, die sich vollkommen ohne Kitsch zwischen ihm und Biff angebahnt hat. Sie entwickelt sich genau im richtigen Tempo, wodurch sie ihren Zauber und gleichzeitig eine schöne Ernsthaftigkeit behält.
Ein Aspekt, der mich zusätzlich überrascht hat, waren die Einblicke in das Bestattungsinstitut. Dieses Setting ist ungewöhnlich und wird hier mit viel Respekt und Sensibilität behandelt. Der Roman schafft es, den Tod als Teil des Lebens zu zeigen, ohne schwer zu wirken, dafür ruhig, würdevoll und nachdenklich.
So entsteht insgesamt eine zarte, stimmungsvolle Geschichte über einen Sommer voller erster Male, Entscheidungen und leiser Aufbrüche.