Profilbild von Lrvtcb

Lrvtcb

Lesejury Star
offline

Lrvtcb ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lrvtcb über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2021

Eine wundervolle Geschichte über zweite Chancen und das Vergeben

Be My Tomorrow
0

Emma Scott ist dafür bekannt gefühlvolle Romane zu schreiben und mit diesem Buch ist sie sich vollkommen treu geblieben. Der Leser taucht wieder in eine Geschichte voller Emotionen ein. Zwar überlagern ...

Emma Scott ist dafür bekannt gefühlvolle Romane zu schreiben und mit diesem Buch ist sie sich vollkommen treu geblieben. Der Leser taucht wieder in eine Geschichte voller Emotionen ein. Zwar überlagern hier etwas der Schmerz, die Reue und Angst, aber sie sind so authentisch, dass es einfach nur schön ist. Natürlich gibt es auch positive Regungen wie Freundschaft und Liebe, sodass es sich hier nicht nur um eine düstere Atmosphäre handelt.

Die Geschichte handelt von Zelda, die mit 14-Jahren miterleben musste, wie ihre kleine Schwester entführt wurde und die seitdem von Schuldgefühlen geplagt wird. In einer Graphic Novel versucht sie diese Gefühle zu verarbeiten und möchte in New York einen Verlag für ihre Geschichte finden. Dabei begegnet sie Beckett, der vor ein paar Jahren wegen eines Fehlers, den er begangen hat, zwei Jahre im Gefängnis saß und seitdem seine Tat bereut. Aus Geldnot ziehen beide zusammen. Was zunächst mit einer Zweckgemeinschaft begann, wird schon bald Freundschaft.

Bei diesem Roman finde ich gut, dass von Anfang klar ist, welche Probleme Zelda und Becket haben. Um ihre Vergangenheit wird kein großes Geheimnis oder Drama gemacht, sondern beide spielen recht schnell mit offenen Karten, sodass eine wahre Freundschaft beginnen kann. Das hat mich persönlich sehr gefreut, da mich unnötiges Drama und Missverständnisse in Büchern meist eher nervt. Zudem versteht der Leser so auch direkt, warum die beiden Hauptpersonen so handeln wie sie es tun.

Erzählt wird die Handlung aus beiden Sichten, somit bekommt der Leser tieferen Einblick in die Gefühlswelt der Charaktere. Hier war dies sehr gut gewählt und hilfreich. Gefühlt wurde etwas mehr aus Zeldas Sicht beschrieben. In ihrem Leben tut sich jedoch auch etwas mehr. Sie ist schließlich diejenige, die nach New York kommt, sich im Bahnnetz zurechtfinden, neue Freunde und einen Job finden muss. Es wird zudem die Handlung aus ihrer Graphic Novel sowie der Entstehungsprozess beschrieben. Hier hat mir gefallen, dass sogar vier Seiten in dem Buch abgedruckt sind. Auf einem eBook Reader waren diese etwas klein und schwer zu lesen, aber dennoch waren die Einblicke interessant.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich fand gerade die Charakterentwicklung sehr authentisch beschrieben. Eine Person kann sich selbst nicht von heute auf morgen vergeben, das ist immer ein Prozess. Der Roman spielt überwiegend im Dezember, sodass er sich auch bestens als Weihnachtsroman eignen. Ich habe ihm im Sommer gelesen und habe mich an der weihnachtlichen Atmosphäre nicht gestört. So konnte ich mich schon etwas auf die kalte Jahreszeit freuen.

Soweit ich weiß, ist dies auch das erste Mal, dass Emma Scott eine Trilogie veröffentlicht. Jedes Buch handelt von einer anderen Person. Die Fortsetzung erscheint unter dem Titel „Forever Right Now“ Ende September und wird von Darlene handeln, die bereits als gute Freundin von Beckett im Auftakt erschienen ist. Da mir das Setting in New York sowie die Handlung so gut gefallen hat, werde ich auf jeden Fall die Fortsetzung lesen und hoffe, dass ich dort auch Zelda und Beckett wiedersehe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2021

Wie sich ein Football-Liebling in ein Mathegenie verliebt

The Memories We Make
0

Es heißt immer wieder, dass sich Gegensätze anziehen, und so ist es auch eindeutig bei diesem Collegeroman. Man könnte sagen, dass dies ein ganz klassischer, etwas vorhersehbarer Collegeroman ist, und ...

Es heißt immer wieder, dass sich Gegensätze anziehen, und so ist es auch eindeutig bei diesem Collegeroman. Man könnte sagen, dass dies ein ganz klassischer, etwas vorhersehbarer Collegeroman ist, und ich könnte dem nicht widersprechen, allerdings ist die Geschichte dennoch sehr unterhaltsam und auf ihre Art außergewöhnlich.

Persephone, kurz Seph, ist nicht der klassische Charakter, der sonst in Collegeromanen beschrieben wird. Sie ist gerade einmal neunzehn Jahre alt und steht bereits kurz vor ihrem Collegeabschluss. Wenn es nach ihrem Vater geht, dann folgt darauf die Doktorarbeit an der Harvard Universität und eine Auszeichnung im Bereich Mathematik. Seph ist eindeutig ein Mathegenie und da sie bis dato immer nur Zuhause unterrichtet wurde, ist sie etwas ungeübt im Umgang mit Leuten in ihrem Alter. So hat sie einige Collegeerfahrungen noch nicht gemacht, was sie schleunigst ändern möchte. Auf ihre analytische Art hat sie somit beschlossen durch einen Aushang einen Partner zu finden, der sie von ihrer Jungfräulichkeit befreit und mit ihr einige Collegeerfahrungen erlebt. Ein Punktesystem soll ihr bei der Auswahl helfen. Reece, der ihr Casting mitbekommt, hat Mitleid und möchte Seph gerne vor schlechten Erfahrungen beschützen.

Mir war Seph sofort sympathisch. Ihr etwas nerdige und direkte Art war sehr erfrischend. Es ist keinesfalls so, dass Seph autistisch ist und keine Emotionen zeigt, sie weiß einfach nicht, was ein altersgemäßes Verhalten ist. So ergeben sich einige lustige Unterhaltungen und ich mochte es, wie begeisterungsfähig sie ist, wenn sie etwas Neues ausprobiert. Ehrlich gesagt, habe ich ein paar der Dinge selbst noch nicht ausprobiert und hätte auch gerne einen Reece, der mich mit so vielen Aktivitäten überrascht.

Die Handlung ist allerdings auch nicht immer locker und leicht. Die Beziehung zu Sephs Vater ist nicht unbedingt einfach und bringt Tiefgang in die Geschichte. Hier hätte ich mir manchmal noch mehr Details gewünscht und dass das Buch hier noch mehr in die Tiefe geht. Dann wäre es in jedem Fall perfekt gewesen. Auch waren die Wendungen zum Ende hin etwas schnell. Da wären in meinen Augen noch ein oder zwei Kapitel mehr hilfreich gewesen, um alle Veränderungen wirklich nachzuvollziehen.

Für mich war es das erste Buch von Maya Hughes, aber es war definitiv nicht das letzte. An der Fulton Universität spielen noch drei weitere Romane. Alle handeln von Reece Kameraden aus dem Football Team und die nächsten Hauptpersonen sind hier bereits als Nebencharaktere aufgetaucht. Das zweite Buch erscheint bereits im August diesen Jahres. Am meisten freue ich mich allerdings auf NJs und Marissas Geschichte, die allerdings als viertes erst im Februar 2022 veröffentlicht wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2021

Wenn eine interessante Thematik unter Drama, Problemen und einer vorhersehbaren Handlung begraben wird

A Reason To Stay
0

Wer den Klappentext von „A Reason to Stay“ liest, der kann leicht auf den Gedanken kommen, dass dieses Buch davon handelt ein Zuhause, also eine feste Bleibe, zu finden. In dieser Hinsicht ist die Buchvorstellung ...

Wer den Klappentext von „A Reason to Stay“ liest, der kann leicht auf den Gedanken kommen, dass dieses Buch davon handelt ein Zuhause, also eine feste Bleibe, zu finden. In dieser Hinsicht ist die Buchvorstellung allerdings sehr irreführend. Billy lebt in einer WG und ist nie wirklich obdachlos gewesen. Das gesuchte Zuhause ist damit eher symbolisch gemeint. Das Buch handelt davon, dass Billy in Liverpool einen Neuanfang wagt und endlich einen Job finden möchte, den sie gerne ausüben will und den ihr ihr Vater nicht aufzwingt. Ihr Traum ist es in einem Museum zu arbeiten. Bei einer Gala dort trifft sie auf Cedric, den sie direkt anziehend findet, aber den bereits einige Gerüchte verfolgen und der kein Mann für Beziehungen zu sein scheint.

Nachdem ich mich etwas neu in der Geschichte orientiert habe, hat mich zunächst die Jobwahl der beiden begeistert. So häufig werden in Büchern Standardjobs beschrieben. So gibt es Betriebswirte, Juristen oder auch Journalisten, aber bis dato habe ich noch nie ein Buch über eine Museumsführerin und eine Meeresbiologen gelesen. Dieses Detail hat in jedem Fall Pluspunkte bei mir gesammelt. Es fließen zunächst auch einige Informationen aus den Berufen in die Geschichte ein.

Ein weiterer Pluspunkt bei diesem Hörbuch war in jedem Fall auch der Sprecher. Die Handlung wird aus zwei Perspektiven geschildert. Cedrics Sicht wird von Julian Mill und Billys Perspektive von Maren Ulrich gesprochen. Der Sprecher hat mich direkt begeistert. Er schafft es trotz seiner ruhigen Stimme so viele Emotionen zu übermitteln und spricht die Geschichte sehr abwechslungsreich. Als Cedric einen Ohrwurm hat, singt er sogar die Textzeilen, die ihm die ganze Zeit im Kopf rumschwirren. Billys Sprecherin war im Vergleich dazu etwas schwächer. Sie hat mir zu häufig die Stimme zu übertrieben verstellt. So haben einige Charaktere bei ihr überdreht und gekünstelt gewirkt. Bis zum Ende hatte ich Probleme mich an ihre Stimme zu gewöhnen.

Nach dem guten Start in die Geschichte hat mich die Handlung immer wieder enttäuscht. Das Buch thematisiert psychische Erkrankungen und generell finde ich dieses Thema grandios. Hier wird auch noch einmal deutlich dargestellt, dass eine Erkrankung des Geistes genauso ernst zu nehmen ist wie eine Erkrankung des Körpers. Auch wenn die Probleme nicht sichtbar sind, so sind sie dennoch da und sollten therapiert werden. Die Auswahl der Thematik fand ich gut, jedoch wurde in diesem Buch in meinen Augen damit übertrieben. Ab einem gewissen Punkt hat quasi jeder Charakter ein psychisches Problem und ich hatte den Eindruck, dass sie sich gegenseitig übertrumpfen wollen. Außerdem wussten sie genau wie sie mit der jeweiligen Erkrankung ihres Gegenübers umgehen müssen. Ich bin kein Psychologe, aber das waren die Charaktere auch nicht. Da finde ich es unglaubwürdig, wenn sie sich gegenseitig in einer recht kurzen Zeitspanne plötzlich besser helfen können als es eine jahrelange Therapie konnte. Das wirkte auf mich unglaubwürdig und das war mir auch irgendwann zu viel Drama und zu viele Probleme. Da hätte ich mir einen unproblematischen Charakter gewünscht.

In Summe war dies leider ein Hörbuch, das mir wenig Freunde bereitet hat. Der Start und auch die gewählte Thematik waren gelungen, aber nach einigen Kapiteln fehlte die Glaubwürdigkeit. Die Handlung wirkte konstruiert und war sehr vorhersehbar. Ich denke, dass es mit dieser Grundidee deutlich bessere Bücher gibt – zum Teil habe ich sogar schon welche gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2021

Eine kurze weitere Episode führt in die Unterwelt

Celestial City - Akademie der Engel
1

Bei Celestial City ist einfach nur schade, dass die Reihe mit einem bahnbrechenden Auftakt gestartet ist und damit die Erwartungen echt sehr hochgehoben hat und dann alle weiteren Teile immer schlechter ...

Bei Celestial City ist einfach nur schade, dass die Reihe mit einem bahnbrechenden Auftakt gestartet ist und damit die Erwartungen echt sehr hochgehoben hat und dann alle weiteren Teile immer schlechter geworden sind. Es ist nicht so, dass mir der dritte Band überhaupt keinen Spaß gemacht hat, ich habe ihn teilweise echt gerne gelesen, aber mit meinen Eindrücken vom Auftakt im Hinterkopf frage ich mich schon, wo die Kreativität und die Genialität der Autorin hin sind.

Mit dem Ende des zweiten Jahres weiß der Leser bereits, dass Brielle Atwater von Luzifer in die Unterwelt entführt wurde. Ihre Freunde wissen dies allerdings nicht und halten sie für tot. Brielle muss sich nicht nur von ihrer Verletzung erholen, sondern sich auch in der Unterwelt bewähren. Dazu gehört gegen Dämonen zu kämpfen, sich Verbündete zu suchen und Luzifer vorzugaukeln, dass sie auf seiner Seite ist. Das ist in jedem Fall kein leichtes Unterfangen.

Die Zeit in der Unterwelt ist relativ düster beschrieben und die Atmosphäre ist auch eher drückend. Das hat mich per se nicht gestört, da es zu dem Ort gepasst hat. Was mich jedoch gestört hat, ist das Verhalten oder viel mehr die Charakterdarstellung von Brielle. Zuvor wurde sie immer als Kämpferin beschrieben, die für ihre Familie, ihre Freunde sowie natürlich für sich selbst einstehen kann. Sie hat nicht einfach aufgegeben, wenn es einmal kompliziert wurde. In der Unterwelt wirft sie allerdings mehrfach einfach die Flinte ins Korn, ohne nach einem anderen Ausweg zu suchen. Das passte nicht in mein Bild von ihr. Auch wechseln ihre Stimmungen zu schnell durch. Wenn eine Figur in einem Buch mit depressiven Verhalten beschrieben wird, dann passt es nicht, dass sie im nächsten Moment wieder komplett euphorisch ist.

Luzifer war für mich ein zweiter Kritikpunkt. Er wird mir hier zu mächtig beschrieben. Mit der Kraft, die er hier scheinbar hat und mit der er quasi alles sowie jeden kontrollieren kann, hätte er bereits im zweiten Jahr Brielle viel leichter finden können. So erscheint die Handlung aus dem zweiten Jahr rückwirkend unlogisch. In Summe haben sich in die Geschichte ein paar logische Unstimmigkeiten geschleust, was ich persönlich immer unschön finde. Auch wenn es ein fiktiver, fantastischer Roman ist, sollte er doch in sich schlüssig sein.

Positiv war für mich, dass das Buch nicht wieder nur ein weiteres Jahr an der Akademie darstellt. Das hätte insgesamt sonst langweilig werden können. Daher mag ich die Abwechslung und ich mag auch wieder die lockeren, teilweise amüsanten Dialoge wie beispielsweise zwischen Brielle und ihrer Engelsklinge. Der Leser muss hier natürlich einen etwas umgangssprachlichen Ton hinnehmen, wie bereits in den vorherigen Büchern. Mittlerweile habe ich mich da so dran gewöhnt, dass er mich nicht mehr stört.

Etwas schade ist, dass sich die Bände nur wie Episoden einer Fernsehserie anfühlen. Mit 270 Seiten ist dies wirklich kein langes Buch (das waren die Vorherigen übrigens auch nicht) und hier habe ich das sehr deutlich gemerkt. Die Handlung startet mit einem Cliffhanger, ein paar Fragen werden geklärt, umso mehr Probleme tauchen auf und das Ende ist wieder ziemlich offen. Es wird zwar immer ein Zeitraum von einem Jahr behandelt, aber es kommt mir in Summe viel kürzer vor. So viel passiert dann eben doch nicht in der Zeit und es gibt kaum genug Seiten, um auch eine authentische Charakterentwicklung darzustellen.

Es war ganz nett das (theoretisch) dritte Jahr von Brielle an der Fallen Academy zu lesen, aber die Geschichte begeistert mich nicht mehr so wie beim Auftakt. Wenn ich durch Zufall den vierten Teil bekommen sollte, dann werde ich ihn vielleicht auch noch lesen, aber ich fiebere nicht mehr dem Erscheinungsdatum entgegen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 21.07.2021

Was für eine Enttäuschung nach einem so grandiosen Auftakt

Night of Crowns, Band 2 - Kämpf um dein Herz
0

Der erste Teil von „Night of Crowns“ war in so vielen Bereichen eine positive Überraschung, sodass ich mich auf eine ebenso starke Fortsetzung gefreut habe. Selten wurde ich jedoch so enttäuscht. Es ist ...

Der erste Teil von „Night of Crowns“ war in so vielen Bereichen eine positive Überraschung, sodass ich mich auf eine ebenso starke Fortsetzung gefreut habe. Selten wurde ich jedoch so enttäuscht. Es ist nicht so, dass die Fortsetzung in jeder Hinsicht schlecht war, aber sie konnte in keinster Weise mit dem ersten Band mithalten. Hier fehlte die Charakterentwicklung, die Spannung und auch die Logik.

Aber zunächst einmal der Reihe nach. Mit dem Ende des ersten Teils weiß der Leser bereit, dass Alice das Spielfeld verlassen und in die reale Welt zurückkehren wird. Damit war auch schon klar, dass die Atmosphäre wieder anders sein würde. Ich war dennoch überrascht, als ich mich quasi in einer ganz neuen Parallelwelt wiedergefunden habe. Es gab somit nicht nur die eigentliche Welt, das Spielfeld und Alice Träume, sondern noch eine ganz neue Dimension. Wem das jetzt schon verworren klingt, das ist nur die Spitze vom Eisberg. Es gab noch viel mehr verschiedene Handlungsebenen, sodass ich selber irgendwann nicht mehr hinterher gekommen bin. Eigentlich mag ich es sehr, wenn ich bei einem Buch mit raten und mir überlegen kann, wie die Handlung enden könnte. Bei diesem Roman ist dies nicht möglich. Selbst mit der wildesten Fantasy kommt der Leser nicht auf die Wendungen, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind.

Alice und Jack hatten so schön angebandelt, sodass ich mich eigentlich auch auf ein paar romantische Emotionen gefreut habe. Auch hier wurde ich enttäuscht. Es gab nicht mehr Gefühle und von einer Beziehung ist Alice genauso weit entfernt wie von der Realität. Wieso die Romane dem Genre Romantasy zugeordnet sind, kann ich immer noch nicht verstehen. Auch die Beziehung zu den anderen Nebencharakteren werden immer weniger. Ich habe mich im ersten Teil echt mit Izzy angefreundet und ihrer Neigung bei Stress immer mehr Kuchen zu backen, aber von ihr hört der Leser auch kaum mehr etwas. Die lustigen Momente mit Curse, dem weißen Kater, werden auch immer weniger.

Wenn alles weniger wird und fehlt, dann kann man sich leicht fragen, was denn dann in dem Buch behandelt wird, da es sogar länger ist als der Auftakt. Ehrlich gesagt, kann ich das nicht wirklich beantworten. Es werden wahrscheinlich einfach nur mehr Hirngespinste. Alle Charaktere äußern irgendwelche Theorien, wie sie den Fluch besiegen könnten. Die Gedanken überschlagen sich hier und da ich die Ideen irgendwann nicht mehr logisch nachvollziehen konnte (und auch irgendwann nicht mehr wollte), habe ich dann einfach quer gelesen. Für meinen Geschmack habe ich so immer noch mehr als genug mitbekommen.

Nach dem wundervollen Auftakt und so vielen schönen Überraschungen habe ich mich auf eine ähnliche Geschichte in der Fortsetzung gefreut. Der Leser muss sich hier jedoch in einer viel zu verworrenen und unlogischen Handlung zurecht finden, sodass mir irgendwann der Lesespaß vergangen ist. Mit dem Ende muss ich leider meine Meinung zu „Night of Crowns“ revidieren und kann der Dilogie keine Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere