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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2017

Genialer Start, aber dann fehlte die Handlung

Irresistible - Ein Baby kommt selten allein
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Es ist wahrscheinlich ein großes Klischee, dass ein Bad Boy mit Baby total süß ist. Aber für mich war dies hier eindeutig der Fall. Direkt in der ersten Szene merkt der Leser, dass Bray äußerlich ein harter ...

Es ist wahrscheinlich ein großes Klischee, dass ein Bad Boy mit Baby total süß ist. Aber für mich war dies hier eindeutig der Fall. Direkt in der ersten Szene merkt der Leser, dass Bray äußerlich ein harter Kerl ist, aber innerlich einen weichen Kern hat. Es ist sehr gewissenhaft, verantwortungsbewusst und setzt sich für die Menschen, die ihm nahe sind ein. Nach dem Tod seines Bruders soll er sich um dessen Tochter kümmern. Ohne Erfahrung mit kleinen Kindern, rutscht er in die Rolle eines Vaters. Bei dieser Aufgabe steht im Katherine bei, der bisherigen Babysitterin.

Katherine ist zwar genauso verantwortungsbewusst, aber in vielerlei Hinsicht deutlich jugendlicher. Durch ihre spritzige Art gibt es einige witzige Gespräche, die die Geschichte auflockern. Es ist ein interessantes Kennenlernen zwischen den beiden, da sie quasi wie eine Familie zusammenwohnen, obwohl sie eigentlich keine Familie sind. Von Anfang an merken Brady und Katherine eine Anziehungskraft, aber gestehen sich dies nicht ein. Dies verkompliziert ihre Beziehung noch, aber macht dies für den Leser noch lustiger.

Zu Beginn startet die Geschichte sehr schnell. Brady wird in eine neue Situation geworfen und muss sich an die geänderten Umstände gewöhnen. Es hat mir viel Spaß gemacht, sein erstes Zusammentreffen mit Katherine zu lesen. Nachdem Brady auf der Lavendelfarm angekommen ist, habe ich lange Zeit auf weitere Entwicklungen gewartet. Es ist zwar eigentlich schön, wie die Geschichte so dahinplätschert, aber nach einer Zeit hat mir die Abwechslung gefehlt. Irgendwie dachte ich mir, dass dies noch nicht alles gewesen sein kann. Eine kleine – wenn auch vorhersehbare – Veränderung gibt es noch, aber etwas Überraschendes bleibt aus. Dies ist für mich der große Schwachpunkt des Buches.

„Irresistible“ ist eine total süße Liebesgeschichte mit Gefühl, Humor und ein bisschen Erotik. Wen es nicht stört, wenn der Handlungsverlauf wenige Überraschungen bereithält, wird das Buch lieben. Wer kann schon einem harten Kerl widerstehen, der sich hingebungsvoll um ein Baby kümmert?

Veröffentlicht am 30.08.2017

Traumhaft schönes Hörbuch, auch wenn ich mich erst an die Sprecherin gewöhnen musste

Das Reich der sieben Höfe – Teil 2: Flammen und Finsternis
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Das Buch habe ich bereits vor einigen Monaten auf Englisch gelesen, weil ich einfach nach dem ersten Teil wissen musste, wie die Geschichte weitergeht. Als ich die Möglichkeit bekommen haben, auch das ...

Das Buch habe ich bereits vor einigen Monaten auf Englisch gelesen, weil ich einfach nach dem ersten Teil wissen musste, wie die Geschichte weitergeht. Als ich die Möglichkeit bekommen haben, auch das Hörbuch zu hören, war ich sofort dabei.

Das Hörbuch wird von Ann Vielhaben und Simon Jäger gelesen. Mir war lange nicht klar, wie die Aufteilung zwischen den beiden Sprechern ist und ich musste sehr lange auf die Stimme von Simon Jäger warten. Er liest lediglich ein Kapitel am Ende des Buches. Seine Stimme ist sehr angenehm und ich konnte ihm gut zu hören. Sehr schade daher, dass er nur so wenig liest.

Der Großteil wird somit von Ann Vielhaben gelesen. Am Anfang musste ich mich erst an ihre Stimme und Art zu lesen gewöhnen. Sie liest teilweise sehr langsam und macht lange Atempausen. Zu Beginn war mir das Tempo zu gemächlich, aber nachdem ich mich an ihre Art gewöhnt habe – was circa die erste halbe Stunde gedauert hat – konnte ich die Geschichte vollkommen genießen. Viele Sprecherinnen haben Probleme ihre Stimme zu verstellen und vor allem auch die männlichen Stimmen zu lesen. Das bekommt Ann hier ziemlich gut hin und ich konnte die einzelnen Charaktere leicht an ihrer Stimme wiedererkennen.

Die Geschichte selber liebe ich einfach. Sie gehört definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Ansonsten hätte ich sie auch nicht noch ein zweites Mal gelesen bzw. gehört. Es hat nicht lange gedauert, da habe ich mich wieder in Prynthian am Frühlingshof befunden und habe mich mit Feyre zusammen ihren Albträumen gestellt. Ich möchte hier nicht zu viel von der Geschichte verraten, aber ich kann versprechen, dass es eine sehr würdige Fortsetzung der Reihe ist und viele unerwartete Wendungen bereithält. Es ist super, dass das Hörbuch eine ungekürzte Lesung ist, sodass man keine einzelne Handlung verpasst. Der Hörer kann jeden Moment mit Feyre miterleben.

„Das Reich der sieben Höfe“ steht der „Throne of Glass“-Reihe der Autorin in keiner Weise nach und ist wieder sehr fantasievoll. Die Welt die Sarah J. Maas hier geschaffen hat, ist einzigartig und wirklich komplex. Es gibt so viele verschiedene Wesen, Reiche und kreative Ideen. Es ist ein Muss für alle High-Fantasy Fans. Ich werde auf jeden Fall bald den dritten Teil lesen und mich erneut vom Reich der sieben Höfe verzaubern lassen.

Veröffentlicht am 22.08.2017

Wie ein langes modernes Märchen aus Tausendundeine Nacht

Amrita
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„In einem Land vor unserer Zeit wuchsen einst die schönsten und ältesten Bäume der ganzen Welt. Die Bäume standen schon, da gab es noch keine Menschen und auch keine Vetalas – jene Unsterblichen, die die ...

„In einem Land vor unserer Zeit wuchsen einst die schönsten und ältesten Bäume der ganzen Welt. Die Bäume standen schon, da gab es noch keine Menschen und auch keine Vetalas – jene Unsterblichen, die die Erde neben den ersten Menschen bevölkerten, ehe sie beinahe alle verschwanden.“

Mit diesen Sätzen beginnt Amrita und damit auch die Parabel vom Land der Träume. Es ist eine kurze Erzählung als Einführung in die Geschichte und quasi die Moral des Buches. Für mich war dies eine traumhaft schöne Erzählung und hat die Erwartungen an das Buch höher gesetzt.

Bereits das Cover hat mich verzaubert. Man sieht ihm direkt an, dass es sich um ein Jugend-Fantasybuch handelt. Was es eigentlich darstellt ist nicht eindeutig, aber hier kann sich wohl jeder nach der Lektüre eine eigene Meinung bilden. Für mich gibt es mehrere Möglichkeiten, was eigentlich auf dem Cover abgebildet wird.

Mit dem Cover und der Parabel zu Beginn ist mir der Start in die Geschichte sehr leicht gefallen. Ich war begeistert von den kreativen Ideen. Auch die Vorstellung der eigentlichen Geschichte ist gut gelungen. Ich bin eingetaucht in eine orientalische Welt und habe Amrita, ihre Familie und Freunde kennen gelernt. Nach der ersten Begeisterung bekam meine Stimmung jedoch einen Dämpfer, als die ersten Längen auftauchten. Es gibt wirklich viele gute Ideen, aber zwischendrin zieht sich die Handlung an manchen Stellen ganz schön, sodass hier einfach die Spannung rausgenommen wurde.

Nach der Flucht von Amrita aus dem Palast hätte ich gedacht, dass es mit viel Action weitergeht, aber auch hier gibt es viele Längen und ein paar wirklich vorhersehbarer Wendungen. An dieser Stelle war ich wirklich enttäuscht von der Geschichte und ich mochte nicht unbedingt weiterlesen.

Im letzten Drittel überstürzen sich dann die Ereignisse und für mich war die Handlung ziemlich verworren. Wenn der Titel „Am Ende beginnt der Anfang“ lautet, hätte ich mich eigentlich darauf einstellen können, dass die Handlung etwas kompliziert wird. Nach dem langsamen Mittelteil war ich von der Schnelligkeit zum Ende hin wirklich überrascht. Zum Glück gab es hier jedoch ein paar Wendungen, die für mich überraschend kamen, sodass die Geschichte nach hinten raus noch mal besser geworden ist.

Insgesamt ist Amrita ein interessantes, modernes Märchen mit vielen guten Grundideen, das jedoch in der Umsetzung nicht wirklich überzeugen konnte. Der Inhalt kann leider nicht halten, was die Verpackung verspricht.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Eine sehr gelungene Fortsetzung

Elfendiener: Die Feuertochter und ihr Diener
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Bereits der erste Teil von Elfendiener hat mich verzaubert. Ich mochte die fantastische Welt mit ein paar neuartigen Wesen, den vielen verschiedenen Handlungssträngen und die starke Liebesgeschichte. Gefühlt ...

Bereits der erste Teil von Elfendiener hat mich verzaubert. Ich mochte die fantastische Welt mit ein paar neuartigen Wesen, den vielen verschiedenen Handlungssträngen und die starke Liebesgeschichte. Gefühlt musste ich dann nur nach dem Cliffhanger ewig auf die Fortsetzung warten, aber das Warten hat sich gelohnt.

Vor Teil zwei habe ich mir noch mal die letzten Kapitel des ersten Bandes durchgelesen. Somit bin ich sehr leicht wieder in die Geschichte eingestiegen. Ranvé wurde von Saihra verlassen, damit sie ihre Ausbildung antreten kann. Ich konnte sehr gut mit den beiden mitfühlen und wie schlimm ihre Trennung ist. Viel Zeit zum Trauern bleibt Ranvé jedoch nicht, da der Krieg beginnt. Hier gibt es die ein oder andere interessante Wendung, die ich hier natürlich nicht vorweggreifen möchte. Ich wurde hier nur ein paar Mal sehr überrascht, was es mir schwergemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen.

Ich habe mich jedoch nicht nur auf das Wiedersehen mit Ranvé gefreut, sondern auch mit Aethel. Das Wiedersehen mit Aethel ist nur leider relativ kurz, in diesem Buch spielt er keine so große Rolle. Trotzdem hat es mir gefallen, zu lesen, wie es mit ihm weitergeht. Für Aethel kam hier für mich jedoch ein neuer Lieblingscharakter hinzu – Vilmos. Als Bruder von Saihra war er bis dato nur eine kleine Randperson. Auch hier ist es nur eine Nebenperson, jedoch gibt es die ersten Abschnitte aus seiner Sicht und seine Geschichte bekommt mehr Raum. Er war der Grund, warum ich einige Male lachen musste.

Wie schon im ersten Teil ist der Schreibstil sehr bildhaft. Es gibt blutige, brutale Szenen, aber auch sehr gefühlvolle Momente. Es ist eine gute Mischung zwischen Spannung und Ruhe. Für mich war die Geschichte zu keiner Zeit langweilig und ich habe jedes Kapitel gerne gelesen.

Wer den Beginn von Elfendiener mochte, der wird auf jeden Fall auch die Fortsetzung mögen. Der zweite Teil steht dem ersten in keiner Weise nach und dieses Mal gibt es auch keinen fiesen Cliffhanger. Von mir gibt es daher ganz klar eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Über die Höhen und Tiefen im Leben

Wie das Feuer zwischen uns
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„Ich liebte ihn. Ich liebte ihn mit jeder Faser meines Herzens, und er liebte mich. Er hielt sein Versprechen und sorgte dafür, dass ich mich die ganze Zeit sicher fühlte. Er war der Mensch, zu dem ich ...

„Ich liebte ihn. Ich liebte ihn mit jeder Faser meines Herzens, und er liebte mich. Er hielt sein Versprechen und sorgte dafür, dass ich mich die ganze Zeit sicher fühlte. Er war der Mensch, zu dem ich jedes Mal lief, wenn es mir schlecht ging oder wenn ich Angst hatte. Logan war mein Zuhause.“

Bereits der erste Teil – „Wie die Luft zum Atmen“ – hat mir sehr gut gefallen, aber der zweite Teil der Reihe hat mir noch besser gefallen. Beide Bücher können getrennt voneinander gelesen werden und haben bis auf die Autorin und das Design nichts miteinander zu tun. Was die Geschichten gemeinsam haben, sind die emotionale Handlung sowie die vielschichtigen Charaktere.

In diesem Buch lernen wir Logan und Alyssa kennen. Sie sind so unterschiedlich, wie Menschen nur sein können. Doch obwohl sie eigentlich nichts miteinander gemein haben, sind sie sich doch irgendwie sehr ähnlich. Sie sind beste Freunde, die irgendwann merken, dass sie mehr füreinander empfinden. Die vielen Gegensätze und das tiefe Vertrauen, dass hier beschrieben wird, sind meine Highlights gewesen.

Das Buch ist insgesamt sehr gut geschrieben. Die Gegensätze ergeben einen interessanten Schreibstil, aber viel besonderer sind die einzelnen Sätze. Häufig gibt es kurze oder auch unvollständige Sätze. Dies könnte auch ein Zeichen für einen schlechten Schreibstil sein, hier mochte ich es sehr gerne und finde, dass es ein sehr wirkungsvolles stilistisches Mittel ist. Menschen denken häufig in unvollständigen Sätzen und sprechen so durchaus auch häufiger. Somit hat der Schreibstil für mich die Geschichte noch realistischer wirken lassen.

Wie auch bereits in „Wie die Luft zum Atmen“ tragen beide Hauptfiguren Personen viel Gepäck mit sich rum. Sie haben Fehler, eine problematische Vergangenheit und wissen, wie es sich anfühlt, wenn man ganz unten im Leben angekommen ist. Es wird eine Achterbahn von Gefühlen beschrieben und ich bin die ganze Zeit lang mitgefahren. Ich habe sehr viel beim Lesen gefühlt. Es ist schon sehr lange her, dass ich wirklich beim Lesen geweint habe, aber dieses Buch hat mich zu Tränen gerührt.

Die Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen und ich kann es nur wärmstens empfehlen. Lest dieses Buch!