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Veröffentlicht am 21.09.2017

Gossip Girl meets Sakura

Beautiful Liars, Band 1: Verbotene Gefühle
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Wer träumt nicht mal davon zu den Reichen zu gehören? Ein sorgenfreies Leben zu führen? Wunderschön und beliebt zu sein? In „Beautiful Liars“ erfährt der Leser, wie es wirklich ist ganz oben in der Gesellschaft ...

Wer träumt nicht mal davon zu den Reichen zu gehören? Ein sorgenfreies Leben zu führen? Wunderschön und beliebt zu sein? In „Beautiful Liars“ erfährt der Leser, wie es wirklich ist ganz oben in der Gesellschaft anzukommen. Hier wird ein hoher Status mit einer Penthouse Wohnung belohnt. Aber das Leben ist doch nicht so sorgenfrei wie es scheint. Denn der Schein trügt.

Die Idee einzelne Gesellschaftsschichten über Etagen darzustellen kannte ich bereits aus „Sakura“. Hier wird das Ganze in ein japanisches Setting eingeordnet, konnte mich jedoch nicht vollkommen überzeugen. Die Darstellung als Dystopie hat mir deutlich besser gefallen. Die Technologien der Zukunft bieten der Geschichte noch mehr Möglichkeiten. Mit der aktuellen Technik wäre es wohl auch nicht möglich ein Gebäude mit tausend Etagen zu bauen und so werden ein paar Sachen noch stärker dargestellt. Es gibt quasi keine Privatsphäre mehr, da alle Neuigkeiten direkt im Internet geteilt werden.

Das Buch würde ich auch mit der Serie Gossip Girl vergleichen. Auch hier bekommt man einen Einblick in die Welt der Reichen mit ihren Geheimnissen und Skandalen. Es zeigt sich, dass auch hier Geld nicht immer glücklich macht.

Was die Geschichte so besonders macht, ist nicht nur der Tower, sondern vor allem auch der Prolog. Direkt zu Beginn wird eine Situation vorgestellt, in der ein Mädchen vom Dach des Turms gesprungen ist oder gestoßen wurde. Der Leser weiß nicht, ob der Sturz freiwillig war oder nicht. Und auch nicht, wer in den Tod stürzt. Dieser Moment ist eine Vorblende und die ganze Geschichte über fragt man sich, wer dieses Mädchen war und wie es dazu gekommen ist. Dies hat den Spannungsbogen sehr schön aufrecht gehalten.

Ein weiteres schönes stilistisches Element ist die Erzählperspektive. Die Geschichte wird nicht aus einer Sicht, sondern aus mehreren Perspektiven erzählt. So lernt der Leser nicht nur die obersten Etagen, sondern auch die unteren kennen. Die Kontraste zwischen den einzelnen Schichten werden dadurch noch deutlicher. Auch die Auswahl dieser Sichtweisen ist sehr gelungen. Von ein paar Personen hätte ich mir zwar auch gerne mehr Einblicke gewünscht, aber so sind sie eindeutig geheimnisvoller geblieben.

Das Buch hatte so viele positive Aspekte, sodass es eigentlich die perfekte Lektüre sein könnte. Was jedoch meinen Eindruck kaputt gemacht hat, war das Ende. Zwischendrin hatte ich immer wieder das Gefühl, dass sich die Charaktere weiterentwickeln. Am Ende sind die Personen jedoch quasi wieder bei ihrem Ausgangspunkt angekommen. Auch kritisiere ich, dass nach dem Start etwas die Handlung fehlt. Es gibt eine Party nach der anderen und irgendwann fehlt da die Abwechslung.

Zusammengefasst ist es eine faszinierende Idee, die ich gerne gelesen habe. Jedoch hat die Umsetzung auch einige Schwachstellen. Es war ein gutes Buch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in dem nachfolgenden Band wirklich neue Aspekte und Handlungsstränge auftauchen werden. Ich denke somit nicht, dass ich „Beautiful Liars“ weiterlesen werde.

Veröffentlicht am 19.09.2017

Sehr bildhafte Sprache und viel Handlung, aber zu wenig Gefühl

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich eine Bibliophile bin. Ich liebe Bücher, die Geschichten, die sie beherbergen, und die Gemütlichkeit, die sie in der Wohnung ausstrahlen. Wie sollte ...

Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich eine Bibliophile bin. Ich liebe Bücher, die Geschichten, die sie beherbergen, und die Gemütlichkeit, die sie in der Wohnung ausstrahlen. Wie sollte ich da der „Bücherstadt – Die Bibliothek der flüsternden Schatten“ widerstehen. Schon das Cover zeigt eine traumhafte Bibliothek, durch die ich super gerne schlendern würde.

Der Leser muss bei dem Buch nicht lange warten bis er auch in die Bücherstadt eintauchen kann. Es wird wirklich eine Bibliothek in Größe einer Stadt vorgestellt, in der eine Abteilung so groß ist, wie ein Stadtviertel und in der es ellenlange Gänge gibt. Durch die Ruhe dringt ab und zu ein Flüstern der versteckten Geschichten und der vielen Bücher. Ich habe mich direkt in die Bilder, die in meinem Kopf entstanden sind, verliebt.

Mit diesem positiven Gefühl habe ich weitergelesen. Ich habe Sam, den Dieb, kennen gelernt, dessen neue Berufung die Bewachung der Bibliothek ist. Ab dem Moment überschlagen sich die Ereignisse. Es bleibt eigentlich keine Zeit, um einmal Luft zu holen und alles zu verarbeiten. Bei all dem, was passiert und wie sich Sam verändert, ist er mir dennoch ein Fremder geblieben. Die Geschichte wird zwar aus seiner Sicht geschrieben, aber über sein Innenleben erfährt der Leser eigentlich nichts. Ich brauche bei einem Fantasy-Buch nicht zwingend eine Liebesgeschichte, aber ich hätte gerne mehr Gefühl gehabt. Ich hätte bei dem Lesen gerne einmal Angst, Spaß oder Zugehörigkeit empfunden. Stattdessen hat mich die Geschichte leider zu keiner Zeit berührt. Die meiste Zeit habe ich mich wie ein passiver Beobachter gefühlt, der an der Seitenlinie steht und dabei zuschaut, wie die Geschichte vorbeizieht.

Durch die fehlenden Emotionen hat sich die Geschichte für mich sehr gezogen, sodass ich am Ende eigentlich froh war, als ich das Buch ausgelesen habe. Auch wenn das Buch sehr zauberhaft begonnen hat, so hat es zum Ende hin sehr stark nachgelassen. Die magischen Momente sind ausgeblieben und selbst die Beschreibungen der schönen Bibliothek konnten irgendwann nicht mehr die Distanz zu den Charakteren wettmachen. Für mich endet hier wohl die Reise durch die Bücherstadt.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Genialer Start, aber dann fehlte die Handlung

Irresistible - Ein Baby kommt selten allein
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Es ist wahrscheinlich ein großes Klischee, dass ein Bad Boy mit Baby total süß ist. Aber für mich war dies hier eindeutig der Fall. Direkt in der ersten Szene merkt der Leser, dass Bray äußerlich ein harter ...

Es ist wahrscheinlich ein großes Klischee, dass ein Bad Boy mit Baby total süß ist. Aber für mich war dies hier eindeutig der Fall. Direkt in der ersten Szene merkt der Leser, dass Bray äußerlich ein harter Kerl ist, aber innerlich einen weichen Kern hat. Es ist sehr gewissenhaft, verantwortungsbewusst und setzt sich für die Menschen, die ihm nahe sind ein. Nach dem Tod seines Bruders soll er sich um dessen Tochter kümmern. Ohne Erfahrung mit kleinen Kindern, rutscht er in die Rolle eines Vaters. Bei dieser Aufgabe steht im Katherine bei, der bisherigen Babysitterin.

Katherine ist zwar genauso verantwortungsbewusst, aber in vielerlei Hinsicht deutlich jugendlicher. Durch ihre spritzige Art gibt es einige witzige Gespräche, die die Geschichte auflockern. Es ist ein interessantes Kennenlernen zwischen den beiden, da sie quasi wie eine Familie zusammenwohnen, obwohl sie eigentlich keine Familie sind. Von Anfang an merken Brady und Katherine eine Anziehungskraft, aber gestehen sich dies nicht ein. Dies verkompliziert ihre Beziehung noch, aber macht dies für den Leser noch lustiger.

Zu Beginn startet die Geschichte sehr schnell. Brady wird in eine neue Situation geworfen und muss sich an die geänderten Umstände gewöhnen. Es hat mir viel Spaß gemacht, sein erstes Zusammentreffen mit Katherine zu lesen. Nachdem Brady auf der Lavendelfarm angekommen ist, habe ich lange Zeit auf weitere Entwicklungen gewartet. Es ist zwar eigentlich schön, wie die Geschichte so dahinplätschert, aber nach einer Zeit hat mir die Abwechslung gefehlt. Irgendwie dachte ich mir, dass dies noch nicht alles gewesen sein kann. Eine kleine – wenn auch vorhersehbare – Veränderung gibt es noch, aber etwas Überraschendes bleibt aus. Dies ist für mich der große Schwachpunkt des Buches.

„Irresistible“ ist eine total süße Liebesgeschichte mit Gefühl, Humor und ein bisschen Erotik. Wen es nicht stört, wenn der Handlungsverlauf wenige Überraschungen bereithält, wird das Buch lieben. Wer kann schon einem harten Kerl widerstehen, der sich hingebungsvoll um ein Baby kümmert?

Veröffentlicht am 30.08.2017

Traumhaft schönes Hörbuch, auch wenn ich mich erst an die Sprecherin gewöhnen musste

Das Reich der sieben Höfe – Teil 2: Flammen und Finsternis
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Das Buch habe ich bereits vor einigen Monaten auf Englisch gelesen, weil ich einfach nach dem ersten Teil wissen musste, wie die Geschichte weitergeht. Als ich die Möglichkeit bekommen haben, auch das ...

Das Buch habe ich bereits vor einigen Monaten auf Englisch gelesen, weil ich einfach nach dem ersten Teil wissen musste, wie die Geschichte weitergeht. Als ich die Möglichkeit bekommen haben, auch das Hörbuch zu hören, war ich sofort dabei.

Das Hörbuch wird von Ann Vielhaben und Simon Jäger gelesen. Mir war lange nicht klar, wie die Aufteilung zwischen den beiden Sprechern ist und ich musste sehr lange auf die Stimme von Simon Jäger warten. Er liest lediglich ein Kapitel am Ende des Buches. Seine Stimme ist sehr angenehm und ich konnte ihm gut zu hören. Sehr schade daher, dass er nur so wenig liest.

Der Großteil wird somit von Ann Vielhaben gelesen. Am Anfang musste ich mich erst an ihre Stimme und Art zu lesen gewöhnen. Sie liest teilweise sehr langsam und macht lange Atempausen. Zu Beginn war mir das Tempo zu gemächlich, aber nachdem ich mich an ihre Art gewöhnt habe – was circa die erste halbe Stunde gedauert hat – konnte ich die Geschichte vollkommen genießen. Viele Sprecherinnen haben Probleme ihre Stimme zu verstellen und vor allem auch die männlichen Stimmen zu lesen. Das bekommt Ann hier ziemlich gut hin und ich konnte die einzelnen Charaktere leicht an ihrer Stimme wiedererkennen.

Die Geschichte selber liebe ich einfach. Sie gehört definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Ansonsten hätte ich sie auch nicht noch ein zweites Mal gelesen bzw. gehört. Es hat nicht lange gedauert, da habe ich mich wieder in Prynthian am Frühlingshof befunden und habe mich mit Feyre zusammen ihren Albträumen gestellt. Ich möchte hier nicht zu viel von der Geschichte verraten, aber ich kann versprechen, dass es eine sehr würdige Fortsetzung der Reihe ist und viele unerwartete Wendungen bereithält. Es ist super, dass das Hörbuch eine ungekürzte Lesung ist, sodass man keine einzelne Handlung verpasst. Der Hörer kann jeden Moment mit Feyre miterleben.

„Das Reich der sieben Höfe“ steht der „Throne of Glass“-Reihe der Autorin in keiner Weise nach und ist wieder sehr fantasievoll. Die Welt die Sarah J. Maas hier geschaffen hat, ist einzigartig und wirklich komplex. Es gibt so viele verschiedene Wesen, Reiche und kreative Ideen. Es ist ein Muss für alle High-Fantasy Fans. Ich werde auf jeden Fall bald den dritten Teil lesen und mich erneut vom Reich der sieben Höfe verzaubern lassen.

Veröffentlicht am 22.08.2017

Wie ein langes modernes Märchen aus Tausendundeine Nacht

Amrita
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„In einem Land vor unserer Zeit wuchsen einst die schönsten und ältesten Bäume der ganzen Welt. Die Bäume standen schon, da gab es noch keine Menschen und auch keine Vetalas – jene Unsterblichen, die die ...

„In einem Land vor unserer Zeit wuchsen einst die schönsten und ältesten Bäume der ganzen Welt. Die Bäume standen schon, da gab es noch keine Menschen und auch keine Vetalas – jene Unsterblichen, die die Erde neben den ersten Menschen bevölkerten, ehe sie beinahe alle verschwanden.“

Mit diesen Sätzen beginnt Amrita und damit auch die Parabel vom Land der Träume. Es ist eine kurze Erzählung als Einführung in die Geschichte und quasi die Moral des Buches. Für mich war dies eine traumhaft schöne Erzählung und hat die Erwartungen an das Buch höher gesetzt.

Bereits das Cover hat mich verzaubert. Man sieht ihm direkt an, dass es sich um ein Jugend-Fantasybuch handelt. Was es eigentlich darstellt ist nicht eindeutig, aber hier kann sich wohl jeder nach der Lektüre eine eigene Meinung bilden. Für mich gibt es mehrere Möglichkeiten, was eigentlich auf dem Cover abgebildet wird.

Mit dem Cover und der Parabel zu Beginn ist mir der Start in die Geschichte sehr leicht gefallen. Ich war begeistert von den kreativen Ideen. Auch die Vorstellung der eigentlichen Geschichte ist gut gelungen. Ich bin eingetaucht in eine orientalische Welt und habe Amrita, ihre Familie und Freunde kennen gelernt. Nach der ersten Begeisterung bekam meine Stimmung jedoch einen Dämpfer, als die ersten Längen auftauchten. Es gibt wirklich viele gute Ideen, aber zwischendrin zieht sich die Handlung an manchen Stellen ganz schön, sodass hier einfach die Spannung rausgenommen wurde.

Nach der Flucht von Amrita aus dem Palast hätte ich gedacht, dass es mit viel Action weitergeht, aber auch hier gibt es viele Längen und ein paar wirklich vorhersehbarer Wendungen. An dieser Stelle war ich wirklich enttäuscht von der Geschichte und ich mochte nicht unbedingt weiterlesen.

Im letzten Drittel überstürzen sich dann die Ereignisse und für mich war die Handlung ziemlich verworren. Wenn der Titel „Am Ende beginnt der Anfang“ lautet, hätte ich mich eigentlich darauf einstellen können, dass die Handlung etwas kompliziert wird. Nach dem langsamen Mittelteil war ich von der Schnelligkeit zum Ende hin wirklich überrascht. Zum Glück gab es hier jedoch ein paar Wendungen, die für mich überraschend kamen, sodass die Geschichte nach hinten raus noch mal besser geworden ist.

Insgesamt ist Amrita ein interessantes, modernes Märchen mit vielen guten Grundideen, das jedoch in der Umsetzung nicht wirklich überzeugen konnte. Der Inhalt kann leider nicht halten, was die Verpackung verspricht.