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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2025

Wunderbar illustriert

Das krasseste Tier der Erde
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Das Kinderbuch "Das krasseste Tier der Erde" von Kai Lüftner (CalmeMara-Verlag) überzeugt durch eine liebevolle Gestaltung. Das große Format, das feste Cover und die großformatigen, farbigen Seiten bilden ...

Das Kinderbuch "Das krasseste Tier der Erde" von Kai Lüftner (CalmeMara-Verlag) überzeugt durch eine liebevolle Gestaltung. Das große Format, das feste Cover und die großformatigen, farbigen Seiten bilden eine ansprechende Hülle.
Die größte Stärke des Buches sind die äußerst gelungenen Illustrationen von Friederike Ablang, die viel Raum zum Entdecken bieten. Der Text ist in eingängige Reime gefasst, was das Vorlesen sehr flüssig macht und den Kindern den Inhalt schnell zugänglich macht.
Die Geschichte vom Regenwurm hätte für mich noch etwas ausgefeilter und abenteuerlicher sein können, aber Kinder mögen manchmal hier gerade das einfache sehr.
Besonders hervorzuheben ist der informative Anhang, der Fakten über den Regenwurm kindgerecht zusammenfasst.
Fazit: Ein rundum gelungenes, visuell starkes und lehrreiches Vorlesebuch, das sich ideal für kleine Kinder eignet.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Wunderbare Heldenreise

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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"Lightfall 1: Das verlorene Licht" von Tim Probert ist der Beginn eines Fantasy-Abenteuer, für Kinder ab 10 Jahren, nach oben hin offen.
Die Grafiken sind durchweg farbig, zauberhaft umgesetzt und kommen ...

"Lightfall 1: Das verlorene Licht" von Tim Probert ist der Beginn eines Fantasy-Abenteuer, für Kinder ab 10 Jahren, nach oben hin offen.
Die Grafiken sind durchweg farbig, zauberhaft umgesetzt und kommen mit wenig erklärender Sprache aus. Die Bilder erzählen hauptsächlich die Geschichte. Mir gefällt der Zeichenstil sehr, detailliert, atmosphärisch, man kann tief in diese fremde Welt eintauchen.
Bea lebt bei ihrem Großvater, dem Zauber-Eber. Es ist ein schönes Leben, im Wald, mit vielen Zaubertränken und Geheimnisvollem. Als ihr Großvater verschwindet, macht sich Bea auf die Suche nach ihm, da er ja schon etwas schusselig ist.
Mit von der Partie sind ihre Katze Nim und ein eben kennengelernter Freund, ein starkes und weises Wesen namens Cad.
Es macht sehr viel Spaß die Truppe bei ihrem Abenteuer zu begleiten, sie erleben viel neues und aufregendes. Ihnen begegnen Freundschaft und Verrat, Hilfe und Betrug, sie müssen kämpfen und fliehen und Bea muss mehr als einmal ihre eigenen Angst besiegen.
Am Ende haben sie viele Erkenntnisse gewonnen und es könnte für mich direkt weiter gehen, ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Ein meisterhaftes psychologisches Porträt

No Way Home
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T.C. Boyle beweist mit "No Way Home" einmal mehr, dass er einer der ganz großen Erzähler unserer Zeit ist! Das Buch hat mich von der ersten Seite an komplett in seinen Bann gezogen und meine hohen Erwartungen ...

T.C. Boyle beweist mit "No Way Home" einmal mehr, dass er einer der ganz großen Erzähler unserer Zeit ist! Das Buch hat mich von der ersten Seite an komplett in seinen Bann gezogen und meine hohen Erwartungen an den Autor nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Dieses Werk ist ein tiefgründiger, faszinierender Tauchgang in menschliche Abgründe.
Der Assistenzarzt Terry, ständig am Limit in L.A., wird durch den plötzlichen Tod seiner Mutter in die Stille der Wüste Nevadas, nach Boulder City, gerufen. Doch anstatt Ruhe zu finden, wird sein Leben durch die schlagartige Bekanntschaft mit der eigenwilligen Bethany und ihrem Ex-Freund Jesse komplett auf den Kopf gestellt. Was folgt, ist eine packende, eigenartige und zutiefst menschliche Dreiecksgeschichte.
Boyle wählt eine clevere Erzählweise aus den wechselnden Perspektiven der drei Hauptfiguren, wobei Terry den zentralen Ankerpunkt bildet. Die Charakterzeichnung ist absolut messerscharf und brillant. Man wird gezwungen, sich mit diesen extrem komplexen, fehlerhaften und gerade deshalb so realistischen Figuren auseinanderzusetzen. Auch wenn man ihre Handlungen nicht immer gutheißen oder nachvollziehen kann – gerade diese psychologische Tiefe und die Darstellung von Eifersucht, Abhängigkeit und toxischen Beziehungen macht den Roman so intensiv und unvergesslich.
Das Erzähltempo ist bewusst langsam, was dem Roman eine sogartige Intensität verleiht. Man findet keine vordergründige Rasanz, dafür aber unendlich viele Informationen zwischen den Zeilen. Ergänzt wird dies durch die absolut gelungenen und bildhaften Naturbeschreibungen der Wüste, die selbst zu einem Charakter im Roman wird.
Ich liebe den einzigartigen Schreibstil von T.C. Boyle: Er navigiert virtuos zwischen ernsten Themen und einem feinen, schwarzen Humor, immer mit einem Augenzwinkern erzählt und stets die Ränder der Gesellschaft und die menschlichen Schwächen im Blick.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Erst Vorgänger lesen

The Woman in Suite 11
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"The Woman in Suite 11" von Ruth Ware ist mein erstes Buch der Autorin. Vielleicht ist das auch das Problem, welches ich damit hatte. Das Buch quillt über von Anspielungen auf einen Vorgänger "The Woman ...

"The Woman in Suite 11" von Ruth Ware ist mein erstes Buch der Autorin. Vielleicht ist das auch das Problem, welches ich damit hatte. Das Buch quillt über von Anspielungen auf einen Vorgänger "The Woman in Cabin 10", ich werde ihn im Anschluss lesen, empfehle das aber vorher zu lesen.
Lo Blacklock ist Journalistin, die aber einige Jahre pausiert hatte, um sich um ihre kleinen Kinder zu kümmern. Jetzt bekommt sie die Gelegenheit wieder einzusteigen, mit einer Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz.
Sie fliegt hin und das Hotel und seine Lage am Genfer See sind traumhaft, die Atmosphäre wird auch gut geschildert.
Schon bald bekommt sie aber ein mulmiges Gefühl, als nach und nach alte Bekannte dort auftauchen.
Die Autorin kann schreiben, ihre Beschreibungen lassen Bilder vor meinen Augen entstehen. Sie versteht es auch schnelle Spannung aufzubauen und zu halten.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Lo erzählt, mit der ich aber nicht richtig warm wurde. Das lag hauptsächlich daran, dass ich viele ihre Handlungen nicht verstehen und nachvollziehen konnte.
Das Buch hält einige Wendungen parat, die mich aber größtenteils nicht überraschen konnten, denn ich fand vieles sehr vorhersehbar, leider.
Mich hat die Geschichte nicht gelangweilt, das Buch hat sich gut gelesen, aber ich hatte mir viel mehr davon versprochen.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Eine Reise in die Schatten der Vergangenheit

Über die Toten nur Gutes
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Andreas Izquierdo liefert mit "Über die Toten nur Gutes" einen fesselnden Kriminalroman, der weit über das Genre hinausgeht.
Im Zentrum steht Mads Madsen, ein gewissenhafter Trauerredner, dessen Leben ...

Andreas Izquierdo liefert mit "Über die Toten nur Gutes" einen fesselnden Kriminalroman, der weit über das Genre hinausgeht.
Im Zentrum steht Mads Madsen, ein gewissenhafter Trauerredner, dessen Leben aus den Fugen gerät, als sein bester Kindheitsfreund Patrick bei einem Unfall stirbt und Mads bittet, die letzte Rede zu halten. Was als pietätvolle Aufgabe beginnt, wird schnell zu einer persönlichen und gefährlichen Ermittlung. Mads sucht die Wahrheit und muss sich dabei seinen eigenen, lange verdrängten Erinnerungen stellen.
Die Stärke des Buches liegt in seinen brillant ausgearbeiteten Figuren: Mads selbst, sein eigenwilliger Vater, sein verstorbener Freund und die undurchsichtige Polizistin. Man hat das Gefühl, alle Beteiligten nach der Lektüre sehr gut zu kennen. Abgerundet wird die Geschichte durch einen tiefschwarzen, absolut genialen Humor, der die ernsten und spannenden Momente perfekt konterkariert. Ein vielschichtiger Krimi mit hervorragender Schreibe.

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