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Veröffentlicht am 26.04.2026

Der Traum vom Leben

John of John
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"John of John" von Douglas Stuart ist ein langsames Buch. Es ist nicht spannend, es passiert nicht viel, trotzdem hat es mich so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Das ist auch zum ...

"John of John" von Douglas Stuart ist ein langsames Buch. Es ist nicht spannend, es passiert nicht viel, trotzdem hat es mich so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Das ist auch zum Großteil dem Schreibstils des Autors geschuldet, er findet so schöne Worte, um die karge Natur und die schweigsamen Menschen zu beschreiben. Man taucht fast komplett in diese fremde Welt ein.
Cal war zum Studium in Edinburgh, jetzt bittet sein Vater ihn um seine Rückkehr, der Großmutter geht es schlechter.
Cal kehrt gerne zurück, er hat kein Geld mehr und lebt fast wie ein Bettler, andrerseits auch sehr ungern, da er weiß, was ihn erwartet.
Cals Vater John ist ein strenger Mann, sehr gläubig, sein Leben Gott verschrieben. Er arbeitet hart, mit seinen Schafen und der kleinen Weberei. Sie wohnen karg und ärmlich, kommen aber zurecht.
John liebt seinen Sohn, kann es aber nicht zeigen, er ist ein harter Mann, der auch seine eigenen Träume und Wünsche begraben hat.
Mir tat es beim Lesen fast weh, dieses alles nach den Leuten, den Nachbarn ausrichten, am liebsten hätte ich die Protagonisten genommen und zum reden miteinander gezwungen. Hier wirkten alle sehr echt und lebensnah, es ging echt unter die Haut.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn wird hier echt unter die Lupe genommen, es ist ganz besonders geschrieben, ich bin immer noch ganz begeistert von diesem Buch.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Mit viel Humor

Mirabellentage
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"Mirabellentage" von Martina Bogdahn erzählt die Geschichte von Anna.
Anna war die Haushälterin vom Ortspfarrer Josef und nun, da dieser sehr unerwartet verstorben ist, sieht sie sich gezwungen ihr Leben ...

"Mirabellentage" von Martina Bogdahn erzählt die Geschichte von Anna.
Anna war die Haushälterin vom Ortspfarrer Josef und nun, da dieser sehr unerwartet verstorben ist, sieht sie sich gezwungen ihr Leben zu überdenken. Das bisherige und wohin es sie noch führen soll.
Das Buch ist größtenteils in Rückblicken verfasst, an einzelne Episoden aus Annas Leben. Diese Episoden sind teilweise sehr wichtig, aber es ist auch vieles ganz banal und nicht weiterführend.
Aber auch die Gegenwart gestaltet sich mit einem neuen Pfarrer sehr spannend, kommt hier aber etwas kurz weg.
Anna begreift es so nach und nach, wie vielfältig ihr Leben ist, was sie alles leistet, das wird hier sehr schön aufgezeigt.
Das Buch lässt sich leicht lesen, es gibt viele, ganz wunderbare, bildgewaltige Beschreibungen. Vieles ist mit viel Humor geschrieben, der mich so einige Male schmunzeln ließ, mir dann aber tatsächlich etwas zu viel wurde.
Es gab hier schon schwierige und auch wichtige Themen, vertieft wurde davon dann aber leider nichts.
So bleibt es eine leichte, lockere, gut zu lesende Sommerlektüre, ohne großen Anspruch.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Überraschend düster und absolut lesenswert!

The Poet Empress
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Lass dich nicht von der Optik täuschen: "The Poet Empress" ist kein typisches Jugendbuch oder Romantasy. Shen Tao entwirft eine düstere Welt voller politischer Machtspiele und Heuchelei.
Protagonistin ...

Lass dich nicht von der Optik täuschen: "The Poet Empress" ist kein typisches Jugendbuch oder Romantasy. Shen Tao entwirft eine düstere Welt voller politischer Machtspiele und Heuchelei.
Protagonistin Wei verlässt ihr hungerndes Dorf, um als Konkubine am kaiserlichen Hof zu überleben – an der Seite eines Prinzen, den alle fürchten. Besonders stark fand ich die Erzählweise: Die Geschichte wird aus Weis Sicht geschildert, ergänzt durch Rückblenden, die nach und nach das Bild der Prinzen vervollständigen.
Der Stil wechselt gekonnt zwischen poetischen Passagen und einer ungeschönten, harten Sprache. Auch wenn die politischen Konstellationen für meinen Geschmack noch etwas tiefer hätten beleuchtet werden können, überzeugt das Buch durch die glaubhafte (und teils schmerzhafte) Entwicklung der Charaktere. Wer High-Fantasy mit Tiefgang und weniger Fokus auf Kitsch sucht, ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Auf der Suche

Das Jahr der Schmetterlinge
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"Das Jahr der Schmetterlinge" von Lea Korsgaard ist ein Roman mit einem sehr aktuellen und faszinierendem Thema.
Die Autorin nimmt sich am Anfang des Jahres vor alle einheimischen, also dänischen, Schmetterlinge ...

"Das Jahr der Schmetterlinge" von Lea Korsgaard ist ein Roman mit einem sehr aktuellen und faszinierendem Thema.
Die Autorin nimmt sich am Anfang des Jahres vor alle einheimischen, also dänischen, Schmetterlinge zu sehen, innerhalb eines Jahres.
Allerdings hat sie zu diesem Thema auch noch nicht das umfassende Wissen und beginnt damit sich zu belesen, beraten zu lassen, sucht sich Hilfe auf Blogs. Dann kann sie eine Liste erstellen.
Mir gefällt, wie man die Autorin hier begleitet, auf ihren Streifzügen, wie sie die Natur beschreibt, da sind großartige Abschnitte dabei. Ihre Enttäuschungen, aber auch Begeisterung und Euphorie erlebt man hier fast hautnah mit.
Nebenbei lernt man auch so einiges über Schmetterlinge, das war total interessant, sogar farbige Illustrationen der einzelnen Arten sind enthalten.
Sehr oft geht es hier auch um die Zusammenhänge der Natur, des Lebens, der Entwicklung an sich, gerade auch der in die falsche Richtung. Mir haben hier viele der philosophischen Ansätze gut gefallen und mich in so einige Richtungen zum weiterdenken gebracht.
Es ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nimmt, es ist kein Spannungsroman zum schnell durchlesen, nein, es ist etwas langsames zum nachdenken und erleben.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Angst im Wald

Blutwild
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Mit ihrem Debüt „Blutwild“ entführt uns Saskia te Marveld in einen Wald, der alles andere als Ruhe ausstrahlt. Die Geschichte von Anka, einer physisch und psychisch gezeichneten Ex-Polizistin, beginnt ...

Mit ihrem Debüt „Blutwild“ entführt uns Saskia te Marveld in einen Wald, der alles andere als Ruhe ausstrahlt. Die Geschichte von Anka, einer physisch und psychisch gezeichneten Ex-Polizistin, beginnt mit einem mysteriösen Hilferuf und führt direkt in ein handfestes Szenario des Schreckens.
Besonders hervorzuheben ist die Erzählweise: Durch die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen bleibt man als Leser stets gefordert. Während die Bedrohung stetig wächst, baut die Autorin eine dichte Atmosphäre auf, die in einem unerwarteten Finale mündet. Dass ich die Hintergründe zu Ankas Trauma nur oberflächlich erfahren habe, fand ich schade, da mir hier ein wenig das Verständnis für ihren Charakter fehlte. Auch blieben einige ihrer Reaktionen für mich schwer nachvollziehbar.
Dennoch: Die Spannung stimmt! „Blutwild“ ist ein vielversprechender Start für Saskia te Marveld, und ich freue mich definitiv auf ihre kommenden Bücher.

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