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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2025

Grüner Daumen

Plant Lady
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"Plant Lady" von Minyoung Kang liest sich wie ein Krimi, von Beginn an faszinierend und spannend.
Yu-hee liebt Pflanzen, um einiges mehr als Menschen und so tauscht sie ihren Bürojob gegen einen eigenen ...

"Plant Lady" von Minyoung Kang liest sich wie ein Krimi, von Beginn an faszinierend und spannend.
Yu-hee liebt Pflanzen, um einiges mehr als Menschen und so tauscht sie ihren Bürojob gegen einen eigenen Pflanzenladen.
Hier berät sie zu Pflanzen, aber sehr schnell kommt eine weitere Komponente hinzu. Sie bietet Hilfe gegen übergriffige Männer und so hat sie einige hilfesuchende Kundinnen.
Die einzelnen Fälle sind sehr skurril, man muss sich schon darauf einlassen.
Als weiteres Element kommt dann ein Detektiv hinzu, den es für den Zauber dieser Geschichte aber nicht gebraucht hätte.
Die Sprache ist schlicht und einfach, vieles wird durch Auslassungen erzählt, der Fantasie der Leserinnen überlassen.
Das Buch bringt eine wichtige Botschaft mit, es geht hier um viele Fragen der Gesellschaft, der Anerkennung und dem Umgang miteinander.
Mir hat der Ton und die Erzählweise gefallen, obwohl sie ungewohnt und fremd wirken.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Eis und Träume

Der Weg des ewigen Winters
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"Der Weg des ewigen Winters" von Niilo Sevänen ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie. Es ist eine richtig epische Geschichte, allerdings hätte ich es vorab gerne gewusst, dass es nicht abgeschlossen ist, ...

"Der Weg des ewigen Winters" von Niilo Sevänen ist der Auftakt einer Fantasy-Trilogie. Es ist eine richtig epische Geschichte, allerdings hätte ich es vorab gerne gewusst, dass es nicht abgeschlossen ist, sondern ein Auftakt. Das ist leider auf dem Buch nicht ersichtlich.
Halla ist ein kleines Mädchen und doch ist sie noch so viel mehr. Und Halla ist auf der Flucht. Sie flieht vor dem ewigen Winter, der in Konstantinopel, im Jahr 1007 schon seit Jahren herrscht. Sie flieht aber auch vor verschiedenen Räubern und Mördern. Erst nach und nach zeichnet sich ab, wer alles hinter Halla her ist. Das Warum bleibt hier noch verborgen.
Ihr zur Seite steht Orpheus, ein Lautenspieler und auch nicht der mutigste Beschützer. Auch ein Fuchs schließt sich ihrer Gruppe an und gibt vor auf Hallas Seite zu stehen.
In Träumen kommuniziert Halla auch noch mit anderen Tieren, wobei hier nie ganz klar ist, wer welche Ziele verfolgt und warum.
Es gibt noch einen Handlungsstrang, in dem die Kaiserin Theophanu mit ihrem Gefangenen durch die Lande reist, um eine Spur von ihrem Sohn zu finden. Es klingt an, wie die beiden Stränge verbunden sind und dieser hier führt uns tiefer in die Geschichte rein und zeigt uns die Anfänge des ewigen Winters auf. Ich bin sehr gespannt, wie das alles zusammenhängt, wie es weitergeht und wie es aufgelöst wird.
Die Geschichte ist spannend, der Schreibstil sagt mir zu, mal poetisch, mal grob, wo es hingehört. Die Charaktere sind vielschichtig, nicht immer leicht einzuordnen, die Szenerie mit Eis und Kälte wird gut aufgebaut.
Die Geschichte hat in meinen Augen viel Potential und ich freue mich echt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Tolle Neuinterpretation

Medea
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"Medea" ist die Hexe von Kolchis und diese Geschichte wurde neu erzählt von Rosie Hewlett. Wenn man sich mit der griechischen Mythologie schon etwas befasst hat, kennt man die Sagen um Jason und das goldene ...

"Medea" ist die Hexe von Kolchis und diese Geschichte wurde neu erzählt von Rosie Hewlett. Wenn man sich mit der griechischen Mythologie schon etwas befasst hat, kennt man die Sagen um Jason und das goldene Vlies, die Argonauten, Medea und Circe. Hier trifft man diese Namen alle wieder, aber es wird aus weiblicher Sicht erzählt, aus der Sicht der Hexe, nicht de Helden. Und diese Sichtweise geht unter die Haut.
Die Geschichte ist spannend, auch wenn man die ursprünglichen Erzählungen im Kopf hat, ist man doch gespannt, wie es endet hier. Die Charaktere werden gut vorgestellt die und Handlungen sind meistens nachvollziehbar.
Hier geht es hauptsächlich um Medea, die als Kind und junges Mädchen fatalen, patriarchalen Machtstrukturen ausgesetzt ist, unter denen sie sehr leidet. Auch von den Frauen der Familie bekommt sie keine Hilfe. Circe, die sich ihrer annimmt, wird dann von ihr ferngehalten.
Und so ist Medea zutiefst verunsichert und trägt doch mächtige Kräfte in sich.
Mir hat gut gefallen, dass eine negativ besetzte Figur hier im Mittelpunkt steht und wir sie und ihre Handlungen begleiten. Man kann sie verstehen, warum sie was tut, auch wenn man ihr anderes gerne raten würde. Mir hat dieses Buch sehr gefallen, gerade weil man begreift, dass man oft auch auf andere Sichtweisen achten sollte.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Wunderbar gestaltet

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge
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"Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge" von Malte Zierden ist der zweite Teil einer Reihe für Kinder und ein wundervolles Buch. Absolut genial und gelungen sind die Illustrationen von Amia von Arenberg. ...

"Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge" von Malte Zierden ist der zweite Teil einer Reihe für Kinder und ein wundervolles Buch. Absolut genial und gelungen sind die Illustrationen von Amia von Arenberg. Diese sind farbig, ganzseitig und jede Seite bietet so viel zu entdecken. Auch als Erwachsene ist man hier am staunen, suchen, erkunden und doch immer wider wunderschöne Details zu finden.
Der beste Freund von Malte ist Oßkar, eine Taube, die bei ihm wohnt. Als Malte ihn versehentlich verletzt, bekommt er Angst um seinen Freund, sieht die Endlichkeit des Lebens und findet Trost.
Bei seiner Freundin Pia reist er in eine Art Zauberland, wo Erinnerungen leben, verstorbene Haustiere ihre Welt haben und auch der Trost zu Hause ist.
Ich finde diese Themen wichtig und sie sind kindgerecht aufgearbeitet.
Gerade der Verlust eines geliebten Tieres kann jeden treffen und dann wächst der Kummer sehr groß und schwarz. Das darf er auch, aver man muss Trost suchen können und auch finden. Das ist hier sehr gut aufbereitet.
Ich bin mir nicht sicher, ob mir hier das erste Buch beim Lesen etwas fehlte, ich werde es nachholen.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Genialer Aufbau

Himmelerdenblau
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"Himmelerdenblau" von Romy Hausmann ist nicht der erste Thriller, den ich von der Autorin gelesen habe. Und doch hat es gerade dieser wieder geschafft, mich absolut zu überraschen und gut zu unterhalten.
Im ...

"Himmelerdenblau" von Romy Hausmann ist nicht der erste Thriller, den ich von der Autorin gelesen habe. Und doch hat es gerade dieser wieder geschafft, mich absolut zu überraschen und gut zu unterhalten.
Im Mittelpunkt steht hier Theo, eine Figur, die mich sehr beeindruckt hat. Theo sucht seine Tochter, seit 20 Jahren. Nun ist er alt und die Demenz droht ihn ganz zu verschlingen. Gerade diese Krankheit wird hier gut dargestellt, mit ihren Höhen und Tiefen, sie wird auch als ernste Erkrankung dargestellt und sorgt trotzdem ab und an für heitere Momente. Das ist aber sehr einfühlsam gemacht.
Ein Podcasterin, Liv, rollt den Fall wieder auf, sie hat wohl neue Aspekte gefunden und will ihn nach der langen Zeit endlich aufklären.
Theos andere Tochter möchte ihren Vater schützen und will nicht in der Vergangenheit wühlen. Alles ist hier gut begründet, man kann alle Figuren und ihre Beweggründe verstehen und nachvollziehen.
Ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen, nicht mal wegen des Falles, sondern wegen Theo. Die Art, wie seine Erkrankung und seine Gedanken und Gefühle beschrieben wurden, waren sehr einfühlsam und haben mich voll mitgenommen.
Mit dem Twist am Ende habe ich so überhaupt nicht gerechnet, das war absolut klasse gemacht. Ein Thriller, den ich wirklich jedem empfehlen kann.

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