Leider nicht so überzeugend wie Band 1
A History of Us − Erst auf den zweiten BlickWieder zurück in Willow Creek sein, bedeutete für mich, das Feeling für Mittelalterfeste raus zu holen und mich voller Enthusiasmus rein fallen zu lassen. Leider hat der zweite Teil für mich sein Potential ...
Wieder zurück in Willow Creek sein, bedeutete für mich, das Feeling für Mittelalterfeste raus zu holen und mich voller Enthusiasmus rein fallen zu lassen. Leider hat der zweite Teil für mich sein Potential nicht völlig ausgeschöpft und ich war, nach diesem grandiosen ersten Teil, etwas enttäuscht..
Stacey lebt schon immer in der beschaulichen Kleinstadt mit dem tollen Mittelalterfest, doch seit der Krankheit ihrer Mum nicht mehr ganz freiwillig. So spürt man, wie sich Stacey quält und es nicht wirklich erkennt, was ihr fehlt. Eine Veränderung muss her und das soll der attraktive Dex sein, ein Künstler. Sie schreibt ihm eine Nachricht bei einem Social Media Messenger mit der Meinung, er melde sich eh nicht. Eigentlich bereut sie es am nächsten Tag auch schon, als doch eine Antwort kommt. Der überraschend angenehme Kontakt hält bis zum nächsten Jahr, als es wieder daran geht, sich in die Tavernendirne Beatrice zu verwandeln. Doch dann, kommt das große Erwachen…
Ich möchte euch nicht spoilern, was da passiert, also lasse ich die männlichen Namen jetzt mal außen vor, aber ich möchte euch erklären, was mich gestört hat.
Der Vergleich zu “Email für dich” zieht hier nämlich leider nicht richtig. Die richtigen Emailgespräche werden nämlich nur wenig gezeigt und gerade dieses Jahr der Annäherung per Email, die tollen Gespräche und vermutlich tiefgehenden Dialoge gab es für den Leser nur im Zeitraffer. Mehrmals! Und auch als der männliche Schreiber auftaucht, fehlte es hinten und vorne an Begegnungen. Da waren so viele indirekte Erzählungen über die Treffen, die ersten zwei Wochen und andere Ereignisse, dass für mich die Emotionen und das Knistern total außen vor blieben. Es fehlte hinten und vorne an Tiefe.
Dafür ging es um das Paar von Band 1, ihre Vorkehrungen für die Hochzeit. Es ging um Staceys Ängste, ihre Mum und ihre Art sich hängen zu lassen. Um Buchclubs, Organisation einiger Dinge und um das Drumherum. Es gehörte alles dazu, keine Frage und man muss beim Schreiben auf die Länge des Buches achten, aber die Abstriche sollte man bitte nicht im Verlauf der Liebesgeschichte machen. Es waren richtig kurze, süsse Momente drin. Ich fand später die Verbindung der zwei schön, aber das kam zu spät und es hat mich traurig gemacht, so gar keinen Zugang zu dem männlichen Protagonisten zu finden, weil er selbst später relativ flach gehalten wurde. Es gab in der zweiten Hälfte, als es besonders wichtig gewesen wäre, viel zu wenig von dieser Verbindung, die man in einer Liebesgeschichte spüren möchte.
Das Setting war wunderschön. Der kleine Humor, die Charaktere und Benedick waren schön ausgearbeitet. Aber am wichtigsten wäre diese Liebesgeschichte gewesen und da hat es meiner Meinung nach, einfach gefehlt. Das Paar stand nicht im Vordergrund, wo es zumindest anteilig hätte sein müssen. Ich habe den zweiten Teil trotzdem schnell gelesen, da der Schreibstil wieder angenehm war und ich mochte die Veränderung von Stacey total, aber es fehlte die Begeisterung.
Alles in Allem kann man den zweiten Band der “History of Us – Reihe” schon empfehlen, da das Kleinstadtfeeling schon toll war, aber das Buch ist einfach nicht so gut, wie Teil 1.