Eine mystische Geschichte mit tollem Humor
Mel – Wächterin der DämonenMel ist ein Drilling. Doch während ihre zwei Schwestern sich gleichen wie liebevolle Engelchen, ist Mel eher das schwarze Schaf der Familie. In ihrer Kindheit gab es einen Vorfall, der Mel zur Außenseiterin ...
Mel ist ein Drilling. Doch während ihre zwei Schwestern sich gleichen wie liebevolle Engelchen, ist Mel eher das schwarze Schaf der Familie. In ihrer Kindheit gab es einen Vorfall, der Mel zur Außenseiterin degradiert hat. Sie war ein Freak. Heute, mit ihren 21 Jahren, sieht es nicht anders aus, als ihre Großmutter Muriel Mel das Anwesen vermacht, das seit Jahrzehnten im Familienbesitz ist. Nur das die liebe Oma noch lebt und bei weitem nicht so lieb ist, wie man es gewohnt ist. Melpomene stellt sie zur Rede und was dann passiert, treibt ihr regelrecht die Gänsehaut auf alle Körperteile.
Geister, Dämonen, Magie und Chakren… auch das noch!
Als ob ihre Lichtritter – Mutter Mel nicht schon genug abverlangt!
Zu Beginn der Geschichte sehen wir die junge Erwachsene mit vielen typischen Problemen konfrontiert. Uni bewältigen, die Freunde nicht vernachlässigen und einen Platz in ihrer kleinen Welt finden – vor allem was diese seltsamen Gefühle gegenüber ihrer Familie angeht. Aber dann kommt das Übernatürliche dazu und plötzlich hapert es an jeder Ecke anders und doch haben die Dinge alle eine Verbindung zueinander. Mel soll trainieren um ihre Chakren zu öffnen und ich war tief beeindruckt vom Wissen der Autorin über die spezifischen Eigenschaften. Auch was die Runen angeht oder die Wirkung der verschiedenen Kräuter, Rituale mit den richtigen Farben und vieles weitere. Die Spiritualität war authentisch in die Handlung eingebaut. Ich fand es klasse, mit so einem Thema in Berührung zu kommen. Vor allem, Melpomene ist ein starker Charakter mit großem Entwicklungsprozess innerhalb der Story und hautnah dabei sein zu dürfen, wie sie sich jeden Schritt weiter erkämpft, hat mich mitgerissen. Ich habe ihre Geschichte nicht weg legen können und war am Ende tief beeindruckt.
Auch die anderen Charaktere waren toll gestaltet. Im Vordergrund standen Muriel, die Schwestern Thalia und Kalliope, Juri und natürlich der böse Teil des Buches. Jeder bekam ein wenig Hintergrund um nicht blass zu wirken, ein paar nette und weniger nette Eigenschaften, und auch wenn es nur eine Handvoll Personen waren, hat jeder seinen Platz eingenommen und grundlegend zur Geschichte bei getragen. Sogar die besten Freunde Larkin und Viper oder der gutmütige Cole, die sich jedoch eher im Hintergrund hielten.
Juri fand ich sehr interessant. Diese heftigen Stimmungswechsel machen dem Leser zwar schnell klar, was er ist, aber als die Autorin am Ende doch noch ein Ass aus dem Ärmel zaubert, war ich begeistert – wenn mir persönlich zur Mitte des Buches ein wenig zu oft betont wird, wie sehr Mel das Lügen und Hinhalten hasst, obwohl sie dann doch wieder drauf reinfällt. Das hat ein wenig genervt und mich mehrmals die Augen verdrehen lassen. Doch Juri ist so anders und seine Ausstrahlung konnte mich in den Bann ziehen.
Nichtsdestotrotz wurde die Spannung immer mehr und im letzten Drittel gab es ein paar waghalsige Aktionen, die mich regelrecht mitfiebern ließen. Auch die eine oder andere gruselige Szene, die zu meinem Glück ab und zu ein bisschen ins Lächerliche gezogen wurde, hat Laura Cardea eingebaut. Ich hab mich weg geworfen vor Lachen. Die Schreibweise der Autorin empfand ich als angenehm und detailgetreu. Ihr Stil ist leicht und locker, ein wenig zu wiederholend, doch für mich war es gerade noch ein ertragbarer Rahmen. Ihre Charaktere haben mich köstlich amüsiert, da sie auch so unterschiedlich und echt sind und ich hatte wirklich Spaß an der Geschichte.