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Veröffentlicht am 20.04.2026

Spuren der Vergangenheit

Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste
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Runa, was für ein wunderschöner Name, war von frühester Kindheit an mit einer herausfordernden Aufgabe im Haushalt der Familie Hansen betraut. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter übergab ihr Vater Runa ...

Runa, was für ein wunderschöner Name, war von frühester Kindheit an mit einer herausfordernden Aufgabe im Haushalt der Familie Hansen betraut. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter übergab ihr Vater Runa die Verantwortung über die Geschwister. Während er Tag und Nacht auf Krabbenfang unterwegs war, kümmerte sich die kleine erst zwölfjährige Runa tapfer um den Rest der Familie. Damit war ihre Kindheit vorbei und der Ernst des Lebens forderte ihre Kräfte. Kaum erwachsen geworden, kehrte sie diesem Haushalt den Rücken und baute sich in Hamburg eine Existenz auf, richtete es sich gemeinsam mit ihrem Sohn Finn gemütlich auf einem Hausboot ein und arbeitete erfolgreich als beliebte Mitarbeiterin als auch Vorgesetzte in einem erfolgreichen Unternehmen. Da verunglückte ihr Bruder, der zwischenzeitlich den Familienbetrieb übernommen hatte, tödlich und der Fortbestand der seit Generationen betriebenen Fischerei drohte unterzugehen. Schwerwiegende persönliche Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen fordern schließlich ihren Tribut und lüften bedrückende Geheimnisse.
Danela Pietrek bezaubert in ihrem mitreisenden Roman ‘Die Krabbenfischerin – Das Erbe der Küste‘ durch authentische, lebensbejahende Protagonisten, ein durch die bildhafte Sprache fantastisch in Szene gesetztes Setting und dem malerischen Ausbau kleiner zu Herzen gehender Details, die voller Lebendigkeit und Freude am Dasein sprühen. Die Geschichte zeichnet ein aktuelles Bild unserer Gesellschaft in einem Landstrich, in dem das Fischereihandwerk ums Überleben kämpfen muss und sich mit behördlichen Regelungen auseinander zu setzen hat. Gleichzeitig werden Werte wie Zusammenhalt, kollegiale Unterstützung und Freundschaft in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Dämonen aus der Vergangenheit

Die Stimmen der Nacht
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In ihrem Romandebüt ‘Die Stimmen der Nacht‘ erzählt Tochi Eze die Geschichte von Margaret, die in dem kleinen, nigerianischen Dorf Umumilo aufwächst. Sie besitzt einerseits eine enge Verbundenheit zu den ...

In ihrem Romandebüt ‘Die Stimmen der Nacht‘ erzählt Tochi Eze die Geschichte von Margaret, die in dem kleinen, nigerianischen Dorf Umumilo aufwächst. Sie besitzt einerseits eine enge Verbundenheit zu den Riten und zur dörflichen Gemeinschaft, lebt in Respekt und Ehrfurcht mit ihnen, zeigt sich jedoch andererseits offen für die Lebensweise der englischen Besatzer. Das allein schon birgt genügend Konfliktpotenzial für eine junge Frau, die sich den herausfordernden Traditionen ihrer Kultur verpflichtet fühlt und den westlichen Lebensstil, der ihr neue weltoffene Perspektiven eröffnet, interessiert begegnet.
Erst langsam entwickelt sich eine komplexe Geschichte, die in den Zeiten und Örtlichkeiten zwischen Logos und London springt, Einsichten in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten preisgibt. Verworrene Lebensumstände, die sich aus Zugehörigkeit oder Ausschluss aus einer tiefverwurzelten Kultur menschlicher Abhängigkeiten und Fürsorge füreinander entwickelt hat, geben Hinweise auf die Entstehung einer überforderten Psyche. Die in sich verstrickten familiären Verhältnisse wiederum möchten in ihrer Struktur erkannt und verarbeitet werden. Bei aller Dramatik bleibt es dem Leser überlassen, sich mit rätselhaft anmutenden Vorgängen kontrovers auseinanderzusetzen. Zwischen den Zeilen zu lesen, könnte hilfreich dabei sein.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Das Leben und seine Herausforderungen

Keeping it casual
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Maxine ist eine junge Frau, die das Leben vor gewaltige Herausforderungen stellt. Sie muss sich einer Gehirnoperation stellen, deren mögliche Folgen sie stark beschäftigen. Verständlicherweise bringt sie ...

Maxine ist eine junge Frau, die das Leben vor gewaltige Herausforderungen stellt. Sie muss sich einer Gehirnoperation stellen, deren mögliche Folgen sie stark beschäftigen. Verständlicherweise bringt sie die bevorstehende OP ganz schön aus dem Gleichgewicht. Unzählige, auch beängstigende Gedanken schwirren in ihrem Kopf herum. Dazu kommt die Trennung von ihrem Freund Scott. Sie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus und findet Unterschlupf bei ihrer Freundin Alice. Alice will Maxine aus diesem deprimierenden Gefühlschaos herausholen und meldet sie kurzerhand bei Tinder an. Hier entwickelt sich zwischen dem attraktiven Johnny und ihr ein Kochduell, an dem beide mehr und mehr Freude finden. Durch lockere Sprüche, die hin- und herfliegen, entwickeln sie eine Zuneigung füreinander, die sich noch bewähren muss. Plötzlich tritt Scott wieder in Maxines Leben, gibt sich reumütig, gar fürsorglich und sorgt damit für unschöne Aufregung.
Karina May schreibt in ‘Keeping it casual‘ eine humorvolle, berührende Geschichte mit einer sehr sympathischen Protagonistin, die autobiografische Züge trägt. Der erzählende Verlauf ist nicht geradlinig und führt immer wieder zurück in die Vergangenheit. Damit werden interessante Spannungsbögen aufgebaut, der Unterhaltungswert gesteigert. Man taucht stetig tiefer in das Geschehen ein, lernt Zusammenhänge besser zu verstehen und gerät in einen fesselnden Lesesog.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Einzigartig

Der letzte Leuchtturm
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Michael Pedersen erzählt in seinem Romandebüt ‘Der letzte Leuchtturm‘, erschienen im DUMONT Verlag, wortgewaltig und einzigartig atmosphärisch mit poetischen Zügen, die Geschichte dreier Männer, die unterschiedlicher ...

Michael Pedersen erzählt in seinem Romandebüt ‘Der letzte Leuchtturm‘, erschienen im DUMONT Verlag, wortgewaltig und einzigartig atmosphärisch mit poetischen Zügen, die Geschichte dreier Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ouse lebt mit seinem lieblosen und hartherzigen Vater, dem Leuchtturmwärter, als letzte Verbliebene auf der nördlichsten Insel Shetlands, auf Muckle Flugga. Ouse liebt es, sich künstlerisch auszudrücken. Er strickt schillernde, bunte Pullover, webt Teppiche und liebt die Bücher von Robert Louis Stevenson. Das Gefüge zwischen Sohn und Vater gerät mächtig ins Wanken, als der schwermütige Schriftsteller Firth aus Edinburgh auf die Insel kommt, um einen bestimmten Vogel zu finden und zu malen. Firth erkennt das Talent des jungen Ouse und ist gewillt dieses zu fördern, fördern zu lassen. Dieses Vorhaben geht dem Vater gewaltig gegen den Strich und sorgt für Konfliktpotenzial.
Die sprachliche Brillanz, die der Schriftsteller zeigt, seine wortgewaltige Ausdrucksweise, seine poetische Ader verleihen dem Roman eine Einzigartigkeit, die verstanden und geliebt werden möchte. Der Leser lernt die Gedanken und Gefühle der drei Protagonisten aus ihrer Perspektive kennen und verstehen. Eine vielschichtige Geschichte, die durch wunderschöne Naturbeschreibungen und charakterlichen Darstellungen lebt.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Tobender Gefühlssturm

Das Gehöft
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Leo Brandt legt nach seinen Brandenburg-Kriminalromanen, die er unter seinem Namen Richard Brandes veröffentlichte, mit ‘Das Gehöft‘ seinen ersten Thriller vor. Die Geschichte baut sich nach einem Prolog ...

Leo Brandt legt nach seinen Brandenburg-Kriminalromanen, die er unter seinem Namen Richard Brandes veröffentlichte, mit ‘Das Gehöft‘ seinen ersten Thriller vor. Die Geschichte baut sich nach einem Prolog mit Gänsehautfeeling nach und nach auf und verstrickt sich mehr und mehr in psychologischen Elementen und einer gewaltigen, beängstigenden Naturgewalt, einem tobenden Sturm über der Nordsee. Die bildhafte Sprache erweckt das gewählte Setting ebenso wie seine Protagonisten zum Leben. Bis zum Schluss bleibt eine fesselnde Spannung erhalten, die vermeintliche Spuren zu Tatvorgängen und zur Tätersuche immer wieder in die falsche Richtung lenken.
Lara ist Biologin und glaubt sich mit dem Kauf der Jensenwarft auf der Hallig Westeroog am Ziel ihrer ambitionierten Wünsche, genau hier im Einklang mit der Natur zu leben und zu forschen. Ihre Begeisterung wird noch größer, als auch ihr Freund Henry und das befreundete Paar Silke und Kenan gemeinsam mit ihr auf die Hallig übersiedeln. Doch als Laras autistischer Bruder Malte nach einem heftigen Streit spurlos verschwindet, beginnt der Frieden unter den Freunden zu bröckeln. Angst kommt auf, weil offensichtlich ein Unbekannter, den man in der Ferne nur erahnen kann, sein Unwesen treibt. Die wütende Sturmflut macht es unmöglich die Hallig zu verlassen und so nimmt die Geschichte ihren unheilvollen, grausamen Verlauf.

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