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Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein unvergesslicher Sommer

Sommer auf Perigo Island
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Der kanadische Schriftsteller Perry Chafe schafft es mit seinem Roman ‘Sommer auf Perigo Island‘ die Gefühle in Wallung zu bringen, Erinnerungen an die eigene Jugend zu wecken und damit eine riesige Leselust ...

Der kanadische Schriftsteller Perry Chafe schafft es mit seinem Roman ‘Sommer auf Perigo Island‘ die Gefühle in Wallung zu bringen, Erinnerungen an die eigene Jugend zu wecken und damit eine riesige Leselust zu entfachen, die bei mir den steten Wunsch nach mehr davon auslöste. Der lebhafte und lebendige Schreibstil entfaltet eine Sogwirkung, immer tiefer in eine Welt einzutauchen, die ebenso fremd wie vertraut erscheint, die mich herzhaft hat lachen lassen, nachdenklich stimmte und traurig machen konnte.
Der zwölfjährige Pierce erzählt wie er den Sommer gemeinsam mit seinen gleichaltrigen Freunden Thomas, Bennie und Bennies Cousine Emily verbringt. Auf Perigo Island, einer kleinen Insel Neufundlands, leben die Menschen schon so lange sie denken können vom Fischfang. Es ist ein hartes, entbehrungsreiches Dasein, was sie führen. Die Gefahr nicht wieder nach Hause zu kehren, begleitet die Fischer bei jeder Fahrt hinaus auf die wilde, raue See. Pierce lebt mit dieser schmerzlichen Erfahrung, weiß was Verlust und unendliche Einsamkeit im Herzen bedeuten. Als seine Freundin Anna eines Tages als vermisst gilt, macht er sich gemeinsam mit seinen Freunden auf die Suche nach ihr. Dabei lernen sie den Meeresbiologen Salomon näher kennen und erfahren wie die Natur um sie herum im Wandel begriffen ist, welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird.
Die Geschichte zeigt wie die Teenager erste Gefühle für das andere Geschlecht entwickeln, wie sie denken, welche Kämpfe sie untereinander austragen, welche Sorgen sie sich machen, wie liebevoll fürsorglich sie miteinander umgehen und in welche Gefahren sie sich völlig unbedarft begeben. Es ist ein Sommer voller Abenteuer, tiefgreifender Erkenntnisse, zarter Empfindungen und das Erkennen von Verantwortung.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Da steckt unterhaltsames Wissen drin

DUMONTs Unnützes Reisewissen Deutschland
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Der Verlag MAIRDUMONT hat mit seiner Reihe ‘Unnützes Reisewissen‘ eine Serie aufgelegt, die die Unterzeile ganz bewusst ausfüllen kann – das Buch, das keiner braucht und doch jeder haben sollte. In der ...

Der Verlag MAIRDUMONT hat mit seiner Reihe ‘Unnützes Reisewissen‘ eine Serie aufgelegt, die die Unterzeile ganz bewusst ausfüllen kann – das Buch, das keiner braucht und doch jeder haben sollte. In der Ausgabe Deutschland bekommen die Leser sehr viele kuriose Erkenntnisse, skurrile Fakten und Geschichten über Deutschland, dem Land das sogar die Handzahnbürste in einer DIN-Norm reglementiert. Die Autoren Juliana Schader und Jens Bey haben über 100 dieser Geschichten zusammengefasst und unterhaltsam beschrieben.
So gibt es die Geschichte über die Schwarzwälder Kirchtorte, die überhaupt nicht im Schwarzwald erfunden wurde, oder warum Berlin nicht nach einem (oder dem) Bären benannt wurde. Woher kommt der Mythos Bielefeld: Das gibt es doch gar nicht! Auf Norderney können sich die Menschen sehr glücklich schätzen, denn Sie dürfen in einem Strandkorb wählen. Wer schon immer mal wissen wollte warum die Bremer Stadtmuskanten nie in Bremen ankamen – einfach nachschlagen im Buch ‘Unnützes Reisewissen Deutschland‘. Unser Land ist ja sehr berühmte für Genauigkeit und Statistiken. Daher verwundert es auch nicht, dass festgehalten wurde wie viele Spiegeleier Mutter Beimer in 35 Jahren in der Lindenstraße gebraten hat.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich unbedingt dieses unterhaltsame Buch besorgen, um Interessantes und Lustiges über unsere Republik zu erfahren.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Da steckt unterhaltsames Wissen drin

DUMONTs Unnützes Reisewissen England
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Der Verlag MAIRDUMONT hat mit seiner Reihe ‘Unnützes Reisewissen‘ eine Serie aufgelegt, die die Unterzeile ganz bewusst ausfüllen kann – das Buch, das keiner braucht und doch jeder haben sollte. In der ...

Der Verlag MAIRDUMONT hat mit seiner Reihe ‘Unnützes Reisewissen‘ eine Serie aufgelegt, die die Unterzeile ganz bewusst ausfüllen kann – das Buch, das keiner braucht und doch jeder haben sollte. In der Ausgabe England bekommen die Leser sehr viele kuriose Erkenntnisse, skurrile Fakten und Geschichten über ‘Good Old England‘ vermittelt. Der Autor Michael Pohl hat über 100 dieser Geschichten zusammengefasst und unterhaltsam aufgeschrieben. Man muss das Buch nicht mit auf Reisen nehmen, aber es lohnt sich, im Vorfeld darin zu lesen. So kann eine ganz besondere Beziehung zum Reiseland entstehen. Vor Ort wird man sich dann und wann ein Schmunzeln nicht verkneifen können.
Eine der schönsten Geschichten, die der Autor über England ausgegraben hat ist, die vom Paddington Bär, für den das britischen Innenministerium im Jahre 2024 für den Film ‘Peddington in Peru‘ einen echten Reisepass ausgestellt hat. Keinen Pass hingegen hat bis heute King Charles, denn im Vereinigten Königreich besteht keine Ausweispflicht. Selbst bei Auslandsreisen benötigt er keinen Ausweis - ein Privileg, das neben dem britischen König nur noch dem japanische Kaiserpaar zusteht.
Man kann aber auch erfahren warum der Ort Westward Ho! der erste Ort war, der ein „!“ in seinem Namen trägt, was es mit den Heuballen in den Taxis auf sich hat und warum die 007 bei James Bond etwas mit einer Buslinie zu tun hat.
‘Unnützes Reisewissen England‘ ist eine Lektüre, die einfach Spaß macht und das Land von einer ganz anderen Seite zeigt.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Das Leben in Neuguinea

Unter fremden Himmeln
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Die Familie Berger hat in Deutschland ihren gesamten Besitz verloren und wagt nun Ende des neunzehnten Jahrhunderts einen mutigen Schritt, sich am anderen Ende der Welt, in Neuguinea – einer deutschen ...

Die Familie Berger hat in Deutschland ihren gesamten Besitz verloren und wagt nun Ende des neunzehnten Jahrhunderts einen mutigen Schritt, sich am anderen Ende der Welt, in Neuguinea – einer deutschen Kolonie, als Siedler niederzulassen und ihr Leben neu anzufangen, zu gestalten. Ihr unternehmerisches Geschickt und kolossale Tatkraft verhilft ihnen Fuß zu fassen und sich den Gegebenheiten vor Ort zu stellen, natürlich auch anzupassen.
Hedwig, Anna und Clara, drei starke Frauen der Familie, haben jede auf ihre ganz eigene Art, sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Da kommen bei der einen Zweifel auf, ob ihr Mann, die von ihr ersehnte Schwangerschaft ebenso freudig aufnehmen wird. Gesellschaftliche Spannungen wegen einer Verbindung zwischen einer Siedlerfrau und einem Einheimischen aber auch differente Einstellungen zu Lebensgestaltung geben interessante Einblicke in vergangene Zeiten.
Konfliktreich sind die Beziehungen zwischen der Kolonialmacht, den Siedlern und den Einheimischen. Dabei bleiben persönliche Differenzen nicht aus.
Tara Haigh legt mit dem zweiten Teil ihrer Neuguinea-Trilogie ‘Unter fremden Himmeln‘ wiederum eine äußerst spannende, unterhaltsame Geschichte vor, die einerseits durch historische Kenntnisse brillieren, Naturbeschreibungen des Dschungels hautnah erleben lassen und nicht zuletzt interessante Charaktere in Szene setzt, die ein authentisches Bild jener Zeit widerspiegeln. Ihre bildhafte Sprache vermag es, den Leser an die Geschichte zu binden, ihn zu fesseln und tief in das Geschehen eintauchen zu lassen.
Man darf sich freuen auf den dritten und abschließenden Teil der Geschichte, der im Herbst dieses Jahres erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Leben im Wandel der Zeiten

Alma
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Federica Manzon zeichnet in ihrem preisgekrönten Roman ‘Alma‘ das Bild einer jungen Frau, die sich in einem tiefen, inneren Zwiespalt zwischen den Werten ihrer Großeltern und denen ihrer Eltern befindet. ...

Federica Manzon zeichnet in ihrem preisgekrönten Roman ‘Alma‘ das Bild einer jungen Frau, die sich in einem tiefen, inneren Zwiespalt zwischen den Werten ihrer Großeltern und denen ihrer Eltern befindet. Während die Großmutter und der Großvater sich in geordneten, großbürgerlichen, intellektuellen Kreisen bewegen, in Gedenken an vergangene Zeiten der Zugehörigkeit ihrer Stadt Triest zur österreich-ungarischen Monarchie, führen Almas Eltern ein Leben, welches unaufgeräumt und chaotisch verläuft, durch häufige, spontane Abwesenheiten des Vaters und ein distanziertes Verhältnis zur Mutter geprägt ist. Liebe wird im Elternhaus eher durch konsequentes Schweigen zum Ausdruck gebracht, was eine von der Vergangenheit unbelastete Gegenwart ermöglichen soll. Vili, ein Junge mit kroatischen Wurzeln, der eines Tages Teil der Familie wird, schafft zusätzlich bei Alma große emotionale Verwirrung. Die quälende Auseinandersetzung zwischen Herkunft und daraus resultierender Zugehörigkeit sind Gedanken, die das Gefühlsleben der Protagonistin besonders herausfordern.
Die gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen im Vielvölkerstaat Jugoslawien nach dem Tod von Marschall Tito, die sich zu einem bestialischen Völkermord entwickelten, bilden einen Schwerpunkt der Geschichte. Dargestellt wird die Verkommenheit von Machtstrukturen, deren ethische Maßstäbe einem friedlichen Zusammenleben zutiefst widersprechen.
Die Komplexität der angesprochenen Themen werfen zunächst Fragen zum Geschehen auf, finden im weiteren Verlauf der Geschichte ihre Antworten, wobei auch zwischen den Zeilen gelesen werden kann und sollte. Historische Kenntnisse rund um die Stadt Triest und Jugoslawien helfen bei dieser Lektüre. Der Roman erfordert konzentriertes Lesen, um die Sprünge in der zeitlichen Abfolge gepaart mit einem anspruchsvollem Schreibstil zu meistern.

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