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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Quälende Angst

Hinter meiner Tür
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Lisa Monroe hat es in ihrer Jugend nicht leicht gehabt. Zerrüttete Familienverhältnisse sind bei ihr von frühestem Kindesalter an für neurotische Zwangshandlungen verantwortlich. Sie hat sich arrangiert ...

Lisa Monroe hat es in ihrer Jugend nicht leicht gehabt. Zerrüttete Familienverhältnisse sind bei ihr von frühestem Kindesalter an für neurotische Zwangshandlungen verantwortlich. Sie hat sich arrangiert und arbeitet als Ordnungscoach, gibt verzweifelt Hilfesuchenden, die sich aus ihrem persönlichen Chaos aus den unterschiedlichsten Gründen befreien möchten, praktische Hilfestellungen. Sie ist eine freundliche, zugewandte junge Frau, die ihre Umwelt auf Distanz hält und vor allem mit Abstand betrachtet. Zu Tom Quinn, einem ambitionierten Architekten, beginnen sich gerade zarte Bande zu entwickeln, die noch von großer Unsicherheit und damit Zerbrechlichkeit geprägt sind, als Lisa Unregelmäßigkeiten in ihrem häuslichen Ordnungssystem entdeckt. Sie fühlt sich verfolgt und gerät immer mehr aus der Fassung, verursacht durch näher an sie herangetragene, bösartige Bedrohungen.
Rose Hard lässt ihre Protagonistin Lisa in ihrem Roman ‘Hinter meiner Tür‘ selbst von ihren Gefühlen und Gedanken berichten. Mit ihrem Schreibstil, der die Atemlosigkeit, Erschöpfung und die sich steigernde Angst sehr nah und nachvollziehbar darstellt, erzeugt die Autorin eine Sogwirkung beim Lesen. Man befindet sich selbst mitten im Geschehen, hört die Dielen knarren, die Wände Geräusche abgeben, schlürfende Schritte. Ein beklemmendes Szenario, in dem zwischen Freund und Feind nicht mehr unterschieden werden kann, baut sich auf, welches eine wirkungsvolle, fesselnde Spannung Stück für Stück entstehen lässt, die bis zum erschütternden Abschluss der Geschichte anhält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Schöne farbenfrohe Entspannung

Italien - Das große Ausmalbuch nach Zahlen
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Aus dem Hause MAIRDUMONT kommt eine wunderschöne Idee, entspannende Stunden beim Gestalten von farbenfrohen Bildern zu verbringen. In ‘Italien – Das große Ausmalbuch nach Zahlen von Caroline Drage‘ befinden ...

Aus dem Hause MAIRDUMONT kommt eine wunderschöne Idee, entspannende Stunden beim Gestalten von farbenfrohen Bildern zu verbringen. In ‘Italien – Das große Ausmalbuch nach Zahlen von Caroline Drage‘ befinden sich dreißig Vorlagen mit allseits beliebten und auch bekannten italienischen Motiven. Neben einer erklärenden Beschreibung des Motivs wird auch eine Farbpalette vorgeschlagen, die ganz individuell nach dem persönlichen Geschmack genutzt werden kann. Wer seine Kreativität in vollen Zügen zur Geltung bringen möchte – Andy Warhol lässt grüßen, dem sind natürlich keine Grenzen gesetzt.
Die Aufmachung ist sehr hochwertig, ebenso die Papierqualität. Neben Buntstiften, Filzstiften, Wachsmalstiften sind auch Wasser- und Acrylfarben einsetzbar. Ich würde auf eine ausreichende Deckkraft der Farben achten, damit die Vorzeichnungen nach Fertigstellung des Werkes nicht mehr sichtbar sind. Wer mag, trennt sein kleines Kunstwerk aus dem Buch heraus, rahmt es und bekommt somit einen einzigartigen, selbst erstellten Wandschmuck.
Viel Spaß bei der künstlerischen Gestaltung. Es gibt aus dieser Reihe auch Motive aus Japan und den USA.

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  • Cover
Veröffentlicht am 29.01.2026

Spannungsreich auf Paros

DER SCHWARZE OKTOPUS
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In dem zweiten Band um die Ermittlerin Christina Strátou ‘Der schwarze Oktopus‘ versprüht die Autorin Hanna von Feilitzsch wieder jede Menge griechisches Flair. Man taucht ein in die südländische Lebensart ...

In dem zweiten Band um die Ermittlerin Christina Strátou ‘Der schwarze Oktopus‘ versprüht die Autorin Hanna von Feilitzsch wieder jede Menge griechisches Flair. Man taucht ein in die südländische Lebensart der Insel Paros, wohin es die Protagonistin nach jahrelangem erfolglosem Kampf um eine Arbeitsstelle in der Hauptstadt Athen verschlagen hat. Wieder einmal müssen Mann und Tochter warten auf ein paar gemeinsame Stunden bis der Mordfall an dem Besitzer einer Apartmentanlage aufgeklärt ist. Der Tode hatte sich während seines Lebens nicht nur Freunde gemacht, die natürlich nun zum Kreis der Verdächtigen zählen. Bald schon gerät Christina durch ihre akribische Aufklärungsarbeit, die sie in Politikerkreise führt, in gefährliche Situationen. Es bleibt spannend bis zum aktionsreichen Abschluss.
Der Kriminalroman wird getragen von einem lebendigen Erzählstil mit authentischen Darstellern zum Anfassen, die ihre menschlichen Schwächen aber auch Stärken besitzen. Zahlreiche Wendungen gestalten die Handlung abwechslungsreich und sehr spannend. Immer wieder brillieren wunderschöne Inselbeschreibungen, die die Natur, die Bewohner und das typische mediterrane Essen in den Mittelpunkt stellen, damit insgeheim Gelüste auf den nächsten Urlaub wecken. Das beigefügte Personenregister am Ende des Buches erleichtert es, jederzeit den Überblick im Handlungsgeschehen zu behalten.
Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung der zu lösenden Kriminalfälle auf Paros.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Überleben

Wo das Schweigen wohnt
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Lea Söhner widmet sich in ihrem Roman ‘Wo das Schweigen wohnt‘ den Hungerkindern Ostpreußens, die auch Wolfskinder genannt werden, einer Nachkriegsgeneration, die schmerzhaft durch eigene Erfahrungen lernen ...

Lea Söhner widmet sich in ihrem Roman ‘Wo das Schweigen wohnt‘ den Hungerkindern Ostpreußens, die auch Wolfskinder genannt werden, einer Nachkriegsgeneration, die schmerzhaft durch eigene Erfahrungen lernen mussten, was es bedeutet gegen den Willen der Kriegsmächte zu überleben, allein zu flüchten durch völlig zerstörte Landschaften, abgewiesen zu werden von verängstigten Bewohnern dieser Landstriche, Hunger, körperliche und seelische Schmerzen zu ertragen, lautlos und unsichtbar zu werden, dabei mehr dem Instinkt zu folgen und zivilisierte Gewohnheiten auszuschalten. Sie setzt einer Generation hochgradig traumatisierter Menschen, die sich auf den Weg von Ostpreußen nach Deutschland machen mussten ein Denkmal gegen das Vergessen und zeigt gleichzeitig welche Last die Nachfahren tragen und wie unendlich schwer die Aufarbeitung der Geschehnisse ist, um eine generationsübergreifende Heilung zu ermöglichen.
Sie greift Sachverhalte wie Schrecken des Krieges, Tod, Verlust, Angst, Gräueltaten (Vorsicht: Trigger-Warnung) und das daraus resultierend familiäre Schweigen auf, die in einer äußerst lebendigen, bildhaften Sprache verarbeitet sind. Ihre Geschichte ist fiktiv erzählt, lehnt sich jedoch stark an historische Ereignisse an. In emotional ausgebauten Szenen verfolgen wir das Leben von Margret, die versucht ihrer Familie in niedergeschrieben Zeilen zu erklären, worüber sie nie in der Lage war, mündlich zu kommunizieren. Dabei brechen tiefsitzende Wunden bei den Kindern und Kindeskindern auf. Es gelingt ihr den Familienverband zu vereinen, man lernt sich kennen, indem die eigenen Geschichten erzählt werden. Viel Stoff auch für den demnächst erscheinenden Folgeroman.
Ein schweres Thema mit zum Teil sehr verstörenden Erlebnissen aus der Nachkriegszeit und der Darstellung einer mühsamen, behutsamen Aufarbeitung mit dem Ziel einer langfristigen mentale Gesundung nachfolgender Generationen.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Schrecklicher Femizid

Da, wo ich dich sehen kann
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Als Folge eines jahrelangen Femizids wird die junge, als lebensfroh beschriebene Frau von ihrem gewalttätigen Ehemann in ihrer häuslichen Umgebung ermordet. Ihre neunjährige Tochter Maja findet ihre Mutter ...

Als Folge eines jahrelangen Femizids wird die junge, als lebensfroh beschriebene Frau von ihrem gewalttätigen Ehemann in ihrer häuslichen Umgebung ermordet. Ihre neunjährige Tochter Maja findet ihre Mutter Emma und ruft um Hilfe bittend bei der Polizei an. Was sich aus dieser Tatsache im Weiteren entwickelt ist ein abgrundtiefer Alptraum natürlich für das Kind, welches sich zunächst völlig verschließt, für die Eltern Brigitte und Per und Emmas beste Freundin Liv. Gemeinsam versuchen Liv, Brigitte und Per der kleinen Emma Stabilität und Kontinuität im Leben zu geben, obwohl sie selbst schwer traumatisiert sind, psychiatrische Unterstützung brauchen.
Einfühlsam erzählt Jasmin Schreiber in ‘ Da, wo ich dich sehen kann‘ eine Geschichte, die eine ungeheure Tragik und Traurigkeit besitzt, in der die Hoffnung auf bessere Zeiten keine Chance zu besitzen scheint und doch ein immer weiter gehen im Leben verlangt. Herzzerreißend beschreibt sie die Gefühle, Gedanken und Tagesabläufe der Hinterbliebenen, die den größten Kampf mit sich selbst auszufechten haben. Sie geht kritisch mit den bürokratischen Verwaltungsvorgängen um und gibt berechtigter Weise dem Gewalttäter keinerlei Plattform.
Sicherlich werden sehr schwere Themen wie Schuldgefühle, Wut, Verzweiflung, Hilflosigkeit aber auch Angst in diesem Buch behandelt. Sie spiegeln einen Teil unserer Gesellschaft wider und rufen eindringlich zur Wachsamkeit gegenüber Femizid auf.

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