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Veröffentlicht am 12.08.2020

Cosy Crime für zwischendurch

Lady Arrington und die tödliche Melodie
1

„Lady Arrington und die tödliche Melodie“ von Charlotte Gardener ist ein Kreuzfahrt-Krimi der leichten Art.

Mary Elizabeth Arrington ist wieder auf der Queen Anne. Beim Eröffnungskonzert spielt der Pianist ...

„Lady Arrington und die tödliche Melodie“ von Charlotte Gardener ist ein Kreuzfahrt-Krimi der leichten Art.

Mary Elizabeth Arrington ist wieder auf der Queen Anne. Beim Eröffnungskonzert spielt der Pianist falsch, als ob ihn etwas erschreckt hat. Auch den Auftritt der Operndiva Anastasia Botticelli ruiniert er, indem er ihre Darbietung mit einem vollkommen falschen Lied übertönt. Noch in derselben Nacht wird der Musiker erdolcht an seinem Klavier aufgefunden. Erneut steckt Krimi-Autorin Mary mitten in einem echten Mordfall - und gerät diesmal selbst ins Visier des Mörders.

Es ist der zweite Band um die Krimiautorin Mary auf der Queen Anne. Auch hier – wie im ersten Band – ist an Bord ein Mord passiert. Dieser Kuschelkrimi (Cosy Crime) ist ganz angenehm zu lesen und man ist auch flott durch. Natürlich ist dieses Genre Wohlfühlcharakter pur mit einer großen Prise Gemütlichkeit.

Die Aufklärung des Mordes an dem Pianisten war mit allerlei Verwicklungen und Irrungen gewürzt. Während des Lesens aber habe ich mich über so manches gewundert. Natürlich verlangt dieses Genre solche Figuren, aber manchmal war es schon zu arg konstruiert. Amüsant war es auf jeden Fall, das möchte ich schon noch dazusagen. Wie gesagt, der Schreibstil gefällt mir, ist leicht und unterhaltsam zu lesen, aber diese extremen Überspitzungen sind dann doch zu viel des Guten. Mit einem normalen Schiffsalltag hat dieser beschriebene Mord und dessen Aufklärung nicht das Geringste zu tun. Natürlich kann man übertreiben, Figuren tapsig oder auch forsch wirken lassen, aber ein ganz klein bisschen sollte es schon noch realitätsnah sein.

Noch ein Wort zum Cover: Wunderschön - da möchte man doch gleich aufs nächste Kreuzfahrtschiff und es sich im Deckchair gemütlich machen. Da passt alles - auch die Präsentation des Titels fügt sich ins Gesamtbild stimmig ein.

Unterhaltsam war es, auch wenn so mache Szene überzogen daherkam. Ein Cosy Crime für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Schräger Kriminalroman

Ein abgezockter Sauhund
1

Samson Simek ist ganz unten, da kommt ihm ein Job von Stani, den er schon ewig kennt wie gerufen. Er soll für ihn einen alten Kumpel aufspüren. Doch den hat es erwischt und bald jeder der Halbweltgrößen ...

Samson Simek ist ganz unten, da kommt ihm ein Job von Stani, den er schon ewig kennt wie gerufen. Er soll für ihn einen alten Kumpel aufspüren. Doch den hat es erwischt und bald jeder der Halbweltgrößen ist auf der Jagd nach seiner letzten Diebesbeute. Samson kämpft ohne Regeln – und riskiert dabei nicht nur das eigene Leben.

Der Titel ist Programm, erzählt doch der Münchner Kleinkriminelle Samson seine Geschichte, sein Leben und Überleben. Mit der Arbeit steht er seit jeher auf Kriegsfuß – na und? Es geht auch so. Ja, ein Kriminalroman ist das. Und was für einer. Er nimmt den Leser mit in eine für viele doch fremde Welt. Roland Krause beschreibt mit viel Lokalkolorit und schelmischem Unterton seinen Sauhund. Auf höchst amüsante Weise habe ich die Protagonisten kennen- und einschätzen gelernt. So manches Mal musste ich schmunzeln, konnte mir einen Lacher nicht verkneifen. Trotzdem: Es war schon bitterer Ernst, was da alles an Gaunereien getrieben wurde: Ganovenehrenwort. Es gab Mitläufer und Befehlsempfänger und solche von der harten Sorte a la Thyla.

Ein Schreibstil, an den man sich erst gewöhnen muss. Ich war aber schnell drin und habe diese blutrünstige Geschichte durchaus genossen.

Gerne empfehle ich diesen „abgezockten Sauhund“ weiter. Sollte man unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Ein superspannender Thriller

Der Schaufelmann
1

Hauptkommissar Karl Breuer steht vor einem Rätsel. Zwei Mädchen werden in der Nacht von einem Mann überfallen. Im Keller des Hauses hat jemand neben einer riesigen Blutlache ein Wort in das morsche Mauerwerk ...

Hauptkommissar Karl Breuer steht vor einem Rätsel. Zwei Mädchen werden in der Nacht von einem Mann überfallen. Im Keller des Hauses hat jemand neben einer riesigen Blutlache ein Wort in das morsche Mauerwerk geritzt: »SCHAUFELMANN«. Um die Botschaft zu entschlüsseln, entscheidet sich der Hauptkommissar, seinen langjährigen Freund Professor Doktor Hornoff um Hilfe zu bitten.

Wieder mal ist es Noah Fitz gelungen, mich komplett in seinen Bann zu ziehen. Er spielt mit meinen Nerven ein sehr aufreibendes Spiel. Aber genau so mag ich es: Wenn ich ein Buch zur Hand nehme und es nicht mehr weglegen kann. Ein Thema, das es in sich hat. Ich habe mit Emma und ihren anderen Egos mitgelitten. Der Autor hat mich mitgenommen in die tiefsten Abgründe, zu denen „mensch“ fähig ist.

Noah Fitz schafft es immer wieder, mich für seine Bücher zu begeistern.

„Der Schaufelmann“ ist ein absolutes MUSS für alle Psycho-Thriller-Fans.

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Anregende Lesestunden garantiert

Die Todesküsserin
1

„Die Todesküsserin“ ist das sehr gelungene Erstlingswerk der Berliner Autorin Sandy Mercier.

Ein Mann wird tot aufgefunden. Er wurde brutal gefoltert, und auf seiner Stirn prangt der rote Lippenstiftabdruck ...

„Die Todesküsserin“ ist das sehr gelungene Erstlingswerk der Berliner Autorin Sandy Mercier.

Ein Mann wird tot aufgefunden. Er wurde brutal gefoltert, und auf seiner Stirn prangt der rote Lippenstiftabdruck eines Kusses. Kommissarin Tanja Müller soll sich dem Fall der "Todesküsserin" annehmen, der sie schnell an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt. Denn ins Visier gerät ausgerechnet ihre beste Freundin, die psychisch kranke Emma - und weitere Morde folgen.

Und schon wieder hat sie es getan: Sandy Mercier hat mir den Schlaf geraubt. Nach einem knappen Drittel des Buches musste ich für mehrere Tage pausieren aber dann – ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Einmal drin in den ganzen Rachegelüsten hatte ich so manchen und manche in Verdacht. Die Story ist so geschickt geschrieben, dass immer wieder Zweifel aufkommen, obwohl ich doch ein paar Seiten vorher sicher war, wer jetzt diese Todesküsserin sein kann, sein wird, ja sein muss. Aber so nach und nach kristallisiert sich dann doch heraus, wer denn nun der Racheengel ist und auch, wer den letzen Todeskuss empfangen soll. Trotz alledem versteht es die Autorin, die Spannung hochzuhalten, das Geschehen langsam, aber kontinuierlich auf die Spitze zu treiben.

Sandy Mercier hat mir wieder sehr anregende, ja aufregende Lesestunden beschert.

Ich kann diesen KrimiThriller allen Fans dieses Genres wärmstens empfehlen und vergebe sehr gerne 5 von 5 möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 09.08.2020

Vom Abschied nehmen - sehr schön erzählt

Das Leben ist ein wilder Garten
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„Das Leben ist ein wilder Garten“ von Roland Buti erzählt über das Leben in all seinen Schattierungen:

Carlos Leben gerät in Aufruhr, als seine Frau mitsamt der gemeinsamen Tochter ihn verlässt ...

„Das Leben ist ein wilder Garten“ von Roland Buti erzählt über das Leben in all seinen Schattierungen:

Carlos Leben gerät in Aufruhr, als seine Frau mitsamt der gemeinsamen Tochter ihn verlässt und seine Mutter aus heiterem Himmel verschwindet. Agon, sein Hilfsgärtner aus dem Kosovo, eine sensible Seele in einem massigen Körper, wird aus heiterem Himmel zusammengeschlagen. Gemeinsam mit ihm macht er sich auf die Suche und entdeckt nicht nur die Natur und die Menschen um ihn herum neu, sondern kommt in einem Grandhotel am Berg der Vergangenheit seiner Mutter auf die Spur…

Dieses leise, voller Zuversicht erzählte Kapitel aus Carlos Leben blickt zurück, schaut nach vorne und schließt endgültig ab. Die Endgültigkeit des Alleinseins wird ihm bewusst – Ana ist weg, seine Tochter hat in London ihr eigenes Leben und dann ist auch noch seine Mutter aus dem Heim verschwunden. Roland Buti zeichnet einen Lebensabschnitt nach, in dem es um das gegenseitige Verstehen, um loslassen und neu orientieren geht. Es geht um Hoffnung, um wiederentdeckte Zweisamkeit. Es geht um das Leben an sich, die Vergangenheit und Neubeginn.

Was ich vermisst habe, war das Leben von Carlos Mutter, da habe ich mir wesentlich mehr erwartet. Es ist zu sehr im nebulösen geblieben, war für meine Begriffe eher immer am Rande skizziert. Mir kam es eher so vor, dass er sich nicht so sehr für sie interessiert hat, er wollte auch gar nicht viel wissen von ihren Erzählungen, ihren Erinnerungen: „Du hast noch nie einen Fuß auf afrikanischen Boden gesetzt.“

Sehr gut gefallen haben mir diese lose Aneinanderreihungen, diese Abschweifungen, welche aber immer stimmig waren. Er war mit Ana am See und plötzlich kommt gedanklich sein Vater mit seinen Wegemarkierungen daher. Der Autor versteht es meisterhaft, eine längst vergangene Episode in das hier und jetzt erlebte einzuweben. Das Buch sollte man nicht so nebenbei lesen, sollte sich Zeit nehmen und Zeit lassen, denn dann ist man mittendrin und kann diesen Gedankensprüngen gut folgen. Es ist voller Emotionen, spürt Stimmungen nach, lässt den Leser den Zauber des Augenblicks erleben in einer harmonischen, aber dennoch unwiederbringlichen Atmosphäre der Endgültigkeit.

Das Buch hat mich gut unterhalten. Empfehlen kann ich es uneingeschränkt all jenen, die eher die leisen Töne bevorzugen oder diese gerne zwischendurch lesen.

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