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Veröffentlicht am 24.02.2025

Es geht hart zur Sache

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
1

Der Fallanalytiker Max Bischoff ermittelt in seinem nunmehr fünften Fall, natürlich unterstützt ihn dabei sein guter Freund und Handschriftenexperte Marvin Wagner. Die beiden stehen kurz vor der Eröffnung ...

Der Fallanalytiker Max Bischoff ermittelt in seinem nunmehr fünften Fall, natürlich unterstützt ihn dabei sein guter Freund und Handschriftenexperte Marvin Wagner. Die beiden stehen kurz vor der Eröffnung ihrer gemeinsamen Detektei, als sie ihren ersten Auftrag erhalten. Ausgerechnet Rainer Klinke, ein in U-Haft befindlicher Geschäftsmann aus Trier, ist ihr erster Klient. Kai Weinand, ein Friseurmeister, der den Insassen der JVA die Haare schneidet, nimmt an Klinkes statt Kontakt mit der WaBi Investigations Detektei in Düsseldorf auf.

Der 9jährige Sohn eines Richters wurde entführt und nun fühlt der inhaftierte Klinke sich durch seine Tat, wegen der er einsitzt und in der es um Rache an einer Richterin geht, mitschuldig. Werden sie den entführten Jungen rechtzeitig finden? Es sieht nicht gut aus, gleichzeitig wird bekannt, dass es sich hier um immer den gleichen Tatbestand handelt. Es geht um Kindesentführung, es geht um Straftäter, die nach einer viel zu geringen Strafe bald wieder auf freiem Fuß sind und sich weiter an wehrlosen Kindern vergehen, um sie anschließend zu töten. Und es geht um die Richter, um die Richterinnen, die, hätten sie die Täter härter bestraft, die nachfolgenden Taten verhindern können.

Bischoff ist gewohnt souverän, auch Marvin steht ihm in nichts nach. Horst Böhmer, Max Ex-Partner, leitet mittlerweile das KK11 und natürlich kommt es zum Austausch, sie arbeiten sozusagen Hand in Hand. Die Handlung ist dramatisch, so manche Szene erfordert schon eine gehörige Portion Abgeklärtheit. Nach gut der Hälfte war ich mir ziemlich sicher, dass ich dem Täter auf der Spur bin, was sich dann doch als gewaltiger Irrtum herausstellt. Strobel lässt seine Leser hautnah an so manch Gräueltat heran, da darf man nicht zu zartbesaitet sein. Die Ermittler tauchen ein in die Untiefen des Darknet, es geht um Selbstjustiz und um falsch verstanden Gerechtigkeitssinn und um Schizophrenie, um Gott, der zu ihm spricht, geht es auch, was mir einen Ticken zu drüber war.

„Das Muster des Bösen“ ist sehr böse und - es geht knallhart zur Sache. Die Fehlbarkeit der Justiz und deren schwer oder gar nicht nachvollziehbare Urteile werden aufgezeigt und angeprangert. All dies wird kurzweilig dargeboten mit mittlerweile vertrauten Figuren, denen ich immer gerne folge.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

London Bridge – die Brücke über der Themse

Die Brücke von London
1

„Vielleicht ist Ihnen bekannt, Sir, dass zuerst eine Holzbrücke über die Themse führte. Ein fragiles Konstrukt, fraglos. Doch vor mehr als fünfhundert Jahren wurde dann die London Bridge aus Stein errichtet. ...

„Vielleicht ist Ihnen bekannt, Sir, dass zuerst eine Holzbrücke über die Themse führte. Ein fragiles Konstrukt, fraglos. Doch vor mehr als fünfhundert Jahren wurde dann die London Bridge aus Stein errichtet. Über die darauffolgenden Jahre und Jahrhunderte erweiterte man sie.“

Julius Arth hat sich während eines Englandbesuches von einem Bild der alten London Bridge zu diesem historischen Roman inspirieren lassen und natürlich wollte ich wissen, was es mit dieser Brücke auf sich hat. Schon der erste Eindruck ist positiv, das Cover, die Buchrückseite und die Buchinnenseite versetzen mich einige Jahrhunderte zurück.

„Es wird weitergehen. Und ich schwöre, dass ich mich von keiner Schnepfe aus Westminster und keinem diebischen Gehilfen unterkriegen lassen werde.“ So kämpferisch gibt sich Juliana Hamley, nachdem eine unzufriedene Kundin erbost ihr Tuchgeschäft verlassen und ihr Gehilfe mit einem Ballen edelster Seide das Weite gesucht hat. Daniel, ihr verstorbener Mann, hat ihr nichts als Schulden hinterlassen. Sie begegnet Oliver Morris, der für das Bridge House, das die Verwaltung der Brücke obliegt, tätig ist. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder und auch Alder, ein Straßenjunge, den sie gerade noch rechtzeitig aus der Themse fischt, spielt eine nicht unerhebliche Rolle in ihrem Kampf ums Überleben. Wir schreiben das Jahr 1749.

Es sind zwei Erzählstränge, die ein halbes Jahrtausend trennen, zwei so intensive Geschichten, die wechselseitig erzählt werden. 1749 ist es die Tuchhändlerin Juliana, deren Geschäft in der ehemaligen Brückenkapelle mehr schlecht als recht geht und 1202 sind es Estrid und ihre Schwester Sybilla, die als Kräuterkundige der Hexerei verdächtig ist. In diesen frühen Jahren ist es der für den Unterhalt der Brücke zuständige Geistliche Peter de Colechurch, der angeregt hat, die Holzbrücke durch Stein zu ersetzen. Und dieser Geistliche ist es auch, der nach einem Unglück im Namen der Kirche seine Helfer auf Sybilla hetzt.

Beide Zeitebenen lassen mich tief in die jeweilige Epoche abtauchen - jede für sich ist fesselnd, jede hält mich gefangen. Julius Arth nimmt mich mit in ein London, das die damalige Zeit und das Leben auf der Brücke in den mehrstöckigen Häusern – wie eine Stadt über dem Wasser - und deren Bewohner gut einfängt. Die vielen Händler sehen sich durch den Bau einer zweiten Brücke in ihrer Existenz bedroht, auch Juliana steht vor dem Ruin. Das Schmuggelgeschäft, das ihr der pfiffige Alder vermittelt, ist lukrativ, birgt jedoch auch viele Gefahren in sich.

Neben Julianas Geschichte, die von unbedingtem Zusammenhalt, von Freundschaft und auch von einer aufkeimenden Liebe erzählt, aber auch von nicht legalen Mitteln, um dem Schuldnergefängnis zu entkommen, ist es auch Estrid, deren Leben fünfhundert Jahre zuvor mit der Brücke, an deren Bau ihr Ehemann Stephen mitgewirkt hat, verbunden ist.

Viel Historisches habe ich mitgenommen, auch hat mich dieser Roman angeregt, noch mehr über dieses Bauwerk zu erfahren. Es war ein kurzweiliges, ein informatives Leseerlebnis mit Charakteren, die liebenswürdig und nett, andere wiederum verschlagen und hinterhältig sind – allesamt sind sie glaubhaft wiedergegeben. Gerne hätte ich weitergelesen, immer weiter… vor dem Hintergrund der Brücke. „Die London Bridge ist für nichts Geringeres als für die Ewigkeit erbaut.“

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Spannend, mystisch, mörderisch

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
1

„Das Herz ist eine gut geölte Maschine, die uns am Leben erhält - wenn alles gut läuft.“ Für Quinn läuft es nicht gut, denn ihr Spenderherz wird es nicht mehr lange machen. Sie studiert Medizin, weil sie ...

„Das Herz ist eine gut geölte Maschine, die uns am Leben erhält - wenn alles gut läuft.“ Für Quinn läuft es nicht gut, denn ihr Spenderherz wird es nicht mehr lange machen. Sie studiert Medizin, weil sie verstehen möchte, wie der menschliche Körper funktioniert. „Wenn ich schon sterbe, will ich wenigstens wissen, wie genau. Alles andere ist mir egal.“ Ihren Sarkasmus kann ich angesichts ihrer Lage gut verstehen.

Ein Schuss - ein Toter auf der Treppe draußen im Hof in einer der modernsten privaten Hochschulen, die sich in den Gemäuern einer alten Klosteranlage befindet, welche speziell für den Lehrbetrieb umgebaut wurde. Wie sich herausstellt, ist der Tote Johann Sailer, der neue Direktor der Wilhelm-Schreiber-Akademie. Wer ist für diese Tat verantwortlich? Und warum musste Sailer sterben? Vom dunklen Fenster der Bibliothek, die direkt über dem Tatort liegt, wird diese Szene beobachtet, auch wird eine dunkle Gestalt ganz in der Nähe des Toten wahrgenommen. Es bleibt nicht bei dem einen Toten und bald wir Quinns Bruder Flo verdächtigt. In was ist er da hineingeraten?

Die beiden Geschwister stehen sich ziemlich nahe, denn außer ihrer stets abwesenden Mutter und der dementen Großmutter haben sie keine Familie mehr. Quinn kann und will es nicht glauben, dass ausgerechnet ihr Bruder verdächtigt wird, hinter diesen Todesfällen zu stecken.

Nina Scheweling hat mich mit ihrem „Dark Academia mit Slow-Burn-Romance meets Medizinthriller“ positiv überrascht. Da ich eher Thriller denn Romance lese, ich aber dennoch gerne in allen Genres stöbere, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die Handlung hat mich komplett abgeholt, auch habe ich mir von den Protagonisten, allen voran von Quinn, ein gutes Bild machen können. Sie ist trotz ihrer spröden Art eine einfühlsame junge Frau, die klug durchs Leben geht. Sie ist verschlossen, was nicht zuletzt ihrer Herztransplantation geschuldet ist. Ihre Bezugsperson ist Flo, die beiden stützen sich gegenseitig. So nach und nach lerne ich auch die anderen Charaktere kennen – einige davon sind durchaus präsent, andere treten mehr in den Hintergrund.

Die „Anatomie einer Verschwörung“ ist der fesselnde Auftakt einer Medizinthriller-Reihe, die daneben auch die anderen Elemente – wie etwa dunkle Machenschaften, elitäre Verbindungen voller Geheimnisse und Mystik - gut einbindet. Im Vordergrund sehe ich den Thriller, was mir sehr entgegenkommt, denn die Romantik war eher zu ahnen denn dass sie präsent gewesen wäre. Was mich persönlich so gar nicht gestört hat, was aber im nächsten Band noch folgen könnte. Da wir im Medizinbereich sind, passen die diversen, dazwischengeschobenen Todesarten in Form eines Tagebucheintrages perfekt. Sie sind dem Verlauf der Story jeweils angepasst, sie behandeln etwa einen Tod durch Verbluten oder auch einen, der der Altersschwäche geschuldet ist. Insgesamt sind dies sechs verschiedene Todesursachen, jede für sich wird auch für den medizinischen Laien gut verständlich erklärt.

Nina Schewelings Schreibstil hat mich sofort ins Buch gezogen, auch ihre Charaktere sind gut skizziert. Die einnehmende Story hat mich neugierig weitergetrieben und natürlich war es Quinn, mit der ich gebangt und gelitten habe und selbstverständlich werde ich die Reihe weiterverfolgen, denn einiges ist geklärt, anderes bleibt noch im Unklaren.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Eindrucksvoll

Der große Riss
1

Der Panamakanal ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen weltweit. Die etwa 82 km lange, künstliche Wasserstraße mit Schleusen und einer Scheitelhaltung von 26 m Höhe verbindet den Atlantik mit dem ...

Der Panamakanal ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen weltweit. Die etwa 82 km lange, künstliche Wasserstraße mit Schleusen und einer Scheitelhaltung von 26 m Höhe verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Schon Kaiser Karl V. hatte die Idee, die beiden Ozeane miteinander zu verbinden, um 1900 dann wurden die Arbeiten vorangetrieben, Cristina Henriquez erzählt in ihrem großartigen Roman „Der große Riss“ davon. Schon der erste Blick auf das BuchCover zeigt, mit welch gewaltigem Bau wir es hiermit zu tun haben.

Sie kommen aus allen Ecken der Welt, aus Barbados, Jamaika, Peru, Argentinien… es sind zu viele Herkunftsländer, um sie alle aufzuzählen. Es sind tausende von Männern, die sich Tag für Tag durch den Matsch schaufeln, durchnässt vom Regen.

„Sie strömten in Arbeitszügen herbei und kletterten hinunter in den Riss, und wenn die Pfeife ertönte, arbeiteten sie. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang öffneten sie die Erde. Sie standen bis zu den Knien im Schlamm. Sie atmeten den Kohlequalm der Lokomotiven ein, die unentwegt an ihnen vorbeizogen. Ihnen dröhnten die Ohren von den Hämmern der Felsbohrer…“

La Boca wird der Kanal von ihnen genannt. Ein klaffendes Loch, das alles verschlingt, was sich ihm in den Weg stellt. Es gibt gewaltige Erdrutsche, es gibt viele Opfer. Ganze Ortschaften werden verlegt, Seuchen und Krankheiten bekämpft, sie arbeiten bis zum Umfallen und doch bleibt ihnen nicht viel.

Anhand von Einzelschicksalen wird der Bau dieses gewaltigen Projekts deutlich. John etwa, der die Malaria ausrotten will, stellt Ada ein, die sich um seine kranke Frau Marian kümmert. Ada wiederum will für ihre schwerkranke Schwester Millicent Geld verdienen, um die Arztkosten bezahlen zu können. Mit Omar, dem Sohn des Fischers Franciscos, stecken wir direkt im Schlamm. Es ist ein Knochenjob, der durch die Willkür des Aufsehers zusätzlich erschwert wird. Auch wird die Umsiedlung Gatúns thematisiert, ein Riss geht nicht nur durch Panama, er geht durch ihrer aller Leben. Und diese Leben bindet Cristina Henriquez in die Arbeiten um den Panamakanal ein. Ihre so unterschiedlichen Leben haben Berührungspunkte, ihre Lebenswege entlang des Kanals kreuzen sich. Die Autorin zeigt auf, was der Riss aus ihnen allen macht. Ein Riss, der sich durch alle Schichten der Gesellschaft zieht, der Arm gegen Reich, Schwarz gegen Weiß anspricht, ohne zu werten. Der auch heute, mehr als ein Jahrhundert später, nachdenklich macht.

Ganz viel habe ich rund um die Entstehung des Panamakanals mitgenommen. Wer sich eher für die technischen Daten interessiert, wird sie alle im Netz finden. Es ist ein Roman, kein Sachbuch. Das Historische wird mit den interessanten, durchweg authentischen Charakteren gut verständlich aufbereitet, es ist ein lebendiges, sehr lesenswertes Buch, das wie nebenbei viel Wissenswertes vermittelt.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Eine Milieustudie

Frau Hempels Tochter. Roman
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Über die vielzitierten „kleinen Leute“ hat die jüdische Schriftstellerin Alice Berend geschrieben, sie selbst kam aus großbürgerlichem Hause, sie hatte schon immer den Drang, zu schreiben. Ihr Roman „Frau ...

Über die vielzitierten „kleinen Leute“ hat die jüdische Schriftstellerin Alice Berend geschrieben, sie selbst kam aus großbürgerlichem Hause, sie hatte schon immer den Drang, zu schreiben. Ihr Roman „Frau Hempels Tochter“ erschien 1913, schon ihre vorherigen Bücher waren erfolgreich, weitere erschienen, sie wurde die meistgelesene Schriftstellerin ihrer Zeit in Deutschland. Ihre Werke wurden von den Nationalsozialisten verboten, sie ging in die Schweiz und später dann nach Italien.

Nun zum Buch, dem ich hier noch ein wenig nachspüren will: Frau Hempel lebt mit ihrem Mann, einem Schuster, und ihrer Tochter als Portiersfrau in einem Berliner Mietshaus. Laura heiß Frau Hempels Tochter. Sie ist jung, bildschön und will hinaus aus der Kellerwohnung der Eltern, hinaus ins Leben. Zunächst schafft sie es einige Stockwerke höher zu den Brombachs, dort ist sie als Kindermädchen angestellt. Nun, Laura sieht dann und wann von Brombachs Wohnung aus dem Fenster und was oder besser gesagt wen sie sieht, erfüllt sie mit Freude. Es ist Eugen, der junge Graf von Prillberg, der ihr ausgesprochen gut gefällt.

Frau Hempel ist fleißig und rechtschaffen, ihr großes Ziel ist es, eines Tages im eigenen Häuschen zu wohnen, dafür legt sie jeden entbehrbaren Groschen zur Seite. Sie ist zufrieden mit dem, was sie hat. Ganz anders die Gräfin von Pillberg, deren Gatte als Sektagent von Haus zu Haus tingelt und sie nun verarmt im Hinterhaus wohnen müssen. „Denn die Gräfin war sehr unglücklich, und ihr einziges Vergnügen war, sich über ihr Schicksal beklagen zu dürfen.“

Auch wenn der Schreibstil gerade anfangs etwas sperrig anmutet, so gewöhnt man sich schnell daran und geht über, die Geschichte im Kleinbürgermilieu zu genießen. Schuster, bleib bei deinem Leisten heißt es so schön, in unserem Falle wäre die Tochter eines Schuhmachers und einer Dienstbotin bei Ihresgleichen gut aufgehoben, sie aber folgt ihrem Herzen, unterstützt von ihrer lebensklugen Mutter. Wir sind in Berlin zur Jahrhundertwende, die Grenzen zwischen der feinen Gesellschaft und den gewöhnlichen, den kleinen Leuten, sind stets spürbar, das Klassendenken nicht zu leugnen. Und natürlich ist es der Frau Gräfin nicht recht, dass sich ihr Grafen-Sohn mit einer Schusterstochter einlässt, geschweige denn, sie ehelicht.

Alice Berend erzählt klug und gewitzt von „Frau Hempels Tochter“, die Neuauflage wurde moderat dem heutigen Standard angepasst. Unbedingt lesenswert ist auch das von Margret Greiner verfasste Nachwort, das dem soeben Gelesenen nochmal nachspürt und auch den Lebensweg von Alice Berend skizziert. Ein wiederentdeckter Roman, der mir kurzweilige und gar vergnügliche Lesestunden bereitet hat.

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