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Maria_12

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2025

Außergewöhnlich und überraschend

Zwischen zwei Leben
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In ihrem neuen Roman erzählt die finnische Schriftstellerin Minna Rytisalo auf eine sehr originelle Weise eine feministische Emanzipations-Geschichte über eine Frau, die sich zwischen zwei Leben befindet.

In ...

In ihrem neuen Roman erzählt die finnische Schriftstellerin Minna Rytisalo auf eine sehr originelle Weise eine feministische Emanzipations-Geschichte über eine Frau, die sich zwischen zwei Leben befindet.

In der Mitte ihres Lebens beschließt Jenni Mäki, die lieblose Ehe mit Jussi zu beenden und einen Neustart zu wagen. Ihre Kinder sind aus dem Haus und brauchen sie nicht mehr, finanziell ist alles einvernehmlich geregelt, der untreue Jussi hat schon eine neue Frau, ihrem mutigen Neuanfang nach 24 Ehejahren steht also nichts im Wege. Sie hat sogar einen neuen Namen angenommen und heißt jetzt Jenny Hill, und auch eine neue Wohnung hat sie schon für sich gemietet. In die nimmt sie nur das Allernötigste mit, so wenig wie möglich von dem, was sie an ihr altes Leben erinnern könnte.

Alleine in ihrer Wohnung, werden die „Ajattaras“, den Geistern aus der finnischen Mythologie ersetzt durch die Märchenfiguren „Aschenputtel, Schneewittchen, Dornröschen, Gretel, Rapunzel und Rotkäppchen“, in ihrem Kopf lauter und versuchen sie zu erreichen, indem sie sie ansprechen. Geschickt tauchen die Märchenfiguren immer wieder auf um den gesellschaftlichen Druck zu kommentieren und ihr Ratschläge zu hinterlassen.

Auf Anraten ihrer Psychotherapeutin soll Jenny Briefe schreiben, die sie nicht abschicken soll, sie aber dadurch zwingt, ihre Probleme gründlich zu durchdenken. Nur die Schriftform nämlich bringe Ordnung in das gedankliche Chaos und die unverbindliche Flüchtigkeit der Therapiegespräche. Jenny braucht nicht lange zu überlegen wem sie schreiben will. Und schon fliegen die ersten Zeilen aufs Papier an Brigitte Macron, die fast 25 Jahre ältere Frau des französischen Präsidenten, deren unkonventionelle Ehe nicht nur durch den Altersunterschied, sondern auch durch das skandalträchtige Lehrerin/Schüler-Verhältnis gesellschaftlich vorgeprägt ist.

Jennys Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eine Frau, die sich selbst wiederfindet, leise, tastend, aber mit wachsender Entschlossenheit.

Fazit:
„Zwischen zwei Leben“ hat mich mit seiner ruhigen, fast unspektakulären Art überrascht. Es ist kein Buch, das mit großen Wendungen oder lauten Momenten auffällt, sondern eines, das sich langsam entfaltet und gerade dadurch Wirkung zeigt. Eine interessante Geschichte, die Mut macht, aber auch zum Nachdenken anregt.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Nebensaison in Grado

Alle weg
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Das Cover und die Gestaltung des Buches mit Leineneinband und Lesebändchen, wirkt ausgesprochen edel und konnte mich auf den ersten Blick, begeistern.

In seinem neuen Buch „Alle Weg“ schildert Stefan ...

Das Cover und die Gestaltung des Buches mit Leineneinband und Lesebändchen, wirkt ausgesprochen edel und konnte mich auf den ersten Blick, begeistern.

In seinem neuen Buch „Alle Weg“ schildert Stefan Maiwald, der in der norditalienischen Stadt Grado, ganz in der Nähe von Pinos Bar lebt, Tagebuchartig seine Beobachtungen und Erlebnisse aus der Nebensaison, wenn die Touristen abgereist sind, Ruhe einkehrt und das wahre Leben der Einheimischen, beginnt.
Und in Pinos legendärer Bar beginnt sie exakt dann, wenn der Fernseher endlich wieder läuft. Und die einheimischen Stammgäste den Sommer resümieren, über Politik streiten, die Fußballergebnisse und lokale Kriminalfälle diskutieren, füreinander kochen, Pläne schmieden, lachen, laut diskutieren und am Ende immer auf das Leben anstoßen.

Fazit:
Aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln zitiert der Autor querbett seine reichhaltig angesammelten Anekdoten, wobei sich auch Themen in unterschiedlichen Monaten, wiederholen können. Einige Anekdoten fand ich schon recht unterhaltsam aber eben nicht alle. Mir fehlte in dieser Erzählung einfach etwas mehr Spannung und ein Faden, der mich von dem italienischen Flair, hätte überzeugen können.

Im Anhang gibt es noch eine Auflistung über – „Wer wohnt hier eigentlich?“ und mir stellt sich echt die Frage, was nutzt mir zu wissen, wieviele Hausfrauen, Tellerwäscher, Kellner usw. in Grado leben?
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein spannender zweiter Teil

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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Mit der gelungen Fortsetzung „Little Germany-Der Geschmack von Freiheit“ von der Autorin Maria Nikolai, endet die Dilogie der „Die Bäckerinnen von Manhattan - Saga“.

Der zweite Band schließt nahtlos ...

Mit der gelungen Fortsetzung „Little Germany-Der Geschmack von Freiheit“ von der Autorin Maria Nikolai, endet die Dilogie der „Die Bäckerinnen von Manhattan - Saga“.

Der zweite Band schließt nahtlos und direkt an den ersten Band an und rankt weiter um den Untergang des Ausflugsdampfers General Slocum auf dem East River im Juni 1904. An diesem Tag waren über 1300 Menschen aus dem Little Germany oder Kleindeutschland, manchmal auch "Deutschländle" genannten deutschen Viertel New Yorks an Bord der Slocum. Anlass war ein Jahresausflug, Ziel ein Picknickgelände am Long Island Sound. Man hatte den Schaufelraddampfer gechartert, um die Gesellschaft hinzubringen und am Abend wieder abzuholen. Doch bereits nach 15 Minuten - der Dampfer passierte gerade die berüchtigte Enge Hell Gate - geschah ein dramatisches Unglück und mittendrin, Lissys liebste Menschen.

Nach dem Schiffsunglück beginnt für Lissi, die schwerste Zeit ihres Lebens aber zum Glück sind da ihre Freunde, die stets versuchen sie aufzufangen.
Auch das Leben selbst im ganzen Viertel Little Germany hat sich nach der Schiffskatastrophe verändert, denn die Menschen sind gelähmt von ihrer Trauer um die vielen Toten und verlassen Little Germany. Was sollen Lissi und Julia also hier noch! Schnell ist beschlossen, sie wagen einen Neuanfang in Yorkville und eröffnen „Lissi's Kleine Konditorei“. Sie haben Glück und die kleine Konditore, ist bald wie ein aufstrebender Stern am German Broadway und von Erfolg gekrönt, denn die Kunden lieben die schwäbische Confiserie. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage.

Der ausführliche Anhang, mit einem Personenregister, historischen Hintergründe, dem Glossar und den schönen Rezepten aus Lissi’s Kleiner Konditorei, runden die Dilogie, perfekt ab.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem leichten und flüssigen Schreibstil eine lebendige Geschichte über Verluste und Neuanfänge, über die Kraft der Liebe, über das starke Band der Freundschaft und des Zusammenhalts, gelungen. Die Charaktere der Protagonisten sind gut ausgearbeitet und es hat mir großen Spaß gemacht, diese in ihrer Entwicklung und auf ihrem Weg, zu begleiten.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Ein tief berührendes Porträt

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Das Cover und der Titel „Lilianas unvergänglicher Sommer“ haben mich regelrecht magisch angezogen. In ihrem bewegenden und zugleich vielschichtigen Porträt entfaltet die Autorin Cristina Rivera Garza, ...

Das Cover und der Titel „Lilianas unvergänglicher Sommer“ haben mich regelrecht magisch angezogen. In ihrem bewegenden und zugleich vielschichtigen Porträt entfaltet die Autorin Cristina Rivera Garza, die aufwühlende Suche nach den Spuren ihrer geliebten Schwester.

Im Mittelpunkt der Geschichte, steht ihre Schwester Liliana, eine junge Frau voller Leben und die Aussicht einer glänzenden Zukunft. Ihr gewaltsamer Tod, ein Femizid, wird von der Autorin nicht nur als persönlicher Verlust, sondern auch als gesellschaftliche Anklage verarbeitet.

Nach fast über 29 Jahren überwindet die Autorin ihre lähmende Trauer und macht sich auf den Weg zurück nach Mexiko, denn sie will Antworten finden und sich dem Andenken ihrer Schwester Liliana, widmen. Sie rennt dabei von Behörde zu Behörde, wird belächelt, abgewiesen nur weil sie nach all den Jahren, die Akte ihrer Schwester haben möchte. Doch die Ermittlungsakte bleibt unauffindbar. Die Autorin erinnert sich, dass in ihrem Elternhaus noch die Kisten voller Tagebücher, Briefe und Notizen von Liliana, aufbewahrt sind. Akribisch durchforstet die Autorin alle Aufzeichnungen, setzt sich mit Verwandten, Freunden und all jener, die sie geliebt und geschätzt haben in Verbindung, bis sie ein vollständiges Porträt, von Liliana, vor sich hat.

Dieses Porträt stellt einen einmaligen Einblick in das Leben von Liliana, ihren Gefühlen, ihren Entscheidungen und ihren Empfindungen, mit ihrer eigenen Stimme und ihrer eigenen Worte. So wird Liliana greifbar, denn sie ist das Opfer, das durch dieses Buch nicht in Vergessenheit gerät.

Fazit:
Es ist kein leichtes Buch um zwischendurch zu lesen sondern es braucht schon etwas Raum und Zeit um in der Geschichte anzukommen. Der Einstieg mit den vielen fremden Begriffen der Behörden fand ich anfangs anstrengend und verwirrend aber nach den ersten 50 Seiten, konnte mich die Handlung, fesseln.
Besonders berührt hat mich, wie die Autorin das Leben ihrer Schwester Stück für Stück aufrollt und über ihren gewaltsamen Tod kraftvoll erzählt. Eine für mich sehr berührende und zum Nachdenken anregende Geschichte.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Die Schatten der Vergangenheit

Zwei Leben: Das Versprechen
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Die Autorin Astrid Korten legte bereits mit ihrem ersten Band „Zwei Leben – Hinter dem Schweigen“ ihren ersten historischen Familienroman auf zwei Zeitebenen vor, der auf den Erinnerungen ihrer Großeltern ...

Die Autorin Astrid Korten legte bereits mit ihrem ersten Band „Zwei Leben – Hinter dem Schweigen“ ihren ersten historischen Familienroman auf zwei Zeitebenen vor, der auf den Erinnerungen ihrer Großeltern väterlicherseits sowie auf wahren Begebenheiten aus dem Zweiten Weltkrieg basiert. „Zwei Leben – Das Verprechen“ ist der zweite Band dieser historischen Familiensaga. Beide Teile können unabhängig voneinander gelesen werden.

Ich habe das Buch zur Hand genommen und wurde gleich auf den ersten Seiten in die Geschichte gezogen. Die Handlung ist absolut fesselnd.

Brügge 2014: Nach einem Zusammenbruch wird Juna von den Ärzten mit einem "Ein Burn-out", für Monate krankgeschrieben, doch sie fühlt sich alleine und nutzlos. Um sich nicht zu verlieren, beginnt sie, als ehrenamtlicher Buddy zu arbeiten. Die Koordinatorin der ehrenamtlichen Mitarbeiter bietet ihr die Vermittlung mit dem 93jährigen Vincent Molen, der keine Angehörigen mehr hat aber sehr speziell ist, an. Juna leidet selbst an ihrer Einsamkeit, entwickelt aber ein unglaubliches Feingefühl für Vincent und gewinnt damit sein Vertrauen.

Juna hört zu, lockt Vincent zu Spaziergängen und Unternehmungen auf, die er zuerst grimmig annimmt aber scheinbar doch immer mehr Freude daran hat, als er zugibt. Selbst für Juna sind die Begegnungen erfüllt von Leben, denn sie hat den alten Herrn in ihr Herz geschlossen. Sie hört ihm zu und es entfaltet sich Stück für Stück Vincents Leben, das von Mut geprägt, von Verlust gezeichnet und von einer großen Liebe getragen ist. Etwas in seiner Geschichte ruft auch in Juna Erinnerungen wach. Sie spürt, dass da noch mehr ist. Etwas Ungesagtes, ein Schatten in seinem Blick. Eine Wahrheit, die ans Licht will. In Juna keimt eine Idee auf, denn wenn sie Vincent an die Orte seiner Vergangenheit führt, werden seine Erinnerungen greifbar und bald stößt sie auf die Spuren eines gebrochenen Versprechens.

Antwerpen 1942: Die Stadt ist von den Deutschen besetzt und Esther leidet als Jüdin unter den Repressalien der Besatzer, weg kann sie nicht, dafür ist kein Geld vorhanden und sie kann ihre kranke Mutter und ihre Großmutter nicht alleine lassen. Zum Glück hat sie noch eine Arbeit als Buchhalterin in der Diamantschleiferei als sie Vincent, der im Verborgenen dem Widerstand angehört, kennenlernt. Langsam bahnt sich eine tiefe Liebe zwischen der Jüdin und dem Nichtjuden an. Als die Lage für Esther immer bedrohlicher wird, versteckt Vincent sie, doch der Deportation entkommt sie nicht …

Der Autorin gelingt es hervorragend beide Zeitebenen sehr Emotional zu erzählen und geschickt miteinander zu verweben.

Am Ende gibt es kein Happy End im klassischen Sinne, sondern ein leises Verstehen, dass Liebe nicht endet, wenn ein Mensch geht – sondern weiterlebt in den Spuren, die er hinterlässt.

Fazit:
„Zwei Leben: Das Versprechen“ ist ein Buch, das nicht laut spricht, sondern still wirkt – und gerade dadurch tief berührt. Es erzählt nicht einfach eine Geschichte, sondern lädt dazu ein, sich auf eine stille Reise zu begeben – eine Reise durch Erinnerungen gegen das Vergessen.
Mit ihrem wunderbaren Schreibstil und ihren starken Charaktere, ist der Autorin eine berührende Fortsetzung ihrer Familiensaga gelungen, die mir ausgesprochen gut gefallen hat und die ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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