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Maria_12

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Kann Freundschaft Zeiten überdauern?

Der Sommer, der uns blieb
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Im ihrem Debüt „Der Sommer, der uns blieb“, erzählt die Autorin Greta Herrlicher eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und den Mut, zu sich selbst zu finden.

In einer idyllischen Kleinstadt, umgeben ...

Im ihrem Debüt „Der Sommer, der uns blieb“, erzählt die Autorin Greta Herrlicher eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und den Mut, zu sich selbst zu finden.

In einer idyllischen Kleinstadt, umgeben von glitzernden Seen und endlosen Feldern, erleben die unzertrennlichen Freunde, Britta, Pia und Martin eine Jugend voller Abenteuer und kindlicher Träume. Doch der Sommer nach dem Abitur, zerreißt die enge Freundschaft. Pia verschwindet ohne sich zu verabschieden. Britta, getrieben von verletzten Gefühlen, verlässt ihre Heimat und Martin, lebt weiterhin mit seiner Mutter zusammen, er hat die Kleinstadt nie verlassen. Die Freunde verlieren sich aus den Augen.

Erst zwei Jahrzehnte später ist Britta gezwungen, in ihre Heimat zurückzukehren um sich um ihren Vater zu kümmern, der alleine nicht mehr klar kommt. Martin, der sich unbefangen über ihr Wiedersehen freut, dem geht Britta aus dem Weg und dann taucht auch noch zu einer Fotoausstellung, Pia auf. Das sich die drei ehemaligen Freunde irgendwann treffen, bleibt nicht aus, doch das Wiedersehen reißt die alten Wunden auf und bringt ein tragisches Geheimnis ans Licht, denn Pia entschließt sich, vor ihrem Tod die Wahrheit zu erzählen, warum sie damals verschwunden ist.

Inmitten von Schmerz und Vergebung liegt es an Britta und Martin zu entscheiden, ob ihre Freundschaft stark genug ist, die Schatten aus der Vergangenheit zu verzeihen ...

Die Handlung springt im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aus Sicht der Perspektiven von Britta, Pia und Martin, hin und her.

Fazit:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen aber ohne Tiefe erzählt. Das wunderbar gestaltete Cover konnte mich vom ersten Moment an begeistern, während die Geschichte über Freundschaft, Vergangenheit und zweite Chance, mich nicht ganz überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Fesselnd erzählt

Solange ein Streichholz brennt
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„Solange ein Streichholz brennt“ ist mein erstes Buch von Christian Huber und ich bin total begeistert, über diese wunderbare Geschichte, die über Schuld und Vergebung, über Liebe und Flucht erzählt.

Das ...

„Solange ein Streichholz brennt“ ist mein erstes Buch von Christian Huber und ich bin total begeistert, über diese wunderbare Geschichte, die über Schuld und Vergebung, über Liebe und Flucht erzählt.

Das Cover mit den aufgereihten Streichhölzern und einem einzigen brennenden Streichholz, dazu der Titel, der sich plötzlich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht bis der Sinn dahinter deutlich wird, ist ausgesprochen gut gelungen.

Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will und plötzlich läuft ihm da noch ein Hund hinterher, der sich nicht abschütteln lässt. Bohm kämpft sich nun mit seinem Hund durch die Tage und Nächte.

Dann ist da noch die junge, einst aufstrebende Fernsehjournalistin Alina, deren vielversprechende Karriere ins Stocken geraten ist. Besonders die Termineinladung zu einem Feedbackgespräch wegen Neustruktuierung der Redaktion macht ihr Sorgen, denn sie befürchtet im Rahmen von Sparmaßnahmen, entlassen zu werden. Dann passiert das Gegenteil, denn Ihre letzte Chance auf eine TV-Karriere scheint ausgerechnet eine Reportage über das Leben auf der Straße zu sein. Ob ihr das gelingen wird? Und dann findet Alina Bohm ...

Bohm soll sich eine Woche lang tagsüber von Alina begleiten lassen, doch er lehnt vorerst ab bis zu dem Tag, als sein Hund schwerverletzt in die Tierklinik muss. Er braucht dafür dringend die angebotenen 1000 Euro und ruft Alina an.

Aus abwechselnden Perspektiven erzählt Bohm von seinem Leben auf der Straße und Alina, über ihren stressigen Alltag in der Medienbranche. Zwei Welten, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten und doch ist da plötzlich etwas zwischen ihnen. Etwas, das nicht sein kann.

Die zarte und behutsame Annäherung der beiden, löst gerade durch die sozialen Unterschiede, tiefe Emotionen aus. Erst am Ende wird klar, wovor Bohm letztendlich, davongelaufen ist.

Fazit:
Der Autor hat eine wunderbare Gabe, Geschichte mit einer emotionalen Tiefe und bewegender Atmosphäre, zu erzählen. Gerne habe ich die Protagonisten und ihre Entwicklung, in dieser berührenden Geschichte, begleitet.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein lesenswerter Auftakt

Schwesternland
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In „Schwesternland“ dem Auftakt der großen Schwesternreihe erzählt Katharina Fuchs, auf zwei Zeitebenen eine wunderbare Familiengeschichte über Herkunft, Verlust und die Frage, wie stark die Vergangenheit ...

In „Schwesternland“ dem Auftakt der großen Schwesternreihe erzählt Katharina Fuchs, auf zwei Zeitebenen eine wunderbare Familiengeschichte über Herkunft, Verlust und die Frage, wie stark die Vergangenheit unser Leben prägt.

Antonia und ihre drei Schwestern reisen zum 100. Geburtstag zu ihrer Großmutter Henriette ins alte Ferienhaus im Havelland, in ihr „Schwesternland“, ein Ort voller schöner aber auch trauriger Erinnerungen. Der frühe Tod des Vaters ist immer noch greifbar, denn eine merkwürdige Sprachlosigkeit liegt über der Familie, begleitet von Schuldgefühlen und unausgesprochenen Fragen. Das Verhältnis untereinander lässt tiefe Risse spürbar werden.

Unter den Geschenken ihrer Großmutter entdeckt Antonia ein Ahnengutachten, das weit in die Vergangenheit der Familie zurückreicht. Da sie Geschichte studiert, interessiert sie sich besonders für Jeanne Beauvais, Tochter eines Seidenhändlers im Lyon des 17. Jahrhunderts, eine junge Hugenottin, die auf der Flucht alles verlor außer ihrem Glauben und die in Berlin-Brandenburg ganz von vorne anfangen musste. Ermuntert von der Verwandten, die das Ahnengutachten erstellt hat, folgt Antonia der Spur ihrer Urahnin nach Lyon - bis ein Schicksalsschlag sie zurückruft, ins Schwesternland.

Im Wechsel auf zwei Zeitebenen gelingt es der Autorin geschickt die historische Vergangenheit lebendig und berührend entfalten zu lassen, während die Gegenwart sich im ersten Band überwiegend mit Antonias Lebenweg, beschäftigt.

Besonders gelungen fand ich zum Ende Antonias Zusammenfassung, wie sie Stück für Stück alle Puzzleteile zusammengetragen hat, bis Jeanne Beauvais Lebensweg, sichtbar geworden ist. Ein gelungener Abschluß der Vergangenheit.

Fazit:
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die beiden Zeitebenen mit spannenden und berührenden Handlungen zu verknüpfen. Die Protagonisten, sind vielschichtig und glaubwürdig im Handlungsverlauf eingebunden. Selbst die Einteilung der Kapitel, die mit Monat, Jahreszahl und dem Namen aus der Perspektive von Jeanne oder Antonia überschrieben sind, konnte mich voll begeistern.
Mit dem flüssigen Schreibstil der Autorin, hatte ich viele schöne Lesestunden und empfehle „Schwesternland“ sehr gerne weiter.


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Veröffentlicht am 31.03.2026

Suche nach der Vergangenheit

Elbland
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„Elbland“ mit dem wunderschönen Cover ist das erste Buch von Claudia Rikl, dass ich gelesen habe. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte ihrer sudetendeutschen Familie und deren ...

„Elbland“ mit dem wunderschönen Cover ist das erste Buch von Claudia Rikl, dass ich gelesen habe. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte ihrer sudetendeutschen Familie und deren Vertreibung, verarbeitet.

Auf drei wechselnden Zeitebenen erzählt die Autorin ihre Geschichte. In der Vergangenheit ab 1944 von Irma - ihrer Kindheit und Flucht aus Böhmen -, dem letzten gemeinsamen Familienurlaub im Jahr 1987 von Irma, ihrem Mann und den beiden Töchtern Nina und Katja und der Aufarbeitung der Vergangenheit durch Nina in der Gegenwart.

Als ihre Mutter Irma stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren des Ausharrens an der Seite dieser gebrochenen Frau ist sie plötzlich frei und fühlt sich verlorener denn je. Um wieder festen Grund zu finden, reist sie ins tschechische Riesengebirge, wo die Familie ihren letzten gemeinsamen Urlaub verbracht hat. Nina will ergründen, was die Familie damals auseinandertrieb – und was das Land für sie bereithält, das ihre Mutter einst Heimat nannte: Böhmen.

Jetzt war ich richtig neugierig auf diese Familiengeschichte und deren Schicksal aber vieles wird nur angedeutet. Katja ist wohl 1987 in den Westen geflüchtet und der Vater hat sich von Irma getrennt aber wann genau, bleibt offen. Zurück bleibt nur Nina, die sich all die Jahre um die schwermütige und gebrochene Mutter Irma kümmert. Erst nach Irmas Tod gibt es erste Kontakte zu ihrem Vater und dann zu Katja. Sie tasten sich an vergangenes heran aber keiner kann sich erklären, warum Irma so festgefahren in ihrem Leben war und sie nie über ihre Vergangenheit geredet hat. Was ist damals passiert?

Nina ist klar, auch sie kann keine Nähe zulassen und macht sich auf die Suche, um ihren inneren Frieden zu finden. Sie reist nach Böhmen und hofft in der Vergangenheit ihrer Mutter Spuren zu finden.

Bruchstückhaft kommt schon einiges ans Licht aber auch vieles nicht deutlich genug um sie richtig einordnen und verstehen zu können. Bei den Zeitlichen und Inhaltlichen Themen hätte mir eine fließende Verknüpfung besser gefallen. Das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.

Fazit:
Das Thema um die Aufarbeitung von Flucht, Vertreibung und um eine zerrissene Familie, ist schon sehr Interessant aber mir persönlich fehlte einfach die Tiefe in der Geschichte.
Von mir 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein spannender Roman mit Sogwirkung

Der Fährmann
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In ihrem neuen Roman „Der Fährmann“ erzählt Regina Denk eine Geschichte über ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, ...

In ihrem neuen Roman „Der Fährmann“ erzählt Regina Denk eine Geschichte über ein düsteres Familiendrama an der deutsch-österreichischen Grenze zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Neid, Liebe und Schuld, während der aufkeimende Nationalismus die Gemeinschaft spaltet. Der Fährmann Hannes Winkler und seine Jugendliebe Elisabeth stehen im Zentrum eines tragischen Konflikts, der durch den Krieg und persönlicher Intrigen verschärft wird.

Die zwei Dörfer, das deutsche Hohenwart und das österreichische Siegering sind getrennt durch die Salzach, die nur mit einer Fähre überquert werden kann und dazu bedarf es eines Fährmanns. Die Dörfler bestimmen über den jungen Hannes Kopf hinweg, dass er der neue Fährmann wird. Die Aufgaben eines Fährmanns bedeuten immer zur Stelle zu sein, wenn einer übergesetzt werden möchte. Seine sorglose Kindheit mit seinen besten Freundinnen Annemarie und Elisabeth ist von einem Tag auf den anderen vorbei. Hannes ist verzweifelt, liebt er doch Elisabeth aber als Fährmann darf er ja nicht heiraten und dann wird seine große Liebe auch noch dem reichen Hoferben, Josef Steiner versprochen und selbst Annemaries Hoffnung, zerschellt.
Elisabeth muss sich fügen auch wenn ihr Herz für Hannes schlägt, denn die Eltern haben die Ehe so verhandelt und besiegelt. Selbst zu ihrer Hochzeit darf sie nicht mal ihre Freundin Annemarie die Wirtstochter einladen, weil sie unter ihrem Stand steht. Elisabeths Ehe verläuft nicht glücklich und bald erfährt sie Gewalt und Missbrauch, doch wie sollte sie sich wehren. Selbst von ihrer Mutter wird sie mit ihren Sorgen abgewiesen und zurück zu ihrem Mann geschickt.

Während sich die zwischenmenschlichen Beziehungen atmosphärisch und tiefgründig zuspitzen, droht im Hintergrund der Erste Weltkrieg, der die Welt verändert. Die Männer müssen fort. Jetzt sind es die Frauen, die sich neu organisieren müssen und das Heft in der Hand halten, doch nicht jedem der zurückkehrenden Männer gefällt das. War es schon vor dem Krieg kaum auszuhalten, so wird es jetzt erst richtig tragisch.

Die kurzen Kapitel mit Zeitangabe wechseln zwischen Elisabeth zu Hannes und zu Annemarie, während auch Josefs Perspektive erläutert wird. Hannes, der vom Kriegsdienst als Fährmann freigestellt wird, fängt die beiden jungen Frauen immer wieder auf.

Fazit:
Der Autorin gelingt es, mit ihrem bildhaften und eindrucksvollen Schreibstil das düstere Familiendrama und die Stimmung der damaligen Zeit in einer bewegenden Atmosphäre, einzufangen. Die Spannung wird sehr gut, von Kapitel zu Kapitel, aufgebaut Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und trotz ihrer grausamen Schicksale oder gerade deswegen, konnten sie mich tief berühren. Eine historische Geschichte, die mich sehr fesseln konnte und die ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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