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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Drei Generationen – drei Schicksale

Real Americans
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Mit „Real Americans“ spannt die Autorin Rachel Khong einen weiten Spannungsbogen über drei Generationen, wobei es dabei Hauptsächlich um Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung geht.

In drei Handlungssträngen ...



Mit „Real Americans“ spannt die Autorin Rachel Khong einen weiten Spannungsbogen über drei Generationen, wobei es dabei Hauptsächlich um Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung geht.

In drei Handlungssträngen erzählen aus ihren jeweiligen Perspektiven, Lily, ihr Sohn Nick und ihre Mutter May, ihre Lebensgeschichten.

New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Trotz abgeschlossenem Studium findet sie keinen festen Job und spürt die stetige Enttäuschung ihrer Mutter. Mit ihrem Vter hat sie ein gutes Verhältnis, ist er es doch, der ihr hier und da etwas Geld zusteckt. Auf der Weihnachtsfeier trifft sie Matthew – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums – und sie verlieben sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich. Bald sind beide verheiratet und Sohn Nick kommt zur Welt und dann überschlagen sich die Ereignisse, der Handlungsstrang bricht unvermittelt ab und lässt mich verstört zurück!

Der zweite Handlungsstrang spielt 21 Jahre später. Lily lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Sohn Nick auf einer abgelegenen Insel. Nick spürt das Etwas fehlt aber Lily bleibt eisern und nennt ihm nur den Vornamen seines Vaters. Als Nick nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.

Im dritten Handlungsstrang geht es um May, Nicks Großmutter, die mit allen Mitteln versucht, Kontakt zu ihrer Tochter und zu ihrem Enkel herzustellen. Bei Lily hat sie kein Glück während May auf der anderen Seite, das Herz von Nick gewinnt.
May erzählt ihre Lebensgeschichte und oft habe ich mich gefragt, erzählt sie diese Nick oder erzählt sie nur ihre Erinnerungen? Im kommunistischen System Chinas, war es sicher sehr hart für eine junge ehrgeizige und aufstrebende Wissenschaftlerin. Sie verrät ihre große Liebe um einem Mann in die Freiheit nach Amerika, folgen zu können.

In den drei Handlungssträngen werden jeweils unglaublich viele Themen aufgegriffen, die aber zum Ende der Geschichte, nicht wirklich harmonisch verknüpft sind. Mays Geschichte, hätte mir persönlich besser aufgeteilt am Anfang und zum Ende hin, gefallen.

Fazit:
„Real Americans“ ist sowohl eine Familiengeschichte als auch ein Gesellschaftsroman, der die Handlung teilweise sehr schnell voranschreiten lässt aber wichtige Entwicklungen im Zeitraffer erzählt. Durch die vielen unterschiedlichen Themen und ständig wechselnden Perspektiven gingen leider so manche emotionalen Momente verloren. Diese außergewöhnliche Geschichte mit seinen Protagonisten konnte mich nicht wirklich berühren.


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Veröffentlicht am 07.03.2026

Eine überzeugend aufgebaute Atmosphäre

Moosland
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Mir hat das Buch „Moosland“ von Katrin Zipse unfassbar gut gefallen, denn die Autorin erzählt anhand eines fast vergessenen Stücks Geschichte von den knapp dreihundert jungen Frauen aus Deutschland, die ...

Mir hat das Buch „Moosland“ von Katrin Zipse unfassbar gut gefallen, denn die Autorin erzählt anhand eines fast vergessenen Stücks Geschichte von den knapp dreihundert jungen Frauen aus Deutschland, die dem Aufruf der isländischen Bauernpartei gefolgt sind, um dort für ein Jahr auf den Höfen zu arbeiten. Die Bauern hofften nicht nur auf Arbeitskräfte sondern auch auf Heiratskandidatinnen, denn viele Isländerinnen sind in die Städte abgewandert oder nach dem Krieg, den abzieheneden Gls in die USA gefolgt.

Eine von den 300 jungen Frauen ist Elsa, sie hat keine Angehörigen mehr und um der Not im Nachkriegsdeutschland zu entkommen, folgt sie dem Aufruf. Traumatisiert und ohne Sprachkenntnisse kommt sie auf einen Bauernhof. Eine Verständigung mit der Familie und ihren beiden Söhnen, ist nicht möglich aber die Bauersfrau weiß sich zu helfen und zeigt Elsa, ihre Aufgaben, die sie langsam selbständig übernehmen kann. Die Arbeit auf dem abgelegenen Hof ist sehr anstrengend und hart aber dafür kann Elsa sich endlich satt essen. Nicht nur bei der Bäuerin findet sie langsam Anerkennung für ihre Leistung sondern auch bei den Männern, die sie bei anfallenden Arbeiten außerhalb des Hofes unterstützt.

Immer wieder verfolgen Elsa Erinnerungen an ihre Heimat und ihre Trauer um ihre Freundin Sola. Wird sie je ihren Schmerz überwinden …

Mit der Zeit findet der Knecht des Hofes Zugang zu Elsa und versucht ihr langsam aber sicher die Sprache des Landes beizubringen. Elsa ist und bleibt aber trotzdem verschlossen und schweigt weiterhin, dennoch entsteht zwischen Grassodenhaus, leuchtenden Wiesen und endlosem Meer ein Zusammenleben. Ihre Anwesenheit verändert die Dynamik auf dem Hof – besonders die der Bauernsöhne. Jeder der beiden Söhne wirbt auf seine Art um Elsa, doch ob sie die ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen erfüllen kann, bleibt abzuwarten.
Elsa kommt nach und nach hinter ein Geheimnis, das als dunkler Schatten über der Familie hängt.

Zum Ende gelingt der Autorin eine elegante und überraschende Wendung, mit der ich so nicht gerechnet hätte, mich aber voll überzeugen konnte.

Fazit:
Gefallen haben mir die bildhaften Beschreibungen der Weite und Kargheit Islands und das Leben auf einem abgelegenen Bauernhof. Mit ihrer hervorragenden Recherche, gelingt es der Autorin, eine glaubhafte historische Atmosphäre zu schaffen und Elsas Fremdheitsgefühle überzeugend darzustellen. Ein detailliertes Nachwort rundet die historischen Fakten perfekt ab.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Unterhaltsamer Teufelsreigen

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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„Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen“ von Peter Dempf, ist der 2. Band der historischen Abenteuer um Jakob Fugger, der uns weiter auf die Reise durch Intrigen, Macht und Rache aus dem spätmittelalterlichen ...

„Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen“ von Peter Dempf, ist der 2. Band der historischen Abenteuer um Jakob Fugger, der uns weiter auf die Reise durch Intrigen, Macht und Rache aus dem spätmittelalterlichen Augsburg, führt.

1505. Im Heiligen Römischen Reich pulsiert das Leben. Im Zentrum: Jakob Fugger, der einflussreichste Finanzier Europas. Doch wer reich und erfolgreich ist, hat auch Feinde. Aus gutem Grund beschäftigt das Oberhaupt der Fugger zwei ungewöhnliche Privatermittler: die Diebin Afra und den Boten Herwart. Von Fugger nach Venedig geschickt, stoßen die beiden bei einem Maskenball im Fondaco dei Tedeschi rasch auf erste Hinweise einer Verschwörung. Die Spuren führen zurück nach Augsburg, zu konkurrierenden Händlerfamilien, Fuhrleuten, Agenten des Papstes und einem Rosengarten. Erst in letzter Minute erkennen sie: Ein Fest soll zur tödlichen Falle werden.

Fugger hat mal wieder Schwierigkeiten, denn seine Lieferungen werden beschädigt oder verschwinden ganz, seine Angestellten werden bedroht oder verletzt. Es liegt an der Konkurrenz und an seinem politschen Handeln. Und wieder schickt Fugger seine zwei ungewöhnlichen Privatermittler Ava und Hervart auf eine gefährliche Mission um herauszufinden, wer hinter dem Ganzen steckt. Eine wilde Hetzjagd mit vielen Abenteuern und Wendungen bahnt sich an …

Die Handlung ist durchgehend leicht aber fesselnd geschrieben, denn die Protagonisten geraten mit einer ständigen Regelmässigkeit in Hinterhalte und tappen dabei mit offenen Augen immer wieder von einer Falle in die nächste. Überzeugend sind die gut dosierten historischen Informationen, die sich nahtlos in die Geschichte einfügen.

Besonders gelungen finde ich das ausführliche Nachwort des Autors zu den historischen Hintergründen, die den historischen Teil des Romans, gut abrunden.

Fazit:
Mit seinem sorgfältig recherchierten Hintergrund und seinen vielschichtigen fiktiven Figuren, ist dem Autor mit seiner Fortsetzung ein weiterer abwechslungsreicher historischer Roman um Jakob Fugger, gelungen. Wer mittelalterliche Romane liebt, ist mit diesem daher gut bedient.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Fesselndes Leseerlebnis

Kala
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Selten fühlt sich der Blick zurück so gegenwärtig an wie in Colin Walshs mitreißendem Debütroman „Kala“.

Im Sommer 2003 gehörten Helen, Joe und Mush zu einer unzertrennlichen Clique um die mutterlose ...

Selten fühlt sich der Blick zurück so gegenwärtig an wie in Colin Walshs mitreißendem Debütroman „Kala“.

Im Sommer 2003 gehörten Helen, Joe und Mush zu einer unzertrennlichen Clique um die mutterlose und ungestüme Kala Lanann – das strahlende Zentrum ihres Universums. Bis sie kurz darauf spurlos verschwand. Die Ermittlungen blieben ergebnislos und der Fall wurde nie aufgeklärt.

Nach 15 Jahren treffen Helen, Joe und Mush sich in der Kleinstadt Kinlough an der Westküste Irlands wieder.
Helen, arbeitet als freiberufliche Journalistin in Kanada und reist nach Kinlough, um an der Hochzeit ihres Vaters und Pauline teilzunehmen und um Paulines Zwillingsmädchen Donna und Marie, kennenzulernen. Joe, ist ein berühmter Musiker geworden und legt in seinem Heimatdorf Kinlough eine Pause ein um seinen verletzten Arm, zu kurieren. Mush hat Kinlough nie verlassen und führt gemeinsam mit seiner Mutter ein Café.

Ist es Zufall, dass ausgerechnet jetzt menschliche Überreste im Wald nahe einer Baustelle gefunden, werden? Schnell stellt sich heraus, dass es sich um die sterblichen Überreste von Kala handelt. Plötzlich stehen die drei Freunde im Fokus, denn Gegenwart und Vergangenheit prallen heftig aufeinander, denen sie sich stellen müssen.

Im Wechsel erzählen Helen und Mush aus der Ich-Erzähler Perspektive, während Joe aus der ungewöhnlichen Du-Perspektive über ihre Freundschaft zu Kala und ausgelassenener Erlebnisse aus der Vergangenheit und deren Folgen bis in die Gegenwart erzählen. Die Abgrenzung der Erzählungen zwischen der Gegenwart 2018 und der Vergangenheit 2003, ist bei allen drei Protagonisten nicht immer eindeutig.

Wie ein Puzzle zerlegen die drei Freunde jede noch so kleinste Erinnerung, gehen Hinweisen nach und offenbaren immer mehr dunkle Abgründe, die eine überraschende Wendung, in die Geschichte bringt.

Fazit:
Mit „Kala“ ist dem Autor ein Debüt mit einer spannenden Geschichte gelungen, die mir sehr gut gefallen hat Gerade die vielschichtigen Charaktere sind gut ausgearbeitet und konnten mich von Anfang an überzeugen. Insgesamt konnte mich die gesamte Atmosphäre der Geschichte fesseln und sehr gut unterhalten.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Elise kämpft für ihre Träume

Das Haus in Charlottenburg
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"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln ...

"Das Haus in Charlottenburg" stammt aus der Feder von Beate Sauer und erzählt eine historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890. Zwischen prächtigen Villen und den Elendsvierteln Berlins, beginnt ein Kampf für genossenschaftliches Bauen und die Suche einer jungen Frau nach Anerkennung und Erfüllung ihrer Träume.

Die Wohnungsnot in Großstädten besonders in Berlin, ist Ende des 19. Jahrhunderts recht groß und die Spekulationen um Grund und Boden sowie mit Gebäuden beginnen im großen Stil. Risige Mitskasernen mit im Extremfall bis zu sechs Hinterhöfen entstehen, doch nicht alle sind mit diesen unwürdigen Lebensbedingungen und Mietverhältnissen der Ärmsten einverstanden und suchen nach Lösungen.

Und mittendrin im Geschehen lebt und träumt die junge Elise, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern auf engstem Raum wohnt, sich als Schneiderin einen Namen zu machen um für sich und ihre Familie eine anständige Wohnung leisten zu können. Durch Zufall lernt Elise den jungen Architekten Johann kennen, der selbst um seinen Broterwerb kämpfen muss, weil ihm die Aufträge fehlen. Johanns bester Freund Louis, ist Professor an der Charité und will gemeinsam mit ihm gegen die krassen sozialen Ungerechtigkeiten in Berlin kämpfen und so planen sie genossenschaftliche Wohnungen zu bauen. Beide Männer verlieben sich in Elise aber ihr Herz schlägt nur für Johann.

Louis Mutter Baronin Leonora von Rienäcker gehört im Hintergrund zu den größten Spekulatanten. Sie schickt ihre Handlanger aus um Grund und Boden zu Spottpreisen zu erpressen. Ihr liegt daran immer mehr Mietskasernen zu bauen und weigert sich, den Wunsch ihres Sohnes, genossenschaftliches Bauen für eine angemessene Wohnsituation der Ärmsten zu akzeptieren. Intrigen und Spannungen bleiben nicht aus und dann überschlagen sich die Ereignisse …

Fazit:
Der Autorin ist es ganz wunderbar gelungen, den damaligen Zeitgeist gut recherchiert einzufangen. Der Roman liest sich sehr leicht und flüssig. Die Charaktere sind authentisch und die Handlung stimmig und bildhaft beschrieben. Im letzten Drittel nimmt das Buch gewaltig an Fahrt auf, denn innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne überschlagen sich die Ereignisse. Im Nachwort stellt die Autorin Realität und Fiktion einander gegenüber und rundet damit ihre historische Geschichte aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs um 1890, gelungen ab.

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