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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

Actionreicher Young-Adult-Krimi mit der allerschönsten Buchausstattung

Missing Page - Tödliche Worte
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Vorneweg: ich mochte das vorherige Buch der Autorin (Hotel Ambrosia) so sehr und habe mich so dermaßen auf das neue Buch gefreut.
Optisch toppt es das Hotel sogar noch. Ich lehne mich jetzt weit aus dem ...

Vorneweg: ich mochte das vorherige Buch der Autorin (Hotel Ambrosia) so sehr und habe mich so dermaßen auf das neue Buch gefreut.
Optisch toppt es das Hotel sogar noch. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, wage aber zu behaupten, dass ich jetzt schon das schönste Buch 2026 besitze.
Ein schöner Farbschnitt und ein ebenso Lust auf den Inhalt machendes Cover und dazu auch noch ein aufklappbares Fenster, das ich zuerst gar nicht entdeckt hatte. Plus ein Page-Overlay. Bei schönen Buchschnitten bin ich ja immer völlig aus dem Häuschen, den Hype um Page-Overlays konnte ich aber ehrlich gesagt bislang nicht nachvollziehen. Hier hat das Zusatzblatt aber einen Nutzen und ist in das Leseerlebnis integriert, lasst Euch überraschen.

So, jetzt aber zum Inhalt. Toppt auch der noch mal Hotel Ambrosia? Ich bin ja mit riesigen Erwartungen gestartet und muss für mich sagen: nein, an den Vorgänger kommt das Buch für mich nicht ganz ran.

Worum geht es?
Toni, junge 17 Jahre, hat es geschafft. Sie hat einen der wenigen und sehr begehrten Plätze eines Schreibworkshops ergattert. Mit einem Bestsellerautor, in seinem Herrenhaus in Schottland. Der berühmte Autor hat sich die letzten Jahre sehr rar gemacht und seinen Landsitz nicht mehr verlassen, nun will er dem Gewinner oder der Gewinnerin des Workshops sein Vermögen hinterlassen.

Doch dann wird es unheimlich im alten Herrenhaus. Eine fremde Person wird immer wieder gesehen, Einbrüche geschehen und dann kommt noch ein Sturm auf, der alle im Herrensitz isoliert. Toni schlafwandelt und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Das Setting ist super, Schottland, ein alter Herrensitz, ein kauziger und auch fieser Bestsellerautor und Personal, das sich merkwürdig verhält. Mitten drin lauter Teenager, die fest entschlossen sind, das Rennen um den besten Nachwuchsautor oder die beste Nachwuchsautorin zu gewinnen. Dazu ein Verlauf, der dramatisch wird und den ich nicht spoilern möchte. Plus ganz eventuell eine zarte Love-Story.

Trotzdem ist bei mir der magische Funke leider nicht übergeflogen.
Vielleicht, weil Aktion auf Aktion folgte, insbesondere gegen Ende hin, das machte es für mich zäh. Es zog sich gerade deshalb, war mir zu lang, hatte zu viele Schlenker und den Show-Down fand ich eher naja.

Dazu gab es relativ viele Traum-Sequenzen, die mich auch etwas genervt haben.

Auf der Plus-Seite aber so süße und witzige Details, die ich total mochte (ich sage nur Pullover) und eine durchaus in weiten Teilen gut konstruierte Geschichte.

Es war für mich zwar nicht ganz rund, insgesamt hat mir das Buch aber schon gut gefallen, nicht falsch verstehen. Ich bin eben auch mit sehr hohen Erwartungen an den Start gegangen.


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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.04.2026

Witzig mit Einschränkung

Betreutes Morden
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as gediegene Seniorenheim Sheldon Oaks hat illustre Bewohnerinnen und Bewohner. Eine ehemalige Innenministerin, ein ehemaliger Polizist, eine ehemalige Pathologin und ganz neu: eine Serienmörderin! Oder ...

as gediegene Seniorenheim Sheldon Oaks hat illustre Bewohnerinnen und Bewohner. Eine ehemalige Innenministerin, ein ehemaliger Polizist, eine ehemalige Pathologin und ganz neu: eine Serienmörderin! Oder eine ehemalige Serienmörderin? Carol, die nach 35 Jahren im Gefängnis glücklich in das Seniorenheim einzieht, beteuert es zumindest. Dummerweise geschieht kurz darauf ein Mord in Sheldon Oaks und Carol ist natürlich höchst verdächtig.

Das Buch klang witzig und eine Serienmörderin im Ruhestand ist mal was Neues. Auch das Buchcover gefällt mir total gut.
Beim Lesen hatte ich aber sofort Assoziationen mit dem "Donnerstagsmordclub". Auch eine Seniorenresidenz, auch schräge Charaktere mit prominenter Vergangenheit, auch Morde, auch eine Polizei, die nicht die allerhellste ist. Sehr viele Parallelen, aber einfach schwierig, wenn man sich mit der Kult-Serie messen muss. Es wirkte auf mich leider wie ein billiges Plagiat.

Doch im weiteren Verlauf des Buches habe ich diese Meinung wieder ein wenig (oder etwas mehr) revidiert.
Es hat sich dann ein wenig selbst auf die Schippe genommen, das fand ich gut und auch die Handlung hatte dann was. Zeitweise fand es ich unfassbar witzig.

Der Mordfall war dann ein wenig vorhersehbar, wobei ich auch hier mit einem aber mich selbst torpediere, denn bei der Auflösung gab es dann noch einen überraschenden Side-Kick, denn ich so nicht vorausgesehen habe.

Was mich aber wirklich auf Dauer sehr genervt hat, das waren die pseudo-spicy Szenen unter den Seniorinnen und Senioren.

Insgesamt habe ich zwar immer mit dem DMC verglichen, die überzeichneten Charaktere hatten hier aber schon auch was. Das Buch hat mich stellenweise genervt, stellenweise aber auch gut unterhalten.

Veröffentlicht am 03.04.2026

So riecht das Glück - mit Otto nach England

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier ...

Es geht schon zum fünften Mal auf große Fahrt mit Otto. Dieses Mal nach England, wie schön.
Was mir gar nicht klar war: Otto ist nicht exklusiv mit einer Familien unterwegs, sondern findet neue Reisebegleitungen.

Hier machen sich Papa Martin, Freda und Arthur auf die Reise. Fredas und Arthurs Mutter ist nicht mit dabei, weil die Eltern getrennt sind. Ich mag das ja, wenn Bilderbücher Lebensrealitäten abbilden, ohne groß zu thematisieren.

Unterwegs holen sie dann noch Tante Lissy und Dackel Daisy mit an Bord und dann erkunden sie zusammen England.

Otto ist der sympathischste Bus und Freund, den man sich vorstellen kann. Er ist neugierig, zeigt Gefühle und kümmert sich um seine Ferienfamilie.

Ich mag die Otto-Bücher, weil man so viel entdecken kann.
Es werden die klassischen Urlaubsvorstellungen bedient, man könnte es vielleicht auch ein wenig klischeehaft finden, aber für Kinder, die ein neues Land entdecken, finde ich es so genau richtig.

Ganz besonders putzig und auch rührend fand ich Auflösung um den Keksdieb im Buckingham-Palast.
Das Buch hat zwar für ein Bilderbuch schön viel Text, man wird aber trotzdem noch etwas erklären müssen über Sherlock Holmes, die Queen, was ein Phlox ist usw.
Aber das Buch ist perfekt, um ins Gespräch über das Urlaubsland zu kommen.

Die Illustrationen sind wie immer wunderschön, die Charaktere so liebevoll gezeichnet und auf jeder Seite gibt es ganz viel zu entdecken.
Es gibt auch wieder viele schöne, kleine Botschaften wie z. B. Regenwetter kann auch toll sein, Teilen macht Freude usw.

Ich bin ganz beseelt nach dem neuen Otto-Buch und freue mich auf viele weitere Abenteuer.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Status gefestigt: Lieblingskinderbuch-Reihe

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf ...

Ich fand ja schon die Aufmachung des ersten Bandes wunderschön, aber hier haben Verlag und Illustratorin noch mal eine Schippe darauf gelegt.
Wenn man das Buch am Abend liest und der Schein der Lampe auf das Cover fällt, dann schimmern die metallischen Elemente auf dem Cover richtiggehend magisch. Das sieht so toll aus und ist mir bei Tageslicht so gar nicht aufgefallen.
Aber auch sonst: Cassandra ist super umgesetzt, so stelle ich sie mir vor und habe ich schon den Buchschnitt erwähnt? Auch dieser ist noch mal schöner als bei Band eins.

Aber nun zu den inneren Werten.
Cassandra stürzt sich weiterhin voll in ihre Hexenausbildung und ist natürlich weiterhin auf der Suche nach ihrer Mutter. Und als wenn das nicht schon genug wäre, geschehen wieder seltsame und gruselige Dinge im Dorf Hagley. Ein geheimnisvoller Fluch lässt die Bewohner nach einer Lanze suchen, aber Obacht, wer diese Lanze berührt, ist dem Tode geweiht. Klar, dass der Erlkönig das gute (naja...) Stück haben möchte und auch klar, dass Cassandra und ihre Freundinnen da nicht einfach zusehen können.

Band eins war ja schon mein Lieblingskinder-Fantasybuch 2025 und mit Band zwei spielt sich Cassandra Morgan jetzt in meine Lieblings-Kinderfantasy-Reihe hoch.
Die Charaktere haben sich noch einmal weiterentwickelt und sind gereift und die Mischung aus Spannung, Magie und Witz sowie einfach wunderbar gezeichneter (im wörtlichen und übertragenen Sinn) Darstellerinnen und Darsteller heben das Buch für mich total von der Masse an (auch guter!) Kinderbüchern mit magischen Elementen ab.
Es ist so unfassbar spannend und gleichzeitig hat es so viele Details, die die Geschichte so lebendig machen. Ich mag es total, wenn beim Hexen etwas schiefgeht und dann z. B. Geranien das Singen anfangen, noch dazu schräg.
Der gefährliche Wald Hag ist auch so phantastisch geschildert.

Es ist schon ein wenig unheimlich, aber für Lesende ab zehn Jahren gut geeignet. Nach oben hin offen, ich bin altersmäßig meilenweit davon entfernt und lese nur noch selten Kinderbücher.
Hier bleibe ich aber dabei und freue mich schon riesig auf November, wenn Band drei erscheint.
Einziger Wermutstropfen: von der großen Rahmenhandlung um Cassandras Mutter wurde lange nicht so viel aufgelöst, wie ich es mit gewünscht hätte. Aber das ist bei einer Serie ja auch irgendwie klar.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Fesselnde und berührende Lesestunden in drei Zeitebenen

Spiegelland
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Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man ...

Das war das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und definitiv nicht das letzte. Plant den Lesestart weise und nicht in Momenten, in denen Ihr keine Zeit habt. Denn einmal angefangen, muss man das Buch durchsuchten und kann es kaum weglegen.

Es spielt in drei Zeitebenen. Einmal im 18. Jahrhundert, in dem das Moor gerade urban gemacht wird.
Unter widrigsten Bedingungen für die neuen Bewohner*innen. Und auch sonst ist es hart, in der Zeit zu leben, ganz besonders als Frau ohne Rechte.
Die zweite Zeitebene ist das Jahr 1995 - gefühlt noch gar nicht so lange her für mich, rechnerisch aber dann schon.
Das Moor ist zu großen Teilen besiedelt, es gibt aber noch ein Naturschutzgebiet und ursprünglichere Bereiche.
Hier begleiten wir Catharina und ihre Tochter Kira, die in ein altes Haus in der Moorumgebung geflohen sind und dort zum Glück auf ihnen wohlgesonnene Menschen treffen.
Doch der Grund der Flucht ist heftig und wie es weiter geht mit den Beiden auch.
Schließlich dann immer wieder auch noch den Schwenk in die Gegenwart - fast - in das Jahr 2025.
Hier begegnen wir den Enkel Catharinas und auch wenn der Teil der Geschichte nicht so fesselnd ist, passt er sehr gut zur Abrundung.

Gewalt gegen Frauen und entsprechende Strukturen, in denen das möglich ist, ist das Thema des Buches - eine entsprechende Triggerwarnung findet sich erst am Buchende.
Deshalb will ich es hier auch erwähnen, denn das Buch schont uns Lesende nicht.
Das ist gleichzeitig die große Stärke, Dinge zu benennen und extreme Ungerechtigkeiten bis in die heutige Generation aufzeigen.
Es hat mich fassungslos gemacht, wie die Strukturen immer noch sind - aber auch wie viel Leid Frauen früher erdulden mussten.

Auch die Folgen, etwa für Kinder, werden gut dargestellt.

Das Buch punktet mit seinem unglaublich gutem Spannungsaufbau und der bildhaften Erzählweise. Ich war sofort im Moor, damals, im 18. Jahrhundert und habe ab Seite eins mit den Personen mitgefiebert und mitgelitten.

Auch wenn es harte Kost ist, das Buch, ist es doch gleichzeitig sehr gute Unterhaltung und kein Betroffenheitsroman.
Wichtige Themen verknüpft mit einer fesselnden Schreibart, die den Spannungsbogen hoch hält, ich wüsste nicht, was ich an dem Buch kritisieren könnte.

Man schlägt es wütend, ratlos, aber auch mit einem Stück Hoffnung zu - möge es die nächste Generation besser machen.

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