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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Zwischen Flunkerei und Wirklichkeit

Tante Polly
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Tante Polly von Paul Maar ist ein fantasievolles und witziges Kinderbuch über Mirko, der seine Ferien bei seiner Tante verbringt. Schnell merkt er, dass bei Tante Polly Wahrheit und Fantasie ständig verschwimmen. ...

Tante Polly von Paul Maar ist ein fantasievolles und witziges Kinderbuch über Mirko, der seine Ferien bei seiner Tante verbringt. Schnell merkt er, dass bei Tante Polly Wahrheit und Fantasie ständig verschwimmen. Besonders ein geheimnisvoller Mann im Haus sorgt immer wieder für Spannung.

Tante Polly liebt es zu erzählen und übertreibt dabei oft oder erfindet Dinge. Genau dieses ständige Rätseln, was echt ist und was nicht, macht den besonderen Reiz der Geschichte aus. Mirko bleibt eher kritisch und hinterfragt vieles, was gut zur Dynamik passt.

Wir haben das Buch gemeinsam gelesen (10 und 7 Jahre). Mein Sohn konnte gut miträtseln und fand die Geschichte spannend, während es meiner Tochter teilweise noch schwerfiel, alles eindeutig einzuordnen. Auch dass nicht alles klar aufgelöst wird, führte bei ihr gelegentlich zu Fragen.

Insgesamt ist Tante Polly ein originelles, humorvolles und fantasievolles Kinderbuch mit viel Charme, besonders geeignet für Kinder, die Spaß am Mitdenken und Miträtseln haben. 4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wenn das Leben im Rückblick Sinn ergibt

Die Mitternachtsreise
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Die Mitternachtsreise erzählt die Geschichte von Wilbur Budd, der im Alter von 81 Jahren stirbt und anschließend eine letzte, außergewöhnliche Reise antritt. In einem geheimnisvollen Mitternachtszug durchlebt ...

Die Mitternachtsreise erzählt die Geschichte von Wilbur Budd, der im Alter von 81 Jahren stirbt und anschließend eine letzte, außergewöhnliche Reise antritt. In einem geheimnisvollen Mitternachtszug durchlebt er noch einmal die wichtigsten Stationen seines Lebens. Dabei wird deutlich, wie oft man im Rückblick erkennt, was man hätte anders machen können – ganz nach dem Gedanken: Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden.
Erst als Wilbur beginnt, sich den Regeln des Zuges zu widersetzen, nimmt die Geschichte spürbar an Fahrt auf.
Zu Beginn wirkte die Handlung auf mich noch etwas oberflächlich, was sich im Verlauf des Buches jedoch verändert hat. Wilbur werden nicht nur die glücklichen Erinnerungen gezeigt, sondern vor allem auch die schwierigen und schmerzhaften Momente seines Lebens. Besonders prägend ist dabei seine Beziehung zu Maggie. Die gescheiterte Ehe und die anschließende Scheidung markieren einen Wendepunkt in seinem Leben, an dem er spürbar seinen inneren Halt und den Sinn für seine weitere Lebensrichtung verliert. Gerade dieser Verlust zieht sich wie ein roter Faden durch seine Rückblicke und macht seine spätere Einsamkeit nachvollziehbar.
Die zentrale Botschaft ist, sich auf die wirklich wichtigen Menschen und Augenblicke im Leben zu konzentrieren. Beim Lesen habe ich mich jedoch mehrfach gefragt, warum Wilbur nicht schon früher die Reißleine gezogen und sein Leben verändert hat.
Sprachlich ist das Buch sehr angenehm zu lesen – authentisch, emotional und gut nachvollziehbar. Man kann sich leicht in Wilburs Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen. Besonders hervorzuheben ist dabei die mystische Atmosphäre im Mitternachtszug: Die Reisen wirken wie eine Mischung aus Traum und Realität. Alles ist ruhig, fast zeitlos, und gleichzeitig entsteht das Gefühl, dass jeder Halt im Zug eine tiefere Bedeutung hat. Diese stille, leicht surreale Stimmung verstärkt den Eindruck, dass Wilbur nicht nur durch Erinnerungen reist, sondern durch die Schichten seines eigenen Lebens.
Insgesamt handelt es sich um eine ruhige Geschichte, bei der man lange auf die große Wendung wartet. Dennoch regt der Roman zum Nachdenken und Innehalten an und macht deutlich, dass kein Leben perfekt ist und jeder Mensch Höhen und Tiefen erlebt.
Im Vergleich zu „Die Mitternachtsbibliothek“ hat mich dieses Buch jedoch etwas weniger abgeholt. Diese wirkte auf mich tiefgründiger und emotional stärker. Trotzdem ist Die Mitternachtsreise absolut lesenswert und vermittelt eine wichtige Botschaft. 4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Zwischen Hausboot und Neuanfang

Henne ahoi! Mein Sommer am See
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Henne ahoi! Mein Sommer am See ist ein sommerlicher Kinderroman voller See-Atmosphäre, Hausboot-Abenteuer und emotionaler Momente. Lily muss sich nach dem Umzug auf ein Hausboot und der Trennung von ihren ...

Henne ahoi! Mein Sommer am See ist ein sommerlicher Kinderroman voller See-Atmosphäre, Hausboot-Abenteuer und emotionaler Momente. Lily muss sich nach dem Umzug auf ein Hausboot und der Trennung von ihren Freundinnen erst einmal in ihrem neuen Leben zurechtfinden. Immer an ihrer Seite ist ihr Huhn Columbus. Zusätzlich reist ihre Mutter beruflich nach Island, wodurch Lily sich oft ziemlich allein fühlt.
Die Geschichte umfasst 11 teilweise recht lange Kapitel. Zum Vorlesen ist das stellenweise etwas anspruchsvoll, zum Selbstlesen jedoch gut geeignet. Besonders schön ist, wie Lily nach und nach ihre neue Umgebung entdeckt. Dabei lernt sie auch einen Jungen mit Handicap kennen, durch den sie langsam Anschluss findet.
Columbus und die geheimnisvolle Fee vom See werden für Lily zu wichtigen Begleitern. Sie geben ihr Halt, wenn sie unsicher ist oder Angst hat. Vor allem die Fee vom See verleiht der Geschichte viel Wärme und eine besondere Atmosphäre. Die Sommerstimmung wird wunderbar eingefangen. Beim Lesen oder Vorlesen fühlt man sich direkt an den See versetzt.
Lily wird sehr authentisch beschrieben. Ihre Gedanken, Sorgen und Ängste sind gut nachvollziehbar. Auch das Leben auf einem Hausboot mit seinen schönen, aber auch schwierigen Seiten kann man sich bildlich vorstellen. Der spannende Schreibstil sorgt außerdem dafür, dass man immer weiterlesen möchte.
Persönlich fand ich allerdings, dass etwas zu viele Themen gleichzeitig behandelt werden: Mut, Freundschaft, neue Umgebung, neue Schule und die Abwesenheit der Mutter. Dadurch wirkt Lily manchmal sehr auf sich allein gestellt. Ich bin mir nicht sicher, ob jüngere Kinder die vielen Themen gleichzeitig vollständig erfassen können. Hier wäre vielleicht weniger mehr gewesen.
Insgesamt ist es aber ein warmherziger Sommerroman mit viel Gefühl und einer besonderen Atmosphäre. 4/5 Sterne
 

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Zwischen Leid und Hoffnung

Der Buchhändler von Gaza
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„Der Buchhändler von Gaza“ ist ein unglaublich berührendes Buch, das die Realität der Menschen in Gaza hautnah und äußerst bildlich beschreibt. Trotz seines schmalen Umfangs steckt in diesen wenigen Seiten ...

„Der Buchhändler von Gaza“ ist ein unglaublich berührendes Buch, das die Realität der Menschen in Gaza hautnah und äußerst bildlich beschreibt. Trotz seines schmalen Umfangs steckt in diesen wenigen Seiten mehr Gefühl, Hoffnung und Aussagekraft als in manch einem 350-Seiten-Roman. Die dramatischen Ereignisse gehen unter die Haut und lassen einen auch nach dem Lesen nicht los.

Besonders Nabils Geschichte hat mich tief bewegt. Er erlebt so viel Leid, Verlust und Schmerz, dass man kaum glauben kann, wie ein Mensch all das aushalten kann. Gleichzeitig zeigt das Buch auf eindrucksvolle Weise die Liebe zu Worten, Büchern und zur Literatur. Gerade inmitten von Zerstörung werden Bücher zu einem Symbol für Menschlichkeit, Würde und Hoffnung.

Ebenso beeindruckend ist der starke Zusammenhalt der Menschen untereinander. Trotz Angst und Verzweiflung verlieren sie die Hoffnung auf Befreiung und auf ein besseres Leben nicht. Genau diese Hoffnung zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht das Buch so besonders.

Dieses Buch hat mich nachdenklich und traurig zurückgelassen. Der Autor hätte diese Geschichte kaum eindrucksvoller erzählen können. Für mich ganz klar: 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Mentale Stärke

Tennis ist Kopfsache
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Tennis ist Kopfsache beschäftigt sich mit einem sehr wichtigen Thema im Sport: der mentalen Stärke. Gerade im Tennis sieht man bei großen Turnieren immer wieder, wie entscheidend die Psyche für Erfolg ...

Tennis ist Kopfsache beschäftigt sich mit einem sehr wichtigen Thema im Sport: der mentalen Stärke. Gerade im Tennis sieht man bei großen Turnieren immer wieder, wie entscheidend die Psyche für Erfolg oder Niederlage sein kann. Deshalb arbeiten viele Profispieler inzwischen auch mit Mentalcoaches zusammen.

Der Autor vermittelt interessante Erkenntnisse und Beispiele rund um das persönliche Mindset. Besonders gut gefällt mir, dass klar kommuniziert wird, wie unterschiedlich Spieler mental aufgestellt sind und dass es nicht den einen perfekten Weg gibt. Dabei geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern auch darum, mit verlorenen Matches umzugehen, daraus zu lernen und anschließend wieder nach vorne zu schauen.

Anhand vieler bekannter Tennisspieler werden verschiedene Denkweisen und mentale Strategien erläutert. Man merkt deutlich, dass sich Christian Spreckels intensiv mit dem Thema beschäftigt und gut recherchiert hat. Insgesamt bietet das Buch einen interessanten Einblick in die Psyche, Motivation und deren Auswirkungen auf das eigene Tennisspiel. Außerdem wird deutlich, wie wichtig die persönliche Weiterentwicklung auch im Tennissport ist.

Insgesamt ein lesenswertes Buch für alle Tennisfans und Spieler, die nicht nur ihre Technik, sondern auch ihre mentale Stärke verbessern möchten. 4/5 Sterne

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