Profilbild von Minijane

Minijane

Lesejury Star
offline

Minijane ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Minijane über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2024

Thriller aus dem Hackermilieu

Zero Days
0

Jacintha (Jack) Cross und Gabe Medway sind ein sehr ungewöhnliches Paar. Beide werden von Unternehmen engagiert um Sicherheitslücken aufzudecken. Dieser Beruf nennt sich PEN Tester, und während Jack versucht ...

Jacintha (Jack) Cross und Gabe Medway sind ein sehr ungewöhnliches Paar. Beide werden von Unternehmen engagiert um Sicherheitslücken aufzudecken. Dieser Beruf nennt sich PEN Tester, und während Jack versucht unbemerkt in eine Firma einzudringen, arbeitet Gabe vom heimischen Computer aus und unterstützt seine Frau von der technischen Seite. Die Idee einen Thriller im Hackermilieu spielen zu lassen, fand ich schon sehr reizvoll.

Jack‘s Welt bricht zusammen, als sie ihren Mann nach einem Auftrag ermordet in ihrem gemeinsamen Zuhause vorfindet. Da die Polizei sie schnell als die Hauptverdächtige ausmacht, beschließt Jack zu fliehen um Gabe‘s Mörder eigenständig zu finden. Eine aufregende Hetzjagd durch London und über die Stadtgrenzen hinaus beginnt und Jack bringt sich selbst in große Gefahr.



Jack‘s Flucht ist sehr temporeich erzählt, so dass man als Leser*in dranbleiben möchte. Bei der Flucht verletzt sich die junge Frau und die Autorin wird nicht müde immer und immer wieder die Schwere der Verletzung hervorzuheben , die Wundversorgung und wiederholte Kleiderwechsel zu beschreiben. Trotz beinahe unmenschlicher Schmerzen kann die Protagonistin noch aus Zügen springen, vor der Polizei davonlaufen und Balkonbrüstungen überwinden. Es fühlte sich beim Lesen ein bisschen wie in einem Actionfilm an, Jason Bourne kam mir in den Sinn.

Trotz meiner Kritik finde ich Ruth Ware‘s Schreibstil toll und ihre Thriller sehr unterhaltsam. Auch dieses Buch habe ich gerne gelesen, auch wenn die Auflösung etwas vorhersehbar war.

Ihren letzten Thriller „Das College“ mochte ich etwas lieber, aber ich freue mich immer, wenn ein neues Buch der Autorin auf dem Markt erscheint und werde auch ihr nächstes Werk sicher wieder lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2023

Sehr konstruiert und abgedreht

Immortality
0

Ich war schon sehr gespannt auf den 2. Teil der Geschichte rund um Lady Hazel Sinnett, die es 1818 schafft, sich ihren Traum zu erfüllen, als Chirurgin zu arbeiten . Was aus ihrer großen Liebe Jack geworden ...

Ich war schon sehr gespannt auf den 2. Teil der Geschichte rund um Lady Hazel Sinnett, die es 1818 schafft, sich ihren Traum zu erfüllen, als Chirurgin zu arbeiten . Was aus ihrer großen Liebe Jack geworden ist, ist zu Beginn der Fortsetzung noch unklar. Außerdem führen gewisse Ereignisse dazu, dass Hazel plötzlich in England am Königshof die Behandlung von Prinzessin Charlotte als deren Leibärztin übernehmen soll. Hier erfährt man viele Hintergründe über das Leben am Hof und die Nöte der Prinzessin, deren Eigenständigkeit nach der Hochzeit mit einem geeigneten Gemahl quasi aufhört zu existieren.

Bis zu diesem Punkt fand ich die Geschichte spannend und plausibel. Was folgte, war mir dann doch zu abgedreht. Da bin ich aber vielleicht auch die falsche Zielgruppe. Eine Geheimgesellschaft und eine Unsterblichkeitstinktur spielen eine große Rolle.

Es liest sich gut keine Frage. Ich mochte auch die Charaktere, zumindest größtenteils. Am Ende gibt es nochmal einen Überraschungstwist, bei dem ich dann endgültig dachte: „ Hier bin ich raus“.

Mir gefiel in beiden Bänden das historische Setting, und dass es eine Frau in dieser Zeit gegen alle Widerstände schafft Chirurgin zu werden. Der Fantasyteil mit den vielen abstrusen Situationen, die sich daraus ergeben, dass eine Person nicht mehr sterblich ist, war mir zu viel und hat die Geschichte für mich teilweise schon ins Lächerliche gezogen.

Genauso schön wie im 1. Band ist wieder das sehr außergewöhnliche Cover. Leider war mir die Geschichte zu unrealistisch, um mehr als 3 Sterne vergeben zu können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2023

Beängstigende Gehirnimplantate

Mind Gap
0

Das Leben der Journalistin Silvie Mankowitz ändert sich innerhalb eines einzigen Tages komplett, als sie einen Telefonanruf von ihrem Bruder erhält. Diesen hat sie nämlich vor 2 Jahren beerdigt, und jetzt ...

Das Leben der Journalistin Silvie Mankowitz ändert sich innerhalb eines einzigen Tages komplett, als sie einen Telefonanruf von ihrem Bruder erhält. Diesen hat sie nämlich vor 2 Jahren beerdigt, und jetzt möchte er sie treffen und deutet an, dass er verfolgt wird und man ihn töten will.

Zu einem Treffen der Geschwister kommt es jedoch nicht mehr, und Silvie verliert Samuel ein weiteres Mal. Die Aussage, dass sich ihr Bruder das Leben genommen hat, glaubt sie keine Sekunde.

Mit ihren Nachforschungen stößt Silvie in ein Wespennest. Forscher haben einen Chip entwickelt den sogenannten Nink, der im Gehirn implantiert wird, und so war der ursprüngliche Plan, bei Soldaten belastende Erinnerungen löschen kann. Das spart Zeit und Kosten und hat den großen Vorteil, dass Soldaten in kürzester Zeit wieder einsatzbereit sind. Es entspinnt sich eine Geschichte über Machtmissbrauch im ganz großen Stil.

Es ist packend erzählt und auch tatsächlich nicht ganz unwahrscheinlich, dass sich Menschen freiwillig diesen Chip, implantieren lassen würden. Es gibt gewohnt viele Perspektiven bei Frau Freytag, aber nicht so viele, dass man den Überblick verliert.

Allerdings zieht die Geschichte auch ganz schön runter, denn alle Figuren in dieser Geschichte, die sich gegen das korrupte System stellen, sind letztendlich nur ganz kleine Rädchen, die nicht wirklich etwas ausrichten können gegen den allmächtigen Gegner. Es bleibt eine gewisse Hoffnungslosigkeit und das Ende ist auch nicht gerade aufbauend.


Fazit: Anne Freytag entwirft in ihrer Dystopie „Mind Gap“ eine spannende aber auch sehr düstere Zukunft. Die enthaltene Gesellschaftskritik regt zum Nachdenken an, hinterlässt aber auch eine recht hoffnungslose Stimmung. Das Hörbuch wird wirklich toll gelesen von Vera Teltz und Herbert Schäfer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2023

Jahreshighlight

So weit der Fluss uns trägt
0

In diesem Roman der nach dem 2. Weltkrieg in den späten Vierzigerjahren beginnt und in Colorado spielt, verfolgen wir den Lebensweg der jungen Victoria vom jungen Mädchen bis zur Frau mittleren Alters.

Victoria ...

In diesem Roman der nach dem 2. Weltkrieg in den späten Vierzigerjahren beginnt und in Colorado spielt, verfolgen wir den Lebensweg der jungen Victoria vom jungen Mädchen bis zur Frau mittleren Alters.

Victoria ( Torie) wächst in einer Kleinstadt auf einer Pfirsichfarm auf. Als ihre Mutter stirbt übernimmt sie ganz automatisch auch deren Aufgaben und ist neben ihren Hilfsarbeiten auf der Farm noch zusätzlich für den Haushalt und das Kochen zuständig. Sie ist siebzehn Jahre alt, als sie sich Hals über Kopf in einen fremden Jungen auf der Durchreise verliebt. Diese erste Liebe steht unter keinem guten Stern. Die Kleinstädter begegnen Will mit Vorurteilen und Verachtung. Auch Torie’s Bruder Seth nimmt sich vor diesen schmutzigen Herumtreiber aus der Stadt zu jagen. Victoria sieht die Hetzjagd mit Sorge, da Will ihr zuliebe nicht weiterziehen will.

Doch sie genießt auch ihre heimliche Liebe zu dem freundlichen Jungen, der aufgrund seiner dunkleren Hautfarbe so viel Hass auf sich zieht.

Für Victoria beginnt eine harte Zeit, in der sie sich gezwungen sieht ihr Elternhaus zu verlassen. Wir erleben ihren Überlebenskampf in der Wildnis und fühlen ihre Wut, Trauer und Verzweiflung nach, die sie ganz schnell erwachsen werden lassen.



Ich fand das Buch wirklich sehr emotional und bewegend. Victoria muss eine Menge Leid aushalten und reift doch zu einer starken, emphatischen Frau heran, die ihren Weg geht und sich nicht mehr herumschubsen lässt. Darüberhinaus enthält der Roman ganz tolle Naturbeschreibungen. Man fühlt sie förmlich, die Wechsel der Jahreszeiten , die teils unerbittliche Natur und kann den Geschmack der köstlichen Pfirsiche schon fast schmecken, so bildhaft, fast sinnlich schreibt Shelley Read.

Die Naturverbundenheit hat Victoria schon von ihrem Vater mitbekommen, der es als einziger Farmer der Gegend geschafft hat auf seiner Farm eine ganz besondere Pfirsichsorte zu kultivieren. Bei ihrem erzwungenen Neuanfang versucht Victoria deshalb auch das Erbe ihres Vaters zu bewahren, was ich sehr bemerkenswert fand.



Das Buch wird vielfach verglichen mit dem Roman „ Der Gesang der Flußkrebse“, was ich insofern nachvollziehen kann, weil sich in beiden Geschichten eine junge Frau alleine für ihr Überleben kämpfen muss und es in beiden Fällen grandiose Naturbeschreibungen gibt.



Ich mochte beide Bücher sehr gerne.

Auch „Soweit der Fluss uns trägt „ ist eines meiner Jahreshighlights, und ich kann es nur jedem an Herz legen, der tiefgründige Familiengeschichten in Verbindung mit viel Natur gerne liest. Die in dem Buch angesprochenen Themen sind vielfältig, behandeln z.B die Themen Rassismus, Mutterschaft, Emanzipation, Vietnamkrieg und noch einiges mehr.

Fazit: Ein tolles Buch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2023

Den Schwarzwald entdecken

Lieblingsplätze für Senioren - Schwarzwald
0

Die Autorin, Dagmar Seitz stellt in ihrem Reiseführer für die sogenannten Bestager, die Generation 60+, zu der ich jetzt auch gehöre, ihre Heimat, den Schwarzwald vor und hat hier mit viel Herzblut ihre ...

Die Autorin, Dagmar Seitz stellt in ihrem Reiseführer für die sogenannten Bestager, die Generation 60+, zu der ich jetzt auch gehöre, ihre Heimat, den Schwarzwald vor und hat hier mit viel Herzblut ihre Lieblingsplätze zusammengetragen.

Mit dieser Reihe hat der Gmeiner Verlag wirklich einen Bedarf erkannt.

Das handliche Softcover, dass in der vorderen und hinteren Klappe jeweils eine Karte enthält, wo man die Nummern der beschriebenen Ausflüge schon mal verorten kann, enthält eine Vielzahl an Tips für die Freizeitgestaltung im Schwarzwald, einer ungeahnt vielseitigen und wunderschönen Region unseres Landes. Dabei legt die Autorin Wert darauf, dass auch Personen mit Einschränkungen gut zurecht kommen. Klasse, dass man anhand von Piktogrammen sofort erkennen kann, ob der Ausflug, den man plant gerade den aktuellen Bedürfnissen entspricht. Gibt es ein WC, eine Möglichkeit etwas zu Essen zu bekommen? Eignet sich die Unternehmung, wenn man als Gruppe unterwegs ist oder mit den Enkelkindern? Ist die Barrierefreiheit gewährleistet? Das alles erschließt sich auf einen Blick. Auch die Frage nach der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Parkplatzsituation werden umfassend geklärt.

Der Reiseführer ist sehr informativ aber nicht trocken, so dass es großen Spaß macht darin zu schmökern und den nächsten Urlaub zu planen. Schöne Fotos ergänzen den Text. Wir fahren seit vielen Jahren immer wieder gerne in den Schwarzwald. Das ein oder andere Urlaubshighlight habe ich natürlich hier wiederentdeckt. Trotzdem bin ich mal wieder erstaunt , wie viele tolle Plätze man im nördlichen Schwarzwald, im mittleren - oder im Südschwarzwald noch entdecken kann. Ich freue mich jedenfalls auf ganz viel neue Inspiration. Der Eichhörnchenwald in Königsfeld ist für einen Ausflug mit dem Enkelkind schon mal vorgemerkt, und wer wollte nicht schon immer mal eine Schwarzwälderkirschtorte selber machen? Das Kirschtortenseminar in Freudenstadt macht es möglich.


Der Reiseführer enthält überwiegend leichte Ausflüge, die gut für Senioren aber durchaus auch für andere Zielgruppen geeignet sind.

Sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere