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Veröffentlicht am 04.09.2025

Portrait einer leidenschaftlichen Frau

Peggy Guggenheim
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In vielen Köpfen hat sich Peggy Guggenheim vermutlich irgendwo zwischen reiche, amerikanische Kunstsammlerin und exzentrische, skandalöse Persönlichkeit, die irgendwas mit Kunst zu tun hat, eingenistet. ...

In vielen Köpfen hat sich Peggy Guggenheim vermutlich irgendwo zwischen reiche, amerikanische Kunstsammlerin und exzentrische, skandalöse Persönlichkeit, die irgendwas mit Kunst zu tun hat, eingenistet. Doch wird diese, sicherlich sehr weit verbreitete, Einschätzung weder ihr, noch ihrem Lebenswerk gerecht. Was viele nicht wissen, Marguerite „Peggy“ Guggenheim war sehr viel mehr als das - sie war eine Kunst liebende, sammelnde, rettende und fördernde Visionärin, ein mutiger Freigeist und eine Institution für sich.

Kunsthistorikerin Mona Horncastle ist es in ihrer Biografie gelungen, ein wertschätzendes Bild einer wirklich mutigen Frau zu portraitieren, das nicht auf ihre Eskapaden und Stereotypen fokussiert ist, sondern darauf, welch unglaublichen Einfluss sie auf die Kunstwelt hatte und wie sie u.a. zur Rettung der modernen Kunst und der Avantgarden, insbesondere während des Zweiten Weltkrieges, beitrug. In klarer und fesselnder Sprache beschreibt die Autorin u.a. sowohl Peggys leidenschaftliches Engagement für die moderne Kunst, als auch ihre Unterstützung der Arbeiterklasse, der literarischen feministischen Avantgarde und auch ihre Rolle als Fluchthelferin. Was mir persönlich zuvor gar nicht so bewusst war. Dabei lässt sie Peggy Guggenheims unumstritten unkonventionelles Privatleben ganz bewusst außen vor, was den einen oder anderen vielleicht enttäuschen wird, aber letztendlich einen einwandfreien Fokus auf „ihr Schaffen“ legt. Diesbezüglich hat mir das erklärende Nachwort auch sehr gut gefallen, ebenso wie die gesamte Vorgeschichte zum Vermögen ihrer Familie etc.

Fazit: Ich empfand das Buch als überaus informativ, doch auch ebenso inspirierend. Immer wieder habe ich, aus Neugierde und in Anbetracht der unzähligen genannten Künstler, das Buch zur Seite legen müssen, um mehr über sie herauszufinden und mir ihre Bilder anzuschauen. Sehr interessant und auf jeden Fall lesenswert!

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Wenn Mut und Empathie über Ängste siegen

Der Große Gary
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Was bedeutet es eigentlich, sich trotz sämtlicher Phobien, Ängsten und Zwängen, um ein „keimbehaftetes“ Tier zu kümmern, das einem in Form eines Windhundes, plötzlich am Strand hinterher läuft? Sich plötzlich, ...

Was bedeutet es eigentlich, sich trotz sämtlicher Phobien, Ängsten und Zwängen, um ein „keimbehaftetes“ Tier zu kümmern, das einem in Form eines Windhundes, plötzlich am Strand hinterher läuft? Sich plötzlich, aus Sorge um einen völlig fremden Hund, der sich zudem noch als bekannter Rennchampion entpuppt, seinen eigenen Ängsten zu stellen und obendrein noch den Mut aufzubringen, ihn vor seinen grausamen Besitzern zu beschützen? Im Roman „Der große Gary“ von Rob Perry geht es um Ängste, um Mitgefühl, Liebe und um Mut. Es geht um skurrile Menschen und um Freundschaft. Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte des jungen Außenseiters Benjamin, der, nach dem Zusammenbruch seiner Oma, ganz allein auf sich gestellt, Halt und Hoffnung durch und bei einem Hund findet. Einem ganz besonderen Hund, dem großen Gary.

Mit seiner ganz besonderen Erzählweise und einer gewissen Art von Leichtigkeit, greift der Autor u.a. die oftmals nicht nur tabuisierten, sondern ebenso unverstandenen Themen der Zwänge, Ängste und Phobien auf. Indem er diese aus Sicht von Benjamin darstellt, werden sie plötzlich greifbar und lassen sich besser nachvollziehen. Oft musste ich erstmal innehalten und über das Ausmaß nachdenken, über die Einschränkungen und auch die Isolation, die Benjamin aufgrund dessen widerfährt. Und darüber, wie großartig seine Entwicklung, in Anbetracht dessen, im Verkauf der Geschichte doch ist. Ich konnte richtig mitfühlen, wäre am Liebsten selbst zu Hilfe geeilt, hätte Mut zugesprochen und mich mit auf diesen skurrilen Roadtrip begeben. Um dieser, eigentlich recht dramatischen und traurigen Geschichte besagte Leichtigkeit und sogar Humor zu verleihen, kommen die übrigen, echt schrägen, doch irgendwie auch ebenso liebenswerten, Protagonisten ins Spiel. Alle sind sie auf ihre spezielle Art und Weise Außenseiter, doch zugleich absolut echt und authentisch. Wobei ich jedem, von Zwangs- oder Angststörungen Geplagten, eine Vorgesetzte und Freundin wie Camille, einfach nur wünschen kann!

Da ich nicht nur eine große Tierfreundin bin, sondern selbst auch mit Ängsten zu kämpfen und eine Oma im Krankenhaus habe, kann ich nicht beurteilen ob das Buch wirklich jeden so erreichen wird, wie es mich beim lesen erreicht und zudem zutiefst berührt hat. Ich denke, um die Tiefgründigkeit des Buches wirklich fühlen zu können, sollte man zumindest offen bzw. interessiert an psychischen Problematiken sein und darüber hinaus auch die enge Verbundenheit und Liebe zu einem Tier nachempfinden können oder sie im besten Fall selbst schon einmal erlebt haben. In dem Fall kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, für mich war es in Idee und Umsetzung ein wahres Highlight. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann mich ein Buch das letzte Mal dazu gebracht hat, es in einem Rutsch durchzulesen. Dabei hat es mir gleichzeitig sowohl Tränen, als auch urkomische Schmunzler entlockt. Einfach eine großartige Mischung, wenngleich ich mir schon irgendwie ein klareres Ende gewünscht hätte, ein eindeutigeres Happy End, eines schwarz auf weiß, das nicht so viel Raum für Interpretationen und eigene Gedanken gelassen hätte. Eines, das ich Benjamin zutiefst wünsche.

Fazit: Ein Muss für jeden, der weiß was es heißt - trotz seiner Ängste - mutig zu sein! Und ein Muss für jeden, der weiß wie heilsam Tiere sein können, wie sie es immer wieder schaffen, dass man aus Liebe zu ihnen über sich selbst hinauswächst. Großartige Idee, großartige Umsetzung!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Eine Frau, zwei Lebensentwürfe

Im Leben nebenan 
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Statt kinderlos mit verzweifeltem Kinderwunsch und Jakob an ihrer Seite, erwacht Antonia eines Tages, mit ihrer Jugendliebe Adam verheiratet, als frisch gebackene Mutter mit Baby im Arm. Plötzlich steckt ...

Statt kinderlos mit verzweifeltem Kinderwunsch und Jakob an ihrer Seite, erwacht Antonia eines Tages, mit ihrer Jugendliebe Adam verheiratet, als frisch gebackene Mutter mit Baby im Arm. Plötzlich steckt sie in einem ganz anderen Leben, in dem ihr alles fremd erscheint. Ein Leben, dass in der Vergangenheit andere Lebensentscheidungen verlangt hätte und ihr einen anderen Lebensentwurf offenbart.

Vorab sei erwähnt, dass ich „Im Leben nebenan“ von Anne Sauer als Hörbuch gehört habe, welches von Chantal Busse ganz wundervoll eingesprochen wurde. Mit ihrer angenehmen Stimme hat sie die jeweiligen Situationen, Gedanken und ebenso Gefühle ganz hervorragend transportiert, sodass ich der Story mit der gleichen Leichtigkeit folgen konnte, wie ihren Worten, was mir bei Hörbüchern nicht immer ganz leicht fällt.

Zunächst einmal sollte sich jeder darüber bewusst sein, dass der Roman hauptsächlich das Thema Kinderwunsch behandelt, also schon recht speziell und dadurch vielleicht nicht für jeden geeignet ist. Dies geschieht aus zwei Erzählperspektiven (Antonia und Toni), jedoch ein und derselben Frau, die sich einer was-wäre-wenn Utopie hingibt. Parallel lebt sie das Leben als Mutter und das als Nicht-Mutter. Exakt auf den Punkt gebracht und mit gnadenloser, erfrischender Ehrlichkeit, beschreibt die Autorin (Antonias/Tonis) Gefühle und Überlegungen, wobei sie dabei auch auf das Thema grundsätzliche Thema Partnerschaft eingeht und sich dabei so neutral gibt, wie die Schweiz.Trotzdem hat mich das unklare Ende ein wenig gestört, welches einerseits natürlich viel Raum für eigene Gedanken lässt, mich andererseits aber auch ein wenig, nennen wir es „ratlos“, zurückgelassen hat.

Fazit: Interessante Idee, sprachlich erfrischend und grandios umgesetzt, allerdings muss einem das Thema schon liegen, um sich auf das Buch einlassen zu können. Wenn dem so ist, eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Machtspiel der Götter und ein Funken Hoffnung

To Tempt a God
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In der Zukunft haben Götter die Macht über die Menschheit übernommen. Während sie über Silver City herrschen, ist es für die Menschen zu einer Herausforderung geworden unter ihnen zu überleben. So auch ...

In der Zukunft haben Götter die Macht über die Menschheit übernommen. Während sie über Silver City herrschen, ist es für die Menschen zu einer Herausforderung geworden unter ihnen zu überleben. So auch für Aurora, die eines Tages zu den Göttern berufen wird, um einem von ihnen zu dienen. Es ist Colden, ausgerechnet der Sohn des Herrschergottes, der sie ersteigert und der so ganz anders ist, als die anderen, mit Grausamkeit herrschenden Götter. Langsam nähern sie sich an, doch können sie einander vertrauen?

Bei „To tempt a god“ handelt es sich um den ersten Band der neuen Sonnenlicht Saga von Anna Benning, von der ich allerdings
bisher noch nichts gehört hatte. Vermutlich weil Romantasy normalerweise nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist. Allerdings habe ich eine Schwäche für Mythologie & Göttergeschichten und jede Menge Gutes von dem Buch gehört.

Der Einstieg war für mich, trotz der Komplexität, überraschend einfach. Gleich von den ersten Seiten an hat mich die Autorin mit ihrem bildgewaltigen Schreibstil in den Bann gezogen, mich komplett in die Welt von Silver City eintauchen lassen und mir zudem die Charaktere ans Herz gelegt. Ich habe mit Aurora mitgefühlt, um ihren Bruder Varian gebangt und Göttersohn Colden in mein Herz gelassen. Gerade was die Liebesgeschichte zwischen Aurora und Colden angeht, empfand ich es als sehr angenehm, dass diese nicht pausenlos im Vordergrund stand. Sie kam weder kitschig, noch erzwungen rüber oder „to much“. Der Spannungsbogen baut sich in der Story nach und nach auf, es kommt zu - wie ich finde - unvorhersehbaren Wendungen bis das Buch schließlich mit einem Cliffhanger endet, der mich so sprachlos zurückgelassen hat, dass ich Band 2 kaum abwarten kann.

Fazit: To tempt a god ist eine wirklich fantastische, spannende und in sich schlüssige Göttergeschichte, die mich bis spät in die Nacht (Stichwort: „nur noch ein Kapitel“) wachgehalten hat. Für mich ein absolutes Romantasy-Highlight & eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Die Goldene Mitte für Lavaughn und Page

Pearls & Skulls, Band 1 - Unsterblich
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Pearls & Skulls - Unsterblich ist der Auftakt zur neuen Dilogie von Sandra Grauer, in der sie diesmal Vampire und einen Bikerclub, in New Orleans, als Erzfeinde ins Rennen schickt. Nachdem an Mardi Gras ...

Pearls & Skulls - Unsterblich ist der Auftakt zur neuen Dilogie von Sandra Grauer, in der sie diesmal Vampire und einen Bikerclub, in New Orleans, als Erzfeinde ins Rennen schickt. Nachdem an Mardi Gras jedoch ein - für beide Seiten wichtiges - Artefakt gestohlen wird, gilt es eine kollektive Lösung zu finden. Also brechen Blutsauger Lavaughn und Bikerchef-Tochter Page kurzerhand zu einem gemeinsamen Roadtrip auf, bei dem schnell auch knistern in der Luft liegt.

Grundsätzlich fand ich die Idee Vampire gegen Bikerclub echt interessant und neuartig, im Detail dann aber doch leicht „Twilight“ abgeschmackt, dabei jedoch nicht nervig. In die Geschichte hineinzufinden ist mir dann auch, dank des einfachen und legeren Schreibstils der Autorin, sehr leicht gefallen. Zwischendurch bin ich allerdings auch mal ins Schleudern geraten, wenn zunehmend Figuren und Handlungen aus den anderen Dilogien der Autorin ins Spiel kamen und ich der ganzen Sache nicht mehr so recht folgen konnte. Darauf hatte die Autorin allerdings im Vorfeld schon hingewiesen und soll nicht heißen, dass sich dieses Buch nicht ohne die anderen, in der selben Welt spielenden, Dilogien lesen ließ. Es hat nur mich ganz persönlich genervt, nicht alles darüber zu wissen und zu verstehen.

Gefallen hat mir auf jeden Fall das außergewöhnliche Setting, dieses Mardi Gras Gefühl, welches im Buch echt gut transportiert wurde und mich dahingehend auch zum nachschlagen motiviert hat. Trotzdem hat es das Buch leider irgendwie nicht geschafft mich vollends zu fesseln. Dieses „ich muss wissen wie’s weitergeht“ Gefühl wollte sich bis zum Schluss einfach nicht bei mir einstellen, obwohl die Story gut, und die Charaktere echt interessant waren und es zum Ende hin auch recht spannend wurde. Vielleicht habe ich in letzter Zeit auch einfach schon zu viele, echt starke und mich fesselnde, Bücher gelesen.

Fazit: Alles eine Sache des Geschmacks - ich persönlich fand das Buch weder richtig gut, noch richtig schlecht. Wenn es mich auch nicht wirklich in seinen Bann ziehen konnte, so hat es mich „für zwischendurch“ doch durchaus unterhalten. Den zweiten Band werde ich mir bei Erscheinen aber vermutlich nicht mehr holen.

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