Hält nicht, was das Marketing verspricht
Magritte und GeorgetteDer Maler René Magritte sieht an der Tramhaltestelle eine junge Frau, die ihn sofort fasziniert. Zuhause angekommen, muss er sie einfach malen – was seiner Frau Georgette gar nicht gefällt. Schließlich ...
Der Maler René Magritte sieht an der Tramhaltestelle eine junge Frau, die ihn sofort fasziniert. Zuhause angekommen, muss er sie einfach malen – was seiner Frau Georgette gar nicht gefällt. Schließlich war sie bisher immer seine Muse. Doch dann der Schock: In der Impasse du Cheval wurde eine Frauenleiche gefunden und es ist Madeleine, die junge Frau von der Haltestelle. Magritte will nun unbedingt selbst ermitteln und stürzt sich mit Georgettes Hilfe auf den Fall. Doch Madeleine soll nicht das einzige Opfer bleiben.
„Magritte & Georgette“ ist der erste Band der Reihe um den bekannten Maler und seine Frau aus der Feder der belgischen Autorin Nadine Monfils. Die deutsche Übersetzung fertigte Sabine Schwenk an, im Original umfasst die Reihe bereits 8 Bände. Erzählt wird der Roman aus unterschiedlichsten Perspektiven, immer in der dritten Person und der Vergangenheitsform. Mal folgen wir Magritte, mal seiner Frau, dann aber auch den Opfern, so dass die Handlung von allen Seiten beleuchtet wird.
Dieses Buch hat – meiner Meinung nach - nicht gehalten, was das Marketing mir versprochen hat. Dort ist von einem „humorvollen Krimi mit Pommes frites, belgischem Bier und viel Brüssel-Flair“ die Rede, also Cozy Crime, oder? Bekommen habe ich einen Serienmörder mit einem grausamen Hintergrund und ein Ermittlerduo, das nicht recht harmoniert. Magritte liebt seine Frau angeblich heiß und innig, hechelt aber jeder halbwegs schönen jungen Frau hinterher und denkt an sie, wenn er morgens im Bett liegt – rein platonisch natürlich. Das lässt für mich keinerlei Sympathie aufkommen und ich kann hier auch keinen Humor entdecken.
Die eigentliche Kriminalhandlung nutzt mal wieder ein übliches Motiv, das ich leider nicht nennen kann, ohne zu spoilern. Aber es wird wieder einmal sinnlose Grausamkeit genutzt, um Täterschaft zu erklären. Darüber hinaus treten im Roman so viele Zufälle ein, die Täter und Opfer verbinden, dass die Auflösung einfach nur konstruiert und hanebüchen wirkt. Zwischendurch ist in meiner Ausgabe dann auf einmal von Matisse statt Magritte die Rede, das hätte im Lektorat auffallen können. Schade!