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Veröffentlicht am 07.04.2025

Kurzweilige Schatzsuche

Rätsel haben kurze Beine
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Als Jade von ihrer Großtante eine etwas in die Jahre gekommene Villa in der Bretagne erbt, ahnt sie noch nicht, welche Geheimnisse sich um das alte Gebäude ranken. Kaum ist sie mit ihrem Dackel Rimbaud ...

Als Jade von ihrer Großtante eine etwas in die Jahre gekommene Villa in der Bretagne erbt, ahnt sie noch nicht, welche Geheimnisse sich um das alte Gebäude ranken. Kaum ist sie mit ihrem Dackel Rimbaud im Örtchen Foisic – das seltsamerweise auf keiner Landkarte auftaucht – angekommen, gibt es schon einen ersten Interessenten für ihr Haus. Das scheint mit einem mysteriösen Piratenschatz zusammenzuhängen, der schon viele Menschen das Leben gekostet hat und noch immer nicht gefunden werden konnte. Ist irgendwo zwischen den Antiquitäten von Großtante Aglaé vielleicht ein Hinweis versteckt?

„Rätsel haben kurze Beine“ ist der erste einer im Original bereits sieben Bände umfassenden Reihe der französischen Schriftstellerin Ena Fitzbel. Die deutsche Übersetzung verfasste Ingrid Ickler. Die Geschichte erzählt Protagonistin Jade selbst in der Ich-Form und im Präsens, so dass wir sie quasi live bei ihren Erlebnissen begleiten. Die Handlung umfasst dabei ziemlich genau drei Wochen, wobei jeder Tag mit einem kleinen Zitat aus Jades Tagebuch begonnen wird.

Im Fokus der Geschichte stehen Jades Ermittlungen rund um den verschollenen Schatz, denn schließlich sollen sich Hinweise auf dessen Versteck in der alten Villa befinden. Unterstützt wird sie dabei von Alban und seinem Neffen Corentin, dessen Eltern auf der Suche nach eben jenem Schatz verstorben sind. Alban ist daher zunächst wenig begeistert und will sich lieber auf die Instandsetzung des Hauses konzentrieren – wobei er und Jade sich auch ein wenig näher kommen. Wäre da nicht Albans seltsame Verschlossenheit und die reiche Angadrem, die ihn unbedingt erobern möchte.

Leider kommt die Handlung lange Zeit nicht recht in Fahrt und die Rätsel rund um den Schatz wirken etwas konstruiert. Auch Jades Dackel Rimbaud spielt leider nur eine Nebenrolle und ist oft Mittel zum Zweck und Motor für die Ereignisse. Spaß hingegen machen das Dorfleben in der Bretagne und einige sehr spezielle Figuren. Am Ende wird noch ein Geheimnis über Alban gelüftet, das ich an dieser Stelle mehr als seltsam fand. Hier soll wohl vieles für Band 2 offengelassen werden, schade!

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Hält nicht, was das Marketing verspricht

Magritte und Georgette
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Der Maler René Magritte sieht an der Tramhaltestelle eine junge Frau, die ihn sofort fasziniert. Zuhause angekommen, muss er sie einfach malen – was seiner Frau Georgette gar nicht gefällt. Schließlich ...

Der Maler René Magritte sieht an der Tramhaltestelle eine junge Frau, die ihn sofort fasziniert. Zuhause angekommen, muss er sie einfach malen – was seiner Frau Georgette gar nicht gefällt. Schließlich war sie bisher immer seine Muse. Doch dann der Schock: In der Impasse du Cheval wurde eine Frauenleiche gefunden und es ist Madeleine, die junge Frau von der Haltestelle. Magritte will nun unbedingt selbst ermitteln und stürzt sich mit Georgettes Hilfe auf den Fall. Doch Madeleine soll nicht das einzige Opfer bleiben.

„Magritte & Georgette“ ist der erste Band der Reihe um den bekannten Maler und seine Frau aus der Feder der belgischen Autorin Nadine Monfils. Die deutsche Übersetzung fertigte Sabine Schwenk an, im Original umfasst die Reihe bereits 8 Bände. Erzählt wird der Roman aus unterschiedlichsten Perspektiven, immer in der dritten Person und der Vergangenheitsform. Mal folgen wir Magritte, mal seiner Frau, dann aber auch den Opfern, so dass die Handlung von allen Seiten beleuchtet wird.

Dieses Buch hat – meiner Meinung nach - nicht gehalten, was das Marketing mir versprochen hat. Dort ist von einem „humorvollen Krimi mit Pommes frites, belgischem Bier und viel Brüssel-Flair“ die Rede, also Cozy Crime, oder? Bekommen habe ich einen Serienmörder mit einem grausamen Hintergrund und ein Ermittlerduo, das nicht recht harmoniert. Magritte liebt seine Frau angeblich heiß und innig, hechelt aber jeder halbwegs schönen jungen Frau hinterher und denkt an sie, wenn er morgens im Bett liegt – rein platonisch natürlich. Das lässt für mich keinerlei Sympathie aufkommen und ich kann hier auch keinen Humor entdecken.

Die eigentliche Kriminalhandlung nutzt mal wieder ein übliches Motiv, das ich leider nicht nennen kann, ohne zu spoilern. Aber es wird wieder einmal sinnlose Grausamkeit genutzt, um Täterschaft zu erklären. Darüber hinaus treten im Roman so viele Zufälle ein, die Täter und Opfer verbinden, dass die Auflösung einfach nur konstruiert und hanebüchen wirkt. Zwischendurch ist in meiner Ausgabe dann auf einmal von Matisse statt Magritte die Rede, das hätte im Lektorat auffallen können. Schade!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Interessanter Rätselkrimi

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Es ist der 19. Mai 2014, als der Student Shūhei Sasako zum ersten Mal von dem mysteriösen Blog erfährt. Ein gewisser Ren Nanashino (Nanashino = japanisches Äquivalent zu unserem „Mustermann“) berichtet ...

Es ist der 19. Mai 2014, als der Student Shūhei Sasako zum ersten Mal von dem mysteriösen Blog erfährt. Ein gewisser Ren Nanashino (Nanashino = japanisches Äquivalent zu unserem „Mustermann“) berichtet dort von seiner Frau Yuki, deren Schwangerschaft und ihrem plötzlichen Tod. Illustriert sind die Einträge mit seltsamen Zeichnungen, die Yuki selbst angefertigt hat. Am 28. November 2012 schreibt Ren dann überraschend, dass er den Blog nicht mehr aktualisieren wird. Shūhei ist enttäuscht – er muss unbedingt herausfinden, was aus Ren geworden ist und was die Zeichnungen zu bedeuten haben.

„HEN NA E. Seltsame Bilder“ ist der erste Roman des anonymen Autors Uketsu, der stets mit schwarzem Ganzkörperanzug und weißer Maske auftritt. Die Übersetzung aus dem Japanischen stammt von Heike Patzschke. Der Autor wird als Schöpfer eines neuen Trend-Genres verstanden, dem „Sketch Mystery-Roman“. Jedes der insgesamt vier Kapitel befasst sich mit einer oder mehreren Zeichnungen, anhand deren ein konkreter Fall gelöst wird. Diese Bilder, die Blogeinträge sowie weitere Skizzen und Berichte bilden den Kern der eigentlichen Kriminalhandlung.

Zu Beginn wirken die vier Kapitel sowie die vorgeschaltete kurze Erzählung sehr willkürlich und scheinen nur die Zeichnungen gemeinsam zu haben. Durch die Perspektiven der unterschiedlichsten Figuren setzt sich jedoch bald nach und nach aus Puzzleteilen ein Gesamtbild zusammen und es wird klar, wie alles miteinander zusammenhängt. Der Schreibstil ist dabei sehr sachlich, die Handlung eher konstruiert – für mich passte das aber gut zu dieser Art des Rätselkrimis, Hier geht es eher darum faktisch darzustellen, wie und warum etwas geschehen ist, als in schöner literarischer eine Geschichte zu erzählen.

Mir hat diese andere Form des Kriminalromans gut gefallen, ich bin aber auch gespannt, wie gut sie auf Dauer funktioniert und ob sich dieses spezielle Genre nicht schnell abnutzt. Wer gerne miträtselt und versteckte Hinweise sucht, kann an diesem Buch sicherlich viel Spaß haben. Darüber hinaus gibt der Aufbau der Handlung den Charakteren mehr Tiefe und wirft diskussionswürdige Fragen auf.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Solide Fortsetzung der Reihe

Amari und der Preis der Magie
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Das Spiel der Magier ist beendet und hat die gesamte übernatürliche Welt ins Chaos gestürzt. Amari und ihre Freunde Elsie und Jayden sind nun als Verräter gebrandmarkt und müssen sich verstecken, während ...

Das Spiel der Magier ist beendet und hat die gesamte übernatürliche Welt ins Chaos gestürzt. Amari und ihre Freunde Elsie und Jayden sind nun als Verräter gebrandmarkt und müssen sich verstecken, während ihr großer Widersacher Dylan van Helsing geheime Umsturzpläne schmiedet. Auch in der Oberbehörde ist Amari nicht mehr willkommen, seit Elaine Harlowe dort zur Präsidentin wurde. Auf diese Weise isoliert, versucht die Nachwuchsagentin ihr Bestes, um Dylan aufzuhalten, doch selbst ihr Bruder Quinton scheint in ihr keine große Hilfe zu sehen. Was können Amari und ihre Freunde überhaupt ausrichten, wenn niemand an sie glaubt?

Nach fast 2,5 Jahren erscheint nun endlich der dritte Band „ Amari und der Preis der Magie“ aus B.B. Alstons Reihe rund um die junge Amari Peters; die deutsche Übersetzung stammt erneut von Katrin Segerer und Jennifer Michalski. Erzählt wird aus der Protagonistin Amari in der Ich- und Gegenwartsform, so dass wir immer nur so viel wissen, wie unsere Heldin selbst. Bei wem die Lektüre des zweiten Bandes, wie bei mir, schon ein wenig her ist, sollte den Inhalt nochmals etwas auffrischen. Hier hätte ich mir einen Rückblick zu Beginn des Buches gewünscht. Zwar werden viele Geschehnisse angedeutet, so manchen Zusammenhang hatte ich aber nicht mehr parat.

Als Amari und ihre Freunde endlich erfahren, welche grausamen Pläne Dylan verfolgt, machen sie sich auf die Suche nach einer Reihe magischer Artefakte. Dabei werden sie von einigen neuen Verbündeten unterstützt, schleichen sich auf einen Ball oder suchen in einem düsteren Gefängnis nach Informationen. Gut gefällt mir, dass dabei die Taten der Jugendlichen immer im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten bleiben und niemand hier Übermenschliches leisten muss, auch wenn Amari für ihr Alter viel Verantwortung auf sich nimmt.

In „Amari und der Preis der Magie“ wird zwar ein Handlungsstrang abgeschlossen, vieles bleibt aber für weitere Bände offen, vor allem Amaris zukünftige Rolle in der übernatürlichen Welt. Ein solider Band der Reihe über Geschwisterliebe und die Frage, was wir für unsere Freunde zu opfern bereit sind.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Ein wunderschöner Wohlfühlroman

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
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Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt die 25-jährige Hatoko aus dem Ausland nach Kamakura zurück, um deren Schreibwarenladen zu übernehmen. Zu Lebzeiten war das Verhältnis der beiden immer kompliziert, was ...

Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt die 25-jährige Hatoko aus dem Ausland nach Kamakura zurück, um deren Schreibwarenladen zu übernehmen. Zu Lebzeiten war das Verhältnis der beiden immer kompliziert, was Hatoko schließlich auch veranlasste, fortzugehen. Dennoch will sie nun den Beruf ihrer Großmutter fortführen, den der Schreiberin. Zu Hatoko kommen von nun an die unterschiedlichsten Kundinnen, um sich von ihr Briefe schreiben zu lassen. Doch diese Kunst ist komplex: Hatoko muss nicht nur den richtigen Ton treffen, sondern auch das richtige Schreibgerät, die passende Schrift und das Papier auswählen.

„Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ ist Ito Ogawas erster Roman, der in deutscher Sprache erschien, obwohl sie in Japan bereits seit 2008 Bücher veröffentlicht. Die Übersetzung stammt von Sabine Mangold, die auch schon Werke von Haruki Murakami oder Yoko Ogawa übertrug. Die Geschichte wird von der Protagonistin Hatoko selbst in der Ich-Form und im Präsens erzählt, ganz so als würden wir sie dabei begleiten. Darüber hinaus ist besonders, dass die Handlung alle vier Jahreszeiten durchschreitet – beginnend im Sommer, als Hatoko in Kamakura ankommt, bis in den Frühling, in dem sich für sie vieles verändert.

Zwei Dinge sind im Roman zentral: Hatokos Kund
innen und deren Briefe sowie das Verhältnis zur Großmutter, die Hatoko nur „meine Vorgängerin“ nennt. Das erste Thema ist unglaublich interessant, weil die Autorin sehr ausführlich beschreibt, wie viel Herzblut im Schreiber-Handwerk steckt und welche Konventionen bestehen, zum Beispiel, welches Papier oder welche Tinte zu verwenden ist und sogar, welche Briefmarke letztendlich ausgewählt wird. Auch die Kund*innen haben inhaltlich die unterschiedlichsten Wünsche, der Fokus bleibt jedoch immer auf Hatokos Leben.

Hatoko fühlte sich von ihrer Großmutter stets zu streng behandelt und in das Schreiberhandwerk hineingezwungen. Aus diesem Grund ging sie im Streit fort und kam erst nach deren Tod zurück, so dass beide kein klärendes Gespräch mehr führen konnten. Auch die Tante ist inzwischen verstorben, eine Mutter hat Hatoko nicht und so fühlt sie sich in Kamakura zunächst sehr einsam – wären da nicht ihre Freunde, wie Nachbarin Barbara, Grundschullehrerin Panty oder die 5-jährige QP-chan, die ihr zeigen, dass Familie nicht zwingend Blutbande bedeuten müssen. Und vielleicht kann Hatoko sich trotz allem mit ihrer Großmutter aussöhnen. Ein wirklich schöner Roman, der hoffentlich zu weiteren Übersetzungen der Autorin führen wird.

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