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Veröffentlicht am 15.09.2023

Auf dem Höhepunkt der Macht

Club Paradies - Im Glanz der Macht
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In dem Roman begeben wir uns ins Jahr 1976 nach Berlin. Hier treffen wir auf die Familie Borchardt. Der Vater Hanns handelt oft skrupellos und hat sich im Immobiliengeschäft etabliert und keiner wusste ...

In dem Roman begeben wir uns ins Jahr 1976 nach Berlin. Hier treffen wir auf die Familie Borchardt. Der Vater Hanns handelt oft skrupellos und hat sich im Immobiliengeschäft etabliert und keiner wusste so genau wie es ihm gelungen war, sein Vermögen aufzubauen. Hanns war auf dem Höhepunkt seines Schaffens angekommen und zeigte den anderen gern seine Macht. Seine Frau Maria hatte ihr Architekturstudium für die Familie aufgegeben, sie war bodenständig geblieben und hatte den Bezug zum gemeinsamen Leben mit Hanns verloren. Der Sohn Holger verabscheut seinen Vater und rebelliert gegen die spießige Gesellschaft. Die Tochter Hanna ist volljährig und nicht länger gewillt die Grenzen, die ihre Eltern ihr stellen, zu akzeptieren. Beide wollen ihren eigenen Weg gehen. Wie wird es mit der Familie weitergehen und welche Rolle spielt die Nachtclubbesitzerin Lea Stern?

Der Einstieg ist mir leicht gefallen, durch den flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so erhält man schnell Zugang zu den Charakteren und bekommt einen guten Einblick in das Denken und Handeln der Personen. Es ist nicht nur der Zeitgeist der 1970er Jahre gut eingefangen, sondern auch Ereignisse wie die Studentenunruhen und die RAF sind mit der Geschichte verwoben.

Das Buch hat auf mich einen Sog ausgeübt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Nun bin ich auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Ein Leben für die Wissenschaft

Die Formel der Hoffnung
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Die neue Assistenzstelle im Vanderbilt-Hospital war ausgeschrieben und alle waren überrascht als Dr. D. M. Horstmann eintraf und sich als Frau entpuppte. Der Chefarzt hätte dieser Besetzung nie zu gestimmt, ...

Die neue Assistenzstelle im Vanderbilt-Hospital war ausgeschrieben und alle waren überrascht als Dr. D. M. Horstmann eintraf und sich als Frau entpuppte. Der Chefarzt hätte dieser Besetzung nie zu gestimmt, wenn er gewusst hätte, dass sich hinter dem Namen eine Frau verbarg. Doch nun war sie da und stach als einzige Frau mit einer Größe von über 1,85 m aus dem Kreis der Ärzteschaft heraus. Dorothy Horstmann hat nur ein Ziel vor Augen, die Bekämpfung von Polio. Während auf der anderen Seite des Globus schreckliche Dinge sich abspielen, geht Dorothy gemeinsam mit anderen Forschern ihren Weg.

Von 1940 bis 1963 begleiten wir Dorothy Horstmann bei ihren Kampf den Poliovirus zu besiegen. Oft besuchte sie Kinderstationen, um sich immer wieder vor Augen zu führen, weshalb sie so hart arbeitete. Die anderen Epidemiologen waren nicht besser qualifiziert als Dr. Dorothy Horstmann und trotzdem waren sie ihr Boss. Alles ordnete sie ihrer Arbeit unter, denn die blieb ihre erste Liebe.

Ich fand es sehr spannend und interessant mehr über die Arbeit der Wissenschaftler zu erfahren. Der Wettlauf mit der Zeit um einen Polioimpfstoff zu entdecken, hat viele Jahre gedauert. Sehr realistisch wurde die damalige Zeit in der Medizin und der Gesellschaft dargestellt. Die Autorin hat es geschickt verstanden, Realität und Fiktion in diesem Roman zu verknüpfen.

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Veröffentlicht am 03.09.2023

Der Wunsch zu helfen

Wie ein Stern in mondloser Nacht
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Henni kommt aus ärmlichen Verhältnissen, doch sie muss für ihre kranke Mutter putzen gehen, lieber hätte sie für eine bessere Zukunft gelernt. Ed kommt aus einer gut situierten Familie und möchte mehr ...

Henni kommt aus ärmlichen Verhältnissen, doch sie muss für ihre kranke Mutter putzen gehen, lieber hätte sie für eine bessere Zukunft gelernt. Ed kommt aus einer gut situierten Familie und möchte mehr über das Leben der Armen erfahren. Beide werden ein Paar, doch dann zerbricht die Freundschaft. Ed geht zum Studieren nach Cambridge und Henni beginnt eine Ausbildung zur Hebamme. Schnell stellt Henni fest, dass die Schere zwischen Arm und Reich in den fünfziger Jahren immer mehr auseinander klafft. Aus Not setzen verzweifelte Mütter ihre Neugeborenen aus oder töten sie. Henni will diesen Müttern helfen und stellt eine Apfelsinenkiste in den Hinterhof ihres Geburtshauses auf. Die erste Babyklappe ist entstanden.

Die Geschichte wird abwechselnd durch zwei Handlungsstränge erzählt. Beim Lesen begleiten wir Henni in dem Zeitraum von 1947 bis 1956 in Berlin und erfahren viel über die Nöte der Mütter, denn Kinder führten oft zum Verarmen der Familien. Im Jahr 2000 spielt der zweite Erzählstrang. Hier treffen wir auf die Journalistin Liv, die selbst ein Findelkind ist und mehr über ihre leiblichen Eltern herausfinden möchte.

Das Cover passt perfekt zum Buch. Der Schreibstil von Marie Sand ist sehr bildhaft und detailliert. Man kann sich gut in Henni hineinversetzen und ihre Beweggründe für die Babyklappe nachvollziehen. Es ist spürbar, dass sie menschlich das Richtige für die Mütter und Babys tun möchte und um dieses Ziel zu erreichen, über sich selbst hinaus wächst. Eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 30.08.2023

Fesselndes Finale der Mallorca-Saga

Zeiten der Versöhnung
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Nach dem ich bereits mit Begeisterung die ersten drei Bände der Familiensaga gelesen habe, war ich natürlich gespannt auf den letzten Band.

Antonia Delgado plant eine Rückkehr nach Mallorca, doch bevor ...

Nach dem ich bereits mit Begeisterung die ersten drei Bände der Familiensaga gelesen habe, war ich natürlich gespannt auf den letzten Band.

Antonia Delgado plant eine Rückkehr nach Mallorca, doch bevor es soweit ist, muss sie einen Schicksalsschlag hinnehmen. An der Grabstelle ihrer Tochter Valentina trifft sie auf ihren Sohn Rodrigo, der sich auf Kuba den Widerstand anschließen will. Auch auf Mallorca schlägt das Schicksal zu und langgehütete Geheimnisse finden ihren Weg ans Licht. Erschließt sich den Mitgliedern der Familie Delgado ein Weg, die verhärteten Ansichten aufzuweichen und sich gegenseitig zu verzeihen?

Der Einstieg in die Geschichte hat diesmal etwas gedauert, aber als ich am Ende des Buches den Stammbaum entdeckte, fiel es mir leichter. Schnell waren die Charaktere wieder präsent, unterstützt wurde dieses auch durch die kurzen Zusammenfassungen an der Innenklappe. Dank des flüssigen Schreibstils flogen die Seiten nur so dahin. Wie auch im wahren Leben liegen bei der Familie Delgado Freud und Leid dicht bei einander, so dass ich mit ihnen geweint, gelacht und einen guten Tropfen Wein genossen habe. Ich fühlte mich als unsichtbarer Gast und nahm an ihrem Leben in dem Zeitraum von 1953 bis 1958 teil. Ich bereiste dabei nicht nur die Inseln Mallorca und Kuba, sondern unternahm auch Abstecher nach Amerika.

Gern habe ich die Familie Delgado begleitet und bin traurig, dass ich sie nun verlassen muss. Es gibt wenige Bücher, von denen ich mir wünschte, sie mögen immer weitergehen. Die Mallorca-Saga gehört definitiv dazu. Nun verabschiede ich mich von der Familie Delgado. Sie haben mir unvergessliche Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Antworten auf außergewöhnliche Gartenfragen

Werden Tomaten süßer, wenn ich sie mit Zuckerwasser gieße und kann ich mein Unkraut einfach aufessen?
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Durch den ungewöhnlichen Titel des Buches bin ich auf den Ratgeber aufmerksam geworden. Schon beim ersten Durchblättern werde ich positiv überrascht. Hier erhalten Neulinge und auch Erfahrene Antworten ...

Durch den ungewöhnlichen Titel des Buches bin ich auf den Ratgeber aufmerksam geworden. Schon beim ersten Durchblättern werde ich positiv überrascht. Hier erhalten Neulinge und auch Erfahrene Antworten auf außergewöhnliche Gartenfragen rund um Obst und Gemüse. Immer mehr Menschen versuchen es mit dem Selbstanbau auf der Fensterbank, auf dem Balkon oder im Garten auf einem Beet, denn beim Gärtnern stehen eher der Geschmack und die Gesundheit im Vordergrund.

Neben der Einleitung gibt es noch folgende Untergliederungen:
Was baue ich an?
Wo baue ich an?
Erlebnis Eigenbau
Wer knabbert an meinen Pflanzen?
Ernten und Verarbeiten
Kurze schnelle Antworten zu den Fragen in den Überschriften findet man in einem Kasten.

Mich hat dieses Buch überwältigt. Man erfährt eine unglaubliche Fülle und Vielfalt an gesammeltes Wissen über den Selbstanbau von Gemüse und Obst. Neben den anschaulichen Fotos und Zeichnungen sind die Texte flüssig, präzise und verständlich geschrieben. Zur Abrundung dieses wunderbaren Ratgebers gibt es am Ende noch ein alphabetisches Register. Ich habe bereits sehr viel Neues dazugelernt und denke, dass ich das Buch immer mal wieder zu Hand nehmen werde.

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