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Veröffentlicht am 18.03.2019

Mördersuche auf dem Tanzparkett

Der Tanz des Mörders
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Der Ex-Tanzlehrer Colin Duffot hat sich vor kurzem in einem kleinen ländlichen Ort in Mittelengland niedergelassen. Um Kontakte zu knüpfen, spielt er mit dem schlitzohrigen Pfarrer Jasper Dart. Der Einsatz ...

Der Ex-Tanzlehrer Colin Duffot hat sich vor kurzem in einem kleinen ländlichen Ort in Mittelengland niedergelassen. Um Kontakte zu knüpfen, spielt er mit dem schlitzohrigen Pfarrer Jasper Dart. Der Einsatz ist immer eine gute Tat. Nun hat Colin wieder verloren und muss die kranke Mrs Summers besuchen. Sie entpuppt sich als bösartige alte Dame, die ihren Nachbarn gern hinterher spioniert. Eines Morgens findet Colin sie tot im Sessel mit einem Bratthermometer im Ohr. Doch dieses ist nicht die einzige Tote im Ort. In einem Wäldchen haben Spaziergänger eine unbekannte junge Frau gefunden, erschlagen mit einem Fleischklopfer. Auf Grund der Küchenutensilien als Tatwaffen, scheinen beide Fälle zusammenzuhängen. Die kleinwüchsige Norma, die Krankenschwester bei Mrs Summer war, überredet den einfallsreichen Pfarrer Jasper und Colin, der die Gabe hat, Menschen durch ihre Körpersprache einzuschätzen, Ermittlungen aufzunehmen. Das ungleiche Trio lädt die Verdächtigen zu Tanzstunden in den Gemeindesaal ein. Kann der Täter auf dem Tanzparkett enttarnt werden?

Miriam Rademacher hat mich mit diesem Krimi überrascht, der nicht nur eine spannende Handlung bietet, sondern auch ein Prise Humor. Die Hobby-Ermittler sind alle liebevoll gestaltet. Jede Person hat ihre Ecken und Kanten, punkten mit Wortwitz und ironischen Bemerkungen, so dass ich mir oft ein Lachen nicht verkneifen konnte. Aber auch die Nebenfiguren waren angenehm gezeichnet, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Dieses wurde noch unterstützt durch die angenehme Stimme von Jens Wenzel, der es geschafft hat, durch verschiedene Stimmnuancen jeden Charakter individuell darzustellen und die Geschichte lebendig zu gestalten.

„Der Tanz der Mörder“ ist kurzweilig, gewürzt mit einer Prise Humor und dazu noch großartig gelesen. So hat man alles, was ein tolles Hörbuch ausmacht. Als Hörerin hatte ich auf jeden Fall viel Freude mit dem ungewöhnlichen Ermittlertrio.

Veröffentlicht am 14.03.2019

Momentaufnahme

Als die Tage ihr Licht verloren
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Die Handlung des Buches spielt in der Zeit von 1932 bis 1940. Es ist eine Momentaufnahme aus dem Leben der beiden Schwestern Linda und Gitte sowie ihrer Freundin Lene. Linda ist noch voller Träume, sie ...

Die Handlung des Buches spielt in der Zeit von 1932 bis 1940. Es ist eine Momentaufnahme aus dem Leben der beiden Schwestern Linda und Gitte sowie ihrer Freundin Lene. Linda ist noch voller Träume, sie arbeitet im Büro, aber ist dort sehr unglücklich. Gitte war im Reichsministerium angestellt und wollte unbedingt Jura studieren. Während ihre Freundin Lene so schnell wie möglich heiratet, um aus den Fängen ihrer Mutter zu kommen, wollen die Schwestern erst mal das Leben genießen. Doch dann lernt Linda den sensiblen Erich kennen und lieben. Er weckt in ihr eine kreative Ader und sie fühlt sich von ihm verstanden. Erich wird eingezogen und plötzlich reißen seine Briefe ab, er wird vermisst. Linda kommt damit nicht klar, sie zerbricht und trauert auf ihre eigene Art. Als Linda in eine Heilanstalt zwangseingewiesen wird, ist keinem klar, in welcher Gefahr sie dort schwebt.

Die Autorin hat die fiktive Geschichte der beiden Schwestern Linda und Gitte verwoben mit den Geschehnissen während der NS-Zeit, wo psychische Erkrankungen fast einem Todesurteil gleich kamen. Einige Briefe und das Nachwort weisen auf gute Recherche hin. Mich hat das Gelesene oft fassungslos gemacht und ließen mich oft innehalten. Das Buch ist keine leichte Lektüre, man sollte sich Zeit nehmen, einige Zeilen musste ich noch einmal lesen, um sie zu verstehen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und gleichzeitig wechselt der Schreibstil, einige gefielen mir, andere empfand ich durch die kurzen knappen Sätze als holperig, so dass sie meinen Lesefluss unterbrachen. Die meisten Charaktere wirkten auf mich reserviert und teilweise unnahbar.

Die Thematik des Buches hat mir sehr gefallen, aber mit der Umsetzung kam ich nicht richtig klar, gleichzeitig störte mich das offene Ende, für mich wäre vielleicht ein Epilog hilfreich gewesen.

Veröffentlicht am 10.03.2019

Wenn einer eine Reise tut...

Mörder mögen keine Matjes
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Piet Paulsen hat in Hamburg eine Knieoperation gut überstanden und die Stammbesetzung der Hidden Kist will ihn besuchen. Doch dann entdecken Tadje und ihr Freund Lasse einen gestrandeten Container von ...

Piet Paulsen hat in Hamburg eine Knieoperation gut überstanden und die Stammbesetzung der Hidden Kist will ihn besuchen. Doch dann entdecken Tadje und ihr Freund Lasse einen gestrandeten Container von einer Hamburger Reederei. Beide sind neugierig und öffnen den Container, ein kleiner Affe springt ihnen entgegen und unter einem Chaos an Elektroschrott erblicken sie die Leiche eines Mannes. Für Polizeimeister Thies Detlefsen ist schnell klar, dass der Tatort wahrscheinlich in Hamburg liegt. Da sich Nicole Stappenbek wegen ihres Freundes von Kiel nach Hamburg versetzen lassen hat, nimmt er mit ihr Kontakt auf. Gemeinsam mit seinen Freunden aus Fredenbüll reist Thies Detlefsen in die Großstadtmetropole Hamburg, um den Fall zusammen mit Nicole Stappenbek zu klären. Auch wenn die Hamburger Polizei über den Dorfpolizisten lächelt, lässt er sich nicht beirren und ermittelt auf seine unkonventionelle Art.

Nach dem 7. Band von Krischan Koch bin ich mit der Fredenbüller Imbisstruppe schon fast auf Du und Du. Die Ermittlungen führen dieses Mal weg von dem beschaulichen Fredenbüll auf das heiße Pflaster von Hamburg, wo man wie nebenbei einige Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernt. Geschickt wird Gesellschaftskritik und das aktuelle Thema Müllentsorgung in das Geschehen verflochten. Neben Geldgier und Lügen gibt es auch falsche Fährten, die den Leser zum Miträtseln animieren.

Der spritzige Schreibstil von Krischan Koch konnte mich wieder begeistern. Ich liebe die schrägen, aber liebevoll gezeichneten Charaktere und auch die witzigen Dialoge. Ich fand das Buch kurzweilig, humorvolle Ereignisse sorgten für gute Unterhaltung und die Spannung wurde bis zum Schluss gehalten.

„Mörder mögen keine Matjes“ ist wie die Vorgängerbücher wieder ein toller Küstenkrimi mit viel Mutterwitz und nordischem Charme.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Polittheater

Rheinblick
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Brigitte Glaser hat eine fiktive Geschichte geschrieben vor historischem Hintergrund, in dem zwei Frauen eine wichtige Rolle spielen.
Das Buch beschreibt einen Zeitraum von gut 14 Tagen im November 1972, ...

Brigitte Glaser hat eine fiktive Geschichte geschrieben vor historischem Hintergrund, in dem zwei Frauen eine wichtige Rolle spielen.
Das Buch beschreibt einen Zeitraum von gut 14 Tagen im November 1972, in dem Sieg und Niederlage dicht beieinander liegen. Willy Brandt fährt nach dem Misstrauensvotum das beste Wahlergebnis seit Bestehen der SPD ein.

Bei Hilde Kessel, der Wirtin vom Rheinblick, treffen sich viele Gäste aus unterschiedlichen Parteien, deshalb hält sie ihre politische Überzeugung geheim, um ihre Gäste nicht vor den Kopf zu stoßen. Doch weshalb bereitet sich in ihr ein mulmiges Gefühl aus, als sie erfährt, dass ein Untersuchungsausschuss wegen angeblich gekaufter Stimmen gegründet wird?

Sonja Engel, die SPD-Anhängerin, wartet sehnsüchtig auf eine Stelle als Logopädin, solange dies nicht geschieht, wird sie weiter als Krankenschwester arbeiten. Doch dann muss sich Willy Brandt nach den vielen Wahlkampfauftritten einer Stimmbandoperation unterziehen und Sonja gehört als Logopädin zum Betreuungsteam. Jeder hatte verwundbare Stellen und es galt diese zu verbergen.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorin und die Lesbarkeit des Buches gewinnt zusätzlich durch die kurzen Kapitel. Der Handlungsverlauf von 14 Tagen wird chronologisch dargeboten und flüssig erzählt. Durch die Perspektivwechsel wird Spannung aufgebaut. Das Buch beweist, dass Brigitte Glaser sehr gekonnt historische Ereignisse in ihrem Roman mit einfließen lässt, so dass vergangene Zeiten in Erinnerung zurückgebracht oder jüngeren Lesern der damalige Zeitgeist näher gebracht werden kann. Es herrschte eine Aufbruchsstimmung, die Studenten gingen auf die Straße und die Frauen versuchten sich zu emanzipieren. Für dieses Buch sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und etwas Interesse an Politik haben. Zur Unterstützung gibt es am Ende des Buches noch ein Glossar. Ich fand es positiv, dass das Buch nicht in Folie eingeschweißt, sondern nur mit einem Papiersiegel versehen war.

Ein atmosphärisches Lesevergnügen, das den Leser in die Ära der Siebziger zurückversetzt.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Toller Abschluss dieser Trilogie

Gut Greifenau - Morgenröte
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Nach dem ich bereits ungeduldig auf den dritten Band der Trilogie gewartet habe, konnte ich nun nahtlos an den zweiten Band anknüpfen und voller Freude weiterlesen.

Langsam rückt das Kriegsende mit Russland ...

Nach dem ich bereits ungeduldig auf den dritten Band der Trilogie gewartet habe, konnte ich nun nahtlos an den zweiten Band anknüpfen und voller Freude weiterlesen.

Langsam rückt das Kriegsende mit Russland näher. Nach einem Mordanschlag wird Konstantin schwerverletzt und von Rebecca heimlich in ihrer Wohnung gepflegt. Nur sein Vater Adolphis weiß Bescheid, alle anderen glauben, dass er tot ist und die wildesten Gerüchte verbreiten sich. Doch dann schlägt die Spanische Grippe zu und es ist ungewiss, ob Konstantin sein Erbe antreten kann.

Ein Fluchtversuch von seiner Schwester Katharina zu ihrem Freund, dem Industriellensohn Julius, misslingt. Sie wird nun eingeschlossen und streng bewacht. Die Eltern setzen alle Hoffnung in die Ehe zwischen Katharina und dem gewalttätigen Ludwig von Preußen, um das Gut vor dem Bankrott zu retten.
Auch für die Bediensteten beginnt eine unruhige Zeit.

Aufgrund des Covers ist sofort erkennbar, dass auch dieser letzte Band zur Trilogie gehört. Wieder ist es Hanna Caspian gelungen mit ihrem wundervollen Schreibstil und ihrer guten Darstellung der Personen sowie der Lebensumstände mich auch mit dem letzten Teil der Trilogie zu begeistern. Die Charaktere von Adel und Bediensteten entwickeln sich weiter in einer Zeit des Umbruchs am Ende des ersten Weltkrieges und in den Nachkriegswirren. Sehr gekonnt hat die Autorin gut recherchierte historische Ereignisse mit in die Handlung einfließen lassen, so dass dieses Buch nicht nur gute Unterhaltung bietet, sondern auch Wissen vermittelt.

Durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten wirkt nicht nur die Handlung sehr lebendig und vielschichtig, sondern die Spannung wird bis zum Schluss hochgehalten.
Es gibt wenige Bücher von denen ich mir wünschte, sie mögen weitergehen, aber diese Reihe gehört definitiv dazu, so dass ich diesen Band der Trilogie mit großem Bedauern beendet habe.
Von mir eine klare Leseempfehlung für diese Gut Greifenau-Reihe.