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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein sehr atmosphärischer Thriller, der bei mir noch nachwirkt

Fünf Fremde
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In „Fünf Fremde“ geht es um Geheimnisse, um Schicksalsschläge, um Emotionen, die nicht immer rational sind – und um eine Insel, die alle(s) vereint. Im Zentrum stehen verschiedene Personen, die vor dreißig ...

In „Fünf Fremde“ geht es um Geheimnisse, um Schicksalsschläge, um Emotionen, die nicht immer rational sind – und um eine Insel, die alle(s) vereint. Im Zentrum stehen verschiedene Personen, die vor dreißig Jahren miterleben mussten, wie zwei Jugendliche während einer Klassenfahrt spurlos verschwanden. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Aus ganz unterschiedlichen Gründen befinden sich diese Menschen nun, drei Jahrzehnte später, wieder auf der Insel. Und obwohl es ihnen bis heute schwerfällt, über die damaligen Ereignisse zu sprechen, suchen sie alle nach Antworten – und hoffen, sie endlich zu finden.

Zunächst besticht das Buch optisch mit seinem grandiosen, starken und sehr eindrucksvollem Cover und Farbschnitt! Das Cover verspricht einen unheilvollen Sturm. Mittendrin der rote Riss, der mich direkt vermuten ließ, dass der Sturm dazu benutzt wird, etwas Verborgenes an die Oberfläche zu bringen.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der einzelnen Charaktere, durchzogen von Rückblenden. So erfahren wir nach und nach immer über die Geschehnisse von damals – und auch darüber, weshalb sich ausgerechnet „heute“ wieder alle auf Neuwerk befinden. Doch genau diese Vielzahl an Informationen machte es mir nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Kaum hatte ich eine Theorie entwickelt, wurde sie durch neue Details wieder über Bord geworfen. Erst ganz am Ende fügte sich alles zu einem Gesamtbild zusammen – und diese Lösung habe ich nicht kommen sehen!

Romy Fölck schreibt sehr flüssig und vor allem unglaublich atmosphärisch. Nicht nur die Naturlandschaft der Insel Neuwerk und den heraufziehenden Orkan beschreibt sie eindrucksvoll, auch die angespannte Stimmung zwischen den Charakteren und die beklemmenden Situationen setzt sie gekonnt in Szene. In meinem Kopf lief ein kompletter Film ab – so klar und deutlich sah ich alles vor mir.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir etwas mehr emotionale Tiefe bei den Figuren gewünscht. Der dichten Stimmung und vor allem der Spannung hat das jedoch keinen Abbruch getan. Ich war über das gesamte Buch hinweg gefesselt. Ein Cliffhanger jagte den nächsten, ein düsteres Gefühl das andere.

Die Auflösung am Ende kam für mein Empfinden allerdings etwas zu plötzlich, und gerade dort fehlten mir erneut die intensiveren Gefühle der Charaktere. Auch der eine oder andere kleine Logikfehler hat sich eingeschlichen und zwei, drei Fragen, die ich mir zwischendurch gestellt hatte, blieben unbeantwortet.

Nichtsdestotrotz kann ich den Thriller wirklich empfehlen, ich hatte spannende und fesselnde Lesestunden, in denen mir mehr als einmal die Luft wegblieb!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Einfach großartig!

Der Trailer
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Die Vorfreude und das Warten haben sich gelohnt, meine Erwartungen wurden nicht nur nicht enttäuscht, sie wurden übertroffen!!!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - ich mag das Cover, die Protagonisten, ...

Die Vorfreude und das Warten haben sich gelohnt, meine Erwartungen wurden nicht nur nicht enttäuscht, sie wurden übertroffen!!!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - ich mag das Cover, die Protagonisten, die Story an sich, den Spannungsaufbau, die Plottwists, die Settings, die Musik, die Sprache, alles!
Sprachlich für mich ein echtes Meisterwerk. Der feine Sarkasmus und die Ironie, die sich immer mal wieder einschleichen, die manchmal schon fast märchenhaft beschriebenen Rückblenden, Metaphern/Verbildlichungen, die ihresgleichen suchen! Linus Geschke hat sich hier meiner Meinung nach selber neue Maßstäbe gesetzt!

Tayfun, Wout, Frieda und Kathinka - was für starke Persönlichkeiten! Tayfun und Wout, zwei Kriminelle - wie kann ich zwei Männer wie sie nur mögen? Vermutlich, weil sie in sich wirklich gute Seelen bergen. Frieda - was für eine starke, selbstbewusste Hammerfrau, die weiß, was sie will und nicht nur strikt nach den Regeln lebt! Kathinka... Kathinka hat mich am meisten überrascht! So verdammt schlau die Kleine!

Ich mag es, wie und mit welchen psychischen und psychologischen Themen und Nuancen Linus Geschke hier umgeht, um seinen Charakteren ihre Tiefe zu geben, um ihre Ecken und Kanten rund zu machen, aber nicht zu rund!
Egal, ob die Protagonisten sich am Campingplatz Donkerbloem, in Wouts Kölner Kneipe Golden Diamond mit seiner 80er Jahre Rock-Musik, in Hamburg, Frankfurt oder Südheide befanden - ich war da! Alle Schauplätze wurden so bildhaft beschrieben, dass es mir nicht schwer fiel, sie mir vorzustellen.

Und während ich die Spannung in der ersten Hälfte subtil empfand (was mir aber wirklich gut gefallen hat), nahm die Geschichte gerade im letzen Drittel richtig Fahrt auf. Mit dem einen oder anderen Plottwist habe ich wirklich nicht gerechnet.
Und dieser Cliffhanger am Ende? Dazu kann ich nur sagen: Wie gemein!!!

Linus Geschke hat mich mit dem Auftakt seiner "Trailogie" voll und ganz abgeholt! Es gibt nichts, das mir nicht gefallen hat, nichts, das zu viel gesagt wurde, nichts, das zu wenig gesagt wurde!

Kleines iTüpfelchen zum Schluss: Auf Spotify gibt es eine Playlist zum Buch mit den Liedern aus dem Buch (und ein paar mehr)!

Lieblingszitat: "Wenn die Bäume reden könnten, müssten sie Schweigegeld verlangen bei all den Grausamkeiten, die in dieser Gegend geschehen waren."

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Guter Krimi

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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"Eisfeld - dunkle Enthüllungen" ist der zweite Teil der Eisfeld-Reihe. Ich kenne den ersten Teil nicht, bin aber sehr gut in die Geschichte und in die Charaktere gekommen.

Mara Eisfeld ist nicht die typische ...

"Eisfeld - dunkle Enthüllungen" ist der zweite Teil der Eisfeld-Reihe. Ich kenne den ersten Teil nicht, bin aber sehr gut in die Geschichte und in die Charaktere gekommen.

Mara Eisfeld ist nicht die typische Sympathieträgerin. Sie hat ihre Ecken und Kanten, kämpft ihre ganz privaten Kämpfe. Noch immer leidet sie unter der Trennung von ihrem noch-Ehemann. Seine Bedarf an Mediationsgesprächen bzgl der Sorgerechtslösungen widerstrebt ihr ebenso wie die neue Frau an der Seite ihres Vaters. Und mitten in ihrem privaten Chaos wird einer der berühmtesten Investigativ-Journalisten brutal auf offener Straße ermordet. Gemeinsam mit ihrem Partner Gideon Blessing ermittelt Mara Eisfeld. Während es zunächst nach einem Mord aus den Reihen der Tiznit aussieht, verdichten sich die Hinweise in eine andere Richtung.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, die Aufklärungsarbeit wirkt authentisch und die Charaktere haben Tiefgang. Weinert beschreibt alles sehr detailliert, um die Atmosphäre zu erzeugen, was ihm grundsätzlich auch gut gelingt. Ich persönlich hätte trotzdem auf ein paar Details verzichten können. (Aber das ist persönlicher Geschmack.)

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Eine schöne Geschichte, die leider an manchen Stellen schwächelt

Das Licht in den Wellen
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Ein an sich schönes Buch, das sich gut lesen ließ. Aber auch ein Buch mit Höhen und Tiefen.

Das Cover find ich unheimlich schön! Mit gefällt das blau mit den Wellen, die nahtlos in den Horizont übergehen ...

Ein an sich schönes Buch, das sich gut lesen ließ. Aber auch ein Buch mit Höhen und Tiefen.

Das Cover find ich unheimlich schön! Mit gefällt das blau mit den Wellen, die nahtlos in den Horizont übergehen und mittendrin eine Frau - vermutlich Inge. Mir gefällt auch, dass das Hardcover direkt bedruckt ist! Das verleiht dem Buch etwas Besonderes!

Worum geht's? Inge begibt sich mit ihren knapp 100 Jahren noch einmal auf eine Reise von Föhr nach New York, wo sie nach dem Krieg über 30 Jahre gelebt hat. Auf der Schiffsreise wird sie von ihrer Urenkelin Swantje begleitet. Während der Fahrt hängt Inge ihren Erinnerungen an ihre New Yorker Jahre nach.

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Ebenen - der Gegenwart und den New Yorker Jahren von 1947-1978.

Aufgrund des Klappentexts habe ich einen anderen Verlauf des Buchs erwartet. Mir fehlte in dem Gegenwartsteil die Interaktion zwischen Inge und Swantje. Dem entgegen gefiel mir der Rückblick auf die New Yorker Jahre gut! Es ist beeindruckend, was Inge erlebt hat und wie sie immer weiter aufgestiegen ist. (Dass hier keine klassische oder typische Auswanderergeschichte erzählt wird, ist ziemlich schnell klar, aber das hat mich nicht gestört! Sicherlich gab es auch solche Ausnahmegeschichten.)

Leider endet das Buch quasi mittendrin, als das Schiff mit Inge und Swantje in New York ankommt. Was sie dann in New York erleben und was in den rund 45 Jahren seit 1978 passiert ist, wird erst im zweiten Teil erzählt. (Das Buch soll im Frühjahr 2026 erscheinen.) Dieses offene Ende mitten in der Geschichte hat mir leider nicht gefallen.

Emotional hat mich das Buch weitgehend abgeholt und (mit ein paar Tiefen) auch gut unterhalten. Am Ende konnte es mich aber leider trotzdem nicht ganz überzeugen.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Hormone – und jetzt?

Morden in der Menopause
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Ich liebe das Buch und kann es uneingeschränkt jeder Frau – egal welchen Alters – empfehlen! Ein humorvolles Buch mit Fachwissen, nachvollziehbaren Gefühlen und einer kriminellen Energie, der wir uns sicherlich ...

Ich liebe das Buch und kann es uneingeschränkt jeder Frau – egal welchen Alters – empfehlen! Ein humorvolles Buch mit Fachwissen, nachvollziehbaren Gefühlen und einer kriminellen Energie, der wir uns sicherlich alle gerne einmal hingeben würden.

Worum geht’s? Liv ist 48 und sieht sich plötzlich mit ihren Wechseljahren konfrontiert – unkontrollierbare Stimmungsschwankungen und Schweißausbrüche, ein pubertärer Hormonhaushalt. Und als ob das nicht schon schwer genug zu ertragen ist, beschert ihr auch ihr pubertärer Sohn große Sorgen. Und eh sie es sich versieht, stirbt jemand – durch ihre Hand. Von nun an geht es darum, die Leiche unauffällig zu entsorgen, ihre Familie zu beschützen und mit den Hormonen zurecht zu kommen.

Liv gerät in Situationen und Probleme, die sie vor völlig neue Herausforderungen und Erfahrungen stellen – und sie wird sehr kreativ darin, diese Probleme zu lösen.
Tine Dreyer (alias Christine Drews) nutzt eine lebendige Sprache, die sich sehr angenehm lesen lässt. Ein besonderes Highlight waren dabei für mich die Einschübe, in denen Liv sich direkt an die Leser wendet. Das verleiht dem Buch einen ganz besonderen Charme.

Vor jedem Kapitel teilt Christine Drews zudem Fachwissen über die Menopause, Hormone und allem, was damit einhergeht. Diese Einschübe sind sehr interessant – frau lernt also auch noch wirklich etwas über diese „besondere“ Phase in ihrem Leben! Danke dafür, liebe Christine!

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet – schon nach kurzer Zeit fühlten sie sich an wie gute Bekannte, wenn nicht schon Freunde. Liv und Iza sind mir besonders ans Herz gewachsen – sie wirken sehr echt, haben ihre Stärken und Schwächen und sind einfach liebenswert.

Liv zeichnet sich z.B. auch durch ihre sympathische Tollpatschigkeit aus und „stolpert“ quasi von einem Mord zum nächsten, frei nach dem Motto „oops, I did it again!“. Sie kann nichts dafür, es passiert einfach und eigentlich sind die Opfer ja selber Schuld! Herrlich!!!
Es gibt reichlich Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte, so dass also auch mein Krimi-Herz gut bedient wurde! Und auch, wenn ich hoffe, dass solch eine Mordserie in Wirklichkeit nicht passiert – das Buch liest sich, als ob es jederzeit so passieren könnte.

Ein absolutes Highlight 2024 für mich!

Eins meiner Lieblingszitate:

„Was war das denn?“ „Er ist mir weggeflutscht.“ „Weggeflutscht?“ „Ich hatte plötzlich einen Schweißausbruch.“ […] „Du hast ausgesehen, als würdest du gleich explodieren. Mit einem Mal warst du knallrot und irgendwie … wässrig.“ (S. 167)

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