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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannend, aber etwas überkonstruiert

Der Nachbar
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Sebastian Fitzek liefert mit „Der Nachbar“ wieder einen typischen Psychothriller, der sich schnell liest und von der ersten Seite an Spannung erzeugt. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und zugänglich.
Im ...

Sebastian Fitzek liefert mit „Der Nachbar“ wieder einen typischen Psychothriller, der sich schnell liest und von der ersten Seite an Spannung erzeugt. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und zugänglich.
Im Mittelpunkt steht Sarah Wolf, eine ehemalige Anwältin, die als Figur sehr greifbar und menschlich wirkt. Besonders ihre innere Zerrissenheit hat mich emotional abgeholt: Einerseits ist da ihr rationaler, analytischer Blick aus ihrem Beruf heraus, andererseits ihre wachsende Angst und Unsicherheit, als in ihrem Umfeld etwas nicht zu stimmen scheint. Gerade dieser Kontrast macht sie spannend – sie versucht, logisch zu bleiben, während um sie herum alles immer irrationaler und bedrohlicher wirkt.

Auch die Nebenfiguren sind typisch Fitzek angelegt: schwer zu durchschauen, oft ambivalent und nie eindeutig gut oder böse. Gleichzeitig bleiben einige dieser Figuren etwas blass und wirken eher wie Bausteine für die Handlung als wirklich tief ausgearbeitete Charaktere.

Es gibt zahlreiche falsche Fährten und Wendungen, die mich immer wieder auf neue Gedanken bringen. Das sorgt zwar für durchgehende Spannung, wirkt an einigen Stellen aber auch etwas zu konstruiert. Manche Handlungsstränge verlaufen im Sande oder werden nicht ganz zufriedenstellend aufgelöst, was bei mir einen leicht unbefriedigten Eindruck hinterlassen hat.

Am Ende bleibt ein Thriller, der emotional packt und mitreißt, aber nicht ganz die Tiefe und Geschlossenheit erreicht, die ihn zu einem echten Highlight machen würden.

Fazit: Spannend, schnell gelesen, mit kleinen inhaltlichen Abstrichen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen Spannung und viel Leerlauf

Woman Down
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Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die ...

Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die Geschichte nichts mit ihrem Privatleben oder ihren Moralvorstellungen zu tun habe. Rückblickend wirkte das fast wie eine vorsorgliche Distanzierung.

Die Idee klang zunächst vielversprechend: Eine Autorin in der Schaffenskrise trifft auf einen attraktiven Cop, der wie die Hauptfigur ihres eigenen Romans wirkt. Daraus hätte sich eine spannende und auch „spicy“ Geschichte entwickeln können. Leider scheitert das für mich vor allem an der Protagonistin Petra. Ihr Verhalten war für mich weder nachvollziehbar noch konsistent – mal extrem naiv, dann wieder sprunghaft in eine andere Richtung. Dadurch blieb sie mir durchgehend unsympathisch, besonders ihr ausgeprägtes Selbstmitleid war schwer zu ertragen.

Auch der Schreibstil konnte mich diesmal nicht überzeugen. Ich hatte ihn deutlich lebendiger in Erinnerung; hier wirkte vieles einfach und stellenweise repetitiv. Zwar gibt es zwischendurch spannende Momente, doch die Handlung flacht immer wieder ab und verliert sich in belanglosen Passagen. Das Ende schließlich wirkt stark konstruiert und ließ mich mehrfach nur den Kopf schütteln.

Insgesamt eine interessante Grundidee mit schwacher Umsetzung , sehr schade!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Zwischen Misstrauen und Wahrheit

Das Signal
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Die Romane von Ursula Poznanski leben von starken Ideen, psychologischer Spannung und Figuren, die man gerne durch ein ganzes Buch begleitet – und genau das findet ich auch hier wieder. Schon nach wenigen ...

Die Romane von Ursula Poznanski leben von starken Ideen, psychologischer Spannung und Figuren, die man gerne durch ein ganzes Buch begleitet – und genau das findet ich auch hier wieder. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett gefesselt und wollte unbedingt wissen, was wirklich hinter allem steckt.

Besonders berührt hat mich die Situation von Viola, die nach einem Unfall plötzlich mit der Amputation ihres Beins leben muss. Diese Veränderung macht ihre Verletzlichkeit und ihre Unsicherheit unglaublich greifbar. Ich habe beim Lesen gespürt, wie sehr sie versucht, ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bekommen – und gleichzeitig wächst mit jeder Seite das Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Aber Viola ist eine starke Frau und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Das ständige Misstrauen macht den Reiz der Geschichte ist. Auch ich als Leser beginne zu zweifeln, mitzurätseln und jede Kleinigkeit zu hinterfragen. Diese psychologische Spannung hat mich durch das Buch getragen .

Allerdings hat das Buch auch ein paar Längen. Einige Passagen ziehen sich etwas und bremsen den Spannungsfluss, besonders im Mittelteil. Dadurch verliert die Geschichte zwischendurch etwas an Tempo, bevor sie zum Ende hin wieder deutlich an Fahrt aufnimmt. Trotzdem bleibt Das Signal ein atmosphärischer, klug konstruierter Thriller mit einer starken Grundidee und einer interessanten Protagonistin.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Sehr ausschweifend

Die Enthusiasten
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Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman ...

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman Die Enthusiasten beeindruckt vor allem durch seine Sprache. Immer wieder finden sich schöne, fein formulierte Sätze und Beobachtungen, die zeigen, wie sorgfältig und literarisch der Autor schreibt. Einzelne Passagen haben eine große poetische Kraft und laden dazu ein, kurz innezuhalten und sie noch einmal zu lesen.

Aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Buch mich und meine Geduld überfordert. Markus Orths erzählt so ausschweifend, kommt immer wieder „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ und obwohl ich gerne lese, war das einfach zu viel für mich.

Denn ich empfand das Buch über weite Strecken als recht langatmig. Die Handlung verliert sich häufig in Abschweifungen und ausführlichen Beschreibungen, die zwar stilistisch gelungen sind, den Erzählfluss aber verlangsamen. Dadurch fällt es manchmal schwer, wirklich in der Geschichte zu bleiben oder Spannung aufzubauen.

Gerade weil der Autor so gut formulieren kann, hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht. Dennoch bleibt Die Enthusiasten ein sprachlich schönes Buch mit vielen gelungenen Formulierungen. Wer großen Wert auf literarische Sprache legt und sich Zeit für ruhigere, ausschweifendere Erzählweisen nimmt, könnte hier mehr Freude haben als ich.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Spannende Rückkehr nach Akranes

Verschworen
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Mit „Verschworen“ gelingt Eva Björg Ægisdóttir erneut ein spannender Kriminalroman, der mich durch seine besondere Atmosphäre und komplexe Handlung überzeugt hat. Die Rückkehr nach Akranes fühlt sich für ...

Mit „Verschworen“ gelingt Eva Björg Ægisdóttir erneut ein spannender Kriminalroman, der mich durch seine besondere Atmosphäre und komplexe Handlung überzeugt hat. Die Rückkehr nach Akranes fühlt sich für mich vertraut an - ein bisschen wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Autorin hat gekonnt die Entwicklung von Elma, die ich seit dem ersten Band begleite, in die aufregende Ermittlungsarbeit integriert. Elmas Leben hat sich verändert. Sie ist inzwischen verheiratet und Mutter, was ihrer Figur sehr gut tut. Diese persönliche Entwicklung wird wunderbar mit dem eigentlichen Kriminalfall verwoben, sodass ich nicht nur miträtsele, sondern auch emotional stark eingebunden bin. Die Balance zwischen privatem Leben und Ermittlungsarbeit ist der Autorin erneut hervorragend gelungen.

Der Spannungsbogen ist durchgehend hoch, steigert sich aber vor allem gegen Ende noch einmal enorm. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil sich die Ereignisse regelrecht überschlagen und immer neue Wendungen auftauchen. Genau diese Dynamik macht den Reiz der Geschichte aus und sorgt dafür, dass ich ständig weiterlesen möchte.

Die Charaktere wirken authentisch und ihre Motive nachvollziehbar. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und die Stimmung ist nicht nur wegen der Kälte und Abgeschiedenheit Islands beklemmend und frostig.

Für mich ist auch der 5. Teil der Reihe ein spannendes Highlight und es schreit förmlich nach einer Fortsetzung, die ich hoffentlich bald lesen kann!

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