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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2025

Skurrile und brutale Satire

Nimms nicht persönlich
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Ich mag Bücher, die anders sind. Daher hatte ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Denn der Roman "Nimms nicht persönlich" von Tom Hofland sollte eine faszinierende Mischung aus schwarzem Humor und satirischen ...

Ich mag Bücher, die anders sind. Daher hatte ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Denn der Roman "Nimms nicht persönlich" von Tom Hofland sollte eine faszinierende Mischung aus schwarzem Humor und satirischen Elementen bieten. Die Geschichte dreht sich um den Qualitätsmanager Lute und die düsteren Machenschaften des Headhunters Lombard. Trotz dieser interessanten Prämisse konnte das Buch mich nicht ganz überzeugen.

Die Kombination aus Skurrilität und Brutalität war für meinen Geschmack etwas zu extrem und beeinträchtigte mein Lesevergnügen. Insbesondere der Mangel an auflockerndem Humor hat dazu beigetragen, dass die Geschichte stellenweise schwer verdaulich war. Die Horrorelemente erschienen mir manchmal unpassend und störten meinen erzählerischen Fluss.

Insgesamt konnte "Nimms nicht persönlich" von Tom Hofland meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen. Die übertriebene Skurrilität, die ausgeprägte Brutalität und der fehlende Humor machten das Buch für mich zu einer weniger erfreulichen Lektüre. Dennoch könnte es Leserinnen und Leser ansprechen, die eine Vorliebe für diese Art von ungewöhnlicher Mischung haben. Mein Geschmack war es leider nicht.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Dunkle Familiengeheimnisse

Die Erbin
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Dieser wunderbare Roman hat mich mitten ins Herz getroffen. Schauplatz ist Köln in den 50er Jahren. Hier treffe ich auf Cosima Liefenstein, die Tochter einer fiktiven Industriellenfamilie, die stellvertretend ...

Dieser wunderbare Roman hat mich mitten ins Herz getroffen. Schauplatz ist Köln in den 50er Jahren. Hier treffe ich auf Cosima Liefenstein, die Tochter einer fiktiven Industriellenfamilie, die stellvertretend für einige reiche Familien in dieser Zeit steht. Cosima mag ich sofort. Sie ist eine taffe junge Frau, die sich für die in der Gesellschaft benachteiligten Frauen einsetzt. Das gefällt ihrer Familie allerdings gar nicht. Dann trifft sie auf den Journalisten Leo, der Nachforschungen über den Tod eines Freundes anstellt. Mit Hilfe von Leo versucht Cosima etwas über die Vergangenheit ihrer Familie herauszufinden und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Ein weiterer Erzählstrang führt mich in die Vergangenheit in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Dort begegne ich Cosimas Vater Edmund und weiteren Familienmitgliedern und komme dabei der dunklen Vergangenheit der Liefensteins immer näher.

Es ist von Anfang an spannend und auch emotional. Die Atmosphäre wird fantastisch eingefangen. Mir begegnen viele Begriffe aus meiner Kindheit wie Backfisch, Federball usw. und auch die Sprache ist dieser Zeit angepasst, das finde ich sehr schön und stimmig.

Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven fortlaufend erzählt. Hier kommen nicht nur die Familienmitglieder, sondern auch Dienstboten und andere wichtige Personen zu Wort. Das ist für mich als Leserin besonders interessant. Sehr gelungen sind jeweils die Übergänge zu den beiden Zeitebenen.
Ich habe schon viele Bücher über diese Zeit gelesen und bin jedes Mal aufs Neue erschüttert. Claire Winter nennt die furchtbaren Dinge beim Namen, aber auf eine behutsame Art und Weise. Und genau das macht mich so betroffen. Ich hatte oft Tränen in den Augen beim Lesen. Aber zwischendurch gab es auch viele wunderschöne Momente, die mich lächeln ließen. Über vieles musste ich nachdenken und ich bin nicht sicher, ob ich so mutig wie Cosima gewesen wäre.

Ich habe während der Lektüre eine ganze Palette von Emotionen durchlebt und auch dafür liebe ich dieses Buch. Gerade in der heutigen Zeit sind Bücher wie „Die Erbin“ enorm wichtig und ich kann diesen einwandfrei recherchierten Roman, der ein dunkles Kapitel der Vergangenheit aufarbeitet, uneingeschränkt weiterempfehlen!

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Spannend, emotional und sehr stimmig!

Minus 22 Grad
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Ich war schon auf den ersten Seiten gefesselt von der Handlung und auch dem Schreibstil. Ich begleite Laura Gehler auf ihrem Trekkingrad und werde Zeuge, wie sie vom Weg abgedrängt wird und dann in einem ...

Ich war schon auf den ersten Seiten gefesselt von der Handlung und auch dem Schreibstil. Ich begleite Laura Gehler auf ihrem Trekkingrad und werde Zeuge, wie sie vom Weg abgedrängt wird und dann in einem Käfig aus Plexiglas erwacht. Ein absolute Horrorvorstellung. Der Entführer gibt sich nicht zu erkennen und Laura muss das Rätsel des Käfigs lösen, zu überleben. Das ist genau so spannend geschrieben wie es klingt!

Gleichzeitig unterstützt Kriminalkommissar Lukas Johannsen Lauras Mutter Imke, eine bekannte Politikerin und dominante Frau, bei der Suche nach ihrer Tochter. Als Lauras Mutter eine Barbiepuppe erhält, erinnert das Johannsen an einen nie gelösten Fall und er will nicht noch einmal scheitern.

Der Wettlauf mit der Zeit wird sehr eindrucksvoll geschildert, dazu sorgt nicht nur die winterliche Kälte für Gänsehaut. Zwischendurch lese ich Audiofiles und ich habe keine Ahnung, wer diese aufgenommen hat.
Ein weiterer Erzählstrang ist Ariane gewidmet, eine kluge und ebenfalls starke Frau. Sie mag ich auf Anhieb. „Sie hatte keine Angst vor Gewissheiten, nur vor dem Unbestimmten“ ist einer meiner Lieblingssätze und beschreiben sie sehr gut. Der Schreibstil ist sehr poetisch und richtig gut für einen Thriller, wo ja oft mehr Wert auf Spannung als auf Schreibstil gelegt wird. Hier entsteht die Spannung durch die düstere und außergewöhnliche Atmosphäre und immer wiederkehrende mysteriöse Hinweise oder Andeutungen.
Lukas finde ich anfangs etwas farblos, aber er entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, da stehen Laura und auch Ariane zusammen mit ihrem Raben Hugo, der mein Liebling geworden ist.

Zum Ende hin löst sich alles auf, es ist stimmig und auch emotional. Selbst der Titel ist absolut passend. Ich bin sehr beeindruckt, selten bin ich am Ende so zwiegespalten, weil ich große Sympathien für den Täter empfinde. Tolles Buch und ich möchte auf jeden Fall auch den nächsten Teil lesen!

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Interessante Grundidee, aber leider nicht spannend

Die Schanze
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Der Anfang rief ja schon eine heftigste Gänsehaut bei mir hervor. Solche Taten kenne ich zwar schon aus vielen anderen Thrillern, aber mich gruselt es jedes Mal aufs Neue.

Dann lerne ich Ellen kennen, ...

Der Anfang rief ja schon eine heftigste Gänsehaut bei mir hervor. Solche Taten kenne ich zwar schon aus vielen anderen Thrillern, aber mich gruselt es jedes Mal aufs Neue.

Dann lerne ich Ellen kennen, die nach einer gescheiterten Beziehung in Hamburg in ihr bayrisches Heimatdorf zurück kehrt, um dort eine Hausarztpraxis zu übernehmen. Aber ihr Vorgänger erscheint nicht wie vereinbart zur Übergabe, die Praxis und auch das dazugehörige Haus sind total heruntergewirtschaftet. Und Ellen hat heftige psychische Probleme, was sich so nach und nach herausstellt. Der Mord an der Schanze geschieht in ihrer ersten Nacht. Ein Zusammenhang ist mehr als klar! Zu ihr gesellt sich Merab, ein Journalist bei der örtlichen Zeitung. Ein sympathischer Geselle, der aber leider etwas farblos bleibt. Ein paar falsche Fährten hat der Autor auch gelegt, aber auch das konnte den Thriller nicht retten.
Denn was richtig spannend hätte sein können, plätschert für mich so
dahin. Der Autor schafft es einfach nicht, den Spannungsbogen straff zu halten, sondern schweift immer wieder ab mit Belanglosigkeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Ellen so richtig unsympathisch finde und es fällt mir sehr schwer, mich in sie hineinzuversetzen oder ihre Handlungen nachzuvollziehen.

Lars Menz hat eine düstere und beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die gut zu dem abgelegenen Dorf und dem Setting passt. Die Beschreibungen der Umgebung sind sehr gelungen. Der Schreibstil ist ok, aber manchmal etwas abgehackt und das hat mir auch nicht gefallen.

Für mich ist „Die Schanze“ ein eher mittelmäßiger Thriller, der zwar mit einer interessanten Grundidee und einer düsteren Atmosphäre punktet, letztlich jedoch an der fehlenden durchgängigen Spannung und einer unsympathischen Protagonistin scheitert.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Solider Cold case

Dunkle Asche
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Eine Partynacht im Badeort Kalifornien an der Ostsee endet mit dem Mord an der jungen Sanna. Sie wird mit zwölf Messerstichen getötet und anschließend im Ferienhaus ihrer Eltern verbrannt. Dreißig Jahre ...

Eine Partynacht im Badeort Kalifornien an der Ostsee endet mit dem Mord an der jungen Sanna. Sie wird mit zwölf Messerstichen getötet und anschließend im Ferienhaus ihrer Eltern verbrannt. Dreißig Jahre später versuchen die Kommissarinnen Gudrun Möller und Judith Engster von der Cold Case Unit der Landeskriminalpolizei, den Fall erneut aufzurollen, nachdem ein sterbender Zeuge seine Tochter beschuldigt.

Das klingt und ist zunächst sehr spannend. Die Atmosphäre ist düster, die Ermittlungsarbeit wird detailliert und nachvollziehbar geschildert. Der Schreibstil ist fesselnd. Gudrun und Judith arbeiten zum ersten Mal zusammen und müssen sich erstmal beschnuppern. Dabei geben sie gegenseitig ihre Geheimnisse nicht preis. Die von Gudrun erfahre ich ziemlich schnell, für sie ist ein Heimspiel, denn sie hat damals auch in Kalifornien gefeiert.

In Rückblicken erfahre ich so nach und nach die Hintergründe zu dem, was damals passiert ist. Gleichzeitig werde ich Zeuge, wie der Täter von damals die Ermittlungen beobachtet. Das könnte spannend sein, ist es aber nicht. Zwischenzeitlich zieht sich die Handlung etwas und als man den vermeintlichen Täter gefasst hat, waren einfach noch zu viele Seiten übrig und ich wusste dann, dass da noch mehr kommen muss. Das hat mir nicht gefallen.

Gegen Ende hat Jona Thomsen den Spannungsbogen noch mal gestrafft, aber dennoch lässt mich „Dunkle Asche“ etwas unzufrieden zurück. Motiv und Täter waren zwar eine große Überraschung, mit der ich nicht gerechnet habe, aber dennoch konnte mich der Thriller nicht wirklich begeistern. Ich habe schon weitaus bessere und auch spannendere Cold Cases verfolgt.

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