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Owlmuffin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2020

Ein poetischer Thriller, der unter die Haut geht.

Ich bin der Sturm
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Ich bin der Sturm

...ist ein schriftstellerisches Meisterwerk von Michaela Kastel aus dem Emons Verlag.

Das Setting ist authentisch, die Handlung, der gesamte Verlauf sind intensiv und ausdrucksvoll, ...

Ich bin der Sturm

...ist ein schriftstellerisches Meisterwerk von Michaela Kastel aus dem Emons Verlag.

Das Setting ist authentisch, die Handlung, der gesamte Verlauf sind intensiv und ausdrucksvoll, die Charaktere, Orte, Szenen und auch Gefühle bildlich, jedoch nicht ausschweifend, beschrieben, sodass ich mich gänzlich in der grauenvollen, erschütternden Geschichte befand. Ich fühlte mit; sah den Unrat und das Elend, spürte den Schmerz und den bedingungslosen Wunsch nach Erlösung und Rache. Madonna war entschlossen und blies den wirklichen Abschaum regelrecht in die Luft, schonungs – und rücksichtslos. Der Sturm raubte mir den Atem.

Dieser Thriller entwickelt sich rasant und bietet keinen Platz für Pausen; er bildet sich auf, fällt zusammen um eine neue Richtung einzuschlagen. Michaelas Werk tönt zart und leise, während er ohrenbetäubend schreit. Komplett unvorhersehbar, spannungsgeladen, voller Vermutungen, die über den Haufen geworfen werden.

Wie oft zweifelte ich? Wie oft riss ich die Augen auf? Wie oft hielt ich die Luft an? Ich weiß es nicht.

Menschenhandel, Prostitution, erschreckende Korruption, Sex, Gewalt, Blut verwandelten sich zu einem Pageturner. Ich konnte nicht aufhören, mit Madonna nach Antworten zu suchen. Antworten darauf, wer sie einst war und wieso ihr Leben so verlaufen musste. Doch manchmal sollte die Wahrheit verborgen bleiben und die Erinnerung eines kleinen Mädchens reichen...
Die Zerstörungswut fegte mich um, Madonnas Verluste und Entdeckungen waren nervenaufreibend genau wie ihre emotionslosen, kaltblütigen Taten.
Doch das böse schläft nicht, es lässt seinen wertvollsten Besitz selbst über Landesgrenzen hinaus nicht los. Trotz bemerkenswerten, mutigen Begleitern, die in Madonna nach Jahrzehnten Emotionen wecken, findet ihr Leid kein Ende – dafür findet der Doctor sie.

Die Gier nach Gehorsam, Macht und Geld zeigt auf 272 Seiten den Abgrund des Menschen. Grauenvoll, schmerzlich, unvorstellbar – und dennoch bleibt der beängstigende Gedanke, dass für zahlreiche Menschen ein würdeloses, eingesperrtes Leben Realität ist.

„Ich bin der Sturm“ ist ein bild- und wortgewaltiges, eindringliches Buch, dessen Verlauf rundum schlüssig und durchdacht ist. Michaela Kastel, schrieb einen fesselnden, ausdrucksstarken Thriller, der mich gleichermaßen erschüttert, begeistert und bewegt.

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Perfekte Fortsetzung.

Wächter der Runen (Band 2)
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Auch im zweiten Teil der unglaublich fesselnden High Fantasy Trilogie „WÄCHTER DER RUNEN“ zog mich J.K. Bloom durch ihren einnehmenden, flüssigen und bildlichen Schreibstil in ihre detailliert kreierte ...

Auch im zweiten Teil der unglaublich fesselnden High Fantasy Trilogie „WÄCHTER DER RUNEN“ zog mich J.K. Bloom durch ihren einnehmenden, flüssigen und bildlichen Schreibstil in ihre detailliert kreierte Welt.
Wieder tauchte ich vollkommen in die Geschichte ein, konnte die verschiedenen Stimmungen spüren während ich mich von der Atmosphäre einfangen ließ und mich gedanklich mitten im Geschehen befand.

„WÄCHTER DER RUNEN 2" schließt nahtlos an das ergreifende Ende des ersten Teils an und beantwortet die quälende Frage, was aus dem Kopfgeldjäger Finnigan wurde. Die 500 Seiten werden auch in der gelungenen Fortsetzung aus zwei Perspektiven erzählt: Während die Todeskriecher nach Ravanea suchen, ist diese bereit, weiterhin ihre Aufgabe zu erfüllen, trotz all der Verluste und Grausamkeiten, die sie bereits ertragen musste. Doch werden die Todeskriecher und ihre menschlichen Begleiter die tapfere Frau rechtzeitig finden?

Jedes mal, wenn ich endlich aufatmete, folgte für die Charaktere ein neuer Schlag, eine neue Aufgabe, die es zu meistern, eine Hürde, die es zu überwinden galt – was den durchdachten Verlauf unvorhersehbar macht und Wendungen bringt, die nicht nur Rave, Finn und Aron überraschen ... oder vielmehr erschüttern.
Ich stieß nicht nur auf interessante Entdeckungen, weitere Geheimnisse und neue Charaktere - sondern sah mich atemlos in Kampf- und Fluchtszenen, in Situationen, die mich mitfiebern ließen und an meinen Nerven zerrten.

Mit dieser Trilogie erschuf Jessica eine komplexe, sehr genau ausgearbeitete Geschichte mit ausdrucksstarken Charakteren. Die Welt ist ausführlich gezeichnet, ohne das es langatmig wirkt und vor allem im High Fantasy Bereich ist das eine Kunst. Der Verlauf wechselt zwischen ruhigen und rasanten Szenarien, und die Mischung ist der Autorin aus dem Sternsand Verlag perfekt gelungen.
Neben Blut, Flucht und Kampf gibt es auch im zweiten Band greifbare Emotionen – wie bereits im Auftakt dieser Reihe litt und fühlte ich mit -, geheimnisvolle Prüfungen, Verrat ... und auch Verluste.

Fazit: Gefühlvoll, eindringlich und intensiv, unglaublich spannend und überraschend geht Raves Reise weiter – und endet, wer hätte es gedacht, mit einem Cliffhanger...

Doch Band drei, und somit der Abschied, steht bereits in den Startlöchern und erscheint am 13. November 2020.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Sehr gelungene Umsetzung der "Traumwandler".

Aus Asche & Nacht
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Die zweite Veröffentlichung von Sabrina Milazzo
"AUS ASCHE & NACHT" besticht nicht nur mit einem beeindruckendem Cover, sondern auch mit einer fesselnden Geschichte.
Zugegeben: "Traumwandler" sind nicht ...

Die zweite Veröffentlichung von Sabrina Milazzo
"AUS ASCHE & NACHT" besticht nicht nur mit einem beeindruckendem Cover, sondern auch mit einer fesselnden Geschichte.
Zugegeben: "Traumwandler" sind nicht neu, doch diese Inszenierung ist es definitiv!

Sabrina führt uns auf 416 Seiten in eine komplexe, vielschichtige Story, die weder wirr noch kompliziert oder gar schwer zu lesen ist. Denn der angenehme und eindringliche Schreibstil bindet den Leser bildlich und detailliert, jedoch nicht ausschweifend, an das Geschehen.

Wenn gleich die erste Hälfte überwiegend ruhig, aufschlussreich ist, empfand ich auf keiner Seite Langeweile. Grade die Darstellung der furchteinflößenden Träume, die Hintergründe und die Entwicklung der Protagonistin waren interessant. Sehr rasant, ereignisreich und überraschend war der zweite Teil, sodass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte, denn meine Neugier war einfach zu stark.

Noelle, die seit zehn Jahren unter quälenden Träumen leidet, ebenso wie ihre längst verstorbene Mutter, lernen wir an ihrem 18. Geburtstag motiviert, optimistisch kennen: denn sie möchte all die gescheiterten Versuche und die jahrelangen Anstrengungen, endlich traumlos zu schlafen, samt ihrer Ängste vor der Nacht hinter sich lassen. Dass das Geschenk ihrer besten Freundin Mia sie in eine gänzlich andere Richtung stößt und sich ihr ohnehin schon kraftzehrendes Leben zusehends verkompliziert, ahnt sie nicht. Und als Noelle noch auf den einschüchternden und vorallem selbstüberzeugten Nate trifft, gewinnen die Träume zusehends an Bedeutung während die Realität verschwimmt.

Sabrina zeichnete in ihrem Urban-Fantasy Roman neben lebhaften, unvorhergesehenen Szenarien authentische Charaktere. Die Ängste von Noelle, die pure Erschöpfung, ihr gesamtes feuriges Wesen und die Reaktionen waren greif- und nachvollziehbar. Über der ausgelaugten Frau lag fast pausenlos eine bleischwere Müdigkeit, die ihr dennoch weder den Willen noch Mut oder den Hauch Sarkasmus, der ihr eigen war, nehmen konnte. Ich fühlte die schiere Verzweiflung, die Wut und den Schmerz intensiv mit, genau wie die Hoffnungsfunken, den grenzenlosen Ehrgeiz, alles zu versuchen.
Dominant und abweisend erscheint der attraktive Nate Winston nicht nur auf den ersten Satz - er blieb für mich ein Mysterium; ein undurchdringlicher Charakter, auch wenn Sabrina seine Fassade hin und wieder bröckeln ließ.
In der bedrückenden Atmosphäre, die die geheimnisvolle Geschichte umgibt, war Mia der lebensfrohe Sonnenschein.
Wer auf einen typischen Liebesstrang hofft, in den rosa Wolken umherschwirren, liegt in diesem Roman - glücklicherweise - falsch; auch wenn die Funken sprühen...

Während der Verlauf stetig überrascht, meine Vermutungen immer wieder ins Leere liefen, kreierte die Autorin grausame Träume für Noelle, die realistisch vor meinen Augen abliefen. Stimmungen, Gefühle fing sie mit ihren Worten intensiv ein, nahm mich emotional in die düsteren Geschehnisse mit- ich litt, bangte, hoffte und erschauderte.

"AUS ASCHE & NACHT" ist eine absolute Leseempfehlung, deren spannende Handlung sehr gut durchdacht ist, bildlich und atmosphärisch geschrieben wurde und ohne klischeehaften Kitsch auskommt. Düstere Urban-Fantasy voller Geheimnisse mit einem Ende, bei dem ich schlucken musste.

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Veröffentlicht am 06.10.2020

Ein brisantes Thema versteckt in einem ausgeklügelten Psychothriller.

Seelen unter dem Eis
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"Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord oder auf andere kriminelle Handlungen. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern ...

"Die Todesstrafe ist keine angemessene Antwort auf Mord oder auf andere kriminelle Handlungen. Wo sich der Staat zum Richter über Leben und Tod aufschwingt, nimmt nicht Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung. Staaten können nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen und vollstrecken."
S. 115

Wie von Astrid Korten gewohnt befasst sich auch ihr neuer Psychothriller „Seelen unter dem Eis“ mit einem brisanten Thema: Die Todesstrafe trifft auf Rache, Verrat & Habgier. Die 300 Seiten gleiten durch den unkomplizierten, flüssigen & klaren Schreibstil nur so dahin & hallen am Ende intensiv nach.

Die Geschichte des verurteilten Mörders Tom Döbbe bringt uns in eine Haftanstalt, scherzhaft genannt ‚Paradies’ – um genauer zu sein in den Nord-Block des Todestrakt.

Seit zwei Jahren wartet der einst erfolgreiche Mann unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Tag seiner Hinrichtung. Animiert durch den Wärter Goodman beginnt er, anfangs unter Protest, später ohne Pause, seine Geschichte niederzuschreiben. So wechselt der Leser zwischen der besiegelten Gegenwart, Erinnerungen aus den stupiden, monotonen Alltag, den der ehemalige Werbe-Macher seit seiner Inhaftierung stumpf erträgt, & an das Leben davor. Astrid Korten macht es dem Leser nicht leicht, den Protagonisten einzuschätzen – eher ist Tom ein Puzzle, das durch die einzelnen Fragmente, die Einblicke in das FRÜHER & HEUTE, die Gedanken zusammen gesetzt wird. Auch die Nebencharaktere wirken undurchdringlich: während Helen nicht den Eindruck einer liebenden, besonnenen Ehefrau weckt & ich auch den Vater zwiegespalten, sogar misstrauisch betrachte, hat Frau Korten mit Amal eine junge Studentin geschaffen, deren Verhalten stark an eine instabile-dominante Persönlichkeitsstörung erinnert. Ganz ehrlich? Da wäre wahrscheinlich jeder zum Mörder geworden... Aber grade diese unvorhersehbaren Stimmungsschwankungen & Wutausbrüche, das distanzierte, eiskalte Verhalten von Helen & die Vergangenheit des strategischen, äußert intelligenten Insassen geben diesem einnehmenden Pageturner eine nervenzerreißende Spannung, dem ununterbrochen eine erdrückende Atmosphäre umgibt.

Das einzige, was in diesem Psychothriller gewiss ist, ist: Das nichts gewiss ist.
Denn das Dokument, das Tom Döbbe auf seiner Schreibmaschine tippt & bis zu seiner Hinrichtung versteckt, beherbergt eine ausgeklügelte, verstrickte Wahrheit, die von Skrupellosigkeit & der Gier der Menschen erzählt.

Obwohl es mir persönlich grade in der ersten Hälfte an präsenten Thrillmomenten fehlt, vergebe ich für diese durchdachte, ausführlich recherchierte Story, welche erschreckende Hintergründe & eine vielschichtige, interessante Handlung samt Überraschungen & Spannung bereithält, volle fünf Sterne.

Ein leiser Thriller, der am Ende laut tönt.
„Seelen unter dem Eis“ ist so unberechenbar, wie der Mensch selbst.

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Veröffentlicht am 29.09.2020

Manchmal ist das Cover eben nicht alles.

Halloween in Unterwald
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Halloween in Unterwald von
Maria Winter erschien am 15.07.2020 bei BoD

Erst im Verlauf der gut geschriebenen 132 Seiten bemerkte ich, dass die Autorin aus Thüringen, aus meiner Nähe, kommen muss – denn ...

Halloween in Unterwald von
Maria Winter erschien am 15.07.2020 bei BoD

Erst im Verlauf der gut geschriebenen 132 Seiten bemerkte ich, dass die Autorin aus Thüringen, aus meiner Nähe, kommen muss – denn in einem fiktiven, abgeschiedenen Dorf bei Suhl steht das furchteinflößende und gemiedene Menlow-Haus.

Drei verschiedene Situationen die im Dörfchen ’Unterwald’ zu Halloween ablaufen, augenscheinlich nichts gemein haben und sich doch im kurzen, oberflächlichen Verlauf streifen. Der Anfang war sehr geheimnisvoll, deutete auf eine gruselige Story hin und weckte die Hoffnung auf eben solche. Ja.
Über die Hälfte der Novelle war unspektakulär, die wenigen spannenden, blutigen Ereignisse kamen abrupt und definitiv zu kurz, wenn auch detailliert und bildlich gezeichnet. Dafür bekommt der Leser Seitenweise geschichtliche Einblicke – ob diese recherchiert oder fiktiv sind, weiß ich nicht. Definitiv geht jedoch die Spannung, während man mit Angie und ihrem Date durch das dunkle Anwesen von Menlow-Haus, welches atmosphärisch und düster kreiert wurde, streift, verloren, sowie Knarzen und Knirschen unbeachtet untergehen.
Die Wahrheit über Angie und ihre ungewöhnliche Freundin, das Gruselhaus sowie die Halloweennacht in Unterwald empfinde ich rückblickend als eine sehr gute, schaurige Grundidee, die sich ausgearbeitet für eine nervenaufreibende, fesselnde Gruselgeschichte voller Gänsehautmomente eignen würde.

Mobbing, Ausgrenzung und ein Kriegsgeschehen wurden eingebracht, aber ob diese wichtigen, stets aktuellen Themen in einer Horrornovelle den Leser erreichen ist fraglich.

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