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Pantoffeltier

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2021

Absoult empfehlenswerte Hörbuchfassung

Die große Lombarden-Box
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Die Box enthält alle Bände der Lombardenreihe: "Das Gold des Lombarden", "Der Ring des Lombarden" und "Die Rache des Lombarden". Ich würde empfehlen die Hörbücher mit einem gewissen Abstand zu hören, da ...

Die Box enthält alle Bände der Lombardenreihe: "Das Gold des Lombarden", "Der Ring des Lombarden" und "Die Rache des Lombarden". Ich würde empfehlen die Hörbücher mit einem gewissen Abstand zu hören, da es doch einige Dopplungen und Erklärungen gibt. Dies macht es möglich, die Hörbücher unabhängig voneinander zu hören, sorgt aber für einige Längen, wenn man alles in einem Rutsch hört.

Die Geschichte dreht sich um Aleydis, die nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes Nikolai feststellen muss, dass dieser dunkle Geschäfte verfolgte. Sie muss sich nicht nur als Frau als Haushaltsvorstand und im Geldwechsel-Geschäft ihres Mannes behaupten, sondern auch das Verbrechen aufklären. Bei der Aufklärung des Mordes hilft ihr der düstere Gewaltrichter Vincent von Cleve, von dem sich Aleydis bald herausgefordert und auch angezogen fühlt.


Petra Schier erzählt kentnissreich und mit viel Liebe zum Detail. Die Figuren und ihre Handlungen wirken realitätsnah, auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet und man merkt, dass sie recherchiert hat. Die aufzuklärenden Verbrechen sind sehr schön miteinander zusammenhängend über die Bände verteilt. Oft ist es ja bei Krimis so, dass die Hauptfiguren ständig über Leichen stolpern, die gaaaaanz zufällig dann auch noch was mit ihnen zu tun haben. Das ist hier viel klüger gelöst. Mir wurde jedoch etwas zu oft "erklärt statt gezeigt". Meist gefällt es mir besser, wenn der Leser durch das Handeln der Personen oder bestimmte Ereignisse etwas über die Personen erfährt, statt das es in Dialogen immer wieder erklärt wird. Dann wird es noch interessanter.

Die enthaltene Liebesgeschichte entwickelt sich gemächlich. Vincenz und Aleydis liefern sich schöne Wortgefechte, die viel Spaß machen. Neben etwas Romantik und einem kleinen Schuss Erotik kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Das Hörbuch ist wirklich sehr gut gelesen. Es macht richtig Spaß der Vorleserin zuzuhören. Sie hat auch die Kölner Dialekte prima drauf, auch wenn dies im letzten Band leider etwas nachlässt.

Eine schöne Reihe, mit der man einige angenehme Stunden verbringen kann. Als Hörbuchfassung absolut zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Ein Tollpatsch sucht die Sonnenblumenfrau

Du kannst kein Zufall sein
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Nachdem Joshs Heiratsantrag gründlich in die Hose gegangen ist, steht er ganz allein mit seinem Kaninchen Jeremy da. Ohne Freundin, Arbeit oder Wohnung zieht er wieder bei seinen Eltern ein. Die Aufmunterungsversuche ...

Nachdem Joshs Heiratsantrag gründlich in die Hose gegangen ist, steht er ganz allein mit seinem Kaninchen Jeremy da. Ohne Freundin, Arbeit oder Wohnung zieht er wieder bei seinen Eltern ein. Die Aufmunterungsversuche seiner Freunde Jake und Jessie fruchten auch nur so mittelmäßig. Josh beschließt fortan all seine Entscheidungen einem Münzwurf zu überlassen. Doch dann verliebt er sich wieder und verliert seine Angebetete gleich wieder aus den Augen.



Josh ist ein etwas anstrengender Protagonist. Er stolpert ständig in peinliche Situationen und Missverständnisse, ist ständig abgebrannt, trifft mit oder ohne Münze dämliche Entscheidungen und lässt sich eher passiv treiben. Das muss man mögen. Ich kam gut mit ihm zurecht, auch weil ich einfach gar keine Erwartungen hatte. Die Kapitel sind kurz und lesen sich schnell weg. Meistens passiert irgendwas skurriles oder peinliches und dann geht es weiter zur nächsten Anekdote. Teilweise war für mich nicht ganz durchschaubar warum Dinge jetzt so wahnsinnige Fettnäpfchen/Probleme sind.

Die Nebenfiguren bleiben leider recht blass und sind teilweise sogar richtig nervig. Bei Joshs Eltern fallen mir kaum positive Eigenschaften ein. Aber gut, es soll ein lockerleichter lustiger Roman sein, da ist oberflächliche Figurenzeichung auch verschmerzbar.

Denn trotz aller Kritikpunkte hat mich das Buch gut unterhalten. Es ist eben genau das, was man vom Cover her erwartet: Leicht zu lesen, nicht sonderlich tiefschürfend. Einfach ein amüsanter Zeitvertreib mit einem Tollpatsch, der die Liebe sucht und zwischendurch immer wieder in Probleme absurden Ausmaßes stolpert und unter der Einmischung seines Umfeldes leidet. Muss man nicht lesen, ist aber auch keine verschwendete Lebenszeit.

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Hut ab

Wie alle, nur anders
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1973 zieht Eckert, damals noch als schwuler Mann, nach Berlin und wagt bald ihre ersten Schritte als Transperson. Sie arbeitet an der Gaderobe im Chez Romy Haag, einem bekannten Travestieclub und ist begeistert ...

1973 zieht Eckert, damals noch als schwuler Mann, nach Berlin und wagt bald ihre ersten Schritte als Transperson. Sie arbeitet an der Gaderobe im Chez Romy Haag, einem bekannten Travestieclub und ist begeistert vom Nachtleben und der Gemeinschaft von Travestiekünstlerinnen.

Fast 10 Jahre später erlaubt ihr das Transsexuellengesetz den Schritt ins Tagleben. Um eine sozialversicherungspflichtige Arbeit ausüben zu können, ohne Diskriminierung und schräge Blicke zu riskieren, verschweigt Eckert ihre Transidentität und lebt fortan als Frau. Sie tauscht die Männer gegen Kunst, stürzt sich in die Berliner Hochkultur und wird eine bekannte Opern-/Theaterkritikerin und Autorin.

Nora Eckert hat ein beeindruckendes Leben hinter sich und erzählt uneitel und mit präszisem Blick. Sie bringt sich selbst bei, was sie braucht und verharrt nicht bei Problemen. Sie ist pragmatisch und dramatisiert nicht. Eindringlich berichtet sie vom aufregenden, schwierigen, aber auch befreienden Weg zum Frausein. Es ist sehr interessant zu lesen, wie subtil institutionelle Diskriminierung wirkt und wie viel Kraft es braucht, sich selbstbewusst den Institutionen zu stellen.

Die Autorin ist selbst überrascht von ihrer stabilen Psyche und dankbar für die Menschen in ihrem Umfeld, die ihr Verständnis entgegenbringen. Das Buch ist auch eine große Liebeserklärung an die Stadt Berlin, die es Nora möglich machte sich neu zu erfinden. Man muss zunächst reinfinden in ihre eher intelektuelle Schreibweise und die häufigen Gedankensprünge. Eckert schreibt sehr reflektiert und man merkt, wie viel sie gelesen hat und wie leidenschaftlich sie sich mit Literatur und Kunst beschäftigt.

Ehrlich gesagt hatte ich automatisch etwas ganz anderes erwartet, da alles, was ich bisher zu dem Thema gelesen habe, eher sehr persönliche Erfahrungsberichte waren und oft das Happy End eine geschlechtsangleichende Operation ist. Auch diese Geschichten haben ihre Berechtigung, Nora Eckert schafft es aber zudem, über ihren Tellerrand hinauszusehen und ihre persönliche Geschichte in einen größeren Kontext zu stellen. Hut ab sowohl vor der Person, als auch der interessant erzählten Lebensgeschichte.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

unbefriedigend

Genug
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"Ich möchte die Welt spüren, nicht auf Abstand und mit Vernunft; nein, ich möchte mit dem Feuer spielen, bis ich nach Pisse rieche. Das sind natürlich hardcormäßige Vorhaben, schwer anzupacken. ...

"Ich möchte die Welt spüren, nicht auf Abstand und mit Vernunft; nein, ich möchte mit dem Feuer spielen, bis ich nach Pisse rieche. Das sind natürlich hardcormäßige Vorhaben, schwer anzupacken. Also schreibe ich stattdesseneinen diesen kleinen Zettel und hefte ihn an meine Pinnwand. »Ab heute will ich gesund leben, Sport treiben und abnehmen.« Im Laufe von neun Monaten nehme ich vierzig Kilo ab [...] Eine Ärztin weist mich ins Krankenhaus ein, weil sie eine Latenzzeit von mehr als fünfzehn Sekunden zwischen ihrer Frage und meiner Antwort feststellt. Nicht weil ich meine Antwort abwägen müsste, sie fragt mich nur nach meinem Namen, sondern weil mein Gehirn auf Stand-by geschaltet ist." (S. 11f)
Die namenlose Protagonistin rutscht in die Anorexie, ist besessen davon ihren Körper zu kontrollieren.
Manchmal verwirrende, manchmal poetische Gedankenfetzen wechseln sich mit Einträgen aus der Krankenakte ab. Die Familie ist hilflos, kann sich nicht erklären, warum ein junges Mädchen mit guten Noten aus "geordneten Verhältnissen" sich fast zu Tode hungert.
Als LeserIn ist man genauso hiflos. Die Protagonistin bleibt fremd, vieles unklar. Es gibt keine Auflösung und Begründung, man bleibt unzufrieden zurück. Aber vielleicht ist das auch gewollt, denn Anorexie ist keine einfach zu verstehende und heilende Krankheit. Man kann nicht sagen "Aha, das liegt an jenem Blinddarm, den schneidet man raus und alles ist wieder gut.". Insofern verstehe ich die Intention der Autorin kam aber trotzdem der Protagonistin nicht richtig nah und konnte wenig mitfühlen.

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Veröffentlicht am 15.03.2021

Anderes erwartet

Fühlen lernen
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Meine Erwartungen konnte das Buch nicht so recht erfüllen, was aber eher an der Aufmachung als am Inhalt liegt.
Im Klappentext und auch auf den ersten Seiten wird suggeriert, es ginge der Autorin ...

Meine Erwartungen konnte das Buch nicht so recht erfüllen, was aber eher an der Aufmachung als am Inhalt liegt.
Im Klappentext und auch auf den ersten Seiten wird suggeriert, es ginge der Autorin ganz allgemein darum, die Lage der Nation bezüglich Gefühlen und vor allem dem Umgang mit Gefühlen zu beschreiben. Nach einem flammenden Vorwort kommt da aber relativ wenig. Es geht viel um Kinder und wie sie ihre Gefühle zu verstehen bzw. zu unterdrücken lernen. Und dann viel um Gefühlsblindheit, was, wie die Autorin schreibt, aber nur 10% der Menschen betrifft. Am Ende gibt es einen ganz netten Psychotest, dessen Nutzen sich für mich nicht so ganz erschließt. Gut gefallen haben mir die Beispiele von realen Menschen.
Ich persönlich hätte mir mehr Aha-Erlebnisse für normale Menschen erhofft. Sicher, es ist kein Ratgeber, aber so viel mehr habe ich jetzt nicht verstanden und auch das "große Ganze" bleibt sehr nebulös. Vielleicht hatte ich mich auch zu sehr mit dem Thema beschäftigt bisher. Insofern wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich fand es trotzdem ganz gut und interessant zu lesen. Wer mehr über Gefühlsblindheit lernen möchte, findet hier auf jeden Fall Informationen. Ich würde 3,5 Sterne vergeben, weil es für mich persönlich weniger interessant war als erhofft.

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