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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2021

Ein Kreuz voller Geheimnisse

Das Kreuz des Pilgers
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Das Kreuz des Pilgers entführt und ins späte Mittelalter in die Stadt Koblenz. Der junge Palmiro kehrt zusammen mit seinem Freund Conlin von einer Pilgerreise zurück. Im Gepäck hat er ein wertvolles Kreuz, ...

Das Kreuz des Pilgers entführt und ins späte Mittelalter in die Stadt Koblenz. Der junge Palmiro kehrt zusammen mit seinem Freund Conlin von einer Pilgerreise zurück. Im Gepäck hat er ein wertvolles Kreuz, das voller Geheimnisse steckt.

An den Romanen von Petra Schier gefällt es mir besonders das sie sich selten auf eine Person fokussiert, sondern mehrere Charaktere ihre Geschichte erzählen. Hier geht es neben Palmiro und Conlin auch um Reinhild, die die Beiden seit Kindesbeinen kennt. Sie hat gerade ihren Mann verloren. Aber auch die Familien der Drei haben einen festen Platz in der Geschichte. Durch ihre Beschreibungen von Orten und Personen gelingt es der Autorin das Koblenz des vierzehnten Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. Ich hatte das Gefühl Reinhild, Palmiro und Conlin schon lange zu kennen und war begeistert ihr Leben eine Zeitlang zu begleiten.

Der Roman ist spannend und abwechslungsreich geschrieben. Mir gefällt ihre Mischung aus der interessanten Geschichte rund um das Kreuz und den tiefen Einblicken in das Leben der Menschen zur damaligen Zeit. Familienleben, Liebe und Freundschaft werden in all ihren Facetten beschrieben und das nicht immer so wie man es im Mittelalter erwartet. Daneben mag ich den Wortwitz den Petra Schier immer wieder in die Dialoge einbaut.

Für Fans von Mittelalterromanen ein absolutes Muss.

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Veröffentlicht am 27.08.2021

Paula

Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe
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In dem Roman Eine Familie in Berlin lernen wir die jüdische Familie Oppenheim kennen. In erster Linie geht es um Paula, die älteste Tochter der Familie. Zu Beginn der Geschichte ist sie sechzehn Jahre ...

In dem Roman Eine Familie in Berlin lernen wir die jüdische Familie Oppenheim kennen. In erster Linie geht es um Paula, die älteste Tochter der Familie. Zu Beginn der Geschichte ist sie sechzehn Jahre alt und damit an der Schwelle zum Erwachsen werden. Wir begleiten sie durch diese Zeit, erleben ihre erste Liebe, die auf Wiederstand bei ihren Eltern stößt und begleiten sie in den ersten Jahren als erwachsene Frau.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir immer wieder sehr gut. Paula war so lebendig beschrieben, das ich sie mir sofort bildlich vorstellen konnte. Auch die Familie, die Umgebung und die Zeit werden perfekt beschrieben. Wir sind tief in Paulas Gefühlswelt hineingetaucht und es war fast wie nocheinmal Teanager sein, nochmal die erste Liebe erleben.

Der Roman ist ganz klar auf Paulas Leben aufgebaut, aber durch Briefe und Gespräche hat man viel über die anderen handelnden Personen erfahren. Das hat mir gut gefallen, da man so nicht aus Paulas Leben herausgerissen würde.
Ein schöner Familienroman, der einen in eine vergangene Zeit eintauchen lässt.

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Veröffentlicht am 27.08.2021

Hartes Leben am Fjord

Die Hebamme
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Bei diesem Roman bin ich etwas gespalten. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Der Roman gibt sehr Autentische Einblicke in das Leben der Armen Menschen in Norwegen des Neunzehnten Jahrhunderts. Das ...

Bei diesem Roman bin ich etwas gespalten. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Der Roman gibt sehr Autentische Einblicke in das Leben der Armen Menschen in Norwegen des Neunzehnten Jahrhunderts. Das Leben am Fjord und mit den Jahreszeiten, die vielen Kinder, die harte Feldarbeit. Genauso interessant sind die Beschreibungen des Alltags einer Hebamme. Gerade in dieser abgelegenen Gegend waren die Menschen misstrauisch. Hebammen waren hier noch unbekannt und man half sich lieber Gegenseitig.
Marta Kristines Leben war hart und entbehrungsreich. Aber sie war gewitzt und ehrgeizig. Sie hat Fragen gestellt und sich nicht unterkriegen lassen. Ihr in ihrem Leben zu folgen war für mich eine schöne Erfahrung, da ich noch nicht viele Romane gelesen habe, die in Norwegen spielen.

Ein wenig gestört hat mich die Erzählweise. Leider fand ich diese teilweise nicht flüssig genug und es war mehr so, als ob man ein Sachbuch liest und keinen Roman. Allerdings muss man dazu sagen, das der Roman auf wahren Ereignissen beruht. Marta Kristine war die Ururgroßmutter des Autors und auch viele andere Personen haben wirklich gelebt. Anhand von Einträgen aus einem Thingbuch und den Aufzeichnungen der Hebammenschule hat der Autor das Leben der Hebamme rekonstruiert und eine Geschichte aus den wenigen Fakten entworfen.
Fans historischer Romane die sich auch gerne einmal in eine einsame wenig bekannte Gegend entführen lassen und auf echte Menschen treffen wollen, werden mit Der Hebamme auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 23.08.2021

Spurensuche im Böhmerwald

Die verbotene Heimat
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Ich habe schon viele Romane die zur Zeit des zweiten Weltkrieges oder in der Zeit danach spielen, aber über die Vertretung der deutsch-stämmigen Bevölkerung in Tschechien habe ich bisher eigentlich noch ...

Ich habe schon viele Romane die zur Zeit des zweiten Weltkrieges oder in der Zeit danach spielen, aber über die Vertretung der deutsch-stämmigen Bevölkerung in Tschechien habe ich bisher eigentlich noch nichts gelesen. In diesem Buch geht es genau um dieses Thema.

Franzies Eltern geben nach einem harten Arbeitsleben ihren Hof auf, dabei wird Franries an ihre Großmutter erinnert, die nie viel aus ihrer Vergangenheit erzählt hat. Die Daniele weiß nur das sie aus dem Böhmerwald kommt, aus dem Teil der heute in der Tschechei liegt. Franzies macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit.
In einem zweiten Erzählstrang wird Annie Geschichte erzählt. In den letzten Kriegsjahren ist ihr Leben bestimmt von harter Arbeit und der Sorge um ihre Mutter. Doch da ist auch ihre Liebe zu Mathias, der in den Krieg zieht und schließlich die Unterdrückung der deutschen Bevölkerung.

Mir hat in diesem Roman eindeutig die Geschichte von Annie mehr gepackt und in ihren Bann gezogen. Ihr Schicksal war so lebendig geschildert und oft so traurig, das ich sie gerne einmal in den Arm genommen hätte. Das Leid der Bevölkerung war schrecklich und es war interessant zu erfahren wie es damals war.

Bei Franzies war mir etwas zu viel Gefühlschaos. Ich hätte mir da etwas mehr Spurensuche gewünscht.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Eine Frau in den Fünfziger Jahren

Ein Koffer voller Schönheit
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Anne ist in ihrer Ehe nicht mehr wirklich glücklich, ihre Kinder sind Teenager und wollen nicht mehr rund um die Uhr betreut werden und mit ihren Eltern wird es immer schwieriger. Einzig ihre Schwiegermutter ...

Anne ist in ihrer Ehe nicht mehr wirklich glücklich, ihre Kinder sind Teenager und wollen nicht mehr rund um die Uhr betreut werden und mit ihren Eltern wird es immer schwieriger. Einzig ihre Schwiegermutter Margarete ist stets auf ihrer Seite. Diese hat dann auch die Idee, das Anne sich auf eine Anzeige der Kosmetikfirma Avon bewerben soll. Soll sie das sagen? Soll sie die erste Avon Beraterin Deutschlands werden? In einer Zeit als eine Frau noch die Erlaubnis ihres Mannes bräuchte, um zu arbeiten?

Der Roman erzählt auf intensive Weise Annes Geschichte. Ihre Zweifel, ihre Ängste ihre Hoffnungen und Träume. Der Leser taucht mit ihr tief in eine Zeit ein, in der der Krieg noch nicht vergessen ist, es aber langsam wieder aufwärts geht. In der es nicht mehr nur ums Überleben geht sondern auch schon wieder ums Genießen.
In Rückblenden wird von den Anfängen der Liebe von Anne und Benno erzählt, die an einem Punkt angelangt ist der fast ausweglos scheint. So bekommt man einen tiefen Einblick in Annes Leben.

In ein Koffer voller Schönheit blühen die Fünfziger Jahre wieder auf. Das gelingt der Autorin auch durch ihre großartigen Figuren. Selbst Nebenfiguren sind so lebendig beschrieben, das man das Gefühl hat sie zu kennen. Ganz besonders gelungen ist die Figur der Margarete. Sie ist so liebenswert chaotisch, das man sie sich als Schwiegermutter wünscht.
Eine rundum gelungene Zeitreise.

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