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Veröffentlicht am 20.09.2016

Gelungener Abschluss

KALYPTO - Der Wächter des schlafenden Berges
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Im Inneren eines Vulkans schlafen die Magier von Kalypto und warten darauf, geweckt zu werden, um das zweite Kalyptische Reich zu regieren. Der Wächter des Schlafes Gabrylon wacht über seine Brüder und ...

Im Inneren eines Vulkans schlafen die Magier von Kalypto und warten darauf, geweckt zu werden, um das zweite Kalyptische Reich zu regieren. Der Wächter des Schlafes Gabrylon wacht über seine Brüder und Schwester. Doch es bereitet ihm Sorgen, dass immer mehr Magier sterben und es niemand verhindern kann. Zur gleichen Zeit machen sich die Feinde der Magier auf den Weg nach Kalypto, um deren Aufstieg zu verhindern.

Der finale Kampf mit alten Bekannten und vielen neuen Gesichtern. Endlich haben auch die Eiswilden ihren großen Auftritt und Gumpens Geschichte und Herkunft wird geklärt. Alle losen Enden werden in diesem Bund zusammengeführt und lassen keine Fragen mehr offen. Es ist ein sehr runder Abschluss.

Durch die neuen Charaktere kamen leider die alten, liebgewonnen manchmal etwas zu kurz. Für mich gab es eindeutig zu wenige Szenen mit Lord Frix und auch die Abschnitte aus Ayrins Sicht waren weniger als in den letzten Bänden. Der Autor hat aber auch viele andere interessante Charaktere erschaffen. Vor allem Catolis war eine große Überraschung. Ihre Wandlung war zwar schon am Ende des letzten Bandes erkennbar, aber dass sie wirklich noch Sympathiepunkte sammeln könnte, hätte ich nicht erwartet. Solche komplexe und authentische Charaktere liest man selten.

Die Story ist in drei große Handlungsstränge unterteilt und jede Gruppe nimmt einen anderen Weg nach Kalypto. Hier war die Karte im Einband sehr hilfreich. Dadurch konnte man sehr gut die einzelnen Reiserouten nachvollziehen.

Die Geschichte war wieder spannend aufgebaut. Mit Kämpfen und interessanten Hintergrundgeschichten zu den Personen. Trotzdem zog sich die Handlung an der ein oder anderen Stelle etwas hin und es fühlte sich nicht so leicht und flüssig an wie bei den anderen Teilen.

Trotzdem ist es ein mehr als gelungener Abschluss. Das Niveau war bei allen drei Bänden fast durchgängig sehr hoch. Eine detailreiche Fantasywelt und tolle Charaktere. Eine Buchreihe, die ich jedem Fantasyfan ans Herz lege. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich mit dem Ende so ganz glücklich bin.

Veröffentlicht am 17.09.2016

Spannung, Action und viele Fragen

Ein Käfig aus Rache und Blut
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Nachdem ihre Familie brutal von Dämonen ermordet wurde, wächst Alison bei ihrer Tante auf. Diese bildet Alison zu einer Jägerin aus. Sie scheut keine Gefahren und streift allein durch die Rayons, um Dämonen ...

Nachdem ihre Familie brutal von Dämonen ermordet wurde, wächst Alison bei ihrer Tante auf. Diese bildet Alison zu einer Jägerin aus. Sie scheut keine Gefahren und streift allein durch die Rayons, um Dämonen zu töten. Eines Tages wird sie von einer Gruppe Dämonen aufgegriffen und zu Dorian Ascia gebracht. Er bietet Alison die einmalige Gelegenheit für ein Training an. Mehr oder weniger freiwillig begleitet Alison ihn und wird fortan von dem unausstehlichen Gareth trainiert.

Alison ist mal eine starke, weibliche Protagonistin, die man nicht so oft in Büchern antrifft. Dabei wirkt sie aber nicht übermächtig, sondern hat auch ihre Schwächen. Insgesamt macht sie das zu einer interessanten und authentischen Person.

Die Dämonen sind allgemein eher undurchsichtig. Man weiß nie, was Ascia eigentlich im Schilde führt und warum er Alison für seine Pläne braucht. Gareth hat nichts für Menschen übrig und lässt es Alison am Anfang auch deutlich spüren. Langsam scheint seine Fassade aber zu bröckeln.

Das Buch fängt gleich mit viel Action an und das wird auch über das ganze Buch hinweg durchgehalten. Die Ortswechsel und Sichten von anderen Charakteren bringen Spannung und viele Rätsel auf. Die Kämpfe sind realistisch und gut beschrieben, ohne überladen zu wirken.

Neben der ganzen Action kommen einige Szenen etwas zu kurz und es kann schnell gehetzt wirken. Ein besseres Gleichgewicht zwischen ruhigen und actionreichen Szenen würde die Geschichte noch besser machen.

Zum Ende hin wird immer deutlicher, dass es sich hier um einen ersten Teil handelt. Es wurden sehr viele Fragen aufgeworfen, Charaktere nur kurz angesprochen, die aber anscheinend eine wichtigere Rolle einnehmen. Man kann also auf eine spannende Fortsetzung hoffen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Reicht nicht an den ersten Band ran

Eden
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Drei verschwundene Frauen. Um den Tätern auf die Spur zu kommen, schleust sich Eden auf eine Farm ein, die das Zuhause von Mörder und Vergewaltiger ist. Sie muss ihr ganzes Können aufbringen, um diese ...

Drei verschwundene Frauen. Um den Tätern auf die Spur zu kommen, schleust sich Eden auf eine Farm ein, die das Zuhause von Mörder und Vergewaltiger ist. Sie muss ihr ganzes Können aufbringen, um diese Undercover-Mission zu überleben. Derweil wird ihr Vater, der Herr der Unterwelt, Hades bedroht. Er bittet Frank Bennett um Hilfe, einen längst vergangenen Fall aufzuklären.

Wie auch schon im ersten Teil sind die meisten Charaktere durchweg unsympathisch. Frank lässt sich gehen und verströmt schlechte Laune. Auch die neuen Nebencharaktere fallen eher durch ihre negativen Seiten auf. Was nicht unbedingt daran liegen muss, dass es Verbrecher sind, denn Hades war mir noch einer der sympathischsten Personen. Eden konnte ich dieses Mal besser leiden und man lernt sie auch mehr kennen durch die Kapitel, die aus ihrer Sicht geschrieben sind.

Auch wenn Hades ein interessanter Charakter ist und seine Vergangenheit letztes Mal eher im Dunkeln blieb, haben mich die Kapitel über seine Kindheit und seinen Aufstieg als der neue Boss der Unterwelt eher gelangweilt und waren weniger spannend.

Der Hauptfall rückte durch die Nebenhandlungen zudem immer mehr in den Hintergrund und wirkliche Spannung und Action kam erst am Ende auf. Alle Handlungsstränge wurden aufgelöst, aber die Auflösung für den eigentlichen Fall wurde irgendwie aus dem Hut gezaubert und es gab bis zu den letzten Kapiteln keine Hinweise darauf. Sehr schade für einen Krimi, wenn der Leser nicht selbst mit rätseln kann.

Ansonsten lässt sich das Buch wieder gut lesen. Man kommt auch relativ schnell durch, aber das gewisse Etwas fehlt. Da es nichts wirklich Neues ist und der erste Teil zumindest mit Edens und Erics Geheimnis mit einer Besonderheit aufwarten konnte, ist der zweite Band leider enttäuschend.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Verführendes Cover. Der Inhalt kann leider nicht überzeugen.

Goddess of Poison - Tödliche Berührung
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Twylla ist die Verkörperung einer Göttin. Sie wird verehrt und befürchtet zugleich. Sie ist die perfekte Waffe. Sie tötet mit einer einzigen Berührung. Sie wurden von den Göttern auserwählt und lebt am ...

Twylla ist die Verkörperung einer Göttin. Sie wird verehrt und befürchtet zugleich. Sie ist die perfekte Waffe. Sie tötet mit einer einzigen Berührung. Sie wurden von den Göttern auserwählt und lebt am königlichen Hof von Lormere. In dem immer beschäftigten Schloss fühlt sich Twylla trotzdem einsam. Keiner möchte ihr aus Angst näher kommen. Doch dann wird ihr ein neuer Wächter zugeteilt. Er scheint ihre Nähe nicht zu fürchten und zusammen kommen sie einer Intrige auf die Spur.

Twylla ist eine nette, süße Protagonistin, die man schnell gerne haben kann. Etwas naiv und gutgläubig ergibt sie sich ihrem Schicksal. Die ganze Zeit frage ich mich, warum sie nicht einfach Handschuhe anzieht, wenn ihre Berührung tödlich ist.

Der Prinz ist anfangs undurchsichtig. Im Laufe der Geschichte lern man ihn zwar näher kennen und auch wieder nicht. Auch Lief ist eher ein durchschnittlicher Charakter. Zusammengefasst sind alle Personen recht eindimensional und wecken keine Gefühle beim Lesen.

Die Geschichte plätschert vor sich hin. Es ist keine Story oder irgendein Plot zu erkennen. Man erfährt viel von Twyllas Alltag und ein wenig aus ihrer Kindheit. Erst ab der Hälfte kommt endlich Spannung und eine Wendung auf. Dennoch bleibt alles flach und nichts, was man nicht schon gelesen hätte. Zudem eine angedeutete Dreiecksbeziehung, die auch nicht gut ausgearbeitet wurde. Das Ende wartet noch einmal mit einer Wendung auf, die aber im nächsten Moment schon wieder nichts Neues ist.

Die Autorin hat sich so eine schöne Welt ausgedacht mit einer Hintergrundgeschichte - die zwar nicht innovativ, sondern abgekupfert ist - die aber trotzdem schön zu lesen war. Auch die Grundidee hat Potenzial. Die Autorin hat einfach nichts daraus gemacht. Hat die Liebesgeschichte viel zu sehr in den Fokus gestellt. Die Auflösung der Intrige wurde am Ende nur noch schnell abgekanzelt.

Zu lange Anlaufzeit, mangelhafte Ausarbeitung, nicht unbedingt die neusten Plottwists. Und warum Twylla nicht einfach Handschuhe tragen konnte, verstehe ich immer noch nicht. Der Schreibstil war dafür recht angenehm und zieht einen dann doch durch das Buch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Hell und Dunkel. Gut und Böse.

Die Attentäter
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Cliff und Alain sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nicht nur äußerlich. Trotzdem werden sie Freunde und teilen die Leidenschaft fürs Zeichnen. Zwischen ihnen steht Margarete, die versucht die beiden ...

Cliff und Alain sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nicht nur äußerlich. Trotzdem werden sie Freunde und teilen die Leidenschaft fürs Zeichnen. Zwischen ihnen steht Margarete, die versucht die beiden am Boden zu halten. Doch dann konvertiert Cliff zum Islam und geht ins Ausland. Als er zurück kommt, ist er verändert und er hat etwas vor. Alain spürt, dass es nichts gutes sein kann und versucht hinter Cliffs Pläne zu kommen.

Antonia Michaelis' Schreibstil ist sehr eigen und etwas besonderes. Es braucht seine Zeit, um in diese fast schon poetische und bildgewaltig beschriebene Welt abzutauchen. Die Kapitel sind nach einem Schema aufgebaut. Zuerst erzählen Alain und Cliff abwechselnd aus der Gegenwart, dann aus ihrer Vergangenheit. Abschließend werden Briefe von Margarete aufgeführt.

Alain und Cliff. Hell und Dunkel. Gut und Böse. Anfangs könnte man das als klischeehaft bezeichnen, aber hinter Cliffs Charakter steckt mehr. Auch wenn der Leser nie genau herausfindet, was das Dunkle in ihm ist. Zwei so unterschiedliche Persönlichkeiten, die trotz allem Gemeinsamkeiten haben und irgendwie voneinander angezogen werden. Dazwischen Margarete, die einen Ruhepol darstellen soll, aber zwischen den beiden untergeht. Sie gehört dazu, aber wird nie wirklich in die Welt von Alain und Cliff passen.

Es ist schwierig die Eindrücke zu diesem Buch in Worte zu fassen. ES geht um unerschüttliche Freundschaft, die Wichtigkeit von Familie und immer wieder ums Verzeihen. Terrorismus und der Islamismus sind aktuelle, wichtige und kontroverse Themen, zu denen jeder eine eigene Meinung hat. Sobald Religion im Spiel ist, wird es kompliziert.

Die Autorin schafft es trotzdem beide Seiten neutral darzustellen ohne erhobenen Zeigefinger den Leser in eine Richtung zu drängen. Sie greift aktuelle Ereignisse des Terrors auf und versucht die Beweggründe von Extremisten zu verdeutlichen.

Es ist ein sehr intensives Buch. Man taucht sehr tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der Personen ein. Lernt sie von Kindheit an kennen und schafft eine Verbindung zu ihnen.

Die Altersempfehlung vom Verlag ist mehr als gerechtfertigt, da diverse brutale Szenen detailliert beschrieben werden. Man sollte sich mit diesem Buch Zeit lassen und über die Geschichte nachdenken. Das Ende war zu gleichen Teilen vorhersehbar, überraschend und verstörend. Manchmal etwas zu dramatisch.