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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.12.2024

Ein besonderes Café

Bevor der Kaffee kalt wird
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Es gibt eine urbane Legende, in der es heißt, dass man in dem kleinen Café genannt „Funiculi Funicula“ in die Vergangenheit reisen kann. Doch wer es versuchen möchte, der unterliegt einigen strengen Regeln. ...

Es gibt eine urbane Legende, in der es heißt, dass man in dem kleinen Café genannt „Funiculi Funicula“ in die Vergangenheit reisen kann. Doch wer es versuchen möchte, der unterliegt einigen strengen Regeln. Man kann nur von einem bestimmten Platz im Café in die Vergangenheit reisen, man darf sich von dem Platz nicht erheben, man kann die Gegenwart nicht verändern und man muss zurückkehren bevor der Kaffee kalt geworden ist. Trotz dieser vielen Regeln gibt es Einige, die diesen Schritt wagen.

„Bevor der Kaffee kalt wird“ beinhaltet die Geschichte von 4 Menschen, die alle auf der Suche nach etwas sind, ob es nun Liebe, Hoffnung oder Vergebung ist. Ich mochte die traurige, aber dennoch hoffnungsvolle Atmosphäre des Buches. Jede Person gibt uns Einblick in einen sehr kleinen Ausschnitt ihres Lebens, welcher jedoch von drastischen Ereignissen geprägt ist. Dabei ist die für mich vielleicht wichtigste Lektion des Buches, das eigene Schicksal zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen, um glücklich zu sein. Trotz der eindringlichen Botschaft des Buches, waren mir einige Passagen zu langatmig und voller Wiederholungen, vor allem, was die Regeln der Zeitreise betraf. Auch die Charaktere bleiben mir trotz ihrer Probleme zu oberflächlich, sodass mich die Geschichte zwar traurig gestimmt aber nicht mitreißen konnte. Insgesamt gefällt mir der Ansatz des Zeitreisecafés, aber emotional konnte es mich nicht vollständig abholen.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Ella und Wayne

Midnight Chronicles - Seelenband
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Seit dem Blutbad gibt sich Ella die Schuld am Tod ihres Kampfpartners Owen. Um ihren Gefühlen zu entkommen, flieht sie nach Prag. In einer Stadt, die von Geistern überrannt wird, ist eine Soulhuntress ...

Seit dem Blutbad gibt sich Ella die Schuld am Tod ihres Kampfpartners Owen. Um ihren Gefühlen zu entkommen, flieht sie nach Prag. In einer Stadt, die von Geistern überrannt wird, ist eine Soulhuntress ein willkommener Gast. Währenddessen versuch Ella in die Geisterwelt zu gelangen, um ihre Lieben ein letztes Mal zu sehen. Wayne hat weiterhin mit seiner Beinverletzung zu kämpfen und mit Ellas Flucht aus seinem Leben. Denn vor dem Blutbad, hatten die Beiden eine heimliche Beziehung. Doch um ihr Ziel zu erreichen, muss sich Ella ihren Gefühlen für Wayne und ihrer Schuld stellen. Denn einen Weg in die Geisterwelt zu finden, ist ein sehr gefährliches Unterfangen.

Im bereits vierten Band der Midnight Chronicles steht die Geschichte von Ella und Wayne im Fokus der Ereignisse. Ella ist bereits aus dem dritten Teil der Reihe bekannt, in welchem sie sich zusammen mit Shaw und Roxy nach dem Blutbad auf den Weg durch Europa begeben hat. Zeitlich spielen die ersten Kapitel der Geschichte sogar parallel zum dritten Band der Reihe, was ich äußerst interessant fand. Die Geschichte von Ella und Wayne hat mir gut gefallen. Sie sind beide sehr sympathische Charaktere, die mit ihren eigenen Problemen kämpfen, Ella mit ihrer Schuld und Wayne mit seiner Verletzung. Diese inneren Kämpfe kommen sehr gut zur Geltung und lassen die Charaktere authentisch erscheinen. Auch die Art und Weise wie Ella und Wayne sich gegenseitig unterstützen, hat mir gut gefallen. Der vierte Band der Reihe ist im Vergleich zu den Vorbänden nicht ganz so spannungsgeladen. Trotzdem gibt es wieder einige überraschende Wendungen, die in den Folgebänden sicherlich noch für Wirbel sorgen. Auch wird ein Geheimnis gelüftet, dass bereits seit dem Anfang der Reihe besteht. Ich bin sehr gespannt, welche Überraschungen uns in den letzten beiden Teilen noch erwarten werden.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Die Legende von Graf Dracula

Hunting Prince Dracula
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Nach den schockierenden Ereignissen um die Morde von Jack the Ripper reisen Audrey Rose Wadsworth und Thomas Cresswell zusammen nach Rumänien, um an einer der besten Schulen für Gerichtsmedizin in die ...

Nach den schockierenden Ereignissen um die Morde von Jack the Ripper reisen Audrey Rose Wadsworth und Thomas Cresswell zusammen nach Rumänien, um an einer der besten Schulen für Gerichtsmedizin in die Lehre zu gehen. Doch bereits auf dem Weg dorthin stolpern Audrey Rose und Thomas über die erste Leiche, dessen Körper mit einem Pflock durchstoßen wurde. Und dies wird nicht der einzige grauenhafte Mord gewesen sein. Die Gerüchte, dass Graf Dracula höchst persönlich auferstanden ist, halten sich hartnäckig. Können Thomas und Audrey den Täter aufhalten, bevor er noch mehr Menschen ermordet?

„Hunting Prince Dracula“ ist der zweite Band der Reihe um Audrey Rose und Thomas. Audrey Rose ist nach den Ereignissen des ersten Bandes nicht mehr dieselbe. Sie hadert sehr mit dem Verlust ihres Bruders und den Umständen seines Todes. Selbst Leichen zu sehen, geschweige denn sie zu obduzieren bringt sie an ihre Grenzen. Thomas versucht sie dabei zu unterstützen, benimmt sich dabei aber oft eher unsensibel ihr gegenüber. Seine Handlungen haben in diesem Buch nicht nur Audrey zur Verzweiflung gebracht, auch ich musste einige Male die Augen verdrehen, auch wenn er nur die besten Absichten dafür hatte. Ich mag es trotzdem, wie sich die Beziehung der Beiden entwickelt. Audrey gesteh sich zwar ihre Gefühle für ihn ein, trotzdem setzt sie Grenzen, was ihre Selbstbestimmtheit betrifft. Dieses Verhalten mochte ich sehr.

Noch mehr als im ersten Band hatte ich jedoch mit dem sprunghaften Schreibstil der Autorin zu kämpfen. Sie wechselt sehr schnell von einem ruhigen geradezu intimen Moment, zu einer rasanten Szene und wieder zurück. Viele spannende Szenen werden mir dagegen zu schnell abgehandelt, was dieses Mal vor allem das Ende des Buches betrifft. Trotzdem konnte mich die Geschichte gut unterhalten und passt auf jeden Fall in diese herbstliche, düstere Jahreszeit.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Für die Wahrheit

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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Seit einem großen Krieg, der unzählige Leben gekostet hat, ist die neue Gesellschaft auf vollständige Transparenz und Wahrheit ausgelegt. Zu diesem Zweck überwacht nicht nur eine KI namens AISS die Bevölkerung, ...

Seit einem großen Krieg, der unzählige Leben gekostet hat, ist die neue Gesellschaft auf vollständige Transparenz und Wahrheit ausgelegt. Zu diesem Zweck überwacht nicht nur eine KI namens AISS die Bevölkerung, zusätzlich dazu nimmt auch jeder Einwohner ein Medikament, dass Emotionen und Lügen unterdrückt. Nur Mae scheint trotz Einnahme des Medikamentes weiterhin alle verbotenen Emotionen zu fühlen. Sollte jemand sie überführen, droht ihr ein Ausschluss aus der Gesellschaft. Als Mae in ein Partnerschaftsprogramm der Regierung gesteckt wird, wird die Gefahr enttarnt zu werden immer größer. Mae tut alles, um nicht aufzufallen, doch einer der Teilnehmer des Programmes scheint es darauf anzulegen sie zu einer Reaktion zu provozieren. Steckt vielleicht noch mehr hinter den Annäherungsversuchen des Fremden? Vielleicht ist Mae nicht die Einzige, die mehr fühlen kann als alle anderen.

„Honesty – Was die Wahrheit verbirgt“ ist der Auftakt einer neuen dystopischen Trilogie von Franzi Kopka. Diese spielt in einer Zukunft, in der Kriege und Lügen die Menschheit fast ausgelöscht haben. Mit Hilfe eines Medikamentes sollen schlechte Emotionen unterdrückt und verhindert werden, dass die Menschen lügen können. Bei Mae, unserer Protagonistin, schlägt das Medikament nicht ausreichend an, um all ihre Emotionen zu unterdrücken. Ich mochte Mae als Protagonistin sehr gerne. Sie ist ein hilfsbereiter und kluger Charakter. Besonders die Dynamik und Liebe in ihrer Familie hat mir gefallen, wobei die Beziehung zu ihrem Bruder Nick natürlich einen wichtigen Stellenwert in der Geschichte hat. Nick einzuschätzen, fiel mir tatsächlich sehr schwer, da mir seine Beweggründe nicht ganz klar sind. Grayson mochte ich ebenso gerne, auch wenn er natürlich ebenfalls einige Geheimnisse verbirgt. Ein großer Fokus der Geschichte liegt auf dem Worldbuilding. Auch wenn mich diese Geschichte erneut an „Tribute von Panem“ erinnert, mochte ich die Komplexität dieser Welt sehr gerne. Ich habe jedoch noch nicht durchschaut, was es genau mit dem Partnerschaftsprogramm der Regierung auf sich hat. Allein die Tatsache, dass jeder junge Mensch mit spätestens 21 Jahren verheiratet sein muss, erschließt sich mir nicht. Dieses Gesetz erscheint mir ziemlich willkürlich. Das Ende des ersten Bandes bietet einen fiesen Cliffhanger, sodass ich bald mit dem nächsten Band starten werde. Insgesamt handelt es sich um einen interessanten Auftaktband, der einiges an Potenzial birgt. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Geschichte noch entwickeln wird.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Eine Kratze, die versucht ihr Fell zu retten

Der Schrecksenmeister
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Die Stadt Sledwaya ist seit jeher bekannt für ihre Krankheiten und Seuchen, die die Bewohner Tag um Tag quälen. Nach dem Tod seiner Herrin muss das kleine Krätzchen Echo nun allein in dieser verpesteten ...

Die Stadt Sledwaya ist seit jeher bekannt für ihre Krankheiten und Seuchen, die die Bewohner Tag um Tag quälen. Nach dem Tod seiner Herrin muss das kleine Krätzchen Echo nun allein in dieser verpesteten Stadt überleben. Um nicht zu verhungern, geht er einen schrecklichen Vertrag mit dem hiesigen Schrecksenmeister und Alchimisten Eißpin ein. Einen Monat lang werden Echo alle Annehmlichkeiten eines sorglosen Lebens zuteil insbesondere so viel Essen wie er verspeisen kann und das auf höchstem kulinarischem Niveau. Doch im Gegenzug will Eißpin sein Fett für seine Experimente am Ende dieses Monats gewinnen, was bedeutet das Echo dafür sein Leben lassen muss. Um diesem grausigen Schicksal zu entgehen, braucht das kleine Krätzchen ein paar ungewöhnliche Verbündete, die auch vor dem angsteinflößenden Herrn von Sledwaya nicht zurückschrecken.

„Der Schrecksenmeister“ ist eine weitere Erzählung von Walter Moers, welche in der Welt Zamoniens spielt. Im Fokus steht hier vor allem das kleine Krätzchen Echo, welches, um zu überleben, einen Handel mit dem Schrecksenmeister eingeht. Dabei lernt Echo eine Menge über Alchemie, schreckliche Kreaturen und ganz allgemein die Welt außerhalb seines kleinen Heimatortes, welchen er bis dato nie verlassen hat. Sein Charakter macht hierbei eine interessante Entwicklung durch, man könnte sogar sagen, dass ihn die vier Wochen mit Eißpin geradezu erwachsen werden lassen. Eißpin selbst ist grundsätzlich ein rauer, ungnädiger und grausamer Charakter. Andere Wesen mit seinen Experimenten zu quälen oder zu ermorden, macht ihm nichts aus, sondern amüsiert ihn beinahe. Doch dann und wann entstehen auch Situationen, in denen er Gefühle zeigt, die man ihm niemals zugetraut hätte.

Wer mit Walter Moers Schreibstil vertraut ist, kennt auch seine manchmal etwas ausufernden Aufzählungen, die auch in dieser Geschichte wieder ihren Platz haben. Ansonsten liebe ich jedoch seine fantasievollen, kreativen Erzählungen. Auch die Zeichnungen, die die Geschichte illustrieren, mochte ich trotz ihres düsteren Charakters. Auch wenn ich mir sehr eine Zeichnung zur schneeweißen Witwe gewünscht hätte. Die Geschichte hat mich größtenteils fesseln können, auch wenn der Mittelteil ein paar Längen aufgewiesen hat. Auch wenn „Der Schrecksenmeister“ nicht ganz an meine Lieblingsbücher des Autors heranreicht, so konnte sie mich durchaus gut unterhalten.

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