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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2025

Spritzige, scharfsinnige RomCom zu einem wichtigen Thema

Red Flags
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Cover und Titel haben mich direkt angesprochen, da sie die humorvolle Verarbeitung eines wichtigen und sehr aktuellen Themas versprechen. Der Begriff "Red Flag" ist derzeit gefühlt in aller Munde und wird ...

Cover und Titel haben mich direkt angesprochen, da sie die humorvolle Verarbeitung eines wichtigen und sehr aktuellen Themas versprechen. Der Begriff "Red Flag" ist derzeit gefühlt in aller Munde und wird in der heutigen schnelllebigen Zeit teilweise fast inflationär verwendet, um Dating- oder Beziehungsabbrüche zu rechtfertigen. Doch was ist eigentlich eine wirkliche Red Flag und was sind überhöhte Ansprüche oder Ausreden, um Nähe zu vermeiden? Wann sollte man eine Beziehung beenden, weil die Passung nicht stimmt und die Beziehung nicht (mehr) gut tut, und wann gilt es, Unterschiede und Störfaktoren zu akzeptieren und Kompromisse zu schließen? Über diese großen Fragen sind sicherlich viele von uns schon einmal gestolpert. Die Autorin bearbeitet sie in diesem Roman mit viel Leichtigkeit, beißendem Witz, aber auch Ernsthaftigkeit und einer großen Prise Weisheit. Der Sprachstil ist locker, spritzig und humorvoll und macht es einem leicht, in die Geschichte einzutauchen. Abwechselnd wird aus der jeweiligen Perspektive der zwei Protagonistinnen erzählt, wobei hierfür die Ich-Form und die Gegenwart gewählt wurden. Beides mag ich in Romanen besonders gerne, weil es mir die Charaktere noch näher bringt und sie spürbarer macht. Tatsächlich sind die Protagonistinnen liebevoll ausgearbeitet und ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. Die Dialoge sprühen vor Sarkasmus und Schlagfertigkeit. Besonders Poppys scharfsinnige Beobachtungen, ihre Begeisterung und ihr beharrliches Einstehen für ihre Werte haben mir gut gefallen. Sehr elegant fand ich, dass die Autorin beide Extreme des Themas "Red Flags" beleuchtet: Da sind Poppy und Cam, die potentielle Partnerinnen geradezu nach Störfaktoren abscannen und es gar nicht erst zu einer ernsthaften Beziehung kommen lassen. Auf der anderen Seite verdeutlichen einige Nebencharaktere das andere Extrem - die Überanpassung in und das Festhalten an einer Beziehung, die nicht gut tut oder sogar schadet. Zwischendurch werden auf humorvolle Art immer wieder psychologische Weisheiten eingestreut, z.B. durch eine Freundin von Poppy, die gerade in Therapie ist. Fazit: Obwohl ich 20 Jahre älter bin als die Protagonistinnen, hat mich die Geschichte nicht nur wunderbar unterhalten und zum Lachen gebracht, sondern auch zum Nachdenken angeregt. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Sanfte Gehirnwäsche in ländlicher Idylle

Heimat
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Dieses hochaktuelle Buch wird sicher noch lange nachwirken. Bereits das Cover lässt etwas vom Inhalt erahnen: unbelassene grüne Natur, über der sich dunkle Wolken zusammenbrauen, in deren Mitte der plakative ...

Dieses hochaktuelle Buch wird sicher noch lange nachwirken. Bereits das Cover lässt etwas vom Inhalt erahnen: unbelassene grüne Natur, über der sich dunkle Wolken zusammenbrauen, in deren Mitte der plakative Titel "Heimat" prangt. Es ist direkt klar, dass es sich hier nicht um einen Wohlfühlroman handelt. Obwohl in den ersten Seiten noch gar nicht so viel passiert, haben mich der lebendige Sprachstil und das bereits unterschwellig angedeutete hochbrisante Konfliktthema direkt gefesselt. Die Autorin baut in ruhiger, unaufgeregter, aber sehr anschaulicher Erzählweise psychologisch so viel Spannung auf, dass ich das Buch bis zum Schluss kaum aus der Hand legen konnte. Vom Begriff der Tradwife hatte ich vor dem Lesen der Buchbeschreibung noch gar nichts gehört, wohl aber von dem Phänomen, das hier von Karolin verkörpert wird. Dieses ruft bei der neu hinzugezogenen Jana, deren Erleben die neutrale Erzählstimme folgt, zunächst Befremden, dann aber zunehmend Faszination hervor. Fast urteilsfrei werden hier zentrale menschliche und politische Werte kontrastiert, die immer mehr verschwimmen. Der Autorin ist es gelungen, äußerst eindrücklich und plausibel darzustellen, auf welch sanfte und verführerische Weise Karolin ihre gefährliche Ideologie – immer unter dem Deckmantel der Menschlichkeit und Christlichkeit – mittels sozialer Medien und lokaler Hilfsaktionen verbreitet und damit das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Sorglosigkeit befriedigt. Dies alles geschieht so genial subtil, dass es gerade deshalb umso beklemmender und gruseliger wirkt. Das Ende kam für mich unerwartet und ich muss gestehen, dass ich es nicht gänzlich verstanden habe. Ich hätte es mir ein bisschen konkreter gewünscht, auch wenn ich eine unheimliche Ahnung habe. Fazit: Große Empfehlung für alle Leser*innen, die gesellschaftlich und politisch aktuelle und kritische Romane mögen und gerne zum Nachdenken angeregt werden.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Unterhaltsame Mountainbike-Romance

Downhill Dreams
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Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch. Ich fand, dass es kitschig und "billig" wirkte und habe eine entsprechende Story erwartet. Aber bereits bei der ...

Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch. Ich fand, dass es kitschig und "billig" wirkte und habe eine entsprechende Story erwartet. Aber bereits bei der Leseprobe von "Vorablesen" wurde ich positiv überrascht und habe mir das Buch dann auch gekauft. Die Story fand ich tatsächlich sehr unterhaltsam; eine schöne Sportsromance mit einer ungewöhnlichen Sportart und zeitweise sogar Academy Vibes. Der Sprachstil ist flüssig, die Charaktere sind sympathisch und zielstrebig, die Dialoge schlagfertig. Besonders hat mir gefallen, dass ich nebenher mehr über das Mountainbiken erfahren habe, mit dem ich so gar keine Berührungspunkte habe. Lediglich die Sexszenen fand ich etwas ausufernd und ich hätte mir in der Beziehung noch etwas mehr Tiefe und Substanz für die wechselseitige Anziehung gewünscht. Fazit: Diese leichte Sportsromance kann ich allen Leser*innen empfehlen, die Lust auf eine unterhaltsame und leidenschaftliche Geschichte haben und bei Sportarten gerne über den Tellerrand hinausblicken (sofern sie nicht ohnehin bereits eine Faszination für das Mountainbiken entwickelt haben).

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Feinsinnige und kluge Second Chance-Romance

Und plötzlich ist es wunderbar
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Die Bücher von Mhairi McFarlane kenne und liebe ich alle. Ich habe mich riesig gefreut, dass sie diesmal eine Second Chance-Romance als Fortsetzung zu einem der vorherigen Romane geschrieben hat, bei dem ...

Die Bücher von Mhairi McFarlane kenne und liebe ich alle. Ich habe mich riesig gefreut, dass sie diesmal eine Second Chance-Romance als Fortsetzung zu einem der vorherigen Romane geschrieben hat, bei dem das Ende offen und eher traurig war. Die Charaktere hatte ich damals schon besonders ins Herz geschlossen und ich würde auch empfehlen, den ersten Band ("Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt") vor diesem hier zu lesen. Andernfalls könnte die Story eventuell langweilig wirken und der richtige Zugang zu den Charakteren fehlen. So aber konnte ich mich sofort gut in die Geschichte einfinden und das Wiedersehen mit den Charakteren genießen; mit Edie und ihrer unsicheren, zurückhaltenden, aber gleichzeitig beißend witzigen Art und mit Elliot und seiner Aufrichtigkeit, seinem Scharfsinn und seiner Fürsorge. Die Geschichte kommt eher leise daher und beschreibt auf kluge, feinsinnige und humorvolle Art, welche Schwierigkeiten sich die beiden mit ihrer Hollywood-Beziehung in ihrem Alltag stellen müssen. Die Missverständnisse und Zweifel fand ich durchaus realistisch und den Charakteren entsprechend. Ich stolperte lediglich über manche Stellen, bei denen ich nicht verstand, weshalb etwas nicht einfach direkt ausgesprochen wurde oder weshalb etwas als so sehr peinlich galt, bis ich von der Autorin charmant an die britische Zurückhaltung und Höflichkeit erinnert wurde. Mir gefällt auch, dass in ihren Romanen nicht so inflationär und aufdringlich mit Sexszenen um sich geworfen wird. Die Story steht eindeutig im Vordergrund. Fazit: Vielleicht ist es kein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, mich hat es aber gerade durch die ruhige, zurückgenommene und kluge Erzählweise und die liebevolle Ausarbeitung der Charaktere und ihrer Schwierigkeiten überzeugt. Den ersten Band dazu sollte man meiner Meinung nach gelesen haben, um eine tiefere Beziehung zu den Protagonist*innen entwickeln zu können.

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