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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2022

Irgendwie gut - irgendwie ungewohnt

Die dunklen Geheimnisse von Heap House
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Mit "Die dunklen Geheimnisse von Heap House" erzählt der Engländer Edward Carey Teil eins seiner Iremonger Trilogie. Das Buch wartet als Hardcover nicht nur mit einer besonderen Geschichte und einem auffälligen ...

Mit "Die dunklen Geheimnisse von Heap House" erzählt der Engländer Edward Carey Teil eins seiner Iremonger Trilogie. Das Buch wartet als Hardcover nicht nur mit einer besonderen Geschichte und einem auffälligen dunklen Cover auf, sondern lockt auch im Inneren mit vielen passend zum Cover gezeichneten Charakterbildern zwischen den Kapiteln.

Die Geschichte erzählt von Clod, einem jungen "Iremonger", also Mitglied dieser für die Sonderbarkeiten und den Müll Londons verantwortlichen Familie und Lucy Pennant, einer jungen Außenseiterin, die in das Haus der Iremongers gebracht wird. Die Geschichte liest sich locker, hat leichte Ähnlichkeiten zu Terry Pratchett und umfasst echte High Fantasy, ohne Elfen und Orks zu brauchen.

Insgesamt ist alles, wie es das Cover richtigerweise schon verspricht, irgendwie dunkel, grau, kalt. Das zieht sich durch die Geschichte, passt sehr gut und führt auch zu einem passenden Ende. Das Buch ist einfach - anders - besonders - untypisch. Irgendwie gut aber irgendwie auch sehr ungewohnt.

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Veröffentlicht am 07.05.2022

Es war spannend, interessant, lehrreich.

Firekeeper's Daughter
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Firekeeper's Daughter richtig einzuordnen fällt mir auch nach Lesen des Romans schwer. Selbst ob das Buch mir wirklich gefallen hat oder nur die Spannung und der Schreibstil, kann ich kaum einordnen. Interessant ...

Firekeeper's Daughter richtig einzuordnen fällt mir auch nach Lesen des Romans schwer. Selbst ob das Buch mir wirklich gefallen hat oder nur die Spannung und der Schreibstil, kann ich kaum einordnen. Interessant ist dieses Werk in diesem Sinne auf jeden Fall.

Beginnen wir beim Beginn. Zunächst begleiten wir die 18-jährige Daunis Fontaine, deren Background halb weiß, halb Native American ist. So lernen wir sehr viel über ihren Alltag, die Traditionen, ihr Leben und ihre alltäglichen Problemchen. Die ersten zwei- bis dreihundert Seiten drehen sich dann von ihrem normalen Alltag weggehend hin zu einem typischen Young Age Roman: Ein gutaussehender Typ taucht auf und sie kann gar nicht mehr so richtig nicht an ihn denken. Zur Hälfte des Romans hin zieht dieser das Tempo deutlich an und wir stecken plötzlich mitten in einem Thriller bzw. Krimi. Es kommt sogar zu einer Szene, die von mir eine dicke Trigger/CN-Warnung bekommt: Achtung, Gewalt und Missbrauch!
Das Tempo hält zum Ende hin und das Buch kommt zu einem passenden Finale. Spannend ist es bis zur letzten Seite definitiv.

Was hat mich nun etwas irritiert? Dieser Wechsel vom Young Age Inhalt der ersten Hälfte zum bishin brutalen (und nicht ab 14 geeigneten?) Content als Thriller. Spannend war es, ja, aber eben unerwartet.

Insgesamt finde ich das Buch daher schwer einzuordnen. Es war spannend, interessant, lehrreich. Hatte aber auch seine Längen am Anfang und Teenieromanzen. Und ja, es sollte auch eine Triggerwarnung tragen.

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Veröffentlicht am 03.05.2022

Ein Muss für Fantasyliebhaber*innen!

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Mit "A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia" veröffentlichte die ghanisch-amerikanische Autorin Roseanne A. Brown ein wundervolles Debut um die Königin Karina und den durch Vorurteile und ...

Mit "A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia" veröffentlichte die ghanisch-amerikanische Autorin Roseanne A. Brown ein wundervolles Debut um die Königin Karina und den durch Vorurteile und Rassismus gebeutelten Malik in einer westafrikanisch inspirierten Fantasywelt. Die Autorin verarbeitete in diesem ersten Teil einer mindestens zweiteiligen Reihe einer Menge wichtiger Themen, vom bereits genannten Rassismus bis hin zu Verlust, Trauer und Verrat und schafft es, neben bekannten und angenehm zu lesenden Fantasyelementen gleichzeitig etwas Neues und Modernes zu schaffen.

Dieser Roman ist einer der wenigen, bei denen es auch die deutsche Veröffentlichung endlich schaffte, das beschriebene Äußere der Protagonistin, nämlich dass es sich um eine Frau mit dunkler Hautfarbe handelt, auch zu zeigen. Herkunft der Autorin und Inhalt des Romans machen ihn zu einem sogenannten "own voice" Roman, das heißt einem Buch, in dem Menschen, die selbst von (Diskriminierungs-) Erfahrungen betroffen sind, von diesen berichten. Das macht ihn nicht nur besonders authentisch und lesenswert, sondern auch wichtig, da sowohl weibliche Autorinnen als auch solche, die Minderheiten angehören, nach wie vor stark unterrepräsentiert sind in der internationalen wie deuschen Buchszene.

Für alle, die unbedingt Liebesszenen lösen möchten, hält der Roman diese eher dezent im Hintergrund - für mich war das genau das Richtige, da mir Fantasy- als auch politische Elemente deutlich wichtiger sind als irgendwelche Gefühlsduseleien. Mein Interesse konnte der Roman von der ersten Seite an fesseln - Spannung kann die Autorin! - auch wenn sie uns mit fiesen Cliffhangern am Ende zurücklässt, sodass ich leider sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten muss.

Ein Muss für Fantasyliebhaber
innen!

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Ein spannendes Buch

Back to Wonderland
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Mit Back to Wonderland - Hinter dem Schleier beginnt die Autorin Elke Aybar eine zweibändige Reihe über die Protagonistin Alice, die gegen ihren Willen aus ihrem Leben gerissen und in eine andere Welt ...

Mit Back to Wonderland - Hinter dem Schleier beginnt die Autorin Elke Aybar eine zweibändige Reihe über die Protagonistin Alice, die gegen ihren Willen aus ihrem Leben gerissen und in eine andere Welt gebracht wird. Dort verbringt sie ihre ersten Wochen und Monate voller Unwissen, Entbehrungen und in Kälte, menschlicher wie auch tatsächlicher. Umgeben von unsichtbarer Magie und beeinflusst durch einen Zauber in ihrem Kopf fällt es Alice schwer, alles zu verstehen und zu begreifen, doch gegen Ende des Buches soll auch sie auf den Trichter kommen, was um sie herum vor sich geht.

Elke Aybar kann schreiben, das kann ich gar nicht genug betonen. Das Buch ist flüssig und gut zu lesen und tatsächlich, trotz ruhiger Sequenzen, stets spannend. War ich mit der Protagonistin ob ihrer Planungen und ihres Organisationstalents zu Beginn noch sehr glücklich, nahm dies leider im Verlaufe des Buches ab. Ich kann mit den typischen Szenen, in denen Protas Erklärungen nicht begreifen wollen, sondern unterbrechen, nicht zuhören oder wegrennen, nichts anfangen. Zum Ende hin fand ich Alice daher deutlich weniger sympathisch.

Ein tatsächlich mir wichtiger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass das Buch problematische Themen beschreibt, ohne diese entweder in der Geschichte oder durch Vor- oder Nachwort der Autorin aufzulösen. Die Tatsache, dass im zweiten Teil diese Problematiken mutmaßlich aufgegriffen werden, reicht mir nicht. Daher von mir an dieser Stelle: Das Buch beschreibt eine toxische Beziehung mit unter anderem körperlichen Handlungen gegen die Protagonistin. Häusliche Gewalt, egal in welcher Form, ist niemals in Ordnung. Wenn eine Person in einer Familie oder Beziehung Menschen schlägt oder psychisch abhängig macht ist das Gewalt. Bei Fragen, Problemen oder eigenen Erfahrungen scheut euch bitte nicht, mit anderen Menschen darüber zu reden. Das geht auch anonym über die Telefonnummer des Weißen Rings kostenfrei und anonym über 116 006.

Ein spannendes Buch. Mit den richtigen Content Notes und Disclaimern sogar ein gutes Buch.

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Veröffentlicht am 08.04.2022

Ein Kinderbuch, das Kurzweil beschwert

Die schlimmste Klasse der Welt (Band 1)
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Mit Die schlimmste Klasse der Welt von Juma Kliebenstein veröffentlichte diese ein Kinderbuch, empfohlen ab 10 Jahren. Das Buch teilt sich in mehrere kürzere Kapitel mit Teilgeschichten ein und wurde illustriert ...

Mit Die schlimmste Klasse der Welt von Juma Kliebenstein veröffentlichte diese ein Kinderbuch, empfohlen ab 10 Jahren. Das Buch teilt sich in mehrere kürzere Kapitel mit Teilgeschichten ein und wurde illustriert mit wunderschönen Illustrationen von Falk Holzapfel alias Zapf. Es ist in einfacher Sprache gehalten und eingängig zu lesen, sodass Lesende schnell in den Lesefluss und Lesegenuss kommen und die Geschichte nur so vorbeirauscht.

Die Wahl der kleinen Teilabenteuer ist dabei bunt gemischt und ich musste an der einen oder anderen Stelle tatsächlich leise lachen. Für Unterhaltung ist mit diesem Buch gesorgt. Auch der Witz ist einfach verständlich und auch für jüngeres Publikum geeignet. Unpassende Nachahmungseffekte durch jüngere Leser:innen würde ich nicht erwarten, da das Buch, ohne belehrend zu werden, auf Effekte, Ergebnisse und auch Konsequenzen eingeht.

Einziger Kritikpunkt ist eine Teilgeschichte über ein Auto. In diesem werden leider Klischees bedient, deren Reproduktion unnötig und auch schädlich sind. So hat (natürlich) der einzige Junge mit türkischem Namen in der Klasse einen Onkel, der Autohändler ist und sowohl Autos regelmäßig "verschwinden lässt" als auch auf ominöse Art und Weise ein Auto zulassen und Autopapiere besorgen kann. Eine Reproduktion von Vorurteilen, auf die ich/ wir gut verzichten könnten. Die restlichen Kapitel wiesen derartige Probleme nicht auf, eher im Gegenteil, empfand ich sie sogar als vorbildlich, gingen sie sowohl mit den Themen Essensgewohnheiten, Vorurteile und Gemeinschaft vorbildlich um.

Insgesamt hat mir das Buch durchaus Kurzweil beschert und jüngere Leser:innen haben sicher ihre Freude daran.

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