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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2025

Guter Krimi mit kleinen Längen

Böses Licht
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Fina und Oliver, ein Ermittlungsduo, welches keines sein will. Oliver mobbt Fina, wann immer er eine Möglichkeit sieht bis Fina einen Tip bekommt, der Oliver überrascht.

Der Lesende steigt direkt mit ...

Fina und Oliver, ein Ermittlungsduo, welches keines sein will. Oliver mobbt Fina, wann immer er eine Möglichkeit sieht bis Fina einen Tip bekommt, der Oliver überrascht.

Der Lesende steigt direkt mit einem Mord ein und wird in eine bunte, laute, undurchsichtige Theaterwelt katapultiert. In dieser Welt gibt es sehr viel Ego, viel Gerede, Machtkämpfe und Frustration. Neben den Schauspielern trifft Fina auf eine Frau, die zwischen Fan- und Stalkerstatus schwankt.

Die Charaktere werden von der Autorin gut beschrieben. Sie sind greifbar und wirken sehr realistisch. Die Verknüpfungen und Wirrungen sind gelungen und sorgen für kleine Überraschungen. Der Schreibstil der Autorin lädt zum Schmökern und abtauchen ein. Jedoch kommt Fina mit den Ermittlungen nur schwer voran, was den Mittelteil im Buch etwas zäh werden lässt. Im letzten Drittel ziehen die Geschichte und die Spannung noch mal etwas an, so dass es am Ende ein grundsolider guter Krimi wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2025

Leseempfehlung

Wo das Eis niemals schmilzt
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Was für eine Geschichte. Voll mit schweren Themen und trotzdem nicht zu erdrückend.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar und zieht den Lesenden sofort in die Geschichte. Ich fand die Handlung gut ...

Was für eine Geschichte. Voll mit schweren Themen und trotzdem nicht zu erdrückend.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar und zieht den Lesenden sofort in die Geschichte. Ich fand die Handlung gut und interessant. Spannend fand ich die Erklärungen zum Klimawandel, die Arbeiten von Unni am Gletscher und die Naturbeschreibungen. Auch haben mich die Lebensläufe von Jon und Unni mitgenommen und sehr nachdenklich zurückgelassen.

Unni, das Kind mit einem samischen Vater, das in Helsinki aufwachsen musste, weil die Mutter in Lappland nicht glücklich wurde und für Unni eine andere Zukunft wollte. Sie litt in Helsinki leise und sehnte sich nach ihrem Vater und der unberührten Natur. Weg von der Schule, dem Mobbing und der Ausgrenzung.

Auch Jons Werdegang fand ich traurig und beklemmend. Die Themen Zwangsadoption, der Verlust der Identität und die Suche nach dem inneren Frieden begleiteten den Lebensweg von Jon.

Die geschichtlichen Fakten und wie die Autorin diese verschiedenen Handlungsstränge miteinander verwoben hat, haben wir gut gefallen. Jedoch hätte ich mir bei diesen Themen mehr Tiefe, mehr Fakten und geschichtlichen Einblicke gewünscht. Die Autorin kratzt an der Oberfläche, was sie gut gemacht hat, aber für mich nicht ausreichend war. Hier hätte ich mir 100 Seiten mehr gewünscht, um dafür einen tieferen Einblick zu erhalten.

Trotzdem ist das Buch für mich eine klare Leseempfehlung. Die Themen werden nicht so häufig angesprochen und sollten doch zur Sprache kommen.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Schöne Buchgestaltung, die Geschichte war nicht meins

Water Moon
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Drei Anläufe, 160 Seiten gelesen und am Ende doch aufgegeben.

Diese Geschichte ist leider nicht meins. Ich hatte mich täuschen lassen. In der Buchhandlung stand es unter Literatur, auf den Bücherplattformen ...

Drei Anläufe, 160 Seiten gelesen und am Ende doch aufgegeben.

Diese Geschichte ist leider nicht meins. Ich hatte mich täuschen lassen. In der Buchhandlung stand es unter Literatur, auf den Bücherplattformen auch und so bin ich mit Neugier und Vorfreude an das Buch herangegangen. Doch relativ schnell entpuppte sich das Buch als Fantasy-Roman mit ein paar japanischen Elementen.

Der Schreibstil ist gut zu lesen und poetisch, die Handlung jedoch enttäuschte mich sehr. Etliche Wiederholungen, aneinander gereihte Absätze und verworrene Übergänge bzw. Handlungsstränge. Die Charaktere waren leider blaß und wenig mitziehend. Die beginnende Liebesgeschichte fand ich in diesem Kontext unpassend.

Warum gibt es trotzdem 2 Sterne?
Für die außergewöhnlich schöne Gesatltung des Buches. Der Schutzumschlag ist innen bedruckt und kann zu einem Origami gefaltet werden. Im Buch steht dazu eine Anleitung. Das Buch ist noch einmal mit dem gleichen Motiv bedruckt, so dass es auch ohne dem Schutzumschlag erkannt wird.

Die Gestaltung des Buches ist sehr schön, die Geschichte zwischen den Buchdeckeln konnte mich nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Eine klare Leseempfehlung.

Girls
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Zwei junge Frauen, eine kaputte Familie und ein Roadtrip, der einiges an das Tageslicht bringt.

Die Geschichte von Kirsty Capes hat mich gefesselt und mitgenommen. Die Charaktere werden von der Autorin ...

Zwei junge Frauen, eine kaputte Familie und ein Roadtrip, der einiges an das Tageslicht bringt.

Die Geschichte von Kirsty Capes hat mich gefesselt und mitgenommen. Die Charaktere werden von der Autorin langsam und sehr detailliert beschrieben. Mit jeder Seite dringt man mehr in die Gefühlswelt der Schwestern Mathilda und Nora ein. Beide sind die "Girls" von ihrer Mutter Ingrid Olssen, einer berühmten Künstlerin, die für ihre Exzentrik bekannt war. Doch wie war Ingrid als Mutter und Lebenspartnerin? Wie kamen die Kinder mit ihr zurecht und was wurde aus ihnen?

Mathilda ist eine alleinerziehende Mutter mit einer Teenagertochter. Sie hat Beanie mit der Liebe ihres Lebens sehr jung bekommen und führt ein geordnetes Leben. Nora ist Performancekünstlerin geworden und versucht dem Schatten ihrer Mutter zu entkommen. Sieben Mal ist sie bisher dem Tod von der Schippe gesprungen. Ihr Leben ist geprägt von Depressionen, Selbstzweifeln, Medikamenten, Suizidgedanken und finanziellen Problemen. Die Schwestern haben ein kompliziertes Verhältnis mit vielen Höhen und Tiefen und doch im Kern einer großen Liebe zueinander. Auf dem Roadtrip durch die USA, um endlich die Asche der Mutter loszuwerden, stellen sie sich der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Geschichte geht unter die Haut. Sie beschreibt eine tieftraurige Familienkonstellation. Vernachlässigte und teilweise verwahrloste Kinder in einem großen Haus mit einer oft abwesenden drogenabhängigen Alkoholikerin als Mutter und etlichen fremden Männern. Der Vater glänzt durch Abwesenheit und Desinteresse. Nur die Tante Karoline versucht die Kinder abzufangen, aber auch sie verdient ihr Geld mit Ingrid. Mathilda wird zur Ersatzmutter für Nora.

Je mehr man erfährt, desto schockierender wird die Geschichte. Die glänzende Fassade bröckelt immer schneller und die Kinder stehen mittendrin und versuchen irgendwie zurecht zu kommen. Es mangelt an Liebe, an Geld und Unterstützung.

Die Autorin hat eine Familiengeschichte mit vielen Facetten, Wendungen und Dramatik geschrieben. Jedoch fügt sie auch immer wieder glückliche, unterhaltsame und liebevolle Passagen, die den Lesenden durchatmen lassen, ein. Wer eine lockere Geschichte mit Roadtrip erwartet, wird überrascht und vielleicht auch enttäuscht werden. Diese Geschichte hat es in sich und wirkt auch noch nach dem Lesen nach.

Eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 21.09.2025

Wechselbad der Gefühle beim Lesenden

Schmutz
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Ich bin hin- und hergerissen. Dieses Buch bzw. die Geschichte hat meine Leselust und den Lesefrust hervorgerufen. Das geschieht sonst eher selten. Warum?

Die Ich-Erzählerin hat genug Geld, nein eher ...

Ich bin hin- und hergerissen. Dieses Buch bzw. die Geschichte hat meine Leselust und den Lesefrust hervorgerufen. Das geschieht sonst eher selten. Warum?

Die Ich-Erzählerin hat genug Geld, nein eher viel Geld, welches sie in monatlichen Schecks von ihrem Bruder erhält. Sie lebt in New York City und sie liebt Marken (besonders Kleidung), die sie stets und ständig shoppt oder anprobiert. Das Aufzählen der ganzen überteuerten Markenklamotten und die teilweise sehr kleinteilige Beschreibung von Handtaschen und Kleidung sowie die Beschreibung, was eine Person trägt, hat mich unheimlich genervt. Ich verlor mit jeder weiteren Zeile die Lust am Lesen.

Die Leselust steigerte sich, wenn sie von ihrem Leben bei der Großmutter erzählt. Den Garten beschreibt und die Freude am Leben. Auch die Passagen aus ihrem unkonventiellen Lehrerinnenleben fand ich interessant. Wie sie mit den Jugendlichen (nur Jungen) umgegangen ist, ihr Verhalten ihnen gegenüber und die ganz andere Art zu unterrichten (fernab des eigentlichen Lehrplans) ließ mich wieder in die Geschichte abtauchen. Ihre verzweifelten Versuche sauber zu sein bzw. sauber zu werden, waren nicht immer angenehm zu lesen. Man steht am Zaun und sieht zu, kann nicht weggehen, aber auch nicht einschreiten. Man muss es aushalten und weiterlesen.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr meinte man zu verstehen, was in ihr vorgeht. Das Ende war mir aber zu verworren und schwerer nachvollziehbar. Ich glaube, dass ich die Botschaft, die die Autorin vermitteln wollte, verstanden habe, aber die Umsetzung war nicht meins.