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Veröffentlicht am 17.10.2024

Abwechslungsreiche Gruselsammlung

Wintergeister
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Wintergeister ist eine schöne Sammlung kurzer Geschichten, die alle zur Winterzeit spielen und mal mehr, mal weniger übernatürliche Ereignisse thematisieren.
Keine davon spielt in der modernen Zeit, viel ...

Wintergeister ist eine schöne Sammlung kurzer Geschichten, die alle zur Winterzeit spielen und mal mehr, mal weniger übernatürliche Ereignisse thematisieren.
Keine davon spielt in der modernen Zeit, viel mehr bietet das Buch eine gute Mischung zwischen ca. 1760 und 1960. Das Ergebnis hiervon ist ein klassisches Gefühl des Grusels, zwischen Kerzenschein, knarzenden Dielen und Schneestürmen.
Den Autoren gelingt es gut, richtige Geister mit den Dämonen der menschlichen Seele zu verknüpfen, sodass oft nicht der Spuk im Vordergrund steht, sondern die Fehler der Protagonisten. Dies fand ich eine wirklich passende Kombination, denn auch wenn man nicht an Geister etc. glaubt, so wirken doch die Menschen authentisch und ihre Situationen durchaus beängstigend.
Ein großes Thema hierbei war das eigene Gewissen: Wie büßen wir für unsere Fehler? Sind es übernatürliche Wesen, die uns strafen, oder doch unser eigenes schlechtes Gewissen?
Manche Geschichten haben mir hierbei besser gefallen als andere, mein Favorit war "Ada Lark", nicht so ganz überzeugen konnte mich "Das alte Theaterstück". Einige Verläufe waren auch ein wenig vorhersehbar, aber im Ganzen haben mich die Geschichten doch gut unterhalten und auch für ein paar Gruselmomente gesorgt.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Vier Leben, vier Tode und die Hoffnung am Ende

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen
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Ich wusste nicht, dass ich dieses Buch gebraucht habe, bis ich es gelesen habe. Eine wunderbare Geschichte über den Kampf zurück ins Leben nach Verlust und die ungewöhnlichen Freunde, die wir manchmal ...

Ich wusste nicht, dass ich dieses Buch gebraucht habe, bis ich es gelesen habe. Eine wunderbare Geschichte über den Kampf zurück ins Leben nach Verlust und die ungewöhnlichen Freunde, die wir manchmal auf diesem Weg finden.
Asher hat seine Mutter in einem Autounfall verloren und lernt zufällig in einer Trauergruppe die gleichaltrigen Leidensgenossen Sloane und Will sowie den alten Henry kennen. Zusammen brechen sie zu einem Roadtrip auf, der sowohl sie als auch den Leser tief berühren wird.

Die Figuren wirken hierbei zutiefst authentisch, sie verhalten sich wie der Titel schon vermuten lässt so ziemlich gar nicht normal und dadurch sind sie doch total sympathisch. Man kann ohne Probleme mit ihnen mitfühlen und während ihrer Reise wachsen sie einem leicht ans Herz. Der Schreibstil unterstützt dies noch, er ist sehr leicht zu lesen und enthält sowohl lustige Stellen und Wortwitze als auch Passagen, die zum Nachdenken anregen und ein klein bisschen Weisheit vermitteln. Manchmal dachte ich, die Wiederholungen bestimmter Sätze und Gedanken wäre doch etwas zu viel, aber dann ist mir klar geworden, dass wir uns im Kopf von Asher befinden und es nur so richtig wäre, eben weil ihn bestimmte Sachen auch nicht loslassen.

Ich denke, manche Szenen der Handlung werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Ohne große Dramatik und nur mit kleinen Alltagssituationen werden hier super Gefühle vermittelt. Daher schließe ich mit einem Zitat des Buches: "Auf dem Weg verliebte ich mich in ein Auto voller Fremder - und die Hälfte von ihnen war tot" - oder wie hier, alle von ihnen waren fiktiv und doch so real.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Mordermittlung auf britische Art

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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Für mich war dies der erste gelesene Band der Reihe, aber der Einstieg ist gut gelungen, man lernt schnell und ohne Probleme die relevanten Charaktere und ein paar Hintergründe kennen.
Als der Bürgermeister ...

Für mich war dies der erste gelesene Band der Reihe, aber der Einstieg ist gut gelungen, man lernt schnell und ohne Probleme die relevanten Charaktere und ein paar Hintergründe kennen.
Als der Bürgermeister stirbt, beschließen Mrs. Potts und ihre zwei Freundinnen kurzerhand, selbst bei den Ermittlungen mitzumischen und werden diesmal sogar offiziell von der Polizei als Beraterinnen eingesetzt. Dies hindert sie jedoch nicht daran, die eine oder andere Regel zu brechen, auf herrlich unkonventionelle Art und ohne Rücksicht auf Verluste. Das Ergebnis sind so einige unterhaltsame und lustige Momente, generell kann der Krimi besonders mit seinem (britischen) Humor punkten.

Auch über das Privatleben der Damen und ihre kleinen und großen Probleme erfährt man so einiges, teilweise hatte ich sogar das Gefühl, der Mordfall ist die eigentliche Nebenhandlung und das "Drumherum" der Hauptteil. An manchen Stellen hat mir dies gut gefallen, an anderen hätte ich mir mehr Fokus auf den Fall gewünscht. So gab es einige Details, die für mich nicht ganz rund waren am Ende, auch wenn mir die Auflösung im Grunde zugesagt hat.

Der Schreibstil war sehr angenehm, kurze Kapitel und viele Dialoge fördern ein flüssiges Leseerlebnis. Trotz dem grausigen Mordhintergrund bleibt es gemütlich und stressfrei, für Fans von Cosy Crimes daher ein optimales Buch.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Abwechslungsreiche und spannende Reise durch das 17. Jahrhundert

Das Lied des Gaukelspielers
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Auf ungewöhnliche Weise beginnt dieses Buch am Ende der Reise: Eine junge Frau trifft auf den geheimnisvollen Fährmann Balthasar im Jahre 1674, doch wie sind sie beide dort gelandet? Um dies herauszufinden ...

Auf ungewöhnliche Weise beginnt dieses Buch am Ende der Reise: Eine junge Frau trifft auf den geheimnisvollen Fährmann Balthasar im Jahre 1674, doch wie sind sie beide dort gelandet? Um dies herauszufinden springt die Geschichte zurück ins Jahre 1618 und der Leser erwacht zusammen mit Balthasar ohne Erinnerung in einem zerstörten Dorf. Die Suche nach Antworten führt uns einmal quer durch Deutschland und auch in das ferne Venedig, wo schon bald die Pest wüten sollte.

Ich fand es hierbei super spannend, dass man als Leser auf seine Reisen quasi mitgenommen wird und sich ebenso die ganze Zeit fragt, was damals passiert ist. Besonders begeistert war ich von den Perspektivenwechseln, immer wieder werden Abschnitte der Geschichte aus der Perspektive der Nebencharaktere erzählt, denen Balthasar begegnet. Passend zu den Personen ändert sich auch immer der Schreibstil ein wenig, sodass viel Abwechslung gegeben ist und einem die anderen Personen noch mehr ans Herz wachsen. Einige davon trifft man auch später wieder, auch wirkt die Geschichte wie ein großes Puzzle, an dem am Ende alle Teile ihren Platz finden.

Die geschichtlichen Hintergründe sowie die Beschreibung der damaligen Welt wirken ausführlich recherchiert und realistisch, man fühlt sich ein wenig wie auf einer spannenden Zeitreise. Zwar passen die magischen Elemente nicht so ganz zu diesem Realismus, jedoch sind sie nicht aufdringlich und fügen sich gut in den Glauben und die Vorstellungen der Menschen damals ein. Die Darstellung der Glaubenskonflikte und moralischen Probleme fand ich ebenfalls gut gelungen, diese haben auch zum Nachdenken angeregt.
Eine wunderbare Reise durch das 17. Jahrhundert mit interessanten Charakteren, die man so schnell nicht vergisst!

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Liebe in der Formel 1

Heart Racing
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Ich muss gestehen, ich hatte vor diesem Buch absolut keine Ahnung von der Formel 1, daher war dies eine wunderbare Einführung in den Sport. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Liam, einem aufstrebenden ...

Ich muss gestehen, ich hatte vor diesem Buch absolut keine Ahnung von der Formel 1, daher war dies eine wunderbare Einführung in den Sport. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Liam, einem aufstrebenden Fahrer, sowie Ronja, einer talentierten, aber noch ganz neuen, Renningenieurin erzählt. Zusammen mit ihnen reisen wir um die Welt, jedes Kapitel spielt an einem anderen Rennwochenende und somit an einem neuen Ort. Ein solcher Erzählstil war mir neu, aber fand die Idee echt spannend. Der einzige Nachteil war, dass größtenteils auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Liam und Ronja nur an diesen Wochenenden stattfindet und zwischendurch quasi auf Eis gelegt ist. Dies wirkte an manchen Stellen ein wenig seltsam, war aber größtenteils in Ordnung.

Wenn man neu in der Formel 1 Thematik ist, aber auch als Fan, erhält man interessante Einblicke hinter die Kulissen des Sports: Hinter dem erfolgreichen Fahrer steht ein riesiges Team, mit ganz unterschiedlichen Aufgaben. Den Sportaspekt des Buches finde ich daher gut umgesetzt, bei der Liebesgeschichte hat es mich gestört, dass teilweise Drama künstlich geschaffen wurde. Anstatt miteinander zu reden sind die Charaktere sturköpfig und in ihren eigenen falschen Vorstellungen gefangen. Schön zu lesende Fortschritte in der Beziehung und Charakterentwicklung sind 50 Seiten später plötzlich wieder vergessen. Im Großen und Ganzen mochte ich die Charaktere, auch die meisten Nebencharaktere, nur dieses Drama war mir ein wenig zu viel.
Insgesamt hat mir die Lektüre aber viel Spaß bereitet und auch mein Interesse an der Formel 1 geweckt. Auf den nächsten Band, in dem ein Nebencharakter die Hauptrolle übernehmen wird, bin ich schon gespannt.

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