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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

Keine leichte Kost in angenehmen Häppchen

Böse Geschichten für schlechte Menschen
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Der Autor veröffentlicht in diesem Buch seine allerersten Kurzgeschichten bis hin zu späteren Werken und bietet hierbei eine gute Mischung an: Von wenigen Seiten bis hin zu mehreren Kapiteln umfassend, ...

Der Autor veröffentlicht in diesem Buch seine allerersten Kurzgeschichten bis hin zu späteren Werken und bietet hierbei eine gute Mischung an: Von wenigen Seiten bis hin zu mehreren Kapiteln umfassend, von menschlichen und geographischen Abgründen, von Monstern und Aliens.
Für jede Zeit findet sich eine passende Geschichte, ob man nur 5 Minuten im Bus lesen kann oder es sich länger auf dem Sofa gemütlich machen will.
Manche der Geschichten sind mir dabei noch lange im Kopf geblieben, entweder weil sie so skurril waren, überraschende Wendungen hatten oder einfach Grenzen überschritten haben und wirklich die Bezeichnung "böse" verdienen.
Auch interessante Artikel des Internets dienten manchmal als Inspiration, zwischendurch findet sich ebenfalls eine Fanfic zu Resident Evil, eine Freude für Gamer! Eine bunte Mischung, die in Wirklichkeit sehr düster ist.
Kritisieren würde ich hierbei allerdings, dass sich manche Themen öfters in den Geschichten wiederholen, wie beispielsweise die Konsequenzen menschlichen Handelns und dessen Auswirkungen auf unseren Planeten. Dies ist dem Autor jedoch selbst auch schon aufgefallen, daher bin ich auf die nächsten Werke schon gespannt!

Auch die Aufmachung des Buches überrascht an mehreren Stellen: Im hinteren Teil befinden sich Kommentare des Autors zu jeder Geschichte, was mir gut gefallen hat. Man erhält Einblicke in die Gedanken und den Entstehungsprozess, trotzdem werden die Geschichten dadurch nicht entzaubert. In der "Resterampe" kann man zusätzlich noch die Notizen und ersten Entwürfe lesen - habe ich in dieser Form noch nicht erlebt, fand ich aber auch interessant. Man merkt, dass es wirklich die "Kinder" des Autors sind.
Ein versteckter QR-Code enthüllt zusätzlich als kleines Easter Egg eine passende Playlist.
Kleiner Kritikpunkt: Zwischendurch haben sich manchmal doch noch kleine Fehler in den Text geschlichen oder Sätze haben sich wiederholt.
Insgesamt haben mich die Geschichten jedoch gut unterhalten und teilweise auch ganz schön gruseln lassen!

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Spannende Ermittlungen in historisch authentischer Kulisse

Das Schweigen der Knochen
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Von ihrer Familie getrennt arbeitet die junge Seol als Damo bei der Polizei in Korea, im Jahre 1800. Dort ist sie quasi Mädchen für alles, aber assistiert auch bei Mordermittlungen - und riskiert durch ...

Von ihrer Familie getrennt arbeitet die junge Seol als Damo bei der Polizei in Korea, im Jahre 1800. Dort ist sie quasi Mädchen für alles, aber assistiert auch bei Mordermittlungen - und riskiert durch ihre Neugier Kopf und Kragen.
Die Kulisse des Romans ist fantastisch beschrieben worden: Als Leser fühlt man sich wie auf einer Reise durch die Zeit, Land und Leute werden ausführlich dargestellt, koreanische Begriffe runden die Dialoge ab, Traditionen und gesellschaftliche Gepflogenheiten ziehen sich durchs ganze Buch. Dabei gliedert sich alles nahtlos ins Geschehen ein, man lernt quasi dazu, während man gespannt die Geschichte verfolgt.
Was mich besonders überrascht hat: Sowohl der historische Hintergrund als auch einige Nebencharaktere basieren auf wahren Begebenheiten!
Das tolle Nachwort erläutert hier später auch nochmal vieles, was ich super interessant fand.

Ebenfalls positiv empfunden habe ich das Pacing der Geschichte: Der Einstieg geht relativ schnell, man ist direkt bei den Ermittlungen dabei und lernt nebenbei die Charaktere kennen. Die Spannung hat sich durch das ganze Buch gezogen, dabei aber auch Zeit für ruhigere Momente und zwischenmenschliche Gespräche gelassen. Insgesamt eine gute Mischung, es wurde nie langweilig.
Bei den Ermittlungen konnte man ebenso gut miträtseln, es gibt einige Überraschungen und Wendungen.
Seol als Hauptcharakter fand ich authentisch, auch wenn sie mich zwischendurch öfters mit ihrer Neugier aufgeregt hat und ich mich selbst daran erinnern musste, dass sie ja erst 16 ist. Insofern: Darstellung des Alters perfekt gelungen. Auch der Inspektor ist alles andere als perfekt, wirkt dadurch aber sehr menschlich.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, eine tolle, historisch akkurate Zeitreise mit einem spannenden Mordfall!

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Guter Einstieg in eine Geschichte voller Magie

Kingdom of Lies
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In Priscas Königreich ist es verboten, die angeborene Magie zu behalten - ein Verstoß hiergegen führt zur Hinrichtung der gesamten Familie. Als sie versehentlich ihre Magie einsetzt muss sie fliehen und ...

In Priscas Königreich ist es verboten, die angeborene Magie zu behalten - ein Verstoß hiergegen führt zur Hinrichtung der gesamten Familie. Als sie versehentlich ihre Magie einsetzt muss sie fliehen und landet bei Lorians Söldnerbande.
Bereits der Anfang des Buches zeigt: Dies ist keine nette Welt, dafür jedoch eine ziemlich interessante und spannende. Im Laufe der Geschichte lernt man so einige Arten von Magie kennen, darunter klassische Arten wie Wasser beherrschen, aber auch Ungewöhnliches wie Glück. Die Grundidee mit der verbotenen Magie und dem Fae-Konflikt fand ich richtig gut, jedoch hätte ich gerne noch mehr über die Welt erfahren - kommt vielleicht im nächsten Band.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, Prisca und Lorian. Prisca mochte ich als Heldin sehr, ihr wird zwar auch oft geholfen, aber dabei ist sie nicht diese typische "Prinzessin in Not", sie schlägt sich durch und kämpft so gut sie kann. Auch verfügt sie zwar über eine starke Art der Magie, kann diese aber zu Beginn nicht beherrschen und muss erstmal viel trainieren. Fand ich realistisch und gefällt mir besser als wenn sie direkt super stark gewesen wäre.
Lorian ist passend dazu auch kein typischer "Retter", sondern verfolgt seine eigenen Interessen auf teilweise recht kalte Art. Manche Seiten an ihm fand ich auch etwas bedenklich - im Buch lässt man ihm das vielleicht durchgehen, in der Realität wohl kaum. Trotzdem mochte ich besonders zu Beginn die Dynamik zwischen den beiden sehr, die Streitereien hatten eine gute Mischung aus Humor und unterschwelliger Anziehung.

Ebenso gefallen haben mir die Nebencharaktere, hier gab es ganz verschiedene Arten von Menschen, die man ins Herz schließen konnte. Kritisieren würde ich nur die Masse an Namen/Personen, mit denen man recht schnell konfrontiert wird, da musste ich erstmal durchblicken. Generell ist der Einstieg relativ rasant, zieht sich dann später aber streckenweise auch ein bisschen wieder.
Ich bin auf jeden Fall aber gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht!

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Fantastische Abenteuer in einer orientalischen Welt

Der Sternenstaubdieb
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Nachdem Loulie ihre Familie verliert, schlägt sie sich als Händlerin für magische Relikte durch. An ihrer Seite: Qadir, ein Dschinn, die erbarmungslos in der Welt der Menschen verfolgt und getötet werden. ...

Nachdem Loulie ihre Familie verliert, schlägt sie sich als Händlerin für magische Relikte durch. An ihrer Seite: Qadir, ein Dschinn, die erbarmungslos in der Welt der Menschen verfolgt und getötet werden. Dazu kommt noch ein Geschichten erzählender Prinz und eine Dschinn-Jägerin und das Abenteuer kann starten.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre im Buch: Dies fängt schon bei der Gestaltung an, dazu kommen auch noch eine Karte, besondere Seiten und ein Glossar. Dieses wird auch sehr benötigt, denn es werden sehr viele arabische Wörter und Redewendungen benutzt. Einerseits ist dies total passend zur Welt, andererseits war es gerade am Anfang ein klein wenig nervig, ständig Wörter nachzuschlagen.
Dafür gelingt die Beschreibung der Welt auf eindrucksvolle Weise, man fühlt sich schon nach kurzer Zeit in den Orient und die Wüste versetzt: Essen, Einrichtung, Kleidung, Sprache, Traditionen, alles wirkt sehr stimmig.

Die ganze Geschichte erinnert generell sehr an die Märchen aus 1001 Nacht, so bestehen Kernpunkte beispielsweise aus Aladin oder Ali Baba und die vierzig Räuber. Diese Neuinterpretation zollt trotzdem ihren Tribut an die Tradition des Geschichtenerzählens in Form von kleinen Märchen, die die Haupthandlung ergänzen. Dies fand ich schön gestaltet.
Auch lässt sich die Handlung Zeit, man kann es flüssig lesen, aber gleichzeitig auch gut in die Welt eintauchen. Spannende und actionreiche Passagen wechseln sich mit ruhigeren Momenten ab, eine gute Mischung. Die verschiedenen Perspektiven sorgen zusätzlich noch für ein ausgeprägteres Bild.
Kleiner Kritikpunkt an der deutschen Übersetzung: Im Englischen wird für nicht-binäre Personen they/them verwendet, was sich gut in den Satzbau einfügt. Der Versuch dies ins Deutsche zu übertragen wirkte hingegen irgendwie sehr befremdlich.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Gefühle im Konflikt mit Verpflichtungen und Überlebenssorgen

Die Spur der Sehnsucht
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Das Leben auf Borkum im Jahre 1775 ist alles andere als einfach, was auch Sventje jeden Tag aufs Neue erfahren muss: Hochschwanger mit ihrem vierten Kind muss sie ihre Familie ernähren, während ihr Mann ...

Das Leben auf Borkum im Jahre 1775 ist alles andere als einfach, was auch Sventje jeden Tag aufs Neue erfahren muss: Hochschwanger mit ihrem vierten Kind muss sie ihre Familie ernähren, während ihr Mann schon seit Monaten wieder als Walfänger auf See unterwegs ist. Zum Glück steht ihr Gutsherr Valentin zur Seite, jedoch sind ihre Gefühle füreinander im Grunde verboten...

Ohne Kitsch oder übertriebene Dramatik, dafür stattdessen mit authentischen Emotionen und einem Feingefühl für zwischenmenschliche Beziehungen entführt uns die Autorin in das damalige Inselleben. Man merkt auf jeder Seite die Liebe und Arbeit, die in die Geschichte geflossen sind, alles wirkt sehr realistisch, von damaligen Berufen über Haushaltsarbeiten, Klassenunterschieden, medizinischen Behandlungen, Transportationsmöglichkeiten und vielem mehr.
Da die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt wird, ist dies nochmal beeindruckender und rundet alles perfekt ab, man taucht sowohl in das Leben einer "einfachen" Inselbewohnerin als auch in das eines Gutsherren ein - und zwischendurch geht es noch hinaus aufs Walfangschiff. Historisch super recherchiert und ich habe so einiges nebenbei dazulernen können!

Trotzdem wirkt es an keinem Punkt wie eine langweilige Geschichtsstunde, ich konnte im Gegenteil kaum aufhören zu lesen. Kurze Kapitel verführen zu dem "Nur noch ein Kapitel"-Problem und bieten hierbei eine gute Mischung aus spannenden Geschehnissen und ruhigeren Passagen, die sich den Charakteren widmen und die Bindung des Lesers zu diesen verstärken.
Ich habe die Charaktere richtig ins Herz geschlossen - einerseits sind sie alle sehr unterschiedlich, andererseits dabei auch noch sehr authentisch und sympathisch. Bereits jetzt vermisse ich sie und freue mich auf ein Wiedersehen im nächsten Band.

Ebenso hervorheben sollte man noch den Schreibstil: Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, doch zwischendurch habe ich manche Passagen gerne doppelt gelesen, weil die Sätze so schön oder berührend formuliert waren oder manches einfach auch richtig lustig war.
Dazu überrascht die Handlung auch immer wieder mal - während ich vorher dachte, dass es in eine bestimmte Richtung geht, kam es dann doch immer ganz anders. Klare Leseempfehlung von mir, ich bin schon sehr gespannt, wie es bald weitergeht!

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