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Veröffentlicht am 16.02.2023

7 gequälte Kinder und was aus ihnen wurde

Girl A
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Alexandra "Lex" Gracie wird zusammen mit ihren 6 Geschwistern von ihren Eltern gefangen gehalten. Völlig abgemagert, schmutzig und angekettet an ihr Bett denkt die 15-jährige nur an Flucht. Diese gelingt ...

Alexandra "Lex" Gracie wird zusammen mit ihren 6 Geschwistern von ihren Eltern gefangen gehalten. Völlig abgemagert, schmutzig und angekettet an ihr Bett denkt die 15-jährige nur an Flucht. Diese gelingt ihr schließlich und die Kinder werden befreit. Als die Mutter im Gefängnis stirbt und Lex - bekannt als Girl A - das Horrorhaus vermacht und sie als Testamentsvollstreckerin ernennt, kommt Lex, die mittlerweile Anwältin geworden ist, aus Amerika zurück nach England. Sie muss sich nicht nur mit ihren Geschwistern beschäftigen, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit, die sie damals mit der Psychologin Dr. K aufgearbeitet hat.

Das Buch ist bereits unter mehreren Covern erschienen. Das mit dem Familienfoto ist am passendsten, das gelbe am Schönsten. Ich habe die aktuelle Version in Schwarz, die gut gemacht ist, aber nicht so gut wie die vorhergehenden.

Der Schreibstil der Autorin ist gut; Charaktere und Orte werden bildhaft dargestellt.

Mit dem Erzählstil hatte ich allerdings so meine Probleme. Die Kapitel sind nach den Kindern benannt, allerdings springt die Geschichte innerhalb der Kapitel mehrmals in den Zeiten herum, was mich teilweise immer wieder verwirrte. Zu Beginn erleben wir Lex wie sie nach England zurückkommt, dann ihre Flucht und dann ist es in 3 Zeitebenen eingeteilt - ihre Kindheit, nach der Flucht und in der Jetzt-Zeit, allerdings eben ohne einen Anhaltspunkt oder irgendeine Stütze. Hier wären vielleicht Datumsangaben oder Überschriften innerhalb der Kapitel hilfreich gewesen.

Vielfach wird das Buch auch als Thriller ausgewiesen, vom Verlag allerdings als Roman. Und als solches ist dieses Werk auch aufzufassen, denn ein Thriller ist es definitiv nicht, auch wenn der Plot emotional schockierend und verstörend ist und auch einige Überraschungs- und Spannungsmomente aufzubieten hat.

Das Buch ist das Debüt der Autorin und dürfte wohl den Fall der Familie Turpin aus den USA als Vorbild gehabt haben, auch wenn es in anderen Ländern (z.B. Österreich mit der Familie Fritzl) ähnliche Schicksale gab.

Was die Handlung gut aufzeigt ist die verschiedenen Schicksale der ehemaligen Kinder und wie sie als Erwachsener damit umgehen bzw. auch deren Adoptiveltern. So kann man, auch wenn nicht alle Protagonisten sympathisch sind, doch auch mit ihnen mitfühlen. Dies gelang mir sogar bei der Mutter an einigen Stellen. Nur ihr Vater und ihre Tante Peggy blieben das ganze Buch unsympathisch, was aber auch Emotionen beim Leser auslöst.

Dass die Story ausschließlich aus der Sicht von Lex erzählt wird, hat definitiv seine Vorteile, allerdings hätten andere Sichtweisen das Buch sicher besser gemacht, da an manchen Stellen "Girl A" doch sehr nüchtern erzählt.

Insgesamt war das Buch aber doch interessant, auch wenn teilweise ein paar Längen eingebaut waren.

Fazit: Emotional schockierend, aber im Erzählstil ausbaufähig. 4 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 13.02.2023

Primum non nocere

Die Herzchirurgin
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Die erfolgreiche Herzchirurgin Anna Jones soll in wenigen Tagen dem beliebten Politiker Ahmed Shabir, der als nächster Premierminister gehandelt wird, Bypässe legen. Doch als sie nach Hause kommt ist ihr ...

Die erfolgreiche Herzchirurgin Anna Jones soll in wenigen Tagen dem beliebten Politiker Ahmed Shabir, der als nächster Premierminister gehandelt wird, Bypässe legen. Doch als sie nach Hause kommt ist ihr Sohn Zack entführt worden, ihre Babysitterin wurde ermordet und die Entführer überwachen sie. Wenn sie ihren Sohn lebendig wiedersehen will, muss sie den Politiker töten. Jetzt versucht sie im Sinne einer Triage herauszufinden, wen sie retten soll. Doch hat sie überhaupt eine Wahl?

Die OP-Schwester Margot beklaut ihre KollegInnen, da sie große Schulden hat. Doch kurz bevor ihre Entlarvung bevorsteht, macht sie im OP eine Beobachtung, die ihr Leben ändern könnte.

Detective Inspector Rachel Conaty muss einen schrecklichen Todesfall aufklären. In einem Brunnenschacht wird die Leiche einer alten Frau entdeckt. Ihre Identifizierung gestaltet sich schwierig, denn Zähne und Fingerkuppen wurden dem Opfer entfernt. Wer steckt hinter dieser grauenvollen Tat? Und welche Rolle spielt diese so kühl und kontrolliert wirkende Herzchirurgin? Zudem hat sie noch immer mit dem Schicksal ihres Sohnes zu hadern, der vor einigen Jahren verschwunden ist.

Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker, ist passend und auch in der Haptik hervorragend gemacht.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden hervorragend dargestellt.

Die Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite auf maximal hohem Niveau.

Zwar ist die Ärztin nicht die sympathische Person, die man sich vielleicht im Vorfeld vorstellt, aber gerade durch ihre Härte, ihre Rationalität und ihre Fehler (z.B. Trichotillomanie) kommt sie einem dann doch wieder näher. Zudem ist natürlich auch die Situation hochemotional und man versucht (obwohl man es wohl nicht will) die Situation durchzuspielen, wenn man selbst an Annas Stelle wäre. Auch die anderen beiden Frauen sind um nichts sympathischer, aber doch sind alle authentisch.

Sehr gut fand ich auch, dass die Kapitel jeweils in der Ich-Form der 3 Hauptcharaktere, die ich auch oben genannt habe, geschrieben sind.

Auch mit unerwarteten Wendungen wartet das Buch auf und geizt auch nicht damit,

Es handelt sich hier im übrigen um das erste Buch des Autors, das auf deutsch erschienen ist, und ich hoffe natürlich, dass noch viele weitere folgen, wenn sie in der Qualität dieses Buches sind.

Fazit: Spannender Thriller, der mit den Emotionen spielt, obwohl die Hauptcharaktere keinen hohen Sympathiewert haben. 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Medizin für Dummies

Medizin für Normalsterbliche
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Die meisten Menschen ohne Medizinvorkenntnisse blicken beim Thema Medizin kaum mehr durch, da das Thema sehr vielfältig ist und auch voller Fachtermini (meist aus dem Griechischen oder Lateinischen) gespickt ...

Die meisten Menschen ohne Medizinvorkenntnisse blicken beim Thema Medizin kaum mehr durch, da das Thema sehr vielfältig ist und auch voller Fachtermini (meist aus dem Griechischen oder Lateinischen) gespickt sind. Zudem ist natürlich auch der menschliche Körper selbst sehr vielfältig mit all seinen Aufgaben. Wichard Lüdje, ein Arzt, und Jonas Köller, Medizinstudent, haben es sich zur Aufgabe gemacht, dies alles auch für Laien verständlich zu präsentieren. Dafür gibt es ihren Medizin-Podcast "Blutige Anfänger" und jetzt auch dieses Buch.

Das Cover zeigt die 2 Autoren und ist passend zum Buch und gefällt mir gut.

Der Schreibstil ist ausgezeichnet, die beiden schreiben verständlich und informativ. Dabei bleibt auch der Humor nicht zu kurz.

Nach einem Kapitel über Erste-Hilfe-Maßnahmen - das definitiv sehr nützlich ist bzw. sein kann - kommen dann die häufigsten Erkrankungen an die Reihe, eingeteilt nach den Organen. Auffallend ist, dass doch einige häufige Erkrankungen, wie Harnwegsinfekte und alles herum (Blase, Nieren) ausgelassen wurde. Auch die Leber und Galle werden nur kurz gestreift. Allerdings ist dies auf 240 Seiten auch nicht möglich und so könnte ich mir einen 2. Teil sehr gut vorstellen.

Zu Beginn des Buches befinden sich einige wenige Rechtschreibfehler, die dann aber nicht weiter stören.

Neues erfahren habe ich persönlich nicht, aber manches wurde wieder aufgefrischt. Und das hat eben auch damit zu tun, dass ich doch als Krankenpfleger einiges an Medizin lernen durfte bzw. musste.

Ich finde aber, dass das Buch wirklich einen tollen Überblick gibt, informativ ist und in einer Sprache geschrieben ist, dass es auch medizinische Laien gut verstehen können. Die Prise Humor tut natürlich ihr übriges dazu und dass die beiden Autoren einen sehr sympathischen Eindruck machen. Bei 2 Kapiteln bekommen sie dann auch noch Unterstützung von einem Experten.

Einen kleinen Verbesserungsvorschlag habe ich allerdings: Skizzen bzw. Abbildungen von den Organen etc. könnten das Verständnis noch etwas verbessern.

Fazit: Informativ und locker zu lesen. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 06.02.2023

Hart & Hertzlich 2 - Eliza Day

Flüstermoor (Thriller)
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Eine Freundin von Daniela, der Assistentin von Anwältin Annabelle Hart, ist verschwunden. Die Polizei sieht keinen Grund von einer Entführung auszugehen. Daher sucht der Ex-Polizist und Privatdetektiv ...

Eine Freundin von Daniela, der Assistentin von Anwältin Annabelle Hart, ist verschwunden. Die Polizei sieht keinen Grund von einer Entführung auszugehen. Daher sucht der Ex-Polizist und Privatdetektiv Felix Hertzlich nach ihr. Doch kurz darauf verschwindet auch Daniela nach einem Date und nur wenige Tage später wird ihre geschundene und mit Rosen dekorierte Leiche im Haspelmoor gefunden. Felix und Anna gehen von einem Serienmörder aus und beginnen zusammen mit Felix´ autistischer Schwester, die eine exzellente Hackerin ist, zu ermitteln.

Das Cover des Buches erinnert etwas an Skandinavien-Krimis und ist (wie auch schon beim 1. Teil) ausgezeichnet gemacht.

Der Schreibstil der Autorin ist wundervoll; Orte und Charaktere werden bildhaft dargestellt.

Die Spannung ist von Beginn an sehr hoch gesetzt; auch mit den Hauptprotagonisten Anna und Felix ist der Autorin ein großer Wurf gelungen. Dabei darf man natürlich auch Natalie nicht vergessen, die ein Computergenie und eine Hackerin trotz ihres Autismus ist. Sie alle haben mich ja schon in "Düsterhof" überzeugen können und daher freute ich mich auf ein Wiederlesen und hoffe noch auf viele weitere Male.

Diesmal ist der Täter nicht schon so früh erkennbar und der Spannungsbogen ist daher wirklich von der ersten bis zur letzten Seite auf höchstem Niveau.

Die Kapitel wechseln jeweils den Hauptprotagonisten, sodass man auch tief in die Gedankenwelt des Mörders eindringen kann, was das ganze noch interessanter macht.

Das Buch ist als Einzelband definitiv lesbar, obwohl es einige Rückblicke auf den Pferderipper gibt. Ich würde trotzdem empfehlen mit "Düsterhof" zu beginnen.

Mich konnte das Buch auf jeden Fall überzeugen.

Ach ja. Der Titel meiner Rezension (Eliza Day) spielt natürlich auf einen Song an, der auch im Buch eine sehr wichtige Rolle spielt und erst am Ende genannt wird, aber jedem der von Musik etwas Ahnung hat, werden die Hinweise im Buch den Song vorgeben.

Fazit: Spannende Fortsetzung mit interessanten Hauptcharakteren. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 04.02.2023

Lost in an other life

Das gekaufte Leben
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Clemens Freitag, ein Einzelgänger mit Schulden, kauft über das Internet mit dem Geld seiner verstorbenen Eltern das Leben eines anderen. Er zieht in die ostdeutsche Provinz in einen Ort namens Zaun und ...

Clemens Freitag, ein Einzelgänger mit Schulden, kauft über das Internet mit dem Geld seiner verstorbenen Eltern das Leben eines anderen. Er zieht in die ostdeutsche Provinz in einen Ort namens Zaun und übernimmt Haus, Arbeit, Freunde, Hobbys und sogar die Kleidung eines anderen Mannes. Er fühlt sich glücklich dort, bekommt aber immer wieder mysteriöse Nachrichten von einer "Ophelia52", zudem wurde auch vor kurzem ein Ringfinger im Waldsee gefunden.

Das Cover des (Hör-)Buches ist primär in seiner Einfachheit aber in auffälliger Farbgebung gut gemacht, allerdings spielt von den Fischen her ein Wels die größte Rolle und das am Cover ist nie und nimmer ein Wels.

Der Sprecher des Hörbuchs Philipp Oehme ist ausgezeichnet: Er hat eine deutliche Aussprache, ein angenehmes Lesetempo und eine hervorragende Betonung und gibt auch den Charakteren ihre eigene Note.

Das Hörbuch ist in 138 Kapiteln mit jeweils 3 - 4 Minuten aufgeteilt, was mir sehr gut gefiel.

Die Charaktere und Orte werden vom Autor sehr gut beschrieben.

Die Inhaltsangabe des Buches hat mich neugierig gemacht und ich dachte mir, dass das eine interessante Geschichte werden könnte.

Doch leider kam nie wirklich Spannung für mich auf und der Hauptcharakter Clemens Freitag blieb blass und mir unsympathisch, was sicher auch daran lag, dass er fast ausschließlich mit seinem unpersönlichem Nachnamen genannt wird. Zudem war es manchmal wirklich zäh, da die Handlung scheinbar stehen geblieben war und immer nur herumgeredet wurde.

Mit Fortgang wurde die Geschichte - vor allem das Verhalten von Freitag - immer abstruser, was irgendwie kaum mehr in den Plot passte.

Zudem kennt der Autor scheinbar den Unterschied zwischen Revolver und Pistole nicht. Dass die Kleidung von Dammwald dann noch Freitag passte, war dann auch ein wenig Zufall zu viel.

Am Ende gab es dann eine Auflösung, die keinen wirklich überraschen konnte und auch einige Fragen offen lässt.

Wenn also die Frauenzeitschrift "Brigitte" zitiert wird, die über das Buch "Großartiger Psychothriller" schrieb, dann klingt das schon völlig falsch, denn das Buch hat wirklich nichts von einem Psychothriller und wird selbst vom Verlag auch nicht als solcher bezeichnet (Gott sei Dank). Hier kann ich der Redaktion dieser Zeitschrift nur empfehlen einmal einen richtigen Psychothriller mit allem was dazugehört zu lesen.

Fazit: Gute Grundidee, aber durch blassen Hauptcharakter und abstruse Abschweifungen zunichtegemacht. 3 von 5 Sternen

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