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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2026

Zuversicht erleben

Die Kraft des Trotzdem
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Schlechte Nachrichten kommen häufig vor, ob sie nun einen selbst, die Familie oder Freunde betreffen oder die Weltlage, das Klima, die Wirtschaft oder auch etwas anderes. Oft haben einzelne Nachrichten ...

Schlechte Nachrichten kommen häufig vor, ob sie nun einen selbst, die Familie oder Freunde betreffen oder die Weltlage, das Klima, die Wirtschaft oder auch etwas anderes. Oft haben einzelne Nachrichten ein enormes Ausmaß oder es ist die Häufung an sich, die einen verzweifeln lassen möchte. Der Autor hat selbst eine heftige Diagnose erfahren, die ihm einen Leidensweg beschert hat, aber er möchte Hoffnung verbreiten und glaubt fest daran, dass sich Zuversicht üben und lernen lässt. Dabei richtet er den Blick nicht nur auf das individuelle Erleben, sondern nimmt auch gesellschaftliche Dimensionen in den Fokus. Immer wieder gibt es viele positive Entwicklungen, über die berichtet wird, die jedoch gerne übersehen werden oder über die schlechten Nachrichten gleich wieder verschwinden. Studien belegen, dass zuversichtliche Menschen bessere Ausgangslagen bei Schwierigkeiten haben, als Pessimisten. Dieser Lerneffekt lässt sich sehr gut bei Kindern beobachten. Ob diese mit Ermutigungen und guten Erfahrungen aufwachsen oder mit Hilflosigkeit und Entmutigung prägt das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen enorm. Genau hier setzt der Autor mit seinem Buch an. Er berichtet nicht nur über Zuversicht und Vertrauen, sondern gibt auch Experimente und Übungen an die Hand.

Das fest gebundene Buch ist leicht verständlich geschrieben und gut gegliedert. Sinnhafte Pausen und Erfahrungen sind möglich und lassen das Gelesene gut sacken. Die acht Kapitel sind jeweils weiter gut unterteilt, so dass ein Durcharbeiten des Buches problemlos und stressfrei möglich ist und gute Erfahrungen und Aha-Effekte beschert. Voraussetzung ist hier eine Bereitschaft sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich selbst zu hinterfragen. Für die Reflexionen bzw. Experimente bedarf es keines Aufwandes außer dieser Bereitschaft und Zeit.

Für alle, die sich mit Zukunftsängsten plagen, ist dies Buch eine gute Gelegenheit Vertrauen und Zuversicht aufzubauen um optimistischer in die Welt zu blicken. Mir hat der christliche Bezug hierbei besonders gut gefallen. Hier wird keinesfalls eine rosarote Brille vermittelt, der Autor weist ausdrücklich daraufhin, dass es im Leben Licht und auch Schatten gibt. Er weist den Weg diesen mit Zuversicht zu begegnen.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Überfrachtet

Home Before Dark
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Auf diesen isländischen Thriller war ich sehr gespannt. Der vielversprechende Beginn über die zwei Schwestern Marsi (14) und Stina (16) spielt im Jahr 1967. Die jüngere Marsi gibt sich für einen Brieffreund ...

Auf diesen isländischen Thriller war ich sehr gespannt. Der vielversprechende Beginn über die zwei Schwestern Marsi (14) und Stina (16) spielt im Jahr 1967. Die jüngere Marsi gibt sich für einen Brieffreund als ihre ältere Schwester aus, sie hofft von deren Leichtigkeit zu profitieren. Schließlich vereinbart sie ein Treffen mit ihm, das sie jedoch verschläft. Stattdessen verschwindet ihre Schwester zu dieser Zeit an dem Treffpunkt, gefunden wird nur eine blutige Jacke. Den Brieffreund verschweigt sie der Polizei und den Eltern, der Täter wird nie gefunden.

Jährlich zu diesem Jahrestag findet sich die Familie zusammen, obwohl niemand dieses Treffen mag und alle auseinander streben. 1977 erhält Marsi erneut einen Brief vom besagten Brieffreund und versucht die Ereignisse zu klären. Dies wird ihr unentwegt von gefühlt allen erschwert. Niemand ist an der Wahrheit oder der Vergangenheit interessiert. Es kommen immer mehr Fragen auf und verdächtig ist eigentlich jeder.

Der Erzählstil ist gut und die Perspektivwechsel zwischen den Mädchen und den Zeiten gefallen mit gut.
Der Plot ist vielversprechend und es gibt viele gute Rezensionen. Mir war das Ganze jedoch zu überfrachtet. Es war alles dystopisch düster, wirklich jeder war verdächtig und verhielt sich merkwürdig. Die Entwicklungen waren nicht immer logisch und das Ende wirkte auf mich nicht schlüssig und hinterließ viele offene Fragen. Die abschließende Veränderung bei den Eltern konnte ich letztlich nicht glauben und die Auflösung empfand ich unbefriedigend. Schade, von mir gibt es hier 2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Guter Einblick in das Thema

Rheuma ist weiblich
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Die Autorin ist Rheumatologin und geht in diesem Buch über Rheuma speziell auf Frauen ein. Sie erläutert, warum Rheuma bei Frauen oft anders verläuft und was zu beachten ist, insbesondere hinsichtlich ...

Die Autorin ist Rheumatologin und geht in diesem Buch über Rheuma speziell auf Frauen ein. Sie erläutert, warum Rheuma bei Frauen oft anders verläuft und was zu beachten ist, insbesondere hinsichtlich Schmerz und Medikamente. Verschiedene Rheumaformen werden beschrieben und definiert, der Weg zur Diagnose aufgezeigt, mögliche Untersuchungen vorgestellt. Wie findet man einen geeigneten Spezialisten und wie bereitet man sich auf eine Sprechstunde vor.

Dieser theoretische Teil wird von Bausteinen für ein gutes Leben ergänzt: Bewegung, Ernährung und Emotionale Gesundheit. Zu jedem Baustein gibt es einen 4 Wochen Starter Plan mit Anleitungen und Tipps. Diese praktischen Seiten sind farblich von den theoretischen Teilen abgesetzt.

Zum Abschluss gibt es noch das Kapitel Rheuma und Kinderwunsch.

Der Schreibstil und die Aufmachung des Buches sind gut gemacht. Die Autorin schreibt verständlich, leicht nachvollziehbar und die Kapitel sind gut strukturiert. Die Definitionen und viele Teilbereiche haben mir gut gefallen, jedoch habe ich für mich und meine Krankheit nicht viel Neues mitnehmen können. Leider ist die Realität eine andere, Ärzte nehmen sich nicht die Zeit, wie es hier beschrieben ist und viele der vorgestellten Untersuchungen werden nicht ohne weiteres vorgenommen, weil sie schlicht zu teuer sind, egal was ich mir als Patientin wünsche. Die Bausteine hinsichtlich Bewegung, Ernährung und emotionale Gesundheit enthalten Grundlegendes, hier konnte ich leider keine neuen Impulse für mich finden, außer ein "bisher soweit alles richtig gemacht".

Für Alle, die sich das erste Mal mit Rheuma beschäftigen ein guter Überblick mit guten Hinweisen hinsichtlich der Lebensführung.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Über einen Herzenskämpfer

Mama, glaubst du, die brauchen im Himmel noch einen Feuerwehrmann?
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Dieses Buch kann man nicht ohne Taschentücher lesen, es ist sehr bewegend. Es ist der Bericht einer Mutter über ihr Leben mit ihrem palliativ erkrankten Kind. Mijo wurde 9 Jahre alt.

Laura wusste schon ...

Dieses Buch kann man nicht ohne Taschentücher lesen, es ist sehr bewegend. Es ist der Bericht einer Mutter über ihr Leben mit ihrem palliativ erkrankten Kind. Mijo wurde 9 Jahre alt.

Laura wusste schon während der Schwangerschaft, dass sie ein krankes Kind erwartet. Die Familie ist sehr gläubig und stellt sich dem Alltag mit einem behinderten Kind. Nach der Geburt scheint zunächst alles gut zu sein, doch schon bald treten erste Probleme auf. Viele Arztbesuche und Klinikaufenthalte bestimmen ihr Leben fortan, die Diagnose ist unklar. Für die Eltern, die auch für ihre anderen Kinder da sein wollen, eine Zerreißprobe. Dass Mijo nicht alt werden wird, ist bald klar, so sehr man als Leser*in auch auf ein Wunder hofft.

Die Berichte der Mutter sind liebevoll und ehrlich, sie schildern schöne wie schwere Stunden, zeigen den tiefen Glauben, der sie trägt, aber auch die Zweifel, die manchmal kommen.

Es ist ein Fest zu lesen, wie sehr sich die Familie aneinander freuen kann, wenn Mijo schöne Stunden hat. Die Dankbarkeit und die Hoffnung, die hier erlebt wurden, sind spürbar und berühren.

Letztlich muss die Familie von Mijo Abschied nehmen und zum Glück gelingt dies in einem liebevollen Kinderhospiz. "Obwohl ich sehe, wie schlecht es Mijo geht, kann ich nicht begreifen, dass er wirklich sterben wird. Mein Herz bleibt einen Schritt hinter der Realität zurück."

Der geschilderte Abschied und die Zeit danach, die Reden und Briefe über bzw. an Mijo sind berührend. "Mijo hat mir gezeigt, auf was es im Leben ankommt: zu lachen, wenn alle verzweifelt sind. Freude zu verteilen, wenn alle weinen. Auszuhalten, ohne zu verzweifeln. Er lehrte mich, dass das Leben kostbar ist und es keine zweite Chance gibt."

Diese Eltern wurden nach dem Zweifel von ihrem Glauben getragen, konnten das Schicksal annehmen, sich über kleine Momente freuen und Trost in der Hoffnung finden, dass Mijo im Himmel mit Gott Einrad fährt und sie ihn dort wiedersehen werden. Mich hat das Buch sehr berührt und bewegt, es lenkt den Blick auf die wesentlichen Dinge im Leben, die oft im Kleinen liegen.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Ehrlich geflunkert

Tante Polly
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Mikros Tante Polonia, genannt Polly, ist der schräge Paradiesvogel der Familie. Wegen ihrer Besonderheiten und Flunkereien stehen ihr die Erwachsenen nicht ganz wohl gesonnen gegenüber. Sie zeigt sich ...

Mikros Tante Polonia, genannt Polly, ist der schräge Paradiesvogel der Familie. Wegen ihrer Besonderheiten und Flunkereien stehen ihr die Erwachsenen nicht ganz wohl gesonnen gegenüber. Sie zeigt sich davon unbeeindruckt, sie mag ihren Enkel Mirko und macht ihm ein besonderes Geschenk zum 10 Geburtstag. Ein altes Buch, über dass sie Wunderliches zu erzählen weiß, er soll es als Tagebuch nutzen. Mirko mag seine Tante und würde die Einladung für die Ferien gerne annehmen. Er hat Spaß an ihren Geschichten und weiß sie durch kluge Fragen zu hinterfragen, was wiederum Polly sehr gefällt.

Mirko nutzt das alte Buch auf kreative Weise von zwei Seiten, von vorne sammelt er seltsame Meldungen, oder eigene Geschichten und von hinten gestaltet er Bildergeschichten. Außerdem gibt es noch die Rubriken "merkwürdige Wörter" und "G.d.T.", Gedanken des Tages. Tolle Sachen die zum Nachmachen animieren.

Die Eltern erlauben Mirko tatsächlich für zwei Wochen Polly zu besuchen. Da sie weder Telefon noch Internet hat, steht er unangemeldet vor der Tür, doch die Freude ist riesig. Sie lebt zurückgezogen und abgelegen in einem großen Haus mit großem Garten, Hunden und Tauben.

Mirko genießt die Zeit mit Polly. Er findet eine neue Freundin in Monika aus der Nachbarschaft. Die drei klären, warum immer wieder jemand versucht im Haus von Polly herumzuschnüffeln.

Die Geschichte punktet mit der fantasievollen leicht schrägen Art. Sowohl Mirko, als auch Polly sind besondere, aber liebenswerte Figuren. Obwohl sie gerne Geschichten erfinden, stehen sie doch mit beiden Beinen im Leben. Sie lassen sich von dem Kopfschütteln der Anderen nicht beeindrucken und haben ihren Spaß. Es gelingt ihnen immer durch Fragen den Wahrheitsgehalt der Geschichten zu ergründen. Das Abenteuer mit dem fremden Eindringling können sie ohne Hilfe klären.

Das feste Cover und die Rückseite sind liebevoll und passend zur Geschichte gestaltet, viele Elemente finden sich hier wieder. Im Innenteil finden sich einige sehr gut gestaltete schwarz-weiß Illustrationen, davon hätten wir gerne mehr gehabt. Die kurzen Kapitel eigenen sich für Pausen beim Vorlesen oder selber lesen.

Eine sehr lustige fantasievolle Geschichte zum Vorlesen oder Selberlesen, die sich gut für eine Fortsetzung eignet, bei der wir gerne wieder mit dabei wären.

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