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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Zwischen Eis, Blut und Gewissen – eine Tierfantasy, die unbequem ehrlich ist

Indigo Animals
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Mit Indigo Animals – Das Netz des Schicksals von Aurin von Aderhold beginnt eine ungewöhnliche und mutige Buchreihe, die sich deutlich von typischen Tierfantasy-Geschichten abhebt. Die Handlung wechselt ...

Mit Indigo Animals – Das Netz des Schicksals von Aurin von Aderhold beginnt eine ungewöhnliche und mutige Buchreihe, die sich deutlich von typischen Tierfantasy-Geschichten abhebt. Die Handlung wechselt zwischen zwei Welten: dem Leben eines Eisbärenvolkes am Polarkreis und den Ereignissen rund um einen Biobauernhof. Dieser Perspektivwechsel macht den Reiz des Buches aus und lässt Leserinnen und Leser Natur, Tiere und Menschen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.



Was dieses Buch besonders macht, ist seine schonungslose Ehrlichkeit. Es romantisiert die Welt der Tiere nicht. Stattdessen zeigt es sehr deutlich, wie brutal das Leben sein kann – vor allem, wenn Menschen Tiere ausnutzen oder töten. Dabei geht es nicht nur um die Realität von Schlachtung und Tierhaltung, sondern auch um Menschen, die Tiere aus Vergnügen jagen. Diese Szenen sind teilweise hart und nichts für sehr junge oder empfindliche Leser. Gerade dadurch entfaltet das Buch aber eine starke Wirkung: Es zwingt einen dazu, über den eigenen Umgang mit Tieren und über unseren Konsum nachzudenken.



Trotz dieser ernsten Themen gelingt dem Autor eine faszinierende Mischung aus Fantasie, Naturbeobachtung und gesellschaftlicher Kritik. Die Tiere wirken lebendig und glaubwürdig, und die Geschichte bleibt spannend, ohne ihre Botschaft zu verlieren. Immer wieder stellt man sich beim Lesen Fragen über Verantwortung, Ethik und darüber, wie selbstverständlich viele Menschen Tierleid akzeptieren.



Auch die Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Das Cover ist wunderschön und atmosphärisch und passt perfekt zur mystischen und zugleich naturverbundenen Stimmung der Geschichte.



Ich habe den Roman in einem Rutsch gelesen, weil mich die Idee und die Perspektiven sofort gefesselt haben. Wer Tiergeschichten mit Tiefgang mag und sich auch mit unbequemen Themen auseinandersetzen kann, wird an diesem Buch viel Freude haben. Wer allerdings sehr zartbesaitet ist, sollte wissen, dass manche Passagen wirklich unter die Haut gehen.



Für mich ist Indigo Animals – Das Netz des Schicksals ein beeindruckender Auftakt einer Reihe, die nicht nur unterhält, sondern auch zum Diskutieren und Nachdenken anregt. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Alltagsgeschichten aus der DDR – humorvoll, persönlich und lehrreich

Broiler, Wimpel, Westpaket
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Dies war für mich ein wirklich besonderes Buch. Ich selbst bin zu jung, um die DDR noch miterlebt zu haben. Mein Wissen darüber stammt hauptsächlich aus dem Geschichtsunterricht, und auch aus meiner Familie ...

Dies war für mich ein wirklich besonderes Buch. Ich selbst bin zu jung, um die DDR noch miterlebt zu haben. Mein Wissen darüber stammt hauptsächlich aus dem Geschichtsunterricht, und auch aus meiner Familie habe ich dazu nur wenige persönliche Geschichten gehört. Gerade deshalb fand ich dieses Buch sehr spannend und bereichernd.



Der Autor erzählt in 55 kurzen Geschichten aus seinem Leben und aus dem Alltag in der DDR. Dabei geht es nicht nur um große politische Themen, sondern vor allem um viele kleine Alltagsmomente, die zeigen, wie Menschen damals gelebt haben. Genau das macht das Buch so interessant: Man bekommt ein Gefühl dafür, wie der Alltag wirklich war.



Besonders gefallen haben mir die vielen typischen Details, die heute fast schon vergessen sind. Zum Beispiel die dreieckigen Päckchen der Schulmilch, die vielen vielleicht noch bekannt vorkommen. Solche kleinen Erinnerungen machen Geschichte greifbar und lebendig.



Auch Begriffe oder Dinge, die man heute kaum noch kennt, tauchen im Buch auf. Ich habe dabei sogar Neues gelernt – zum Beispiel wusste ich vorher gar nicht genau, was ein Erbsengewehr ist. Durch die persönlichen Erlebnisse des Autors werden solche Dinge ganz natürlich erklärt.



Die Geschichten sind unterhaltsam, persönlich und gleichzeitig informativ. Beim Lesen hat man das Gefühl, ein Stück in eine andere Zeit einzutauchen. Gleichzeitig merkt man, wie wichtig es ist, dass solche Erinnerungen festgehalten werden, damit dieses Wissen und diese Erfahrungen nicht verloren gehen.



Für mich ist das Buch eine tolle Sammlung von Geschichten, die Geschichte auf eine sehr menschliche und alltagsnahe Weise erzählt. Besonders für Leserinnen und Leser, die – so wie ich – die DDR selbst nicht erlebt haben, ist es eine spannende Möglichkeit, einen Einblick in diese Zeit zu bekommen.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Mein unverzichtbarer Begleiter durch Schwangerschaft und Babyzeit

Wurzelstark und flügelleicht
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Ich muss sagen, „Wurzelstark und flügelleicht“ von Susanne Mierau und Nadine Roßa ist für mich bisher der beste Ratgeber, den ich in der Elternschaft gelesen habe – und das sage ich nicht leichtfertig. ...

Ich muss sagen, „Wurzelstark und flügelleicht“ von Susanne Mierau und Nadine Roßa ist für mich bisher der beste Ratgeber, den ich in der Elternschaft gelesen habe – und das sage ich nicht leichtfertig. Rückblickend wünschte ich, ich hätte dieses Buch bereits während meiner Schwangerschaft mit meinem ersten Kind und in der gesamten Babyzeit gehabt. Es ist wie ein sanfter Kompass, der durch die Unsicherheiten, Sorgen und Ängste führt, die man als werdende und frischgebackene Mutter automatisch hat.



Was mir besonders gefällt, ist, dass das Buch nicht belehrend wirkt, sondern ermutigt, auf sich selbst und das eigene Gefühl zu vertrauen. Es nimmt die Sorgen ernst, ohne sie größer zu machen, und zeigt gleichzeitig, wie man auf die Signale des Babys eingeht, ohne sich selbst zu verlieren. Anders als viele andere Ratgeber sticht es aus der Masse heraus: Es bietet fundierte Informationen, praktische Tipps und gleichzeitig Raum, die eigene Intuition zu entdecken.



Von den Themen über Bindung, Feinfühligkeit, Babypflege, Schlaf, Mahlzeiten, Bewegung, Spiel bis hin zu Sprachentwicklung und den Umgang mit Gemeinschaftssettings ist alles praxisnah und verständlich erklärt. Besonders hilfreich fand ich die vielen Schaubilder, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und QR-Codes, die das Umsetzen erleichtern. Das Buch bestärkt einen darin, dass man vieles intuitiv schon richtig macht, und dass kleine Unsicherheiten völlig normal sind.



Für mich war es ein Buch, das Mut macht, Vertrauen gibt und Sicherheit vermittelt. Es zeigt, dass es okay ist, Fehler zu machen, menschlich zu sein und auf die eigene Familie und das Kind zu hören, ohne sich von Außenmeinungen verunsichern zu lassen. Ich habe mich beim Lesen immer wieder bestätigt gefühlt, dass Gefühle, Nähe und Aufmerksamkeit die wichtigsten Werkzeuge für die Bindung sind.



Kurz gesagt: Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist informativ, empathisch, praxisnah und gleichzeitig beruhigend. Wer als Elternteil Orientierung sucht, aber auch lernen möchte, auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen, findet hier einen echten Begleiter – der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Mut macht, liebevoll, sicher und selbstbewusst durchs erste Babyjahr zu gehen. Für mich ist es ein Buch, das man nicht nur liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt, weil es so viel Sicherheit, Bestärkung und praktische Anregungen gibt – ein unverzichtbares Werk für jede junge Familie.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Zwischen Sternen, Geheimnissen und einer überraschenden Wahrheit

Der Anfang
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Der erste Band von Erben des Imperiums – Der Anfang bietet einen spannenden Einstieg in eine ungewöhnliche Science-Fiction-Geschichte, die besonders durch ihre besondere Erzählweise auffällt. Das Buch ...

Der erste Band von Erben des Imperiums – Der Anfang bietet einen spannenden Einstieg in eine ungewöhnliche Science-Fiction-Geschichte, die besonders durch ihre besondere Erzählweise auffällt. Das Buch kombiniert klassischen Romantext mit Elementen einer Graphic Novel. Diese Mischung funktioniert erstaunlich gut: Die Illustrationen lockern die Handlung auf, unterstützen die Atmosphäre und helfen dabei, sich die fremde Welt und ihre Figuren besser vorzustellen.



Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Alice und Elias, zwei Geschwister, deren Leben plötzlich komplett auf den Kopf gestellt wird. Nach und nach geraten sie in ein Abenteuer, das viel größer ist, als sie zunächst ahnen. Geheimnisse aus ihrer Familie, rätselhafte Ereignisse und Begegnungen mit außergewöhnlichen Wesen sorgen dafür, dass die Spannung von Anfang an hoch bleibt.



Besonders gelungen ist, wie sich die Geschichte Schritt für Schritt entfaltet. Immer wieder tauchen neue Fragen auf, die die Leserinnen und Leser neugierig machen, ohne sofort alle Antworten zu liefern. Dadurch bleibt die Handlung durchgehend spannend. Gleichzeitig schafft es das Buch, trotz vieler fremdartiger Begriffe, Orte und Figuren verständlich zu bleiben. Man kann der Geschichte gut folgen und fühlt sich schnell mitten im Geschehen.



Auch die Figuren wirken sympathisch und lebendig. Alice und Elias sind leicht nachzuvollziehen, weil sie mit der ungewöhnlichen Situation genauso überfordert sind wie man es selbst vermutlich wäre. Gerade diese Mischung aus Staunen, Angst und Mut macht ihre Reise interessant.



Ein weiteres Highlight sind die Illustrationen. Sie fangen die Atmosphäre der Geschichte sehr gut ein und geben den verschiedenen Wesen und Schauplätzen ein besonderes Aussehen. Dadurch entsteht eine lebendige Welt, die man sich beim Lesen gut vorstellen kann.



Der erste Band endet außerdem mit einem spannenden Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Insgesamt ist Erben des Imperiums – Der Anfang ein gelungener Auftakt zu einer Science-Fiction-Reihe voller Abenteuer, Geheimnisse und ungewöhnlicher Ideen. Wer Geschichten über fremde Welten, spannende Entdeckungen und mutige junge Figuren mag, wird hier viel Spaß beim Lesen haben.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Aluhut am Hindukusch – Eine irrwitzige Flucht zwischen Satire, Klischee und überraschender Nachdenklichkeit!

Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan
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„Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan“ von Mauris Blandit ist kein gewöhnlicher Roman – eher ein kurioses, teilweise völlig absurdes Road-Movie in Buchform, das mit Situationskomik, ...

„Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan“ von Mauris Blandit ist kein gewöhnlicher Roman – eher ein kurioses, teilweise völlig absurdes Road-Movie in Buchform, das mit Situationskomik, überzeichneten Klischees und satirischen Seitenhieben nur so um sich wirft.



Im Mittelpunkt steht Kanu – der eigentlich Keanu heißt –, ein Neonazi mit Aluhut und einer sehr eigenen Weltsicht. Ausgerechnet er beschließt, Deutschland zu verlassen und in Richtung Hindukusch aufzubrechen, um diesen – zumindest in seiner Vorstellung – zu verteidigen. Schon diese Ausgangsidee zeigt, wohin die Reise geht: in eine Welt voller ironischer Übertreibungen und absurder Situationen.



Der Roman lebt stark von seinen Figuren. Besonders Sonja und Eva sind mir beim Lesen schnell sympathisch geworden. Sie bringen eine gewisse Bodenständigkeit und Menschlichkeit in das ansonsten ziemlich schräge Geschehen. Kanu selbst ist natürlich bewusst überzeichnet – eine Figur, die man nicht unbedingt ernst nehmen soll, sondern die als satirischer Spiegel funktioniert.



Was das Buch besonders macht, ist seine Mischung aus Humor und unterschwelliger Gesellschaftskritik. Viele Szenen sind einfach nur herrlich absurd und bringen einen wirklich zum Lachen. Gleichzeitig merkt man, dass hinter der Komik auch eine gewisse Einladung zum Nachdenken steckt. Manche Klischees werden bewusst überspitzt dargestellt, sodass man automatisch beginnt, gewisse Denkmuster oder politische Parolen zu hinterfragen.



Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das Kapitel mit „Mutter Teresa nach Lesbos“, das auf eine ganz eigene Weise grotesk, kreativ und gleichzeitig überraschend pointiert ist. Solche Momente zeigen, dass der Autor keine Angst davor hat, Grenzen des Absurden auszutesten.



Insgesamt ist Goodbye Germania ein sehr temporeicher Reiseroman mit viel satirischem Biss. Nicht jede Pointe zündet gleich stark, und manches wirkt bewusst überdreht – aber genau das gehört zum Stil dieses Buches. Wer Satire mag, ein Faible für schräge Figuren hat und bereit ist, sich auf ungewöhnlichen Humor einzulassen, wird hier definitiv unterhalten.



Ein ungewöhnlicher, witziger Roman, der gleichzeitig zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregt.

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