Platzhalter für Profilbild

Shinara90

Lesejury Star
offline

Shinara90 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Shinara90 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Wenn Mauern durch leise Worte bröckeln

Purple Clouds - Bittersweet
0

Manchmal begegnet man einer Geschichte, die sich anfühlt wie der erste tiefe Atemzug nach einem langen Sprint. Mit „Purple Clouds – Bittersweet“ hat Mounia Jayawanth einen Abschluss geschaffen, der für ...

Manchmal begegnet man einer Geschichte, die sich anfühlt wie der erste tiefe Atemzug nach einem langen Sprint. Mit „Purple Clouds – Bittersweet“ hat Mounia Jayawanth einen Abschluss geschaffen, der für mich persönlich alles Bisherige der Reihe überstrahlt.

Die Geschichte: Zwischen Reibung und Resonanz
Im Zentrum stehen Linh und Xander, deren Start alles andere als harmonisch verläuft. Er, der verschlossene Illustrator, und sie, die Frau, die seine Arbeit zuvor öffentlich kritisiert hat – die Funken sprühen hier nicht vor Romantik, sondern vor erstklassigem Banter und echter Abneigung. Doch hinter dem Vorhang des New Yorker Magazins entfaltet sich eine Dynamik, die weit über das klassische „Haters-to-Lovers“-Schema hinausgeht. Besonders die thematische Auseinandersetzung mit toxischer Männlichkeit, verpackt in eine anonyme Kolumne, gibt dem Plot eine Relevanz, die man im Genre selten so feinfühlig findet. Es geht um das Aufbrechen von Fassaden und das Zulassen von Verletzlichkeit, ohne dabei belehrend zu wirken.

Der Schreibstil: Ein Sog aus Emotionen
Jayawanths Stil ist wie eine nächtliche Großstadt: mal laut und vibrierend, dann wieder intim und voller leiser Gedankenströme. Sie schreibt modern, flüssig und entwaffnend ehrlich. Die Art, wie sie Linhs Offenheit gegen Xanders schweigende Tiefe setzt, macht die Charaktere greifbar – sie sind keine perfekten Helden, sondern Menschen mit Narben und Fehlern.

Für mich ist dieser Band das Herzstück der Trilogie. Ein Buch, das zeigt, dass Liebe oft weniger mit lautem Knall, sondern mit dem mutigen Eingeständnis eigener Schwächen beginnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Liebe, Lügen und ländliche Idylle: Ein Volltreffer in North Yorkshire

Knightsbridge United
0

Nachdem der Auftakt der Knightsbridge-Reihe bereits Lust auf mehr machte, hat mich Marina Neumeier mit "Sidelined" nun endgültig an den Verein gebunden. Im Fokus steht Rosie, die als Boulevard-Reporterin ...

Nachdem der Auftakt der Knightsbridge-Reihe bereits Lust auf mehr machte, hat mich Marina Neumeier mit "Sidelined" nun endgültig an den Verein gebunden. Im Fokus steht Rosie, die als Boulevard-Reporterin feststeckt und verzweifelt nach Seriosität sucht. Ihre Chance wittert sie in einem exklusiven Interview mit der legendären Lady Richmond. Doch der Weg zum Scoop führt über ein abgelegenes Anwesen und direkt in das Visier von Trenton de Montfort – Star-Kicker mit Knieverletzung, mieser Laune und einer tiefsitzenden Abneigung gegen die Presse.

Der Schreibstil: Ein Sog aus Leichtigkeit und Tiefe Marina Neumeiers Art zu erzählen ist wie ein perfekter Doppelpass: flüssig, pointiert und emotional treffsicher. Besonders die Dialoge haben es mir angetan. Wenn Rosie und Trenton aufeinandertreffen, sprühen die Funken so heftig, dass man das Knistern förmlich hören kann. Die Autorin schafft es meisterhaft, den humorvollen Schlagabtausch mit den verletzlichen, leisen Tönen der Charaktere zu verweben. Die wechselnden Perspektiven erlauben einen tiefen Blick in Trentons Frust und Rosies moralische Zwickmühlen, ohne den Lesefluss zu bremsen.

Die Geschichte: Mehr als nur "Grumpy meets Sunshine" Die Handlung überzeugt durch eine wunderbare Balance. Während das Setting in North Yorkshire fast schon heimelige Wohlfühl-Vibes versprüht (inklusive charmanter Hausschweine!), bleibt die Spannung durch Rosies berufliches Dilemma hoch. Die Chemie zwischen den Protagonisten entwickelt sich organisch und ohne künstlich aufgebauschte Missverständnisse. Besonders Lady Richmond als heimliche Heldin verleiht dem Ganzen eine herzerwärmende Tiefe.

Für mich ist dieser Band ein absolutes Highlight, das zeigt, dass Sport-Romanzen auch ohne Spielfeld-Action (da Trent ja "sidelined" ist) durch starke Charakterentwicklung und atmosphärische Dichte glänzen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Schattenflügel und dunkle Schwüre: Ein Tanz auf der Klinge

On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1)
0

Wenn man die Tore der Bloodwing Academy durchschreitet, sollte man besser keine empfindsame Seele im Gepäck haben. Briar Boleyn wirft uns in eine Welt, in der Vampire die Strippen ziehen und Menschen – ...

Wenn man die Tore der Bloodwing Academy durchschreitet, sollte man besser keine empfindsame Seele im Gepäck haben. Briar Boleyn wirft uns in eine Welt, in der Vampire die Strippen ziehen und Menschen – charmant „Seuchengeborene“ genannt – lediglich als Spielball oder Snack dienen. Mittendrin: Medra Pendragon, die nicht nur mit ihrer neuen Realität, sondern auch mit ihrem Erbe als letzte Drachenreiterin kämpft.

Der Schreibstil: Unkompliziert mit Sogwirkung Boleyn schreibt angenehm flüssig und direkt. Man stolpert nicht über verschachtelte Sätze, sondern gleitet förmlich durch die Seiten. Besonders der Einstieg ist meisterhaft – man ist sofort orientierungslos zusammen mit Medra, was eine packende Atmosphäre schafft. Einzig die Dialoge wirken manchmal etwas überladen mit Ausrufezeichen, was Gespräche oft aggressiver klingen lässt, als sie vielleicht gemeint waren. Dennoch: Die Spannung bleibt, besonders im fulminanten letzten Drittel, konstant hoch.

Die Geschichte: Zwischen Machtrausch und Herzklopfen Das Worldbuilding ist ein faszinierender Mix aus Dark Academia und harten Hierarchien. Die Idee der Häuser und der politischen Intrigen ist stark, auch wenn die Autorin viele Konzepte (wie das Unterrichtssystem) nur oberflächlich streift. Hier wäre mehr Tiefe schön gewesen, um die Welt noch greifbarer zu machen.

Die Dynamik zwischen Medra und dem „morally grey“ Vampir Blake ist klassisches Enemies-to-Lovers. Es knistert gewaltig, auch wenn Blakes arrogante Art (und sein Hang zum Bullying) hart an der Grenze zur Toxizität kratzt. Medra selbst ist eine streitbare Protagonistin: mutig und unbeugsam, aber manchmal auch anstrengend impulsiv.

Fazit Ein mitreißender Auftakt, der trotz kleiner Schwächen in der Charaktertiefe einen enormen Suchtfaktor besitzt. Wer auf düstere Magie, Drachen und einen wirklich fiesen Cliffhanger steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein solider Start mit ordentlich Luft nach oben für die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Zwischen Genialität und Abgrund – Detektivarbeit an der St. Moriarty

A Lesson in Murder
0

Wer Sherlock Holmes liebt, wird sich in diesem Setting sofort zu Hause fühlen – und doch ist vieles wunderbar eigenwillig. Die Geschichte führt uns an eine Eliteakademie, an der ein Verbrechen die glatte ...

Wer Sherlock Holmes liebt, wird sich in diesem Setting sofort zu Hause fühlen – und doch ist vieles wunderbar eigenwillig. Die Geschichte führt uns an eine Eliteakademie, an der ein Verbrechen die glatte Fassade sprengt. Im Fokus steht Astoria, eine Protagonistin, die man anfangs vielleicht für ihre kühle Art und ihren Ehrgeiz belächeln möchte, die einen aber durch ihre messerscharfe Logik und eine überraschende emotionale Reifung schnell für sich gewinnt.

Besonders das Zusammenspiel mit Isaac und Theodore sorgt für eine Dynamik, die weit über bloße Ermittlungsarbeit hinausgeht. Während Isaac mit seiner arroganten Maske ein faszinierendes Verwirrspiel treibt, bringt Theodore eine analytische Ruhe ein, die fast schon greifbar ist. Die Reibungspunkte zwischen diesen drei Charakteren sind das Herzstück des Romans.

Zum Schreibstil: Celine Leonora nutzt eine sehr fokussierte Sprache. Statt sich in blumigen Beschreibungen der Umgebung zu verlieren, seziert sie lieber die Gedankenwelt ihrer Figuren. Das wirkt stellenweise fast sachlich, was aber perfekt zu diesem intellektuellen Krimi-Vibe passt. Die Spannung wird hier eher durch psychologische Feinheiten und das ständige Hinterfragen von Motiven aufgebaut als durch wilde Verfolgungsjagden.

Wer einen rasanten Action-Thriller erwartet, wird vielleicht etwas Geduld brauchen, denn das Buch nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Beziehungen und die inneren Kämpfe. Das Finale hingegen schlägt mit einer Unvorhersehbarkeit ein, die mich sprachlos zurückgelassen hat. Ein wirklich kluger Einzelband für alle, die gerne miträtseln und Charaktertiefe über Effekthascherei stellen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Schatten, Schuppen und soziale Gräben

Royal Houses – Haus der Drachen
0

Mit "Royal Houses – Haus der Drachen" entwirft K.A. Linde ein Szenario, das klassische Fantasy-Elemente mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik würzt. Im Zentrum steht Kerrigan, eine junge Frau, ...

Mit "Royal Houses – Haus der Drachen" entwirft K.A. Linde ein Szenario, das klassische Fantasy-Elemente mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik würzt. Im Zentrum steht Kerrigan, eine junge Frau, die aufgrund ihrer gemischten Herkunft – halb Mensch, halb Fae – am Rande einer Elite-Gesellschaft steht, die sie zwar ausbildet, aber niemals vollends akzeptieren will.

Der Schreibstil ist dabei bemerkenswert atmosphärisch. Linde versteht es, die Kontraste zwischen der glitzernden Welt des Adels und den rauen, dreckigen Ecken der „Wastes“ lebendig einzufangen. Die Sprache ist modern und flüssig, was einen schnellen Lesefluss ermöglicht, auch wenn die Autorin das Publikum zu Beginn mit einer massiven Flut an Informationen über Häuser, Hierarchien und Magieregeln konfrontiert. Man wird förmlich ins kalte Wasser der Welt „Alandria“ geworfen, was einerseits spannend ist, andererseits aber eine gewisse Geduld erfordert, bis sich die Puzzleteile zusammenfügen.

Die Geschichte selbst lebt von der Reibung zwischen den Charakteren. Das Drachenturnier dient als glühende Kulisse, doch die wahre Spannung entsteht durch die Dynamik zwischen Kerrigan und dem düsteren Prinzen Fordham. Während Kerrigan als kämpferische Identifikationsfigur überzeugt, bleibt Fordham lange ein Mysterium mit Ecken und Kanten. Ein kleiner Wermutstropfen: Wer auf epische Drachenschlachten am laufenden Band hofft, könnte enttäuscht werden, da die geflügelten Wesen eher als begehrte Statussymbole im Hintergrund fungieren. Dennoch überzeugt der Auftakt durch seine emotionale Tiefe und die drängende Frage nach Selbstbestimmung in einem System aus Unterdrückung. Ein vielversprechender Start, der Lust auf mehr Antworten macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere