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Veröffentlicht am 18.03.2020

Was sagst du für diesen Cocktail?

Rebel Soul
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Der Klappentext:
Rush ist reich, kalt und abweisend. Als er merkt, dass die junge Frau hinter der Theke seiner Bar in den Hamptons keine Ahnung von Cocktails, Wein oder Whiskey hat, will er sie feuern. ...

Der Klappentext:
Rush ist reich, kalt und abweisend. Als er merkt, dass die junge Frau hinter der Theke seiner Bar in den Hamptons keine Ahnung von Cocktails, Wein oder Whiskey hat, will er sie feuern. Doch Gia rührt etwas in seinem Inneren. Sie ist die Einzige, die hinter Rushs Fassade schaut und den verletzlichen Mann sieht. Schnell entwickeln sich Gefühle zwischen den beiden. Doch eine falsche Entscheidung in Gias Vergangenheit holt sie ein und droht ihr Glück mit Rush zu zerstören …

Der Schreibstil:
Vi Keeland und Penelope Ward, und ich nenne hier bewusst beide zusammen, da ich die Übergänge nicht feststellen konnte, schreiben wunderbar locker flockig. Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen und die Seiten flogen nur so dahin. Es hat einfach gezogen und mir an keiner Stelle das Gefühl gegeben, dass es okay wäre, es mal ein paar Wochen wegzulegen. Einfach spannend und gut lesbar. Dazu kam der typische Stil von Vi Keeland, der vielleicht auch der von Penelope Ward ist? Es ist einfach sehr direkt, humorvoll und sexy geschrieben. Am Ende dann noch gefühlvoll und emotional. Die Autorinnen drucksen nicht herum und lassen keine sexuellen Anspielungen aus. Wobei letzteres manchmal schon etwas zuu übertrieben ist. Das muss man dann einfach mögen, nahm mir aber ein wenig den Eindruck der Authentizität.

„Wenn man schlussendlich akzeptiert hat, dass man die Richtige oder den Richtigen gefunden hat, dann hat man einfach Angst, denjenigen zu verlieren und nie wieder so eine Liebe zu erleben.“

REBEL SOUL – S. 280
Meine Meinung:
Der Anfang des Buches war herrlich erfrischend. Ich habe zwei Protagonisten kennengelernt, die direkt und offen sind und sich nicht scheuen, ihre Anliegen vorzubringen. Ein „Er ist eigentlich ein A***loch“ zählt nicht. Stattdessen wird einfach Nägel mit Köpfen gemacht und Hauptprotagonistin Gia lässt sich davon nicht beeindrucken. Leider kommt dann aber schon bald ein Sprung, der mir etwas zu plötzlich war: Aus Fremden werden zwei vertraute Personen, zwischen denen definitiv eine sexuelle Spannung herrscht und die damit nicht hinterm Berg halten wie man so schön sagt. Ich fand es ein wenig verwirrend, dass sie gleich sooo vertraut miteinander waren. Wie oben schon erwähnt schreiben die Autorinnen sehr direkt und mit vielen sexuellen Anspielungen. Wie authentisch ist es, dass sich dies schon nach praktisch dem zweiten Treffen auf dieser Ebene abspielt? Nun gut. Danach ging es erstmal gut weiter. Die Handlung ist zwar etwas spärlich, da die Schauplätze sehr begrenzt sind und die Protagonisten nur von ihrer Beziehung sprechen, aber es zieht trotzdem. Die Funken sprühen und die Situationen sind teilweise so abgehoben, dass man sie einfach nur schmunzelnd hinnimmt und sie zum Charakter der Protagonisten zählt. Da sind dann auch ein paar Dialoge dabei, die ich nicht richtig einzuordnen wusste. Entweder waren sie in ihrer Wortwahl einfach etwas unglücklich gewählt oder die Protagonisten haben sich einfach etwas gegensätzlich zu dem Verhalten, was sie gesagt haben. Generell schwankten mir die Persönlichkeiten der Protas ein wenig zu sehr. So ganz übergeordnet kann ich ihren Charakter beschreiben und der hat sich meist auch durchgesetzt. Aber gerade im Mittelteil blieben sie sich nicht so ganz treu. Warum zum Teufel ist zum Beispiel der direkte, badboymäßige, beziehungsscheue Rush plötzlich so ängstlich, dass er geradezu und wortwörtlich vor Gia davonrennt? Da fehlte einfach ein wenig Kontinuität. Gleichzeitig spürte man aber auch langsam, dass sich da etwas anbahnt. So manches Mal schweiften die Gespräche schon in tiefere Ebenen und sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart der beiden wurde zwischen ihnen zum Gespräch.
In solchen Momenten fand ich es echt super gemacht. Es ist manchmal einfach schön, wenn die Geschichte so dahinfließt, dass man sich nur zurückzulehnen und es zu genießen braucht. Natürlich kamen dann auch die Wendepunkte der Geschichte. Die Auf und Ab’s, die zugegebenermaßen nicht ganz unvorhersehbar waren. So manches wurde einfach so direkt angedeutet, dass man es sich ziemlich schnell zusammenreimen konnte. Es hielt sich aber dennoch irgendwie im Rahmen. Tatsächlich ließ das Buch gerade im letzten Drittel viele typische Klischees liegen und bediente sich einem Handlungsverlauf, der einfach authentisch und schön war, denn er baut auf Vertrauen und vielleicht habt ihr schon mitbekommen, dass das etwas ist, worauf ich große Stücke setze. Generell konnte mich das Ende total begeistern. Irgendwann war es einfach nur noch total süß, authentisch und emotional. Es wurde dadurch umso deutlicher, dass die Beziehung auf eine andere Ebene gehoben wurde und ich konnte alles super nachvollziehen. Ich fand es wirklich toll, wie die Autorinnen die Geschichte, die mir erst recht oberflächlich vorkam, noch ins Gegenteil wenden konnten. So kann ich mir jetzt eine Zukunft für die beiden wirklich vorstellen und bin vorbereitetet auf den zweiten Band, der nur zur Warnung mit einem Cliffhänger! eingeleitet wird. Auch der war nicht ganz unvorhersehbar, aber dennoch stellt er alles auf den Kopf. Ich bin gespannt, wie die Autorinnen nun weiter vorgehen, gerade weil sie in diesem Band schon so viele Sprünge gemacht haben.

Fazit:
Dieses Buch ließ sich wirklich super lesen. Definitiv ein Buch, dass man abends mit ins Bett nimmt und dann morgens völlig verschlafen aufwacht. Es hat ein paar Schwachstellen, die hauptsächlich darin liegen, dass die Autorinnen manchmal etwas überstürzt vorzugehen scheinen. Das merkt man dann an plötzlichen Sprüngen und komischen Entwicklungen der Charaktere, die zwar zur Situation aber nicht zum Protagonisten selbst passen. Der Schreibstil macht es locker lesbar, auch wenn man nicht vor sexuellen Anspielungen zurückschrecken sollte. Am besten gefallen, und das hat das Buch ein sehr großes Stück gerettet, hat mir das Ende. Es war emotional, schön ausgearbeitet, authentisch und war trotz Klischees und Vorausahnungen spannend zu verfolgen.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne und ich hoffe auf einen noch besseren 2. Band:)

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Veröffentlicht am 03.03.2020

Abgebrochen, obwohl ich es lieben wollte

Cinder & Ella
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Dies ist die erste Rezi, bei deren Verfassen ich mich geradezu schlecht fühle. Ich habe das Buch nämlich nicht zu Ende gelesen, dabei wollte ich es so gerne mögen. Es ging aber nicht. Irgendwo ist dann auch bei mir der Punkt gekommen, an dem ich sage: Dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.
Das was ich bisher habe, ich habe bis zur Hälfte (49%) des Buches gelesen, möchte ich euch aber noch gerne bewerten.

Falls wer die Reihe nicht kennt: Es handelt sich um eine Dilogie, deren erster Band jedoch quasi abgeschlossen ist. Wie der Titel es hier schon andeutet, geht es nach dem Happy End noch weiter. Ich würde nicht empfehlen diesen Band zu lesen, ohne vorher den ersten gelesen zu haben.

Der Klappentext:
Endlich haben Cinder alias Brian und Ella sich gefunden! Die beiden schweben auf Wolke sieben und sind verliebter denn je. Aber schneller als ihnen lieb ist, holt sie die Realität wieder ein. Zwischen Alltagsstress und Familienproblemen ist Brian schließlich immer noch der angesagteste Schauspieler Hollywoods – und das merkt auch Ella, die plötzlich mehr denn je im Rampenlicht steht. Doch ist ihre Liebe wirklich stark genug, dem Druck des Showbusiness standzuhalten?

Der Schreibstil:
Das Buch lässt sich flüssig lesen. Direkt am Stil habe ich nichts auszusetzen. Allerdings waren es mir ein paar zu viele Dialoge. Es passierte einfach wenig.

Meine Meinung:
Ich habe mich echt gefreut, weiterlesen zu können. Gerade, weil die Liebesgeschichte der beiden nicht so alltagstauglich wirkte, wie so manch andere. Es fängt auch ganz gut an. Die Liebe zwischen Ella und Brian ist da. Unerschütterlich und tief. Ich bewundere, wie direkt sie zueinander stehen und sich davon auch nicht abbringen lassen. Gerade Brian hat sein altes Leben komplett abgelegt.
Was ihnen das Leben nun schwer macht, ist Brians Promistatus. Das fand ich wirklich gut dargestellt. Es wurde alles bedacht, es gab die ein oder andere Situation, die entstanden ist, weil Ella es nicht gewöhnt ist und so weiter. Dabei wird außerdem nie vergessen, dass Ella eine Beeinträchtigung hat. Es bleibt also alles sehr real und authentisch.
Leider auch der Zeitraum. Diese erste Hälfte erzählt sehr ausführlich von circa zwei Wochen. Zwei Wochen, in denen die beiden sehr sehr sehr viel miteinander reden. Klar, Ella und ihr mangelndes Selbstbewusstsein, die Probleme mit den Paparazzo usw. Das war für mich auch alles verständlich. Allerdings ergab es einfach keinen guten Handlungsverlauf, der mich nun an das Buch gefesselt hätte. Die wichtigen Botschaften kommen schon bei der Offenlegung des Problems hervor. Da brauche ich nicht noch zehn Seiten Text dazu. Ich habe es zur Kenntnis genommen, eigentlich zog es aber nur an mir vorbei.
Hinzu kommt noch, dass ich immer im Hinterkopf hatte, dass die beiden noch nicht wirklich alt bzw. erwachsen sind. Ella hat gerade erst die Schule fertig. Dennoch geben sie sich sehr erwachsen (vor allem Brian. Ella ist in ihren Gedanken oft auch noch sehr jung und naiv), sind sich immer in allem einig… Ich hätte einfach erwartet, dass die beiden mehr Freude am Leben haben, vielleicht einiges erstmal so lassen, wie es ist und sich ihrer Liebe hingeben. Sie diskutieren und verkomplizieren aber oft einfach nur und machen immer nur das Richtige. Anscheinend ist das so. Ganz zum Leidwesen des Vaters, der dann der Böse ist. Ja, er hat einiges verbockt und ich hätte oft an Ellas Stelle genauso gehandelt, aber es ist einfach unrealistisch, dass ein so frisches Paar nur richtige Entscheidungen trifft.
Als Ella dann mit dem typischen: Ich will mich Austoben-Kram ankam, wurde es mir einfach zu viel. Erst ist ihre Liebe so stark und dann muss sie sich noch was beweisen. So viel älter ist Brian nun auch nicht. Das hätte man auch zusammen machen können. Für mich fehlte einfach komplett die Spannung und so habe ich abgebrochen….(was ich echt selten tue).

Fazit:
Leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugen. Es hätte doch einfach nach Band eins enden sollen. Die beiden reden zu viel, dadurch gibt es zu wenig Handlung und auch keine Spannung. Es plätschert an einem vorbei wie die Beschreibung eines unaufgeregten, eingerosteten Ehelebens. War leider nicht meins.

Leider nur 1 von 5 Sterne von mir. (Dazu muss ich natürlich sagen, dass ich nach der Hälfte abgebrochen habe und somit nicht das ganze Buch beurteilen kann. Wenn es mich nur leider nicht fesseln kann, kann ich es auch nicht vollständig lesen… Und will es auch gar nicht.)

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Veröffentlicht am 03.03.2020

Ein Märchen neu interpretiert:)

Cinder & Ella
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Klappentext:
Nach einem schweren Autounfall hat Ella ein Jahr voller OPs und Rehas hinter sich. Und nun muss sie auch noch zu ihrem Vater und dessen neuer Familie ziehen, die sie überhaupt nicht kennt. ...

Klappentext:
Nach einem schweren Autounfall hat Ella ein Jahr voller OPs und Rehas hinter sich. Und nun muss sie auch noch zu ihrem Vater und dessen neuer Familie ziehen, die sie überhaupt nicht kennt. Ella will nur eins: ihr altes Leben zurück. Deshalb beschließt sie, sich nach langer Zeit wieder bei ihrem Chatfreund Cinder zu melden. Er ist der Einzige, der sie wirklich versteht, und obwohl sie ihn noch nie getroffen hat, ist Ella ist schon eine halbe Ewigkeit heimlich in ihn verliebt. Was sie nicht weiß: Auch Cinder hat Gefühle für sie. Und er ist der angesagteste Schauspieler in ganz Hollywood.

Das Cover:
Ich mag diese schlichten Cover, die dennoch so kraftvolle Farben besitzen. Einfach schön und im Regal gut anzusehen:)

Der Schreibstil:
Das Buch ließ sich super schön lesen. Wie so oft lesen wir aus den Perspektiven beider Hauptprotagonisten.
Ich kann ansonsten gar nicht so viel dazu sagen, da mir im positiven wie im negativen nichts aufgefallen ist. Man liest einfach, es gibt keine Logiklücken und auch keine Verständnisprobleme. Stattdessen kann man sich als Leser einfach mitziehen lassen.

Zu den Charakteren:
Ich freue mich jetzt im Nachhinein wirklich, dass ich Ella kennenlernen durfte. Die Autorin hat sie super hingekriegt. Obwohl es so viele Hindernisse gibt und so viel drumherum passiert, geht Ellas Entwicklungsgeschichte ihren eigenen Weg und den kann der Leser wunderbar miterleben. Tatsächlich hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, Ellas Taten nicht nachvollziehen zu können. Da ist einfach dieses Mädchen, dass ein total glückliches Leben geführt hat und auf einmal ändert sich alles. Zunächst ist sie verbittert, traurig natürlich und auch oft wütend, aber gleichzeitig eine witzige, eigentlich lebensfrohe Person, die einfach nur wieder ins Leben zurückfinden muss und das schaft sie nicht alleine, wie sie lernt. Dieser Verlauf ist sehr gut dargestellt und machte Ella für mich sehr authentisch. Jedes Mal, wenn sie wieder einen Schritt nach vorne machte, war ich geradezu stolz und konnte auch verstehen, wenn es dann wieder zwei zurück ging.
Ella ist einfach eine Protagonistin, die keine Logikfehler besitzt und keinerlei Überdramatisierung benötigt. Sie ist einfach Ella und muss sich in ihrem neuen Leben erst finden und genau das ist es, was der Leser hier liest.

Cinder ist dagegen ein Kerl, dem man gerne Klischees überstülpen will und teilweise wurde dieses auch gemacht. Mir hat an ihm aber gefallen, dass er in seinen Gefühlen stets aufrichtig wahr und sich generell nicht davor scheute, die Wahrheit zu sagen, wenn es drauf ankommt. Jetzt werden bestimmt ein paar Leser protestierend aufschreien, aber meiner Meinung nach muss man letztlich jedem Menschen Fehler zugestehen und auch ein berühmter Schauspieler darf Ängste haben. Das kam bei mir genauso rüber und dadurch habe ich ihm seinen Charakter abgenommen.
Im Vergleich zu Ella ist Cinder jedoch nur ein kleiner Teil der Geschichte, denn letztlich zählen seine Worte für diese Geschichte sehr viel mehr.

Zur Geschichte allgemein:
Wieder einmal habe ich zuvor nicht den Klappentext gelesen. Worum es in dem Buch geht, wird dennoch sehr schnell deutlich, denn es beginnt sofort mit dem Autounfall. Man ist zu dem Zeitpunkt direkt bei Ella, was es unglaublich eindrücklich macht. Danach beginnt dann ihr neues Leben, während Cinder seines schon lebt.
Wie ich oben bereits erwähnte, hat mir die Charakterentwicklung von Ella sehr gut gefallen. Die ist es auch, die einen Großteil der Geschichte ausmacht. Das mag jetzt vielleicht etwas langweilig klingen, aber das ist es nicht, denn in Ellas Leben passiert so vieles: neue Familie, neue Umgebung, neue Freunde, der Unfall, Cinder…
Alles trägt seinen Teil dazu bei, dass Ella wieder zu ihrem alten Selbstbewusstsein findet und das ist wirklich schön gemacht worden.
Als positiv empfand ich auch, dass zwar der Märchenbezug durch die Namen hergestellt wurde (für unwissende Leser ist das durchaus der Fall, alle anderen werden den Grund für die Namen kennen. Dennoch hat die Autorin diesen meiner Meinung nach bewusst hergestellt.), es aber kein 1 zu 1 Abklatsch des Märchens oder neuerer Filmproduktionen war. Es gibt zwar das „Aschenputtel“, einen Prinzen und die Stiefschwestern, aber das Ganze wurde dann doch einfach sehr realistisch gehalten. So wie man nicht schwarz weiß denken soll, kann man Stiefschwestern auch nicht einfach als „böse“ betiteln. Das lernt man spätestens in diesem Buch.
So und weiter hat mir gefallen, dass Cinders Berühmtheit hier eine große Rolle spielt und auch ein Problem darstellt. Das ist für mich einfach ein Muss, wenn es real sein soll. Und so läuft gegen Ende des Buches eben nicht alles ab wie im Märchen, sondern so, wie es eben manchmal läuft, wenn man den letzen Satz nicht vorziehen möchte:)
Da fällt mir ein, die Autorin hat das Märchenthema noch an anderer Stelle ganz explizit aufgenommen. Diese Stelle fand ich wirklich grandios. Vielleicht entdeckt ihr sie, falls ihr das Buch lest;)

Fazit:
Eine super schöne und süße Geschichte, die sich nicht scheut, die Realität zuzulassen und die sich wirklich sehr viel mit der Entwicklung der Protagonistin auseinandersetzt, was mir gut gefallen hat. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und für die Märchenfans unter euch: ihr werdet auf eure Kosten kommen:)
Einfach ein gelungenes Jugendbuch.

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.03.2020

Anfang holprig, danach tiefgreifend und schön

Liebe mich. Für immer
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So schon mal vorweg: „Liebe mich. Für immer.“ ist der dritte Teil der „Finde-mich-Reihe“. Während des Lesens habe ich natürlich gemerkt, dass da offensichtlich schon zwei andere Liebesgeschichten auserzählt ...

So schon mal vorweg: „Liebe mich. Für immer.“ ist der dritte Teil der „Finde-mich-Reihe“. Während des Lesens habe ich natürlich gemerkt, dass da offensichtlich schon zwei andere Liebesgeschichten auserzählt wurden, es hat mich aber nicht groß gestört, da ich genug Informationen über diese Paare bekam und der Fokus einzig und allein auf Amy und Sam liegt.

Der Klappentext:
Amy geht in ihrer Rolle als Sozialarbeiterin voll auf, und doch fehlt ihr jemand, der sich zur Abwechslung mal um sie kümmert. Sam ist ein umschwärmter Dozent an der Uni und kann sich vor Angeboten kaum retten. Doch niemand kann sein Interesse wecken – bis er auf Amy trifft …

Das Cover:
Finde ich ehrlich gesagt nur okay. Es wirkt auf mich ein wenig wie ein Aquarellbild, das nicht ganz so geworden ist, wie man es sich vorgestellt hatte. Diese Assoziation ist aber natürlich total subjektiv. Jeder, der da unvoreingenommen rangeht, sieht Farben und Formen. Eben das, was gerade „in“ ist.

Der Schreibstil:
Ich musste mit dem Schreibstil ehrlich gesagt erst warm werden. Gerade auf den letzten Seiten habe ich nochmal überlegt, wie er mir jetzt gefällt und kann sagen, dass er mich nach einer Eingewöhnungsphase wirklich nicht mehr gestört hat. Es liest sich flüssig und angenehm. Anfangs allerdings fehlte mir irgendwie das Gefühl, das der Stil ausdrücken wollte. Es wirkte alles sehr distanziert und einfach zusammengeschrieben.

Meine Meinung:
Der Anfang war etwas holprig. Amy ist keine Protagonistin, mit der man sofort warm wird. Das dauert ein paar Dutzend Seiten, denn sie ist in ihrer Art und Weise einfach unheimlich komplex, weil sich fast alles durch irgendetwas begründen lässt. Für den Leser, der sie noch gar nicht kennt, wirkt das ein wenig frostig und man kann es teilweise nicht nachvollziehen. Auch Sam kam am Anfang ziemlich komisch rüber. Er wurde als Frauenaufreißer dargestellt, der sämtliche seiner Posen einstudiert hatte und genau wusste, was er tat. Das Problem war nur: das war gar nicht Sam. Im Verlauf des Buches lernt man ihn ganz anders kennen. Ich hätte mir da einfach gewünscht, dass der Übergang etwas fließender, bewusster geschehen wäre. Ansonsten ist Sam aber ein toller Kerl, fast schon ein übermenschlicher, denn ich habe oft gestaunt, wie gut er interpretiert. Er ist einfach sehr feinfühlig, achtet darauf, was Menschen sagen und tun und sieht sehr schnell hinter die Maske eines Menschens. Dadurch macht er sich selbst auch ein wenig verletztlich, weil er meint, er hätte die Person durchschaut. In diesem Falle hat er es mit Amy jedoch nicht leicht. Ich mochte ihn einfach total (nach hundert Seiten). Ich hätte niemals seine Geduld und sein Talent für die richtigen Worte ist wirklich enorm. An dieser Stelle nochmal ein Lob an die Autorin, die sich für viele Situationen einfach wahnsinnig gute Lösungen ausgedacht hat.


Amy taut nach und nach ein wenig auf und es werden bald kleine Szenen und Gefühle „eingespielt“, die sie dem Leser begreifbarer machen. Die Spannung steigt und man merkt, dass hinter Amy mehr steckt. Für mich alles vielleicht einen Tick zu spät. Ich habe Meinungen von Lesern gehört, die Amy einfach unsympathisch fanden und dann abgebrochen haben. Das lag vermutlich daran, dass sie diese Wende nicht mehr mitbekommen haben. Danach ist sie wirklich cool drauf. Klar, sie hat ihre Ängste, aber man merkt einfach wie groß ihr Herz ist und das allein erwärmt schon die ganze Geschichte.

Besonders loben möchte ich gerne die Szenen zwischen Amy und Sam. Während das Drumherum mir manchmal etwas zu streng vorkam, sind ihre Szenen sehr locker. Der Humor ist toll, sie gehen aufeinander ein, zweifeln nicht, auch wenn das mit den Gefühlen nicht so einfach ist. Man hat einfach super mitbekommen, wie die beiden sich ineinander verlieben.

Das Thema der Geschichte fand ich unheimlich gut umgesetzt. Es geht in langsamen Schritten voran und es gibt auch Passagen, in denen Sam und Amy sich wochenlang nicht sehen, aber genau das machte es für mich authentisch. Sowas geht eben nicht so schnell und man muss auch Zeit zum Nachdenken haben. Und genau das machen die beiden.
Toll fand ich auch die vielen Nebenprotagonisten, die wirklich herzallerliebst waren und schön in die Geschichte eingebunden wurden. Auch hier erfährt man wieder Herzenswärme und letztendlich tragen sie zu der Szene bei, die mir Tränen in den Augen beschert hat. Auch das bietet dieses Buch. Einige Szenen sind einfach so gut gemacht und mit so viel Tiefe gefüllt, dass man sich einfach nur freut, wenn es mit Amy bergauf geht und gar nicht so sehr darauf besteht, dass Amy und Sam nun wieder Teil einer Liebesgeschichte sind, die wir schon hundertmal oder mehr gelesen haben.

Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, dass ich doch noch gerne Band 1 lesen möchte, denn dort wird die Geschichte von Rhys und Tamsin erzählt und dieses Buch macht einen schon ein wenig neugierig auf die beiden. Aber auch Zelda und Malik klingen interessant. Die Problematik rund um die Sozialarbeiterin Amy ist kein leichtes Feld, die Autorin hat es aber meiner Meinung nach super hingekriegt und eine Geschichte erzählt, die nicht davor zurückscheut, einen schwachen Menschen zu zeigen, der wächst und wächst.

Fazit:
Die ersten Seiten waren etwas schwierig. Ich musste mich erst eingewöhnen und die Figuren verstehen. Dann aber wurde es echt gut. Ich habe gelacht und geweint und war erstaunt, wie viel Tiefe dieses Buch bietet. Es ist keine Liebesgeschichte mit endlosen Sexszenen und Herzschmerz, vielmehr geht es um das Innerste der Protagonistin und das ist alles andere als unspannend im Gesamtkontext.

Es gibt 4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 21.02.2020

Macht neugierig, ist spannend und macht Lust auf mehr

Beastmode 1: Es beginnt
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Das Cover:
Ich finde es großartig. Ich bin noch ein bisschen am Rätseln, warum gerade dieses Gesicht ausgesucht wurde, aber es deutet schonmal an, dass die Personen im Buch nicht normal sind und einige ...


Das Cover:
Ich finde es großartig. Ich bin noch ein bisschen am Rätseln, warum gerade dieses Gesicht ausgesucht wurde, aber es deutet schonmal an, dass die Personen im Buch nicht normal sind und einige auch nicht so aussehen. Doch ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Jetzt im Nachhinein kann ich das natürlich sagen, aber auch ohne Hintergrundwissen finde ich, dass man es sich ableiten kann. Und somit ist das Cover nicht nur schön, sondern macht auch noch neugierig, was ich sehr ansprechend finde.

Der Schreibstil:
Ich empfand den Schreibstil als angenehm und gut lesbar, musste mich allerdings erst ein bisschen auf ihn einstellen. Der Autor kürzt an vielen Stellen, es gibt weniger Gespräche als man erwartet und dadurch geht es natürlich alles etwas flotter voran. Zudem muss man sich daran gewöhnen, dass die Perspektiven mitten im Kapitel wechseln. Man liest aus der Sicht aller fünf Personen, jeweils abschnittsweise.
Durch die Verkürzung wird der Schwerpunkt auf die Mission, die Story gelegt, was ich ganz gut fand. Ich musste mich aber wie gesagt daran gewöhnen.

Meine Meinung:
Ich bin super in das Buch reingekommen. Es war sofort spannend, interessant und ich war neugierig darauf, was der Autor sich ausgedacht hat. Dann wird mir eine Göttin, ein Dämon, ein Maschinenmädchen, ein vollständig tattoowierter Zeitanhalter und ein kleiner Trottel vorgestellt. Was gerade viel klingt, ist viel, aber es war auch unheimlich aufregend. Alle fünf haben so ziemlich keine Ahnung. Es wird nicht viel vorangestellt, sondern lediglich angedeutet, dass einige ein Leben davor hatten. Alles andere erlebt man mit ihnen zusammen. Erkundet mit ihnen die Welt, die Gegebenheiten und auch sie selbst, denn es tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf.
Anfang des Buches ist das Energiefeld. Ich fand es sehr gut, dass es in unserem Jetzt positioniert war und ich als Leser mich somit direkt von den möglichen Folgen betroffen fühlte. Der bunte Haufen Unbekannter muss zu einem Team zusammenwachsen. Nicht ungewöhnlich für Teenager gibt es sofort kleine Auseinandersetzungen, Zickigkeitsanfälle oder ähnliches, die einem in Erinnerung rufen, dass alle nicht älter als achtzehn sind. Das Gelungene an diesen Auseinandersetzungen, die mit Abneigungen einhergingen, war allerdings, dass es tatsächlich im Laufe der Geschichte noch bedeutungstragend wurde und man auf einmal dazu überging, alles zu interpretieren, überall den Sinn hinter zu suchen. Das geht nicht nur dem Leser so, sondern auch den Protagonisten. Die Geschichte wird somit nicht nur abenteuerlich, sondern fast rätselhaft, denn es gehören viele Überlegungen dazu, um es zu verstehen. Das fand ich von dem Autor echt gut gemacht. Er hat mich mit dieser Seite der Geschichte total überrascht und ihr nochmal mehr Input gegeben.
Man muss aber auch gestehen, dass es irgendwann ein wenig von der Spannung nahm, die durchweg herrschte: Ich wusste einfach, dass die fünf gleich wieder etwas entdecken würden, was ihnen vorher nicht aufgefallen war und ihnen jetzt das Leben oder zumindest die Situation rettete. Vergleicht man aber gerade das Ende mit seinen Entdeckungen mit dem Anfang, wo man alles einfach so hingenommen hat, ist es schon alles sehr sehr gut durchdacht.
Jetzt kommt ein klitzekleiner SPOILERteil, den ich mir nicht verkneifen kann. Also ACHTUNG!
Ich hätte nie nie niemals damit gerechnet, dass es bei dieser Mission um Zeitreisen geht. Niemals. Ich dachte, die Fünf müssten sich im Kampf erproben. In diesem Buch geht es tatsächlich aber viel mehr um Teamgeist. Es geht darum, zusammenzuarbeiten und sich letztlich auch gegenseitig zu retten. Erste Station war Ägypten und ich war total begeistert, wie gut die Unterschiede dargestellt waren. Zudem wurde jetzt meine Neugierde nur noch mehr geweckt. Ich weiß jetzt, dass alles irgendwie zusammenhängt, der eine nicht ohne den anderen existiert und es rein theoretisch noch drei andere Zeitzonen geben müsste. Da ich mir allerdings nicht vorstellen kann, dass es ganz so linear abläuft, bin ich einfach super gespannt, was der Autor sich da ausgedacht hat. Der zweite Teil kann, nein muss kommen.
Und jetzt wieder Spoiler AUS:
Bei den letzten zwanzig Seiten war ich die Geschichte irgendwie noch so im Gange, dass ich einfach nur gebetet habe, dass es jetzt nicht überstürzt zu Ende gebracht wird. Das passiert aber nicht. Mit dem Ende kann man leben, weil ein Teil quasi abgeschlossen ist, es ist aber dennoch ein Ende, das mitten in der Geschichte entsteht. Kein typischer Cliffhänger oder ein: jetzt haben sie das alles geschafft, sie könnten glücklich sein, wäre da nicht noch das und das. Nein, eher ein Cut mitten im Buch. Wer hier also anfängt, wird Band Zwei auf jeden Fall lesen wollen.

Fazit:
Die Story dieses Buches hat mich total positiv überrascht. Ich war nicht darauf vorbereitet, dass es um sowas gehen würde. Der Schreibstil ist kurz und flüssig. Es ließ sich sehr gut lesen und war durchweg spannend. Außerdem blieb ich die ganze Geschichte hinüber unheimlich neugierig auf die Welt und die Figuren. Hier treffen einfach außergewöhnliche Personen aufeinander, die der Welt zeigen, was Teamgeist bedeutet.
Hier und da ist es mir vielleicht alles etwas zu einfach geraten. Aber es ist immerhin ein Jugendbuch und kein High Fantasy oder ähnliches, sodass man das einfach hinnehmen muss. Mich konnte die Geschichte auf jeden Fall überzeugen und ich freue mich auf den nächsten Band, denn der Cut geschieht einfach mitten drin und das kann man so einfach nicht stehen lassen.

Es gibt 4 von 5 Sterne von mir.

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