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Veröffentlicht am 09.07.2019

Cat erforscht ihre Tiefen

Cat & Cole 2: Ein grausames Spiel
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Klappentext:
Cat ist erschöpft, verwundet und schockiert über die grausame Entdeckung über ihren Vater. Sein Plan: die komplette Menschheit nach seinen Wünschen umzuprogrammieren. Cat und Cole müssen ihn ...

Klappentext:
Cat ist erschöpft, verwundet und schockiert über die grausame Entdeckung über ihren Vater. Sein Plan: die komplette Menschheit nach seinen Wünschen umzuprogrammieren. Cat und Cole müssen ihn aufhalten und dafür eine Allianz mit dem Feind eingehen. Aber überall warten Lügen und Betrug. Cat muss alles und jeden, dem sie vertraut, infrage stellen. Und während ihr Vater immer zwei Schritte voraus ist, stellen sich Cats Geheimnisse, versteckt in ihrem eigenen Kopf, als größte Bedrohung heraus.

Schreibstil:
Ich weiß nicht, wie sie es macht, aber die Autorin hat es geschafft, mich vollkommen mitzunehmen. Ohne zu Zucken, habe ich die kompliziertesten Erklärungen hingenommen, mitgedacht, komplexe Inhalte aufgenommen und war mit jeder Seite mehr an die Geschichte gefesselt.
Es ist eine fortlaufende Geschichte, mit allem, was man sich so vorstellen kann, aber gleichzeitig beinhaltet sie auch so komplexe Gedanken der Protagonisten, dass man sich an einen historischen Roman erinnert fühlt, der bekanntlich möglichst viele Denkweisen darstellt. So ist es auch hier und die Autorin schafft es, dies super flüssig und spannend zu vermitteln.

Die Charaktere:
Interessant fand ich bei diesem Band, dass die Charaktere hier noch viel undurchsichtiger wurden, als im ersten. Als einzige Konstante hat der Leser Cat, die aber in diesem Band auch mit ihrer Persönlichkeit zu kämpfen hat. Trotzdem bleibt sie sich in ihren Gedankengängen treu. Sie versucht stets das Bestmögliche zu tun und geht dabei keineswegs so gewaltvoll und schonungslos vor, wie manch andere. Ihre Auseinandersetzung mit dem, was noch in ihrem Gehirn ist, fand ich spektakulär und sehr gut nachvollziehbar. Keine der Figuren in diesem Buch ist somit einfach gestrikt.
Im letzten Band war Cole ihr Gegenstück und so ist es natürlich auch hier, allerdings verbirgt sich in ihm mehr, als zunächst angenommen und wird er von Cat auf Abstand gehalten. Dadurch natürlich auch vom Leser. Man verfolgt hier also nicht die ganze Zeit die Liebesgeschichte zwischen ihnen, sondern vielmehr die Tiefen ihrer Charaktere und was sich wirklich hinter ihnen verbirgt.
Ich fand das gut, weil es fast schon lächerlich gewesen wäre, wenn die beiden nur den anderen im Kopf gehabt hätten, bei all dem, was um sie herum geschah. Wer aber eine tiefemotionale Liebesgeschichte in diesem zweiten Band erwartet, der wird enttäuscht. Cat&Cole sind da und kämpfen zusammen, aber es geht um die Rettung der gesamten Menschheit.

Zu den Nebencharakteren, die man schon aus dem ersten Band kennt, gesellen sich in diesem noch weitere. Vor allem Genhacker, die wieder neue Gedankengänge in die Geschichte bringen. Es ist total interessant, zu verfolgen, was ihre jeweiligen Motive sind und worin sie die Lösung sehen. Bei ihnen muss man wirklich aufmerksam lesen, denn winzige Nuancen geben oft die größten Anhaltspunkte.

Zur Geschichte allgemein:
Der Band beginnt damit, dass die Seuche noch längst nicht gebannt ist und die verschiedensten Parteien aus unterschiedlichen Motiven an der Ausrottung dieser interessiert sind. Ab dann ist Cat gefragt. Sie denkt, handelt, kämpft und ihre Freunde begleiten sie.
Das war super spannend mitzuverfolgen. Immer wieder entdecken sie etwas Neues und müssen darauf reagieren, treffen auf jemanden Neuen, und haben mit ihm zu kämpfen, oder auch nicht? Wer weiß schon, wer das Richtige will?
Ich war begeistert, wie die Geschichte mich in ihren Bann ziehen konnte. Ich habe mitgefiebert, habe mit Cat gelitten.
Es geht stetig weiter, alle machen Fortschritte, dadurch hat man trotz der großen Erklärungsblöcke nicht das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Mit Cat&Cole verhält es sich ein wenig wie mit allen anderen auch: ein wenig Auf und Ab. Mich hat es jedoch nicht gestört, denn es passte super in den Gesamtzusammenhang.
Was ich total beeindruckend finde, ist, dass in diesem Zusammenhang alles passte. Ich konnte keine Logiklücken entdecken. Alles fügt sich zusammen und alles wird beantwortet.

Fazit:
Eine wirklich sehr spannende Fortsetzung, die wieder mit komplexen Erklärungen aufwartet. Liest man aufmerksam, und der Schreibstil unterstützt dies, wird man komplett in die Geschichte hineingezogen und genießt die unterschiedlichen Denkweisen der Charaktere. Ein richtiges Science-Fiction-Buch mit Spannung, Action, verzwickten Situationen und starken Protagonisten.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich warte gespannt auf den nächsten Teil.
Meine Empfehlung!

5 von 5 Sterne von mir!

Veröffentlicht am 02.07.2019

Ich liebe diesen Schreibstil!

Kiss the Bodyguard, Band 1 - Kiss Me Once
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Inhalt:
Ivy, Unternehmertochter aus reichem Haus, hat es sich in den Kopf gesetzt, an einer öffentlichen Universität zu studieren. Endlich einmal frei sein und sich ganz normal fühlen! Ihr Vater hält sich ...

Inhalt:
Ivy, Unternehmertochter aus reichem Haus, hat es sich in den Kopf gesetzt, an einer öffentlichen Universität zu studieren. Endlich einmal frei sein und sich ganz normal fühlen! Ihr Vater hält sich aber natürlich nicht ganz raus, sondern stellt ihr einen Begleitschutz zur Seite: Ryan. Von dem weiß Ivy allerdings erst einmal nichts und so ist ihre erste Begegnung zufällig. Die Funken fliegen, die Anziehung ist da, aber keiner weiß vom anderen. Als die Situation klar wird…

Schreibstil:
Den Schreibstil von Stella Tack fand ich sehr angenehm, weil er unglaublich locker ist. Flüssig fliegt man durch das Buch und kann es gar nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn die Spannung an einigen Stellen etwas fehlt. Noch dazu hat sie einen sehr gelungenen Humor, der mich des öfteren zum Schmunzeln gebracht hat und das Lesen zu einem sehr schönen Erlebnis gemacht hat.

Das Buch erzählt abwechselnd aus der Perspektive von Ryan und Ivy und ist in der ersten Person verfasst. Ich persönlich habe diese Art lesen zu können am liebsten:)

Einband:
Diesen Punkt berücksichtige ich eigentlich sonst nicht, hier möchte ich ihn aber einmal positiv erwähnen, weil ich so begeistert war. Und zwar lese ich meine Bücher immer sehr vorsichtig und biege eher, als dass ich es komplett aufklappe, um Leserillen auszuschließen. Das ganze ist beim Lesen immer mehr oder weniger angenehm. Bei diesem Buch jedoch fiel es mir leicht, auf es achtzugeben und es gleichzeitig leicht zu lesen, denn der Einband ist unheimlich flexibel und verhindert somit Knicke.

Die Charaktere:
Ich habe zwar den ein oder anderen Kritikpunkt, aber Ivy ist definitiv keiner davon. Allein wegen ihr, lohnt es sich schon, dieses Buch zu lesen. Aufgrund des Klappentextes war ich davon ausgegangen, auf ein verwöhntes Mädel zu treffen, dass mit dem Studium auf einer öffentlichen Uni ihre Grenzen austesten wollte. Vielleicht ist es bei Ivy auch ein wenig so, aber wer will das an der Uni nicht? Ivy macht es auf jeden Fall auf ihre Art und ist in dieser einzigartig. Ihren Reichtum merkt man ihr nicht an, genauso wenig wie den Einfluss der Bevölkerungsschicht, in der sie normalerweise verkehrt. Stattdessen ist sie erfrischend unkompliziert, etwas tollpatschig, stur, ein klein wenig verrückt und eigentlich ganz normal. Sie ist kein Stück arrogant oder agiert herablassend, vielmehr interessiert sie sich für die Menschen um sich herum und hat ein sehr gutes Herz. So fand ich es sehr schade, dass sie von ihren Eltern in dieser Hinsicht keinen Rückhalt bekommen hat.

Ryan dagegen ist ein wenig das Gegenteil von Ivy. Er ist verschlossen, im wahren Leben angekommen, weshalb er so einige Vorurteile mitbekommen hat, und weiß um sich und seine Wirkung. Interessant ist es, wenn die beiden aufeinander treffen. Dann kommt er aus sich heraus, albert herum, Sticheleien gehören zum Alltag und er wird angeregt, über seine Taten nachzudenken, die manchmal ob aus Gewohnheit oder ähnlichem unabsichtig aus ihm kommen. Als Bodyguard hat er ein untrügliches Bauchgefühl, das zeigt, dass es der richtige Beruf für ihn sein könnte. Gleichzeitig bleibt er in dieser Hinsicht aber nicht immer konstant und so war ich öfters mal verwirrt, wenn der Job sich als größtes Problem herausstellte. Die Leidenschaft, die er angeblich dafür empfindet, konnte ich nicht bei ihm fühlen. Aber natürlich kommen auch oft die Hormone dazwischen, sonst wäre diese Geschichte wohl nicht das, was sie sein soll. Vielleicht wäre es für die Geschichte ganz zuträglich gewesen, wenn er sich in dieser Hinsicht ein wenig gezügelt hätte.

Was mich an beiden etwas gestört hat, war, dass sie sich an einigen Stellen recht kindisch bzw. albern verhalten haben. Sie sind immerhin schon achtzehn und neunzehn und so hatte ich da etwas mehr Vernunft bzw. erwachsenes Denken erwartet. Gerade bei Ryan der immerhin eigentlich schon fest im Leben steht mit seinem eigenen Job.

Nebencharaktere waren vor allem Jeff und Alex. Ihr werdet sie lieben, wenn ihr sie kennenlernt! Ich behalte sie auf jeden Fall in guter Erinnerung. Alex mit seiner etwas verwirrenden Art und Jeff als herzensguter Mensch:)

Zur Geschichte allgemein:
Das Buch fing schonmal sehr gut an. Auch, wenn die Gesamthandlung wohl so einige Klischees bedient, so ist zumindest der Anfang recht unerwartet. Dadurch ist man sofort in der Geschichte drin und liest dann auch eigentlich nonstop weiter. Der Schreibstil trägt dazu einen großen Teil bei.
Schön fand ich es, dass Ivys Herkunft nicht klischeemäßig ein großes Thema wurde, sondern nur nebenbei immer mal wieder erwähnt wird, weil sie natürlich nicht unerkannt bleibt und Ryan ja auch für irgendwas da ist. So kommt er als Bodyguard tatsächlich zum Einsatz. Das bringt natürlich Spannung und Action in die Geschichte, während davor und danach hauptsächlich die Uni das große Thema ist. Mit viel Humor, wird der Leser in Ivys Alltag mitgenommen, in dem er nicht nur Partys und den Schauspielskurs besucht, sondern auch mit Spannung die Beziehung zwischen Ivy und Ryan beobachtet.
In den Details haben mich ein paar Unstimmigkeiten gestört, die den Eindruck machten, als würden die Charaktere manchmal Kleinigkeiten vergessen. Sonst aber wurde auf alles geachtet und es blieb nichts ungeklärt.
Die Nebenstränge der Handlung, zum Beispiel Alex und Jeff und Ryans Vergangenheit wurden gut in die Geschichte integriert. Gerade letzteres wurde aber ein wenig zu schnell und zu unkompliziert aufgelöst und auch vorher schon behandelt. Da hätte ich mir ein wenig mehr erwartet. Genauso verhält es sich beim Wendepunkt der Geschichte. Die Gründe dafür fand ich doch etwas unlogisch und weit hergeholt. Da hätte vielleicht noch etwas mehr Raffinesse einfließen können.

Fazit:
Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten. Gerade Ivy fand ich unheimlich toll und erfrischend und der Humor und der lockere Schreibstil haben sehr zu einem positiven Lesefluss beigetragen. Die Geschichte verlief nicht so geradlinig wie gedacht und kann so trotz Klischees punkten. Einzig zu erwähnen ist, dass die Protagonisten meiner Meinung nach etwas zu kindisch agiert haben. Das hätte ich bei ihrem Alter einfach nicht erwartet. Ich kann es trotzdem empfehlen!

4 von 5 Sterne von mir!


Liebe Grüße

Veröffentlicht am 27.06.2019

Gegensätze kochen

The Opposite of You
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Ich habe gerade ehrlich Lust als nächstes ein Kochbuch zu rezensieren. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein paar Rezepte ausprobieren? Dieses Buch weckt auf jeden Fall den Sinn dafür.

Klappentext:
Nach ...

Ich habe gerade ehrlich Lust als nächstes ein Kochbuch zu rezensieren. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein paar Rezepte ausprobieren? Dieses Buch weckt auf jeden Fall den Sinn dafür.

Klappentext:
Nach den schlimmsten drei Jahren ihres Lebens weiß Vera Delane, dass sie ihren Traum von der eigenen Sterneküche niemals verwirklichen wird. Daher macht sie sich mit einem Foodtruck selbstständig. Dumm nur, dass sie ihn genau gegenüber dem Lokal abstellt, in dem Killian Quinn, der Bad Boy der Kochszene, das Zepter schwingt. Und schon bald fliegen die Funken zwischen der ehrgeizigen Vera und dem selbstbewussten Killian.

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich ganz gut, aber nicht atemberaubend. Es waren immer mal wieder kleinere Ungereimtheiten drin, die aber auch von der Übersetzung kommen können, und es floss alles eher seicht dahin. Mir haben ein wenig die Emotionen zum Mitfühlen gefehlt. Trotzdem kann man das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen.
Erzählt wird nur aus der Perspektive von Vera.

Die Charaktere:
Die große Liebe beider Hauptprotagonisten ist das Kochen und das konnte man auch spüren. Beim Lesen bekam ich immer wieder Lust, selber etwas auszuprobieren oder die Rezepte nachzukochen (vtl. im Anhang Rezepte? Wäre aber wohl etwas ungewöhnlich für ein Buch dieses Genres:)).
Vera fand ich mit ihrer Art sehr sympathisch. Sie hat sich nie verstellt und hatte immer eine Erwiderung auf Killians Sticheleien. Zudem fand ich es schön, dass sie zwar erst wieder das Vertrauen finden musste, sich dann aber auch wieder getraut hat. So entstand kein unnötiges Drama und man konnte von ihrer Seite aus sehen, dass sie Killian anders betrachtet, als ihren Ex-Freund.
Ich fand es toll, wie stark sie mit Hinblick auf ihre Vergangenheit geblieben ist.
Killian war anfangs ein wenig das Klischee schlechthin und hat sich auch so verhalten. Irgendwann jedoch ließ er hinter seine Fassade blicken und war mir ab dann sehr sympathisch, weil man richtig mitverfolgen konnte, wie seine Bemerkungen Vera mehr und mehr antrieben besser zu sein und aus ihrem Loch zu kriechen. Eine Art positive Bestärkung also. Killian hat gezeigt, dass er ganz anders ist, als Veras Ex-Freund und das lediglich, indem er er selbst geblieben ist. Das sagt eine Menge über ihn aus.

Zur Geschichte allgemein:
Eine recht oberflächliche Geschichte zeigt hier schon von Anfang an sehr viel Tiefgang. Sowohl Vera als auch Killian haben eine schwierige Vergangenheit, die sie vor allen anderen verborgen halten. Besonders Veras Vergangenheit wird während des Handlungsverlaufs aufgearbeitet und zum Thema.
Bis Vera diese Seite jedoch aufdeckte, entwickelt sich ihre Beziehung zu Killian in kleinen Schritten, die ich sehr schön mitzuverfolgen fand. Ihre Sticheleien und Kommentare habe ich wirklich genossen. Es brachte Witz und Charme in die Geschichte und hat somit die Stimmung aufgelockert.
Etwas schade fand ich, dass die Verbindung zwischen den Charakteren zwar da war und man merkte, wie sie sich annäherten und vertrauten, das Gefühl tiefer Liebe kam bei mir aber nicht hoch. Das Ende war somit voraussehbar und damit akzeptiert, aber nicht wirklich notwendig im Hinblick auf die Gefühle der Protagonisten. Ich denke das lag daran, dass man nur aus einer Perspektive die Handlung mitverfolgen konnte.
Generell war hier nichts überaus stark hervortretend. Die Geschichte floss dahin, war gut zu lesen, aber nicht süchtigmachend, und verlief eher seicht. Dadurch wirkte sie aber auch authentisch und real, was sehr gut zu dem ernst zu nehmenden Thema passte.

Fazit:
Ein Buch, dass mit zwei sehr unterschiedlichen Charakteren aufwartet, bei denen Sticheleien und Funken nicht ausbleiben. Beide haben eine Vergangenheit und verleihen der Geschichte damit viel Tiefgang. Dazu passend wird alles andere sehr flach gehalten und lässt es so recht real wirken. Das Buch ist gut zu lesen, fesselnd einen aber nicht an die Seiten.

4 von 5 Sterne von mir.

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 25.06.2019

Tiffy

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Klappentext:
Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt ...

Klappentext:
Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt kein Problem, denn Tiffy arbeitet tagsüber, Leon nachts. Die Uhrzeiten sind festgelegt, die Absprachen eindeutig. Doch das Leben hält sich nicht an Regeln …

Der Schreibstil:
Bei Love to Share findet man an dieser Stelle wirklich etwas Besonderes vor. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, logischerweise Tiffys und Leons. Der Clou des Ganzen ist es, dass die Autorin versucht hat, die unterschiedlichen Charaktere der Protagonisten sich auch im Schreibstil widerspiegeln zu lassen. Das ist zunächst einmal total ungewohnt, denn bei anderen Büchern werden dafür vielleicht andere Wörter und Ausdrucksweisen genutzt, hier ist es die komplette Satzstellung und der Aufbau. Tiffy erzählt sehr ausschweifend. Eine kurze Nachricht gibt es von ihr nicht, stattdessen führt sie alles immer noch weiter aus. So geht es in ihren Kapiteln natürlich nicht schnell voran, aber – nach kurzer Eingewöhnungsphase – passt der Schreibstil einfach zu ihr und unterstützt ihren Charakter. Wenn man sie erst einmal richtig kennt, würde man es komisch finden, würde sie es kürzer ausdrücken. Es ist einfach Tiffy und sobald man sich damit angefreundet hat, kann man sich sehr gut mit dem Schreibstil arrangieren.

Leons Passagen sind das genaue Gegenteil. Kurze Sätze, teilweise von Subjekt oder Pronomen, Gespräche werden häufig mit Doppelpunkt hinter dem Namen eingeleitet. Hier wird kein Wort unnötig festgehalten. Der Schreibstil ist so wortkarg und knapp wie Leons Aussagen auch beschrieben werden.

Anders als bei Tiffy hatte ich bei ihm jedoch noch lange zieliche Probleme damit, mich an die Art des Schreibens zu gewöhnen. Es zerstört echt ein bisschen den Lesefluss und ich weiß nicht, ob ich diese rhethorische Gestaltung gewählt hätte, aber letztendlich ist es mir irgendwann auch einfach nicht mehr aufgefallen.

Tatsächlich kann ich hier noch mehr schreiben, denn die Geschichte wird zusätzlich noch an einigen Stellen innerhalb von kurzen Nachrichten auf Post-its erzählt. Das war wunderbar abwechslungsreich und brachte etwas Würze in die Geschichte. Zudem habe ich gerade bei diesen Nachrichten viel Schmunzeln müssen.

Die Charaktere:
Noch nie habe ich ein Buch mit so unterschiedlichen Charakteren gelesen. Genau wie der Schreibstil sich unterscheidet, unterscheiden sich auch Tiffys und Leons Charaktere voneinander wie Tag und Nacht.
Tiffy ist der Typ Mädel, der sich wenig aus der Meinung anderer macht. Sie ist bunt, trägt bunt und erzählt bunt. Ihr fällt so gut wie immer eine Erwiderung auf alles ein, sie erzählt gerne ausschweifend, entwickelt Leidenschaft für die verschiedensten Sachen und ist alles, bis auf leise und schüchtern. Ich fand es toll, wie sie die ganze Geschichte hindurch sie selber geblieben ist, obwohl sie mit der ein oder anderen Sache zu kämpfen hatte. Als so lieber Mensch ist sie leider nicht vor allem gefeit, entwickelt sich aber während der Handlung weiter und beweist, wer sie sein kann.
Besonders toll war allerdings ihre Art mit Leon umzugehen. Anstatt ihn in die Enge zu treiben, ihm etwas aufzuzwingen oder seinen Zustand als gegeben anzusehen, ermutigt sie ihn, stichelt ein wenig, um ihn aus der Reserve zu locken und nimmt ihn schließlich wie er ist.
Leon ist nämlich das genaue Gegenteil von Tiffy. Er ist wortkarg, schüchtern, liebt alles, was für ihn gewohnt ist, hat nicht viel Kontakt zu anderen Menschen und verliert sich selber ein bisschen bei seinem Kampf für seinen Bruder. Er weiß nicht so recht das Gleichgewicht zu halten und lebt dadurch nur ein halbes Leben. Tiffy richtet es wieder, ergänzt ihn perfekt, genauso wie er sie. Es war wirklich schön mitzuerleben, wie die beiden sich gegenseitig kennenlernen und merken, dass sie dem anderen und sich selbst mit ihrer Beziehung guttun.

Zur Geschichte allgemein:
Die Ausgangssituation fand ich total toll, war aber ein bisschen skeptisch, wie daraus nun eine tiefergehende Beziehung enstehen sollte. So habe ich wohl eine leichte Geschichte erwartet, die mit etwas Witz und Charme daherkommt. Tatsächlich war es auch so, allerdings bietet die Geschichte noch sehr viel mehr. Ein großer Teil der Geschichte wird in Briefen erzählt: eine sehr schöne Möglichkeit, um die Charaktere einmal ganz anders kennenzulernen. Statt direkt und gezielt Fragen zu stellen, bekommt man Kleinigkeiten des Alltags mit, die sie untereinander austauschen. Ich konnte richtig spüren, wie sie sich erst einmal kennen- und schließlich liebengelernt haben. Es ging nicht überstürzt voran, sondern in einem passendem Tempo, das den Protagonisten angemessen war.
Bei Tiffy hatte ich ebenfalls nicht vermutet, dass sie außer ihrer lustigen Seite noch so viele Abgründe in sich trägt. Mit Leon zusammen ergab das ein wirklich, wirklich schönes Paar, das innerhalb der Geschichte wunderbar zusammenfindet. Es gibt jede Menge Spannung, Witz, Charme, ein bisschen Verrückheit und Tiefe, denn entgegen meiner Erwartungen beinhaltet die Geschichte recht viele Schichten, die letztlich die Ausgangssituation nur noch als Anstoß nehmen.

Fazit:
Ein gelungenes Buch, dass mit tollen Charakteren und viel Abwechslung daherkommt. Die Geschichte beinhaltet so ziemlich alles, was man sich wünschen kann und bleibt keineswegs bei der recht flapsig wirkenden ersten Szenerie stehen.
Ich habe es gern gelesen, auch, wenn es zwischendurch immer mal wieder ein klein wenig lang war.

4 von 5 Sterne von mir.

Veröffentlicht am 24.06.2019

Der eine macht den anderen stärker

Prince of Passion – Henry
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Wer von dem ersten Band begeistert war, wird auch diesen Teil lesen wollen! Bei mir trifft das voll zu und deshalb hieß es für mich: Abtauchen in 300 Seiten royale Liebenswürdigkeit und die Liebes zwischen ...

Wer von dem ersten Band begeistert war, wird auch diesen Teil lesen wollen! Bei mir trifft das voll zu und deshalb hieß es für mich: Abtauchen in 300 Seiten royale Liebenswürdigkeit und die Liebes zwischen Sarah und Henry.

Klappentext:
Mein Name ist Henry. Henry John Edgar Thomas Pembrook, Prinz von Wessco. Man sollte meinen, als Prinz könnte ich tun und lassen, was mir gefällt. Aber weit gefehlt. Neuerdings macht meine Großmutter, die Queen, mir die Hölle heiß. Ich soll verantwortungsvoller werden. Pflichtbewusster. Klüger. Mit anderen Worten: königlicher. Nach dem neuesten Skandal verbannt Großmutter mich auf einen abgelegenen Landsitz. Aber ich habe schon einen Plan, wie ich auch hier für Unterhaltung sorgen kann. Einen verführerischen Plan. Und einen, der wegen einer bücherliebenden jungen Frau, die ich einfach nicht aus dem Kopf bekomme, gehörig daneben geht …

„Lesen ist Wissen, und Wissen ist Macht. Also verleiht uns auch Lesen Macht. Indem wir lernen und verstehen… und auch träumen. Geschichten inspirieren uns, nach den Sternen zu greifen, innig zu lieben, die Welt zu verändern und mehr zu sein, als wir je für möglich gehalten haben. Jedes Buch erlaubt uns, einen neuen Traum zu träumen […]“

S. 289-299 IN PRINCE OF PASSION – HENRY VON EMMA CHASE
Schreibstil:
Emma Chase hat mich mit ihrem Schreibstil mal wieder verzaubert. Ich habe wirklich nichts, zu mäkeln. Das Buch lässt sich super leicht, locker und flüssig lesen, es strahlt eine wunderbar liebeswürdige Atmosphäre aus und der Schreibstil vereinigt Humor, Prickelndes und Charme in sich. Rundum ein wirklich sehr schön zu lesendes Buch, bei dem man keine Schwierigkeiten haben wird, es schnell durchzulesen!

Die Charaktere:
Henry kannte ich nun ja schon, umso spannender war es für mich, ihn hier erstmals aus seiner Perspektive kennenzulernen. Henry ist der kleine Bruder, der Party-Clown, der Macher und der Partner vieler Frauen für eine Nacht. Gleichzeitig ist er aber auch voller Selbstzweifel und steht vor einer gewaltig großen Aufgabe. Mir war er von Anfang an total sympathisch, weil er nie das A***loch raushingen ließt, sondern immer wusste, wann er es gut sein lassen musste. Zudem nimmt er die Menschen ernst und ist für alle da, die ihn brauchen. Er geht somit keinesfalls arrogant oder abwertend durch die Welt, stattdessen ist er den Menschen zugewandt und macht sich seine Gedanken. Dieser Charakterzug steckt in ihm und entwickelt sich innerhalb der Geschichte immer weiter. Als Leser bekommt man mit, wie er erwachsen wird und seine positiven Seiten immer mehr hervorholt. Ich habe Henry geliebt!
Sarah wird vermutlich das ein oder andere Herz eines Bücherwurms ansprechen, denn auch sie ist einer. Dazu, typischerweise, ist sie unheimlich schüchtern. Sie verkriecht sich gerne in ihren Büchern und zieht keine klaren Grenzen zwischen Fiktion und Realität. Wer wünscht sich nicht manchmal in die Geschichten eintauchen zu können? Sarah ist aber auch herzensgut und den Menschen nicht minder zugewandt als Henry. Dazu hat sie ein unheimlich gutes und vor allem starkes Herz und darauf hört sie in den richtigen Momenten, was ich sehr schön fand. Dieser Wesenszug verhilft ihr zu einer großen Entwicklung innerhalb der Geschichte. Sie wird zu einer starken Persönlichkeit und zwar in noch viel weitreichender Hinsicht als zum Beispiel Olivia aus dem ersten Band, die sich auch beweist. Kurzum: Sarah beweist, dass sie an Henrys Seite gehört und passt.

„Falls dir irgendetwas zustößt, werde ich sterben. Ich übertreibe nicht […] Du hast dich mit meiner Seele verwoben und um mein Herz geschlungen. Und falls dir irgendetwas zustößt, wird beides eingehen und sterben, und es wir mich nicht einmal kümmern.“

S. 317 IN PRINCE OF PASSION – HENRY VON EMMA CHASE
Zur Geschichte allgemein:
Ich war sofort wieder in Wessco. Bereits die ersten Seiten haben mich hineingezogen, in diese royale Welt, in der die Thronfolger keineswegs alt und senil sind. Das Grundkonzept des Buches, eine Art Bachelor-Wettbewerb, fand ich ganz gut gemacht, da es eigentlich nur Nebenkonstrukt war und somit das wirklich „Wichtige“ betont hat.
Der Handlungsverlauf war logisch und genau im richtigen Tempo. Es gab keine Stellen, an denen ich mich gelangweilt habe oder genervt war. Henry und Sarah lösen die Probleme zusammen und durch die allgemeine Atmosphäre, die dort herrscht, kommen viele Zweifel und Up-and-Downs, die man vielleicht aus anderen Geschichten kennt, gar nicht erst auf. Dennoch ist die Geschichte spannend und abwechslungsreich.
Immer wieder kam mir zudem der Gedanke, wie schön die Autorin die beiden Charaktere zusammengeführt hat. Damit meine ich nicht ihr Aufeinandertreffen, sondern die Art, wie sie miteinander umgehen, sich beschreiben und sich ineinander verlieben. Obwohl beide so unterschiedlich sind und aus völlig anderen Welten kommen, wirkt es nicht, als seien sie nur für dieses Buch aufeinandergetroffen, sondern eher, als hätte es so sein müssen. Als wäre der eine ohne den anderen niemals vollständig geworden. Ich finde, dass ist ein Gefühl, das hier vermittelt wird, dass besondere Anerkennung verdient. Nicht bei jedem Buch habe ich nach dem Happy End so ein untrügliches Gefühl, dass das hier auf jeden Fall klappen wird.

Es ist eine einfache Zeichnung, ein offenes Buch mit zwei leeren Seiten, bis auf ein einziges Wort ganz oben.
Henry
„Meine Geschichte ist noch nicht geschrieben. […] Aber ich weiß, sie beginnt mit dir.“

S. 320 IN PRINCE OF PASSION – HENRY VON EMMA CHASE
Fazit:
Ich wüsste nicht, welchen der beiden Bände ich nun besser finde. Sie erzählen einfach komplett andere Geschichten, weil sie in ganz anderen Situationen erzählen.

Henrys Geschichte hat mir sehr gefallen. Das Buch ließ sich super lesen, wollte ich kaum aus der Hand legen und Sarah und Henry zusammen ergeben ein wirklich tolles Paar, dass in diesem Buch seine ehrliche Liebe zueinander findet. Ich persönlich hatte beim Lesen durchweg ein warmes Gefühl im Herzen, weil es einfach ein Buch zum Wohlfühlen ist, dass zudem mit vielen prickelnden und humorvollen Szenen daherkommt und durchweg spannend ist. Eine klare Empfehlung von mir!

5 von 5 Sterne von mir.
Liebe Grüße