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Veröffentlicht am 17.10.2025

Je älter man wird, desto mehr zehrt man von dem, was um einen passiert...

Abgetaucht
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Eigentlich könnte jetzt ein bisschen Ruhe einkehren bei Andrea und Paul – die beiden sind zurück in Frankfurt und wohnen nun zusammen in einer Wohnung, das Haus ist verkauft. Der Alltag plätschert gemächlich ...

Eigentlich könnte jetzt ein bisschen Ruhe einkehren bei Andrea und Paul – die beiden sind zurück in Frankfurt und wohnen nun zusammen in einer Wohnung, das Haus ist verkauft. Der Alltag plätschert gemächlich vor sich hin. Doch natürlich bleibt es nicht lange dabei. Wer Andrea kennt, weiß: Der ganz normale Wahnsinn ist nie weit entfernt.

Paul hat alle Hände voll zu tun mit seiner Praxis – und mit dem Liebesleben seiner Ex-Frau, die er prompt mit einem befreundeten Radiologen verkuppelt. Andrea muss derweil nicht nur den Alltag meistern, sondern auch zwischen familiären Fronten vermitteln: Tochter Claudia ist ungewollt schwanger nach einem One-Night-Stand (und nein, der Vater ist nicht Emil), Sohn Mark studiert vor sich hin, Pauls Tochter Alexa zieht kurzerhand bei Andrea und Paul ein – Reibung ist vorprogrammiert. Aber: Zwischen den beiden Frauen entsteht langsam eine vorsichtige Nähe, fast Freundschaft.

Während sich der Alltag einpendelt, bringt das Leben wie immer eigene Pläne mit: Ex-Schwiegervater Rudi ist inzwischen mit Malgo liiert – ja, der Malgo, Andreas Lieblingspflegerin mit dem trockenen Humor. Die Beziehung läuft allerdings alles andere als rund.

Und dann ist da noch Halvar, Andreas kleiner Enkel, der ihre ganze Aufmerksamkeit bekommt. Susanne Fröhlich zeigt hier mit viel Feingefühl (und Augenzwinkern), wie schnell Mütter zu Großmüttern werden, die plötzlich alles für das Enkelkind tun – manchmal mehr, als sie es je für die eigenen Kinder getan haben. Eine Dynamik, die vielen Leserinnen bekannt vorkommen dürfte.

Besonders spannend und ungewöhnlich: Abgetaucht spielt mitten in der Corona-Zeit, im Jahr 2020. Die Unsicherheit, das Eingesperrtsein, die völlig unterschiedlichen Meinungen – all das spiegelt sich in Andreas Umfeld wider. Mal ernst, mal witzig, aber immer nah an der Realität. Fröhlich trifft dabei genau den richtigen Ton – nicht belehrend, sondern beobachtend und authentisch.

Der Zeitsprung zum letzten Band ist etwas größer als gewohnt – man fragt sich kurz, was man verpasst hat – aber schnell ist man wieder drin. Die Geschichte bleibt unterhaltsam, lebensnah und manchmal auch berührend. Paul ist als ruhiger Gegenpol zu Andreas Gedankenkarussell wieder sehr gelungen, auch wenn das Liebesleben seiner Ex (und deren neuem Arztfreund Egon) ebenfalls für Gesprächsstoff sorgt.

Fazit: Abgetaucht ist kein luftiges Wohlfühlbuch, sondern ein kluger, witziger und sehr zeitgemäßer Roman über Patchwork-Familien, Elternrollen, Beziehungsalltag – und darüber, wie sehr uns äußere Umstände (wie eine Pandemie) innerlich verändern. Für Andrea-Fans ein weiterer starker Band – und für alle anderen ein guter Grund, die Reihe endlich anzufangen.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Informatives und ansprechend geschriebenes Buch mit kleinen Schwächen im Layout

Freier Kopf statt Mental Load
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Das Buch wirkt auf mich auf den ersten Blick durch das Cover etwas überladen – altrosa Hintergrund, große blaue Schrift, Illustrationen von ausbrechenden Vögeln und ein Bild der Autorinnen. Das matte Cover ...

Das Buch wirkt auf mich auf den ersten Blick durch das Cover etwas überladen – altrosa Hintergrund, große blaue Schrift, Illustrationen von ausbrechenden Vögeln und ein Bild der Autorinnen. Das matte Cover und das kräftige Papier machen jedoch einen hochwertigen Eindruck und das Buch liegt gut in der Hand.

Inhaltlich startet das Buch mit der Einleitung „Kopf voll, Akku leer“, die direkt anspricht und viele Alltagssituationen aufgreift, in denen sich Leserinnen wiederfinden können. Themen wie Multitasking, mentale Belastung und das Bedürfnis nach Veränderung werden nachvollziehbar und ehrlich beschrieben.

Der Aufbau erfolgt in mehreren Schritten:
Schritt 1 („Chefin sein? Besser nicht“) zeigt auf, wie und warum man Verantwortung abgeben sollte.
Schritt 2 und Schritt 3 beschäftigen sich mit dem entspannten Umgang mit Mental Load und wie man ihn loswird.
Der Abschluss („Frei – für Freizeit, Fokus, Flow“) rundet das Thema ab, ergänzt durch praktische Hilfen.

Hilfreich sind die zahlreichen Listen und Schaubilder, die zur Selbstreflexion einladen – allerdings unterbrechen sie gelegentlich den Lesefluss. Der Schreibstil ist leicht verständlich, persönlich und motivierend, ohne zu theoretisch zu sein. Kleine Infoboxen wie „Gut zu wissen“, „Achtung“ oder Anleitungen lockern den Text zusätzlich auf.

Insgesamt ein hilfreiches und gut strukturiertes Buch mit kleinen Schwächen im Layout.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Auf dem Land, da kann man was erleben…

Verzogen
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Eigentlich wollte Andrea es sich gemütlich machen – stattdessen zieht sie um. Und zwar raus aufs Land, in ein riesiges altes Haus, das mehr Platz bietet, als ihr manchmal lieb ist. Mit dabei: ihre Mutter ...

Eigentlich wollte Andrea es sich gemütlich machen – stattdessen zieht sie um. Und zwar raus aufs Land, in ein riesiges altes Haus, das mehr Platz bietet, als ihr manchmal lieb ist. Mit dabei: ihre Mutter und die polnische Pflegerin Malgorzata, die auch in dieser Runde wieder mit trockener Ehrlichkeit punktet.

Der Klappentext versprach nicht viel – doch Susanne Fröhlich überrascht positiv: Verzogen ist witzig, lebendig und voller Charme, ohne ins Überdrehte abzurutschen. Zwar bedient die Geschichte eine ganze Reihe von Dorf-Klischees – vom neugierigen Nachbarn bis zur Dauer-Tratsche – aber sie zeigt auch, wie viel Potenzial in einem Neuanfang steckt, selbst wenn die Umgebung erstmal nach „tote Hose“ aussieht.

Andrea stolpert also nicht nur über alte Teppiche im Altbau, sondern auch in die Abgründe des Landlebens: Tratsch an jeder Ecke, viel Raum zum Nachdenken – und ein Huhn namens Hannelore (Rasse Brakel), das mit seiner Eigenwilligkeit fast zur Hauptfigur wird. Charmant? Irgendwie schon. Anstrengend? Definitiv.

Wie immer schafft es Susanne Fröhlich, Andreas Innenleben nachvollziehbar und feinfühlig zu erzählen. Man versteht, was sie beschäftigt – die Verantwortung für die Mutter, das Loslassen von alten Vorstellungen, die Suche nach dem, was ihr (noch) guttut. Und trotz aller Hindernisse: Am Ende gibt es einen rundum gelungenen Weihnachtsmarkt und ein Happy End für ein Paar, bei dem man es fast nicht mehr erwartet hätte.

Auch in Band 10 bleibt der Ton der Reihe leicht, mit dem typischen Augenzwinkern und einem ehrlichen Blick auf das Leben einer Frau in der Lebensmitte. Und wie Susanne Fröhlich in der Danksagung verrät: Verzogen ist nicht das Ende – „ein Ende ist nicht abzusehen“ schreibt sie. Gut so.

Fazit: Verzogen ist kein romantischer Landhaus-Traum, sondern ein unterhaltsamer, lebensnaher Roman über zu viel Platz, zu viele Meinungen – und darüber, was wirklich zählt. Für alle, die Andrea schon länger begleiten, ein schönes Wiedersehen. Und für Neulinge: ein guter Einstieg in den „ganz normalen Wahnsinn“.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

ruhig erzählt, mit Charme und einem starken Ende

Feuerprobe
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Andrea steckt erneut mitten im Leben – und das bedeutet wie immer: Chaos, Alltag, Familie. Tochter Claudia lebt mittlerweile mit ihrem Freund Emil zusammen und studiert fleißig, Sohn Mark hingegen hat ...

Andrea steckt erneut mitten im Leben – und das bedeutet wie immer: Chaos, Alltag, Familie. Tochter Claudia lebt mittlerweile mit ihrem Freund Emil zusammen und studiert fleißig, Sohn Mark hingegen hat es sich bequem gemacht und verbringt seine Tage lieber im Bett als mit Zukunftsplänen. Andrea selbst freut sich auf ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk von Paul: eine Kreuzfahrt! .... auf der sie Stieftochter Alexa - nicht ganz einfach - begleiten wird.

Während sie sich mit der polnischen Pflegerin ihrer Mutter, neugierigen Nachbarn und der ein oder anderen Tratscherei herumschlägt, macht auch Pauls Vergangenheit nicht halt vor ihrer Gegenwart – seine Ex bringt wieder Unruhe in Andreas Hoffnungen auf eine harmonische Zweisamkeit.

Die Geschichte nimmt sich Zeit – manchmal vielleicht etwas zu viel. Einige Passagen wirken langatmig, und nicht jede Szene treibt die Handlung wirklich voran. Trotzdem bleibt der Ton gewohnt leicht, stellenweise humorvoll und lebensnah. Susanne Fröhlich versteht es, den ganz normalen Wahnsinn einer Frau in der Lebensmitte mit einem Augenzwinkern, aber auch mit Tiefgang zu erzählen.

Besonders das Ende überzeugt: berührend, überraschend und mit einem gelungenen Ausblick auf das, was noch kommen könnte. Genau dieser Schlussteil verleiht dem Buch die emotionale Tiefe, die zwischendurch ein wenig gefehlt hat.

Fazit: Feuerprobe ist kein Feuerwerk, aber ein unterhaltsamer, warmherziger Roman mit echten Momenten und einem starken Finale. Für Fans von Andrea und ihrer Welt auf jeden Fall lesenswert.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Man muss eben auch die Tiefen aushalten, um die Höhen erleben zu können

Aufgebügelt
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Andrea steht mitten im Leben – oder besser gesagt: mitten im Chaos. Nach dem Ende ihrer Ehe muss sie sich neu sortieren. Mit im Haus: Schwiegervater Rudi – ein herzensguter Kerl, der sie über alles liebt ...

Andrea steht mitten im Leben – oder besser gesagt: mitten im Chaos. Nach dem Ende ihrer Ehe muss sie sich neu sortieren. Mit im Haus: Schwiegervater Rudi – ein herzensguter Kerl, der sie über alles liebt und sie mit seiner warmherzigen, manchmal etwas unbeholfenen Art unterstützt. Auch wenn seine Schlafzimmer-Experimente mit seiner Irene für Augenrollen sorgen, ist er eine feste Stütze in Andreas Alltag.

Sohn Mark kifft, Tochter Claudia zieht es in die feine Welt der Schwiegereltern-in-spe. Andrea selbst wagt sich vorsichtig zurück ins Datingleben, lernt u.a. Paul kennen, der angenehm anders ist. Und obwohl ihr Ex Christoph bereits eine Neue hat, ist auf ihn im Ernstfall doch irgendwie Verlass – was alles nicht gerade einfacher macht.

Susanne Fröhlich gelingt es wieder einmal, Alltagssorgen, Beziehungschaos und den ganz normalen Familienwahnsinn mit viel Humor, Herz und einem feinen Gespür für Zwischentöne zu erzählen. Der Schreibstil ist flott, pointiert und oft zum Schmunzeln – aber es gibt auch Momente, in denen man beim Lesen kurz schlucken muss.

Manchmal hätte es ein paar Einzelszenen weniger tun dürfen – nicht jede Nebenfigur braucht eine eigene Bühne – aber insgesamt bleibt das Buch kurzweilig, charmant und erstaunlich nah an der Realität vieler Leserinnen.

Fazit: Eine warmherzige, witzige und lebensnahe Geschichte über das Leben nach der Ehe, über Familie in all ihren Formen – und darüber, wie man zwischen Tiefpunkten und Alltagswahnsinn wieder lernt, sich selbst wichtig zu nehmen.

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