Ganz locker durch das chaotische Leben.
Keeping it casual„Keeping it Casual“ ist der Debütroman der australischen Autorin Karina May, der es direkt auf die Longlist der australischen Indie Book Awards geschafft hat. Umso erfreulicher ist, dass der Pola Verlag ...
„Keeping it Casual“ ist der Debütroman der australischen Autorin Karina May, der es direkt auf die Longlist der australischen Indie Book Awards geschafft hat. Umso erfreulicher ist, dass der Pola Verlag sich die deutschen Veröffentlichungsrechte gesichert hat und das Buch nun auf Deutsch erhältlich ist.
Besonders hervorheben möchte ich die wirklich gelungene Covergestaltung. Für mich greift sie die Geschichte sofort auf: Man sieht eine junge Frau mit dem Smartphone in der Hand, völlig vertieft – gerade beim Tindern oder Chatten. Sie scheint ganz in ihrer eigenen Welt zu sein, und doch verspürt man den Drang, einen Blick auf ihr Display zu werfen und heimlich mitzulesen.
Zum Inhalt:
Maxine, kurz Max, steckt gerade in einer schweren Zeit: Erst die Diagnose Hirntumor, dann erwischt sie ihren langjährigen Partner beim Fremdgehen. Aus der Bahn geworfen, zieht sie zu ihrer besten Freundin Alice, die sie kurzerhand bei einer Dating-App anmeldet.
Statt eines klassischen Dates landet Max mitten in einer digitalen Brieffreundschaft mit Johnny – inklusive Koch-Challenges, chaotischen Chats und jeder Menge Lachmomente. Jetzt muss Max nur noch herausfinden, was sie nach der OP wirklich will.
Meine Meinung:
„Keeping it Casual“ bedeutet im Deutschen „ganz locker bleiben“.
Ganz locker bleiben – das ist leichter gesagt als getan, wenn man gerade eine Krebsdiagnose und ein gebrochenes Herz gleichzeitig verdauen muss.
Aber Max macht genau das: Sie chattet, kocht sich durch eine digitale Brieffreundschaft und stolpert dabei von einer chaotischen Situation in die nächste. Genau das macht die Geschichte so charmant, witzig und warmherzig.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Nebenfiguren, wie ihre beste Freundin Alice, und ihre Beziehung zu ihr etwas mehr Raum hätten einnehmen dürfen. Dafür hätte man den Plot rund um Max’ Arbeit etwas straffen können, da dieser nicht wirklich zur Entwicklung der Geschichte beiträgt.
Der Schreibstil ist sehr leicht und frisch. Allerdings hätten sich die Chatpassagen besser vom übrigen Text abheben können – das hätte den Lesefluss erheblich erleichtert.
Großartig fand ich, dass die Rezepte der Kochchallenge nicht nur schmückendes Beiwerk im Text sind, sondern am Ende echte Rezepte, die man nachkochen oder vielleicht sogar für eine eigene kleine Challenge nutzen kann. Wer weiß .
Ein größerer Kritikpunkt für mich ist, dass viele Rezepte sehr tierlastig und wenig ausgewogen sind – das finde ich wirklich schade.
Am Ende habe ich Max und ihre gelassen-chaotische Art jedenfalls in mein Herz geschlossen.
Ideal für Fans von Romcoms mit Herz und Humor.