spannend
AnimalBen, ein junger Anwalt, bekommt von seinem Chef den Auftrag, einen wichtigen Mandanten zu vertreten, einen Massentierhaltungsbetrieb, der von einem Schwein verklagt wird. Eigentlich ein todsicherer Fall, ...
Ben, ein junger Anwalt, bekommt von seinem Chef den Auftrag, einen wichtigen Mandanten zu vertreten, einen Massentierhaltungsbetrieb, der von einem Schwein verklagt wird. Eigentlich ein todsicherer Fall, meint sein Chef. Schließlich sind Tiere keine Personen und können nicht klagen, also wird die Klage abgewiesen werden. Denoch wird eine Tierschützerin, die die Klage angestrengt hat, bedroht. Hat der Massentierhaltungskonzern etwa Angst, dass das Schwein mit seiner Klage auf Freiheit Erfolg hat ? Wer sonst könnte die junge Frau bedrohen ? Oder sind es ihre Verbindungen zu einer Gruppe Forscher, die in Mexico versuchen, die Sprache der Tiere mithilfe einer KI zu entschlüsseln ?
Alles in allem ein spannendes, teils amüsantes Buch, das auch zum Nachdenken anregt und stellenweise sehr betroffen macht. Die Charaktere haben mir gut gefallen, vor allem die 3 Anwälte. Auch der Bösewicht war gut dargestellt. Enna blieb anfangs etwas blass und klischeehaft, hat aber dann doch eine Entwicklung durchgemacht. Das Thema des Buches ist aktuell und wichtig. Auch wenn hier das Leid der Tiere bei der Massentierhaltung im Vordergrund steht, ist der enorme Fleischkonsum, verbunden mit dem Abholzen der Regenwälder um Viehfutter anzubauen, eine der Hauptursachen der Klimakrise.
Die Sprache der Tiere verstehen lernen zu können, ist sicherlich interessant, aber ich denke, dass steckt noch in den Kinderschuhen und ich habe meine Zweifel, ob dies je gelingt. Die Bedenken, dass der Mensch auch dies auf Kosten der Tiere ausnutzen wird, kann ich verstehen. Entweder, um sie zu jagen (ich kann mir vorstellen, dass wir z.B. im Afrikanischen Busch gar nicht merken, dass Tiere da sind, weil sie sich gut tarnen. Wenn ich aber jetzt einen Radar oder eine App oder eine Drohne oder irgendetwas habe, womit ich die Kommunikation zwischen Tieren abfangen kann, kann ich sie vielleicht finden und töten.), oder zum Beispiel für militärische Zwecke. Wenn ich ihre Sprache verstehe, versuche ich als nächstes, mich mit den Tieren zu unterhalten. Von da ist es nicht weit, um ihnen Befehle zu geben. Schon jetzt werden Tiere zu allem möglichen abgerichtet. Man stelle sich einen Überwachungsstaat vor, indem Tiere wie Ratten, Bienen, Stubenfliegen oder sonstige Tiere, die man nicht bemerkt, von Staatsdienern später befragt werden, was sie belauscht haben. Eine tierische Stasi quasi. Natürlich gibt es auch Vorteile. Der Tierarzt kann direkt rausfinden, wo es weh tut, und auch sonst wird sich eine ganz neue Welt auftun. Was für ein Wissens- und Erfahrungsschatz stünde uns plötzlich zur Verfügung. Allein zu erfahren, wie die Welt anders wahrgenommen wird, wäre eine immense Bereicherung. Wie spannend ! Aber wie gesagt, auch die Bedenken kann ich verstehen, denn der Mensch geht mit fremden bzw. neuen Kulturen oder Erkenntnissen nicht immer verantwortungsbewußt um, sondern nutzt alles zu seinem Vorteil aus.
Ein spannendes Thema, dem in diesem Buch aber zu wenig Raum gegeben wird. Hatte mir unter einem spannenden Thriller etwas anderes bei dem Thema vorgestellt, aber das macht nichts, denn ich habe mich trotzdem gut unterhalten, das Buch war spannend und hat mir gut gefallen. Klare Leseempfehlung