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Veröffentlicht am 28.07.2025

Kurzweiliger historischer Roman

Ein verhängnisvolles Testament
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In grauer Vorzeit hat ein Vorfahre des Thannberger Rittergeschlechts mit dem Kurfürsten von Trier einen unseligen Vertrag geschlossen. Er besagt, das bis in die siebte Generation immer nur ein männlicher ...

In grauer Vorzeit hat ein Vorfahre des Thannberger Rittergeschlechts mit dem Kurfürsten von Trier einen unseligen Vertrag geschlossen. Er besagt, das bis in die siebte Generation immer nur ein männlicher Nachkomme erben kann, sonst verliert die Familie ihren Besitz an das Kurfürstentum. Dem Geistlichen Erhard von Kellheim, birgt die Entdeckung dieses Dokuments eine willkommene Gelegenheit, für sich und seine Familie an Reichtum und Einfluss zu kommen. Mit der Absicht den Besitz des todkranken Burgherren zu übernehmen klopften die Kellheimer an das Burgtor der Thannberger. Doch so ganz einfach ist die Sache dann doch nicht, denn die Frau von Ritter Leopold ist schwanger und ihre Hoffnung groß noch für männlichen Nachwuchs zu sorgen. Um den Besitz vielleicht auch anderweitig zu sichern, ruft Elisabeth auch noch ihre kluge Cousine Anna zu Hilfe, um ihr gegen die zwei unsäglich aufdringlichen Kellheimer Geier beizustehen.
„Ein verhängnisvolles Testament“ ist ein unter dem bekannten Pseudonym Iny Lorenz verfasster historischer Roman, der in der Zeit um 1590 spielt. Es geht um die Erbfolge einer Ritterfamilie und weist dabei besonders auf die geringe Wertschätzung des weiblichen Geschlechts hin. Nicht nur was das Erben, sondern auch was Selbstbestimmung oder Klugheit anbelangt, wurden Frauen damals rigoros unterschätzt, benachteiligt und unterdrückt. Dieses Unrecht wird in einer spannenden Geschichte sichtbar gemacht, in der neben der schwangeren Elisabeth auch ihre Cousine Anna eine tragende Rolle spielt. Mit den Kellheimer Brüdern gibt es zwei unfassbar üble Gesellen, über die man sich ordentlich ärgern kann! Es gibt unzählige Attacken auf die armen Frauen sowie andere Überraschungen und die ganze Angelegenheit bleibt bis zum Schluss eine spannende Sache. Besonders den Charakter und Humor von Cousine Anna hat mir sehr gut gefallen. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich habe mich trotz ein paar Längen gut unterhalten gefühlt.
Mein Fazit:
Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit einem starken Frauencharakter und einem gelungenen Ausflug in die Spätrenaissance.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Frankenkrimi, absolut fesselnd und voller Spannungsmomente

Rattenharpyie
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Der erfolgreiche Schweizer Geschäftsmann Zurbriggen wird nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten ermordet in seinem Luzerner Haus aufgefunden. In einem noblen Altersheim in Oberfranken wird an ...

Der erfolgreiche Schweizer Geschäftsmann Zurbriggen wird nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten ermordet in seinem Luzerner Haus aufgefunden. In einem noblen Altersheim in Oberfranken wird an einem hundertjährigen Rentner ebenfalls ein grausames Verbrechen verübt, das Parallelen zu dem Schweizer Fall aufweist. Die Verbindung der beiden Männer wird der Bamberger Mordkommission schon bald klar, doch die Aufklärung wird eine ziemlich knifflige Angelegenheit, die vor allem die Bamberger Kripo tief in die Vergangenheit führt!

„Rattenharpyie“ ist ein packender Krimi, der bis weit in eine dunkle Vergangenheit zurückführt. Obwohl dieser Krimi von Helmut Vorndran Teil einer Reihe ist, war ich angenehm überrascht diesen auch, ohne die Vorgängerbände zu kennen, gut lesen zu können.
Schon der Blick des Vogels auf dem Cover lässt düsteres ahnen und die menschlichen Abgründe, die sich in der Geschichte zeigen, haben es in sich. Spannend fand ich auch den regionalen Bezug, da ich diese Ecke Frankens sehr gut kenne, aber nicht viel von den historischen Ereignissen von damals wusste.
Im Buch bekommt man einen Einblick über die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und deren Folgen. Ein Tagebuch bringt alles ans Licht und sorgt für eine grandios spannende Story. Was ein Flugzeugstützpunkt in England, ein grausam ermordeter 100-Jähriger in Oberfranken und ein toter reicher Geschäftsmann in der Schweiz miteinander zu tun haben, wird im Krimi auf absolut spannende Weise enthüllt. Das Bamberger Ermittlerteam ist absolut sympathisch, allerdings ist der Chef eine etwas gewöhnungsbedürftige Persönlichkeit. Der fiktive Fall verbirgt einige interessante historische Hintergründe, die auch mit Bildern und Landkarten unterstrichen werden.
Das ganze fügt sich am Ende zu einer schlüssigen Aufklärung zusammen und ist wie ich finde, sehr clever konstruiert.
Aufgefallen ist mir der Krimi eigentlich aufgrund des auffallenden schönen Covers, ein richtiger Eyecatcher, gefällt mir sehr gut.


Mein Fazit:
Für mich war dieser Krimi ein absoluter Pageturner, der mich von Anfang bis zum Schluss fasziniert und absolut gut unterhalten hat. Werde mich jetzt mit Sicherheit auch mal um die Vorgängerbände kümmern, Franken ich komme!

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Atmosphärischer Thriller Auftakt

Dorn. Hotel der Angst
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Das ehemals elegante und mondäne Grandhotel Dornbach in Bad Gastein ist nur noch ein Schatten seiner Selbst und verfällt zunehmend Es beherbergt nur noch den vom Leben gezeichneten ehemaligen Wiener Kriminalpsychologen ...

Das ehemals elegante und mondäne Grandhotel Dornbach in Bad Gastein ist nur noch ein Schatten seiner Selbst und verfällt zunehmend Es beherbergt nur noch den vom Leben gezeichneten ehemaligen Wiener Kriminalpsychologen Simon Dorn. Von dort aus hilft er seiner ehemaligen Kollegin Klara Hofbauer vom Bundeskriminalamt Wien bei ihrer Arbeit an ungeklärten Fällen. Doch als Klara zu einer Verabredung nicht bei ihm im Hotel erscheint, ahnt Simon das Schlimmste! Stattdessen taucht plötzlich die junge Kriminalpolizistin, Lea Wagner aus Wien vor Dorns Hotel auf, die ihm verkündet, dass Klara in Hamburg brutal ermordet wurde. Klara wurde mit genau den gleichen Merkmalen versehen, wie die vier Opfer, die an der Wand gepinnt sind, im Zimmer 103.

„Dorn Zimmer 103“ ist der Auftakt zu einer neuen Serie des österreichischen Erfolgsautors Jan Beck. Im Gegensatz zu seiner Thrillerreihe um das Ermittler-Duo Inga Björk und Christian Brand wirken diesmal die Geschehnisse etwas subtiler und rätselhafter auf mich.
Der Main Charakter Simon Dorn ist trotz seiner Jugend ein vom Leben gebeutelter und komplizierter Mensch, der sich wie eine Schnecke in sein Reich zurückzieht. Das alte Grandhotel spielt dabei die SCHLÜSSELrolle im wahrsten Sinne des Wortes.
Das völlige Gegenstück zu Dorn bildet dagegen die junge Polizistin Lea Wagner, die mitten im Leben steht und mit aller Gewalt an seiner Schutzbarriere zu kratzen beginnt. Dieses spannungsvolle Aufeinandertreffen der Beiden wird sicherlich auch in Zukunft für weitere aufregende Fälle sorgen, da bin ich mir sicher!
Der Schreibstil ist wie gewohnt äußerst mitreißend und spannungsgeladen. Während sich eine Mordserie quer durch Deutschland bis nach Österreich zieht, stellen Simon und Lea jede Menge Überlegungen an, um den Mörder zu stoppen. Simons Ängste erweisen sich dabei allerdings nicht gerade als hilfreich! Doch ihm kommt letztlich eine gute Idee, bevor das Finale am Ende in seine Komfortzone eindringt.
Das Buch ist ein absoluter Pageturner und flott gelesen:).
Auch das Cover ist gelungen und birgt Wiedererkennungswert, es passt super zum Inhalt und ich kann mir eine lange Reihe weiterer Schlüssel vorstellen!

Mein Fazit:
Man darf gespannt sein, welche spannenden Cold Cases sich noch in den unzähligen Zimmern des alten Luxushotels verstecken. Freue mich schon sehr auf weitere aufregende Ermittlungsarbeit im Dornwald:).

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Charmantes Cosy-Crime

Miss Vergnügen
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Miss Brooks aus England, strandet im Sommerhaus ihres netten Schwagers Bertie am Rande Wiens. Ihre Ehesorgen häkelt sie sich krampfhaft mit Sorgenpüppchen von der Seele und freut sich ungemein, als ihr ...

Miss Brooks aus England, strandet im Sommerhaus ihres netten Schwagers Bertie am Rande Wiens. Ihre Ehesorgen häkelt sie sich krampfhaft mit Sorgenpüppchen von der Seele und freut sich ungemein, als ihr Bertie zur Ablenkung einen Visagistinnen-Job für die angesagte Kosmetikfirma Très Loué verschafft, für die er arbeitet. Doch ein gnadenloser Mörder scheint die Firma im Focus zu haben, denn Berties Chef verschwindet bei einem Event nahezu spurlos! Als Bertie dann bei Verleihung der Parfüm-Oscars die Bühne betritt, passiert ein unerwartetes Attentat und Miss Brooks befindet sich inmitten des Tohuwabohu. Um Aufklärung bemüht, beginnt sie mit ihren neuen Kollegen und Freundinnen mit eigenen Ermittlungen.

„Miss Vergnügen“, welch amüsanter doppeldeutiger Titel dachte ich sogleich. Doch noch überzeugender fand ich das unheimlich genial gestaltete Cover, das mich dazu verführt hat, dieses Buch zu lesen! Die österreichische Autorin Martina Parker hat mich auch nicht enttäuscht, wie erwartet spart sie nicht an gepflegten Wortwitz, liebenswerten britischen Unterstatement und natürlich dem berühmten Wiener Schmäh, um den Inhalt zu einer unterhaltsamen Angelegenheit zu machen.
Ihre Charaktere sind allesamt ganz wunderbar erdacht und beschrieben, es macht eine Freude dafür, das Kopfkino anzuschalten. Für die guten Beschreibungen, helfen sicherlich ihre Erfahrungen als Journalistin der Parfüm- und Modebranche, die trotz überaus bitterbösen Übertreibungen, ihre Geschichte äußerst authentisch erscheinen lässt.
Als Serienfigur kann man sich Miss Brooks jedenfalls sehr gut vorstellen und man darf gespannt sein mit welchen kriminellen Fallstricken sie in Zukunft häkeln wird.

Mein Fazit:
Ein herrlicher Lesespaß mit spannungsvollen kriminellen Momenten, aber auch ganz vielen unterhaltsamen Episoden, die für eine gelungene humorvolle Unterhaltung sorgen. Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Furioser Eheklamauk mit kriminellen Elementen

Die Müllers und die Pekingente
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Bei Ehepaar Müller aus dem Schwarzwald, läuft schon lange nichts mehr, die Kinder sind aus dem Haus und jeder macht mittlerweile sein eigenes Ding.
Unerwartet bekommen die Beiden von ihren Kindern einen ...

Bei Ehepaar Müller aus dem Schwarzwald, läuft schon lange nichts mehr, die Kinder sind aus dem Haus und jeder macht mittlerweile sein eigenes Ding.
Unerwartet bekommen die Beiden von ihren Kindern einen Kurztrip auf eine ostfriesische Insel geschenkt, den sie gezwungenermaßen dann doch gemeinsam antreten. Auf der Insel angekommen nimmt das Schicksal dann seinen Lauf, denn Dackel Hildegard gräbt am Strand ein verhängnisvolles Paket aus!

Die Krimi-Komödie mit dem lustigen Titel "Die Müllers und die Pekingente" von Autorin Ilka Gerdes hat mich neugierig gemacht. Der Plot klang recht unkonventionell und auch das Cover kommt sehr einladend und fröhlich sommerlich daher.
Den Schreibstil fand ich recht geschmeidig zu lesen, die Szenen und Ortswechsel folgten schnell, oft Schlag auf Schlag und des Öfteren spielt sich eine Art abruptes Wunschdenken im Kopf der Protagonisten ab. Das kann schon recht zynisch und amüsant ausarten, keiner der beiden Eheleute bleibt dem anderen etwas schuldig.
Vermisst bei der Geschichte habe ich etwas Ausschmückung, verbindende Elemente und eine detailliertere Beschreibung der Örtlichkeiten, um mein Kopfkino zu füttern. So holprig die Handlung für die beiden Eheleute beginnt, wird es am Ende dann immer lebhafter und auch spannender. Die gesamten Charaktere, mitsamt der angereisten Verbrecherbande, sind allesamt eigen, ja geradezu selbstverliebt. Das macht sie nicht gerade sympathisch, ist wohl aber so gewollt. Der Rüde Hildegard war natürlich mein Highlight und sicherlich der Sympathischste in der ganzen Runde;). Für viele bitterböse und sarkastische Augenblicke ist jedenfalls gesorgt, deren spezieller Humor absolut unterhaltsam ist. Die Story selbst ist recht abenteuerlich und kurios inszeniert.

Mein Fazit:
Ziemlich abstruse Story, die für kurzweilige Unterhaltung sorgt und perfekt für den Strandkorb geeignet ist. Der Focus ist aber mehr auf Ehekrise als Krimi ausgerichtet.

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