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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2025

Rätsel über Rätsel

Mr Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt
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Für Emily bedeutet der Umzug nach San Francisco Abschied von vertrauten Orten und Freunden. Doch ein Lichtblick begeistert sie: Ihr großes Idol, Garrison Griswold, lebt hier – der bekannte Verleger und ...

Für Emily bedeutet der Umzug nach San Francisco Abschied von vertrauten Orten und Freunden. Doch ein Lichtblick begeistert sie: Ihr großes Idol, Garrison Griswold, lebt hier – der bekannte Verleger und Gründer von Mr. Griswolds Bücherjagd. Das beliebte Spiel verbindet Buchliebe mit Rätseln und Schatzsuchen. Spieler verstecken Bücher, die andere mithilfe cleverer Hinweise finden müssen. Für Emily, die Abenteuer und Bücher liebt, scheint es ein Traum, nun so nah an der Quelle zu sein.
Doch der Traum zerplatzt schnell: Kaum in der Stadt, erfährt sie, dass Griswold Opfer eines Angriffs wurde und im Koma liegt – genau an dem Tag, an dem sein neues, spektakuläres Spiel starten sollte. Niemand weiß, worum es dabei ging. Für Emily ist klar: Hinter dem Vorfall steckt mehr, als es scheint.
Gemeinsam mit ihrem neuen Freund James entdeckt sie ein unscheinbares Buch, das Griswold gehört haben muss. Bald wird klar: Es enthält Hinweise auf sein geheimes Projekt – und womöglich auch auf das Motiv für den Angriff. Die Kinder beschließen, das Rätsel zu lösen. Doch sie sind nicht allein: Eine unbekannte Person ist ebenfalls hinter dem Buch her und schreckt vor nichts zurück.

Die Grundidee fand ich spannend, doch der Geschichte fehlte für mich der nötige Schwung. Besonders die vielen Rätsel, die eigentlich den Reiz ausmachen sollten, waren so gestaltet, dass man als Leser kaum miträtseln konnte. Statt aktiv einzutauchen, blieb man Zuschauer, während die Figuren eine Lösung nach der anderen präsentierten. Das nahm mir viel von der erhofften Spannung. Zwar war das Finale actionreich und temporeich, doch auch hier blieb das Gefühl, dass man mehr aus der Story hätte machen können. Ich musste mich immer wieder selbst motivieren, weiterzulesen, da mich die Handlung nicht dauerhaft fesseln konnte.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Dämonenkatze

Spookily Yours
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Willow ist eine Hexe – und das ist im malerischen Pleasant Grove keineswegs ungewöhnlich. Überall trifft man auf magiebegabte Menschen, die ihr Leben zwischen Zaubertränken, Ritualen und Alltag verbringen. ...

Willow ist eine Hexe – und das ist im malerischen Pleasant Grove keineswegs ungewöhnlich. Überall trifft man auf magiebegabte Menschen, die ihr Leben zwischen Zaubertränken, Ritualen und Alltag verbringen. Für Willow bedeutet das einerseits Geborgenheit, andererseits Stillstand. Sie liebt ihre Arbeit im Café ihrer Schwester, wo sie Kuchen serviert, Zauberkaffee aufbrüht und den Klatsch aufschnappt. Doch in ihr wächst das Gefühl, dass dieses ruhige Leben nicht alles sein kann. Sie sehnt sich nach mehr – nach Abenteuern, Geheimnissen und vielleicht auch nach einer tieferen Bedeutung.
Als eines Abends ein schwarzer Kater auftaucht, verändert sich alles. Zu ihrer Überraschung spricht er mit ihr. Er heißt Damien, ist ein verfluchter Dämon und bittet sie um Hilfe. Für Willow ist klar: Das ist ihre Chance. Mit Kräutern, Mondlicht und den richtigen Formeln gelingt es ihr, Damien zu erlösen. In menschlicher Gestalt überrascht er sie: düstere Aura, gefährliche Vergangenheit – und leider auch ziemlich attraktiv.
Doch kann sie ihm trauen? Wer hat ihn verflucht, und warum? Welche Geheimnisse verbirgt er? Und wird Willow stark genug sein, ihm zu helfen – und ihrem Herzen zu widerstehen?

Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Der Stil ist flüssig, atmosphärisch und lädt zum Abtauchen ein. Dennoch ist die Handlung vorhersehbar und nicht allzu tiefgründig. Die Liebesgeschichte entwickelt sich zu schnell – kaum begegnen sie sich, sind sie praktisch schon verliebt. Auch die „große Reise“ wirkte wie ein Pflichtpunkt, der eher nüchtern abgehandelt wurde. Besonders störte, dass sie sich ständig mit „meine Hexe“ und „mein Dämon“ anreden – das wirkte bald ermüdend. Vieles hätte man straffen können, um Raum für echte Spannung und Charaktertiefe zu schaffen.
Trotzdem: Der Schreibstil überzeugt und lässt einen über manche Schwäche hinwegsehen. Eine solide Geschichte mit Potenzial, aber ohne echte Originalität.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Schwimmverbot

Der Fund in der Tiefe
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Die Freundschaft der „Vier vom See“ wird auf eine harte Probe gestellt. Emma steht vor der schweren Entscheidung, den Starnberger See zu verlassen – ein Schritt, der nicht nur ihr eigenes Leben, sondern ...

Die Freundschaft der „Vier vom See“ wird auf eine harte Probe gestellt. Emma steht vor der schweren Entscheidung, den Starnberger See zu verlassen – ein Schritt, der nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Gleichgewicht innerhalb der Gruppe völlig durcheinanderbringen könnte. Antonia, Jaron und Franky fühlen sich machtlos. Sie müssen akzeptieren, dass es Dinge gibt, die sich ihrem Einfluss entziehen, und spüren zum ersten Mal, wie zerbrechlich selbst die stärksten Bande sein können. Gleichzeitig drängt die Zeit: Im See breitet sich das Gift immer weiter aus. Was zunächst wie ein lokales Problem wirkte, entwickelt sich zunehmend zu einer ernsthaften Bedrohung für die Umwelt und die Menschen in der Region. Für die Freunde wird klar: Die Aufklärung des Skandals ist nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Mission, die über ihre persönliche Zukunft hinausgeht.
Während die vier Jugendlichen zwischen Ängsten, Zweifeln und Hoffnungen schwanken, tritt eine weitere, geheimnisvolle Figur ins Spiel. Ein alter Mann hat sich zusammen mit seiner Familie im nahegelegenen Schlosshotel einquartiert. Er wirkt düster, abweisend und gleichzeitig voller unausgesprochener Geheimnisse. Welche Rolle spielt er in dem Netz aus Intrigen, Bedrohungen und ungeklärten Fragen? Ist er nur ein zufälliger Beobachter – oder besitzt er Informationen, die alles verändern könnten?


Dieses Staffelfinale hat mich gefesselt. Ich habe sowohl in den Szenen der Gegenwart als auch in jenen der Vergangenheit mit den Figuren mitgefiebert. Besonders spannend war, wie die verschiedenen Zeitebenen miteinander verwoben wurden. Manche Fragen blieben für mich offen – etwa, ob noch mehr der Geschwister am Leben sind oder ob sie ihr Schicksal bereits ereilt hat. Gerade diese offenen Punkte sorgen jedoch dafür, dass man neugierig bleibt und über mögliche Antworten spekuliert. Das Finale am Flughafen war für meinen Geschmack etwas zu überladen und nicht ganz realistisch, gleichzeitig aber so spannend inszeniert, dass ich es erst beim Nachdenken im Nachhinein wirklich kritisch gesehen habe. Insgesamt ein gelungener Abschluss, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Mobbing-Alarm

Der Schatten der Vergangenheit und das schleichende Gift
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Emma steht im Mittelpunkt eines Albtraums: In der Schule macht plötzlich ein Video die Runde, das sie schwer belastet. Es scheint den eindeutigen Beweis zu liefern, dass sie nicht nur mehrere Schultablets ...

Emma steht im Mittelpunkt eines Albtraums: In der Schule macht plötzlich ein Video die Runde, das sie schwer belastet. Es scheint den eindeutigen Beweis zu liefern, dass sie nicht nur mehrere Schultablets gestohlen, sondern auch das Geld aus der Klassenkasse entwendet hat. Für Emma, die bisher als zuverlässig und ehrlich galt, bricht eine Welt zusammen. Kann es wirklich stimmen, dass sie etwas Derartiges getan haben soll? Für ihre Mitschüler wirkt die Situation klar, doch ihre engsten Freunde kennen Emma besser. Sie sind überzeugt, dass ihre Freundin unschuldig ist – und setzen alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Hinweisen, die Emmas Namen reinwaschen und den wahren Täter entlarven könnten.
Parallel dazu öffnet sich eine zweite Erzählebene, die in die düstere Vergangenheit führt. Wir befinden uns mitten im Zweiten Weltkrieg. Kinder aus einem Heim versuchen zu fliehen, um sich ein besseres Leben zu erkämpfen. Doch was wie ein Schritt in die Freiheit wirkt, entpuppt sich als Weg voller Gefahren, Enttäuschungen und Verrat. Je mehr Details ans Licht kommen, desto deutlicher wird, dass in jener Zeit vieles von Angst, Zwang und Misstrauen geprägt war. Besonders bedrückend ist die Erkenntnis, wie grausam es sein kann, wenn Kinder für Taten verantwortlich gemacht werden, die sie gar nicht begangen haben – und wie zerstörerisch Verrat wirkt, wenn er von Menschen ausgeht, denen man vertraut hat.


Wie bereits in den anderen fünf Bänden dieser Reihe werden auch hier wieder zwei Geschichten erzählt, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: eine im Heute, die andere in der Vergangenheit. Doch auf subtile Weise finden beide Ebenen zueinander und ergänzen sich thematisch, auch wenn sich die handelnden Personen nie begegnen. Besonders spannend und atmosphärisch dicht fand ich diesmal die Episoden aus der Vergangenheit. Sie sind bedrückend, emotional und laden dazu ein, lange darüber nachzudenken. Die Gegenwartsgeschichte rund um Emma ist ebenfalls interessant, doch für mich war sie etwas schwächer als der historische Teil.
Trotzdem: Die Mischung macht den Reiz der Reihe aus. Ich mag es sehr, dass man beim Lesen unweigerlich beginnt, eigene Theorien zu entwickeln, wie sich die beiden Handlungsstränge weiter miteinander verweben könnten. Genau das sorgt dafür, dass man sofort Lust bekommt, auch zum nächsten Band zu greifen.

Veröffentlicht am 31.08.2025

Lasst den Herbst beginnen

Falling Like Leaves
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Rezensionsexemplar
Ellis, ein echtes New-York-City-Girl, hat ihren Lebensplan fest im Kopf: an der Columbia University studieren und Journalistin werden. Doch als sich ihre Eltern trennen und sie mit ihrer ...

Rezensionsexemplar
Ellis, ein echtes New-York-City-Girl, hat ihren Lebensplan fest im Kopf: an der Columbia University studieren und Journalistin werden. Doch als sich ihre Eltern trennen und sie mit ihrer Mutter nach Bramble Falls ziehen muss, bricht ihre Welt zusammen. Statt Großstadttrubel wartet ein verschlafenes Kleinstädtchen mit Apfelständen, Kürbissen und dem großen Herbstfestival. Ellis fühlt sich fehl am Platz – bis sie Cooper wiedertrifft, den Jungen, mit dem sie vor drei Jahren ihren ersten Kuss geteilt hat. Anfangs begegnet er ihr distanziert, fast abweisend, doch zwischen Harvest Spice Lattes, selbstgebackenen Cookies und buntem Herbsttrubel spüren beide, dass die alte Anziehungskraft nie verschwunden ist. Vielleicht ist Bramble Falls doch mehr als ein Zwischenstopp – vielleicht sogar ein Neuanfang.

Dieses Buch ist ein perfekter Herbstroman! Schon nach wenigen Seiten hatte ich Lust, selbst Äpfel zu pflücken und neue Kürbisrezepte auszuprobieren. Hätte ich gewusst, wie sehr es Herbststimmung vermittelt, hätte ich es mir für kaltes Wetter im Park aufgehoben. Schade, dass es in Deutschland nicht so viele herbstliche Feste gibt – ich würde sofort hinfahren.
Ellis war mir zu Beginn nicht sonderlich sympathisch. Ihr Zwang, perfekt sein zu müssen, wirkte anstrengend und überheblich. Doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter, sodass man ihre Gedanken und Gefühle besser versteht und sie einem näherkommt. Cooper dagegen ist von Anfang an sympathisch, auch wenn er in der Vergangenheit zu schnell aufgegeben hat und Ellis zunächst etwas kühl behandelt. Seine Enttäuschung macht ihn jedoch nachvollziehbar.
Alles in allem ist dies eine gelungene Herbstgeschichte voller Stimmung, zweiter Chancen und der Erkenntnis, dass das Leben manchmal andere Wege bereithält, die mindestens genauso schön sein können.