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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Berührende Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Als kurz vor Opa Karls 80. Geburtstag Enkelin Mona auf dem Hof der Großeltern eintrifft, stellt diese fest, dass ihre Oma Annemie offenbar spurlos verschwunden ist. Auch als diese über Nacht nicht wieder ...

Als kurz vor Opa Karls 80. Geburtstag Enkelin Mona auf dem Hof der Großeltern eintrifft, stellt diese fest, dass ihre Oma Annemie offenbar spurlos verschwunden ist. Auch als diese über Nacht nicht wieder auftaucht, scheint gerade ihr Opa wenig beunruhigt. Auch der Rest der Familie lebt scheinbar unbeteiligt weiter und beginnt mit den Geburtagsvorbereitungen. Ist der Oma etwas zugestoßen oder aus welchem Grund ist sie verschwunden? Mona macht sich auf die Suche und stößt nach und nach auf verwirrende Ansätze zu bisher unbekannten familiären Vorgängen in der Vergangenheit.
Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt, aus Monas und Oma Annemies Sicht und zwischendurch aus der Sicht einer gewissen Freya, deren Verbindung zur Familie lange Zeit unbekannt bleibt. Das Buch hat mich total in seinen Bann gezogen. Gerade die Frauenfiguren in diesem Roman sind sehr gut ausgearbeitet und haben jede ihre eigene Geschichte. Es ist eine Erzählung von Sprachlosigkeit innerhalb der Familien, von ungelebter Liebe und Lieblosigkeit zwischen den Generationen. Gerade zum Ende hin, als man mit einer "normalen" Auflösung rechnet, nimmt der Roman noch mal so richtig an Fahrt auf, der Schluss hat mich dann doch sowohl sehr überrascht als auch mitgenommen.
Eine unbedingte Leseempfehlung und die volle Punktzahl von mir für einen unter die Haut gehenden Roman!

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Leise Töne

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja, deren Lebensgefährte gerade am anderen Ende der Welt einem Forschungsprojekt nachgeht, trifft eines Tages am Gartenzaun auf die 14jährige Vica, die mit ihrem Vater im Nachbarhaus wohnt. Schnell stellen ...

Toja, deren Lebensgefährte gerade am anderen Ende der Welt einem Forschungsprojekt nachgeht, trifft eines Tages am Gartenzaun auf die 14jährige Vica, die mit ihrem Vater im Nachbarhaus wohnt. Schnell stellen beide fest, dass sie nicht nur ihren Vornamen "Victoria" gemeinsam haben, sondern dass sie auch beide eher introvertierte Charaktere sind, die die Stille bevorzugen. Tojas ganz besonderes Projekt ist ihr Garten, in dem sich ihr Charakter widerspiegelt. Sie hilft der jungen Vica, ihren ganz besonderen Platz im Leben zu finden und sich mit ihren Eigenarten zu behaupten.
Diesen Roman der leisen Töne habe ich sehr gerne gelesen. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die ganz besonderen stillen Töne mit einer Leichtigkeit beim Lesen auf die Leser zu transportieren. Dem Buch wohnen reihenweise wunderbare und weise Botschaften inne, insbesondere, dass jedes Lebewesen einzigartig ist und damit auch jeweils seine existenzielle Berechtigung hat. Das Leben kann so lebenswert sein, wenn man es nur aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet.
Mich hat dieses Buch mit seiner Lebensklugheit auf jeden Fall sehr berührt!

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Eine leise Geschichte

Spät am Tag
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Die schwedische Journalistin Johanne zieht aus der Großstadt aufs Land, wo sie im Haus von Mikkael ein Zimmer anmietet. Dessen von ihm getrennt lebende Ehefrau und die gemeinsame Tochter leben mit unter ...

Die schwedische Journalistin Johanne zieht aus der Großstadt aufs Land, wo sie im Haus von Mikkael ein Zimmer anmietet. Dessen von ihm getrennt lebende Ehefrau und die gemeinsame Tochter leben mit unter einem Dach. Nach kurzer Zeit werden Johanne und Mikkael ein Paar.

Die Geschichte wird rückblickend aus der Sicht von Johanne erzählt, die Geschichte einer Liebe, eine der leisen Töne und von wunderbar beschriebenen Landschaften. Die stille Zurückhaltung in den Zeilen ist die große Leistung dieses kleinen aber feinen Romans. Eine Frau, die unspektakulär auf ihr Leben und ihre Liebe zurückblickt und in der sich jeder von uns zum Teil wiederfinden kann. Auch wenn die Geschichte nicht allzuviel Handlung beinhaltet, hat mich die sprachliche Leistung hier sehr beeindruckt. Daher spreche ich hier gerne eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Liebe über alle Grenzen

Das Polarlichtcafé
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Im Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entdeckt die junge Erfurterin Jule Unterlagen, die auf einen, der Familie bisher unbekannten, Bezug des Großvaters nach Norwegen hindeuten. Einmal neugierig geworden, ...

Im Nachlass ihres verstorbenen Großvaters entdeckt die junge Erfurterin Jule Unterlagen, die auf einen, der Familie bisher unbekannten, Bezug des Großvaters nach Norwegen hindeuten. Einmal neugierig geworden, macht sich Jule auf den Weg in den hohen Norden, wo der Großvater zu Beginn der 60er Jahre als Reisejournalist unterwegs war.

Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen und aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Als Leser habe ich mit grosser Spannung erwartet, wie sich diese im Verlauf der Handlung zusammenführen. Dies ist der Autorin sehr gut gelungen. Neben wunderbaren Landschaftsbeschreibungen einer mir bisher unbekannten Gegend ist auch die Darstellung der Beziehung von Menschen unterschiedlicher Länder und politischer Hintergründe eine tolle Leistung dieses Romans, bei der auch der eiserne Vorhang die Liebe nicht aufhalten kann. Sehr feinfühlig sind hier die Gefühle der Menschen als auch familiäre Strukturen dargestellt. 

Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, lediglich einige wenige Längen bis zur Mitte des Romans lassen mich bei der Bewertung einen halben Punkt abziehen, aufgerundet macht das aber immer noch die volle Sternezahl!

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Das Cafe der Hoffnung

Café Finito
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Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin betreibt Kristof eine Art Trauercafe, bei dem sich Hinterbliebene mit Anderen austauschen können. Jeder hat hier jemanden verloren, sei es Ehepartner, Geliebte, ...

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin betreibt Kristof eine Art Trauercafe, bei dem sich Hinterbliebene mit Anderen austauschen können. Jeder hat hier jemanden verloren, sei es Ehepartner, Geliebte, Freundin, Elternteil oder Kind und jeder geht mit seiner Trauer anders oder auch gar nicht um. Die Gemeinschaft von zunächst Fremden lässt Hoffnung zu, bringt Verständnis auf und lässt einen vielleicht nicht mehr ganz so allein erscheinen.

Sehr warmherzig erzählt uns die Autorin in den einzelnen Kapiteln die Geschichte der vom Tod eines lieben Menschen Betroffenen, ganz wertungsfrei, aber natürlich nicht emotionslos. Beim Lesen kamen mir selbst manchmal die Tränen, aber auch Hoffnung, dass die Trauer bald einmal überwunden werden kann und der Tod eben auch zum Leben dazugehört. So ist dies für mich insgesamt ein sehr positiver Roman geworden, aus dem jeder etwas für sich mit nach Hause nehmen sollte. Ein Buch etwas abseits des Mainstreams, das ich sehr empfehlen kann.

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