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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2026

Atmosphärischer Krimi mit sympathischer Ermittlerin

Schwarze Schuld
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Schwarze Schuld ist ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die vor allem durch ihre besondere Hauptfigur überzeugt. Lena Becker, frisch eingesetzte Bezirksschornsteinfegerin in Jork, stolpert ...

Schwarze Schuld ist ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die vor allem durch ihre besondere Hauptfigur überzeugt. Lena Becker, frisch eingesetzte Bezirksschornsteinfegerin in Jork, stolpert mitten in einen Todesfall, der schnell mehr Fragen aufwirft als Antworten. Die Atmosphäre des Alten Landes ist stimmig eingefangen und vermittelt ein authentisches Bild einer kleinen Gemeinde mit ihren Traditionen und unterschwelligen Konflikten.
Die Figuren sind lebendig gestaltet, besonders das Zusammenspiel zwischen Lena und dem jungen Bürgermeister Hajo von Kiesow sorgt für Spannung und einige amüsante Momente. Auch die Sprecherin Lisa Boos trägt viel zur Wirkung des Hörbuchs bei, denn sie verleiht den Charakteren klare Konturen und gibt dem Krimi eine angenehme Erzählstimme.
Der Fall selbst entwickelt sich ruhig, bleibt aber durchgehend interessant. Wer actionreiche Thriller erwartet, wird hier nicht fündig, doch für Hörerinnen und Hörer, die gemütliche, atmosphärische Krimis mögen, ist dieser Reihenauftakt sehr passend.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Eine starke Frau in einer berührenden Geschichte

Der Gesang der See
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Der Gesang der See hat mich positiv überrascht. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Fischerinsel an der norwegischen Küste, und man spürt sofort, wie hart und einsam das Leben dort gewesen sein muss. ...

Der Gesang der See hat mich positiv überrascht. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Fischerinsel an der norwegischen Küste, und man spürt sofort, wie hart und einsam das Leben dort gewesen sein muss. Die Natur, das Wetter, die Atmosphäre – alles wird so lebendig beschrieben, dass man sich mitten ins Geschehen versetzt fühlt.

Im Mittelpunkt steht Kristiane, eine junge Frau mit beeindruckender innerer Stärke. Als ihr Mann bei einem Sturm ums Leben kommt, ist sie hochschwanger und muss zusammen mit ihrer Mutter und Schwester um das Lotsenmandat kämpfen – ihre einzige Lebensgrundlage. Statt aufzugeben, stellt sie sich mutig allen Herausforderungen. Ihr Durchhaltewille und ihr Kampfgeist haben mich wirklich bewegt.

Besonders schön finde ich, wie natürlich die Autorin erzählt. Nichts wirkt überdramatisiert, und trotzdem ist man emotional voll dabei. Kristianes Konflikt zwischen Pflicht, Familie und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben ist sehr authentisch und macht die Geschichte unglaublich eindrücklich.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Mit geschlossenen Augen in die Provence

Das Lavendelkloster
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„Lavendelkloster“ von Alexander Oetker hat mich schon nach wenigen Minuten tief in die Provence mitgenommen. Beim Hören hatte ich sofort die Bilder von blühenden Lavendelfeldern, warmem Licht und alten ...

„Lavendelkloster“ von Alexander Oetker hat mich schon nach wenigen Minuten tief in die Provence mitgenommen. Beim Hören hatte ich sofort die Bilder von blühenden Lavendelfeldern, warmem Licht und alten Klostermauern vor Augen. Die ruhige Erzählweise hat mir besonders gut gefallen, weil sie Raum zum Eintauchen lässt und eine ganz eigene, sanfte Spannung erzeugt.

Das Hörbuch lebt für mich weniger von grossen Überraschungen als von der Atmosphäre und den fein gezeichneten Figuren. Ich mochte, wie sich ihre Geschichten langsam entfalten und wie viel Gefühl in den leisen Momenten steckt. Der Sprecher trägt entscheidend dazu bei: Mit seiner warmen, unaufgeregten Stimme verleiht er den Charakteren Tiefe und unterstreicht die leicht melancholische Stimmung, ohne je zu übertreiben.

Manche Entwicklungen sind vorhersehbar, doch das hat meinen Hörgenuss nicht geschmälert. Im Gegenteil – ich konnte mich entspannt auf die Geschichte einlassen und einfach der Stimmung folgen. Das gemächliche Tempo empfinde ich als angenehm, auch wenn es sicher nicht jeden anspricht. Für mich war es genau das, was dieses Hörbuch zu einem kleinen Auszeit-Gefühl gemacht hat.

Am Ende blieb bei mir der Eindruck eines stimmungsvollen, warmen und wohltuenden Hörbuchs, das mich für einige Stunden aus dem Alltag geholt hat. Fast wie ein kurzer Urlaub in der Provence – nur mit geschlossenen Augen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Charmant, witzig und mit viel Herz!

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
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Das luxuriöse Leben von Society Lady Isabell Duval und ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas nimmt von einem Tag auf den anderen ein abruptes Ende. Nachdem Familienoberhaupt Sebastian wegen eines spektakulären ...

Das luxuriöse Leben von Society Lady Isabell Duval und ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas nimmt von einem Tag auf den anderen ein abruptes Ende. Nachdem Familienoberhaupt Sebastian wegen eines spektakulären Finanzskandals im Gefängnis landet und sämtliche Konten gesperrt werden, bleibt der Familie kaum mehr als ein Schulterzucken und 27 Euro. Also packen sie ihre Sachen und machen sich auf den Weg nach Nordfriesland in das ruhige Deerhusen.
Dort werden sie von Isabells Schwester Stine in deren kleiner Pension aufgenommen. Und plötzlich heisst es: Instantkaffee statt Barista, mit dem Fahrrad statt mit dem Chauffeur unterwegs sein und überall selber mit anpacken. Diese Gegensätze sorgen für viele amüsante Momente, die wunderbar typisch sind für einen Kulturclash zwischen Stadtluxus und Landbodenständigkeit.
Der Roman überzeugt mit warmherzigen Figuren, feinen Zwischentönen und einem Humor, der nie plump wird. Besonders schön ist zu sehen, wie sich die Familie Schritt für Schritt neu erfindet. Oft widerwillig, manchmal etwas chaotisch, aber immer mit viel Gefühl. Isabells Entwicklung, Claras Pragmatismus und Lucas charmante Tollpatschigkeit geben der Geschichte viel Wärme.
Wer gerne leichte und humorvolle Familiengeschichten liest, die trotzdem etwas Tiefgang haben, wird dieses Buch sehr mögen. Ein echter Wohlfühlroman, angenehm, herzlich und mit einem Augenzwinkern erzählt. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Ein Hörbuch, das mich wirklich berührt hat, absolut hörenswert.

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Dieses Hörbuch hat mich von der ersten Minute an gepackt. Die Ostseeinsel wirkt zuerst wie ein Ort, an dem man endlich ein bisschen Ruhe finden könnte. Ich habe diese Atmosphäre richtig vor mir gesehen: ...

Dieses Hörbuch hat mich von der ersten Minute an gepackt. Die Ostseeinsel wirkt zuerst wie ein Ort, an dem man endlich ein bisschen Ruhe finden könnte. Ich habe diese Atmosphäre richtig vor mir gesehen: viel Wasser, viel Wind, viel Einsamkeit. Und genau das macht die Geschichte so intensiv. Man spürt sofort, dass unter dieser Ruhe etwas Dunkles brodelt.
Cecilia ist eine Figur, die mich sofort berührt hat. Ihre Orientierungslosigkeit, ihre Verletzlichkeit und dieses Gefühl, im Leben irgendwie zwischen den Stühlen zu stehen – das wirkt unglaublich authentisch. Ich konnte gut nachvollziehen, weshalb sie sich von der Villa und der seltsamen Anziehungskraft dieser Familie angezogen fühlt, obwohl man eigentlich lieber davonlaufen möchte.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Art, wie die Spannung aufgebaut wird. Ohne laute Effekte, ohne künstliche Dramatik. Einfach ein stetes Ziehen im Bauch, das einem sagt: Hier stimmt etwas nicht. Und trotzdem hört man weiter, weil man es unbedingt wissen will. Die Wendungen kommen leise, aber dafür umso wirkungsvoller. Mehrmals dachte ich, jetzt habe ich die Rollen verstanden, und lag komplett daneben.
Das Hörbuch hat eine Intensität, die lange nachwirkt. Es ist psychologisch fein gezeichnet, atmosphärisch dicht und unglaublich fesselnd. Und am Schluss hatte ich dieses schöne Gefühl, ein richtig gutes Stück Spannungsliteratur gehört zu haben, das nicht nur unterhält, sondern auch nachhallt.

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