Cover-Bild Donnersonntage
(3)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins Hardcover
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 24.03.2026
  • ISBN: 9783365012628
Marie Molsberg

Donnersonntage

Roman | »Die Elena Ferrante deutscher Provinz« Julia Franck | Eine scheinbar unmögliche Liebesgeschichte im Deutschland der 60er und 70er Jahre

Die Geschichte von einer mutigen Frau und ihrem Aufbruch in die Freiheit

BRD 1969 – ein Land im Aufbruch: Pille, Emanzipation, Studentenbewegung – die alte Ordnung der jungen Bundesrepublik steht in Frage. In Brunnenbach, einem kleinen Westerwaldort, scheint die Zeit dagegen still zu stehen. Doch unter der geordneten Oberfläche brodelt es. Der 19-jährige Raimund verliebt sich in die 29-jährige Ehefrau seines Nachbarn und Skatkumpels Werner. Renate erwidert seine Gefühle und sieht in der Beziehung eine Chance, der Enge ihrer Ehe und des Dorfes zu entkommen. Eine ungleiche, aber erfüllte Liebe entwickelt sich zwischen den beiden, voller Heimlichkeiten, Lügen und der Angst vor dem großen Skandal. Trotzdem wagen sie den Schritt in eine gemeinsame Zukunft.

Eine Hetzjagd beginnt, angeführt von Renates Mutter und unterstützt durch Raimunds Eltern, die alle Register ziehen, um die beiden auseinander zu bringen. Wird Renate ihren 10-jährigen Sohn für diese große Liebe zurücklassen? Kann eine Liebe gelingen, die einen solchen Preis fordert? Kann die Realität halten, was Träume versprechen?

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Das Leben einer Frau Ende der 60er

0

"Donnersonntage" von Marie Molsberg ist ein Roman, der uns in die Zeit Ende der 60er Jahre in ein Dorf im Westerwald führt. Gelesen wird das Hörbuch von Astrid Kohrs. Es hat mich sofort in seinen Bann ...

"Donnersonntage" von Marie Molsberg ist ein Roman, der uns in die Zeit Ende der 60er Jahre in ein Dorf im Westerwald führt. Gelesen wird das Hörbuch von Astrid Kohrs. Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen.

Renate ist Anfang 30, lebt mit ihrem Mann Werner , ihrem Sohn Stefan und ihrer Mutter Minchen in Brunnenbach, einem verschlafenen Ort im Westerwald. Sie fühlt sich dort nicht wohl, alles ist ihr zu eng und rückständig. Sie will mehr, vor allem nicht mehr von ihrer Mutter bevormundet werden. Auf der Dorfkirmes lernt sie Raimund kennen und tanzt mit ihm zum Missfallen aller den ganzen Abend durch, den Raimund ist erst 19 Jahre alt. Die beiden verlieben sich ineinander.

Marie Molsberg vermittelt uns in ihrem Roman die Atmosphäre in einem Dorf Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er. Sie lässt uns die Vorbehalte der Dorfgemeinschaft und den Tratsch miterleben. Eine verheiratete Frau fängt ein Verhältnis mit einem viel jüngeren Mann an? Sie verlässt Mann und Sohn? Das geht ja gar nicht! Renates Mutter Minchen und die Eltern von Raimund versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die beiden auseinander zu bringen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die ganzen Familien, was besonders die Kinder zu spüren bekommen. Besonders Minchen ist mir dabei besonders gegen den Strich gegangen. Sie schluckt jeden Tag mehr von ihren Seelentrösterpillen und glaubt die einzig fähige Person zu sein, die den Enkel Stefan großzieht. Wir erleben diesen Roman aus mehreren Perspektiven, nämlich von Renate, Raimund und Minchen und können der Zeitachse folgen. Molsberg bietet uns als Gegensatz zum dörflichen Leben aber auch das Leben in München, in dem auch zu dieser Zeit die Uhren schon ein wenig anders ticken. Nicht viel, aber ein Umschwung im Denken ist spürbar. Sie schildert aber nicht einseitig, auch Raimunds Eltern und Minchen kommen mit ihrer Sicht der Dinge zu Wort. Astrid Kohrs interpretiert das Hörbuch mit einer sehr angenehmen Stimme, die je nach gesprochener Person aber auch viel Antipathie vermittelt. Besonders bei Minchen (die ich ja sowieso nicht mochte) ist das besonders gut gelungen. Die Sprache des Romans hat mir gefallen, klar und präzise, mit viel Wärme und ohne Kitsch können wir die Protagonist*innen begleiten.

Es ist ein Liebesroman und doch wieder keiner, es ist ein Blick auf die Gesellschaft der damaligen Zeit. Sehr gut gelungen und auf jeden Fall empfehlenswert. Es ist ein Roman, der im Gedächtnis bleibt! Warum er Donnersonntage heißt? Es erklärt sich im Roman, aber in meiner Rezension erkläre ich es nicht

Der Roman regt zum Nachdenken an, denn auch heute gibt es immer noch solche Dörfer wie Brunnenbach, in denen die Zeit stehen geblieben ist. 5 Sterne bekommt Marie Molsberg für ihren Roman, den ich sicher auch noch einmal lesen oder hören werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein Buch, das mich richtig wütend gemacht hat.

0

Renate lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald im Haus ihrer Mutter.  Sie ist mit Werner verheiratet und die Beiden haben einen Sohn. Ihr Leben ist sehr eingeschränkt. Mit ihrem Mann verbindet sie so ...

Renate lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald im Haus ihrer Mutter.  Sie ist mit Werner verheiratet und die Beiden haben einen Sohn. Ihr Leben ist sehr eingeschränkt. Mit ihrem Mann verbindet sie so gut wie nichts. Nur ihr Sohn Stefan lässt sie dieses langweilige und lieblose Leben aushalten.

Der Nachbarjunge Raimund bewundert  Renate schon lange und ganz langsam entwickeln die beiden Gefühle füreinander.  Als ihre Mutter und die Eltern von Raimund das merken, machen sie den beiden das Leben zur Hölle.

Die Geschichte spielt in den 60er und 70er Jahren. Es ist heute unvorstellbar wie wenig Chancen Frauen damals auf Gerechtigkeit  hatten.  Obwohl Deutschland im Aufbruch war,  war das Frauenbild kaum verändert.  Eine Frau,  die ihren Mann verlässt, ist immer die Schuldige. Die Gründe dafür sind nebensächlich.

Es ist toll und nachvollziehbar geschrieben.  Ich hatte beim Lesen Kopfkino und war oft richtig wütend.

Eine große Leseempfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2026

In den 1960ern: Verbotene Liebe und ihre harten Folgen.

0

Der Roman "Donnersonntage" von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf – in einer ...

Der Roman "Donnersonntage" von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf – in einer Zeit, in der in Deutschland zwar von Aufbruch, Emanzipation und neuen Freiheiten gesprochen wurde, diese Veränderungen auf dem Land aber oft kaum angekommen waren.
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem 19-jährigen Raimund und der zehn Jahre älteren Renate, die verheiratet ist und einen Sohn hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die für Renate die Hoffnung bedeutet, aus ihrer unglücklichen Ehe und der Enge des Dorflebens auszubrechen. Doch diese Entscheidung hat schwere Folgen – nicht nur für sie selbst, sondern für viele Menschen um sie herum.
Besonders berührt hat mich Renates Sohn Stefan, der erst zehn Jahre alt ist. Er ist eigentlich noch ein Kind und versteht vieles von dem Konflikt der Erwachsenen nicht. Trotzdem muss er die Konsequenzen tragen. Nachdem die Beziehung im Dorf bekannt wird, geraten beide Familien ins Gerede. Renates Familie genauso wie Raimunds Familie sind plötzlich im Dorf verschrien. Der soziale Druck ist enorm. Am schlimmsten trifft es Stefan: Mit ihm darf plötzlich kein anderes Kind mehr spielen. Er wird ausgegrenzt, obwohl er für die Situation überhaupt nichts kann. Diese Perspektive eines Kindes hat mich beim Hören besonders traurig gemacht.
Auch die Rolle von Renates Mutter fand ich sehr erschütternd. Statt ihre Tochter zu unterstützen, stellt sie sich klar auf die Seite von Renates Ehemann. Gleichzeitig ist sie stark tablettenabhängig, was ihr Verhalten noch schwieriger macht. Dadurch wirkt sie oft hart und unberechenbar. Für Renate bedeutet das, dass sie nicht einmal in der eigenen Familie Rückhalt findet.
Beim Hören wurde mir wieder sehr bewusst, wie wenig Rechte Frauen damals in der Bundesrepublik hatten. Nach einer Trennung hatten sie oft kaum Chancen auf das Sorgerecht für ihre Kinder. Das Gericht entschied oft zugunsten des Vaters, besonders wenn die Frau als „schuld“ an der Ehekrise galt. Scheidungen waren gesellschaftlich tabu, und Frauen brauchten teilweise sogar die Zustimmung ihres Mannes, wenn sie arbeiten wollten. Innerhalb der Ehe waren Frauen stark abhängig, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich. Der Roman zeigt sehr deutlich, wie selbstverständlich damals der Mann über der Frau stand – und welche Belastungen dies für Kinder wie Stefan mit sich brachte.
Die Sprecherin Astrid Kohrs hat mir als Erzählerin sehr gut gefallen. Sie liest ruhig, klar und mit viel Gefühl für die leisen, emotionalen Momente. Dadurch wirken die Figuren sehr lebendig und ihre Konflikte nachvollziehbar.
Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, wirkt sie erschreckend realistisch. Besonders die Reaktionen des Dorfes – das Gerede, die Ausgrenzung und der enorme soziale Druck – zeigen eindrucksvoll, wie schwer es damals war, gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen.
Mein Fazit:
"Donnersonntage" ist ein sehr bewegendes Hörbuch über Liebe, Mut und die gesellschaftlichen Zwänge der damaligen Zeit. Besonders die Figur des jungen Stefan und die Ausgrenzung durch das Dorf haben mich tief berührt. Die Geschichte macht deutlich, welchen Preis Menschen früher für ein selbstbestimmtes Leben zahlen mussten – sowohl Frauen als auch Kinder.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere